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“Eigentlich mache ich sowas nicht” - 3 Gründe gegen das Wort “eigentlich”

In meinen letzten beiden Artikeln ging es um den Wert kreativer Arbeit und ein paar Tipps, die helfen könnten die Dinge etwas anders zu betrachten. Da ich Musiker und Kreativ-schaffender bin bewegt sich alles zu diesem Thema in meinem beruflichen Feld. Ich hoffe ein paar dieser Gedanken kann man dennoch auf andere kreative Bereiche übertragen. Diese Artikel findet ihr hier und hier, denn der Themenkomplex gehört zusammen.

Heute will ich dir ein paar Gründe liefern, warum es sich lohnt, zu Anfragen nein zu sagen. Und warum es sich auch lohnt keinen Satz mit “eigentlich” anzufangen. Bleiben wir beim Beispiel aus den letzten Artikeln, den Auftritten auf Hochzeiten.


VIELE VON UNS KENNEN DAS

Du bist hauptberuflich selbstständig, musst eh super viel arbeiten, bist als Musiker mitunter jedes Wochenende unterwegs… Wenn du mal frei hast wünschst du dir natürlich diese Zeit mit deinen Liebsten zu verbringen. Und dann kommt es:

Bekannte fragen dich, ob du kurz die Kamera mit auf ne Grillparty bringst, du antwortest “Eigentlich mache ich sowas nicht mehr”, denn du verdienst ja dein Geld damit und bist Fotograf.

Ein befreundetes Paar fragt dich ob du auf ihrer Hochzeit nicht “grade” kurz ein Lied singen willst, schließlich bist du ein Freund (oder entfernter Bekannter) und stehst den Beiden ja so nahe. “Eigentlich mache ich sowas nicht mehr” sagst du, denn du verdienst als Musiker logischerweise dein Geld mit Musik.


DAS WORT EIGENTLICH

Das Problem an der Sache ist dass “eigentlich” aus dem Satz raus muss. “Ich mache sowas nicht mehr” ist eine klare Aussage mit der das Gegenüber was anfangen kann. Eventuell musst du dich danach kurz positionieren und einen guten Satz auf die Rückfrage “Warum?!” parat haben. Aber eigentlich (haha) brauchst du nicht mal das. Denn ein klares “nein” mit guter Haltung versteht jeder. Und warum musst du dich rechtfertigen? Es ist ja deine Entscheidung. Das Wort “eigentlich” öffnet deinem gegenüber Tor und Tür für eine Nachverhandlung, aus der es schwierig ist deine Position zu vertreten und zu halten.


QUICK-WINS

Für mich persönlich fallen solche “Mauschel”-Aufträge in die Kategorie “quick win”.

Warum? Sie bringen dir nicht viel Geld, aber du nimmst sie evtl. an weil du jemandem einen Gefallen tust, der den vielleicht nicht erwidert oder weil du denkst dass es besser ist den Fuffi mitzunehmen als gar nichts. Ich habe mich vor einiger Zeit entschieden solche “quick wins” komplett links liegen zu lassen. Mal aushelfen in ner Coverband, hier mal auf nem Geburtstag im Trio. Nein, ich mache das nicht mehr. Und diese Entscheidung hat etwas mit mir gemacht: Sie hat meinen Wert nämlich gesteigert und mein Profil geschärft.


WARUM "EIGENTLICH MACHE ICH SOWAS NICHT"-AUFTRAÄGE GESTRICHEN WERDEN KÖNNEN

1. Das große Ziel aus den Augen verlieren #Fokus

Kapazitäten, die du mit “quickwins” vergeudest, fehlen dir an anderer Stelle. War das ein Job der dich deinem großen Ziel näher bringt? Nein? Dann probiere es doch mal mit “sein lassen”!

2. Es entspricht überhaupt nicht deinem Profil (Du willst es vielleicht gar nicht tun!)

Auch das kann ein Grund sein, dann Finger weg! Gerade Kreativschaffende sollten hier aufpassen. Bei Künstlern kann es sich sehr schräg anfühlen wenn man gegen seine Überzeugungen handeln muss und z.B. einen Song singen muss, den man nicht singen will… Damit tust du dir keinen Gefallen, du wirst nämlich niemanden damit umhauen.

3. Die Bezahlung ist nicht gut

Das ist bei solchen Aufträgen sehr wahrscheinlich. Es ist nicht wertsteigernd und frustriert dich. Willst du von deinen wenigen Wochenenden, an denen du nicht arbeitest, auch noch für schlechte Bezahlung Dinge tun, die du “eigentlich” nicht tust?


MEIN TIPP

Streich das “eigentlich” aus deinem Wortschatz. Lerne “nein” zu sagen, wenn etwas für dich nicht stimmig ist, und fokussiere dich auf deine beruflichen Ziele. Diese Entscheidungen zu treffen hat mich wirklich vorangebracht und mein Profil geschärft. Und vielleicht bist du ja gerade genau da, wo ich vor einigen Jahren mit dieser Thematik war. Es hat mich gestresst und obwohl ich wusste dass ich “es eigentlich nicht machen will” (je öfter ich das Wort lese…) habe ich so manches mit mir machen lassen.

Ich hoffe es hilft dir ein wenig. Erkenne deinen Wert. Stehe zu dem was du tust und was du nicht tust!

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© rurton              

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