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Kreatives Organisieren? - Tools für mehr Produktivität beim Songwriting

ICH WEISS NICHT WIE ES DIR GEHT

Vielleicht hast du ähnliche Erfahrungen gemacht wie ich. Viele Jahre schon schlage ich mich mit dem Thema Kreativität und Effektivität herum. Vielleicht kennst du das auch? Interessant, wie viele Buchstaben bei den beiden Wörtern identisch sind…

Es gibt natürlich sehr viele Ansätze und Prämissen für ein Songwriting:

  1. Auftrags-Song oder eigene Idee?
  2. Wen will man erreichen? Rewriting?
  3. Wie hoch ist der Anspruch?
  4. Wer ist der Adressat?
  5. Versuchst du “ins Radio zu kommen” oder schreibst du über ein persönliches Gefühl?
  6. Schreibst du für ein komplettes Album oder einen einzelnen Song?

Auch wenn es schwer fällt etwas so Freies wie einen Song in Kategorien zu unterteilen, so gibt es doch deutliche qualitative Unterschiede.

Beispiel: Natürlich ist es für mich viel leichter einen Schulbuch-Song zu vertonen, in dem ein Autoren-Team mir einen Text vorgibt, als einen eigenen Song zu schreiben, der als “Single” funktionieren soll. Letzteres erfordert viel Reflexion, viel Rewriting, nochmal Nachdenken, Anpassen… Meiner Erfahrung nach schreibt man einen solchen Song nicht in “30 Minuten”, sollte das dennoch so sein, dann ist die Idee entweder so genial wie einfach und funktioniert einfach, oder es war pures Glück. Auch hier müssen wir uns über die Qualität des Inhaltes bewusst sein. Es ist sicherlich einfacher einen “Hubschrauber-Ballermann”-Song zu texten, als einen deutschen Songwriter Song zum Thema Liebe oder Beziehung, der aus der Masse herausstechen soll. Textlich kommen wir da in Sphären, die zumindest für unseren Anspruch eine äußerst komplexe Denkweise erfordern.


PROBLEME, AUF DIE ICH GESTOSSEN BIN

  • Die kreative Explosion

Was sich früher darin äußerte, dass ich viel zu viele Themen in einem Song abhandeln wollte, äußert sich heute anders. Man denkt über ein Thema nach, kommt vom Hölzchen aufs Stöckchen und merkt, dass man eigentlich genug “Grundideen” für fünf Songs im Kopf hat. Was nun?

  • Den Fokus nicht verlieren

Ein weiteres großes Problem ist, dass man Ideen einfach nicht weiter verfolgt, wenn kein Zeitfenster dafür bleibt. In meinem Fall äußerte sich das oft so, dass ich aufgrund von Produktionen oder anderen to-do’s immer dachte, dass ich die kreativen Sachen zwischen Tür und Angel oder unter der Dusche regeln muss… Kann man das ändern? Wie kann man das ändern?

  • Ideen sterben, weil sie keinen zeitlichen Rahmen bekommen

Dass Ansätze, Projekte oder Ideen „sterben“, ist finde ich ein generelles Problem in der Branche. Das passiert natürlich auch mit den im beruflichen Alltag untergeordneten kreativen Baustellen. Was keinen Termin hat kommt auch nicht voran. Natürlich kommen Ideen wie sie wollen… Und wir müssen sie in dem Moment auch ergreifen und bearbeiten. Was ich hier meine ist eher das Re-Writing, also der „Fleißarbeit“-Teil, in dem die Ideen geschärft werden.

  • Kann man effektiv und kreativ sein?

Ich finde ja. Jahre lang fühlte es sich so an, als könne man den Fluss kreativer Ideen kaum bremsen, geschweige denn irgendwie sortieren. Für mich persönlich kam irgendwann die Erkenntnis, dass Fokussieren ganz entscheidend in kreativer Arbeit ist. Sind wir ständig von anderen Dingen drum herum abgelenkt, verlieren wir den Fokus. Aber darum geht es mir an dieser Stelle nicht. Vielmehr denke ich, dass es mir sehr geholfen hat, meine Ideen in ein paar effektiven Schritten zu sortieren. Und Kapazitäten freizumachen, in dem man sie strukturiert und aus dem Kopf heraus bekommt und erstmal abgelegt.


ANSÄTZE

Vor ein paar Jahren fing ich an mich mit der Sinnhaftigkeit meiner Arbeit auseinander zu setzen. Nach einigen Büchern, Vorträgen und Methoden war mir erst überhaupt mal die grobe Richtung klar, in die ich arbeiten wollte. Ich gehe da später noch mal auf eine Methode ein, die mir unglaublich dabei geholfen hat.

Daraus entstand eine neue Routine: ich nutze tagtäglich, auch für kreative Arbeit, ein Projektmanagement Tool.

Ich weiß, man kann hier auch immer von der anderen Seite argumentieren: wenn etwas, das so von Herzen kommt wie die Musik oder das Schreiben von Songs, in solche Bahnen gelenkt wird, wie kann das dann noch funktionieren?

Ich habe meine Antwort gefunden: Struktur und Fokus haben dazu geführt, dass ich meinen kreativen Output verdreifacht habe. Ich bin glücklicher mit dem Ergebnis, mit der Effektivität, aber auch mit der Qualität!

Und das ist mir an dieser Stelle besonders wichtig: die Kapazitäten die im Kopf frei werden, haben für mich unglaubliche Energie freigesetzt, um meine Ideen zu verbessern und zu schärfen. Ich glaube fest daran, dass die Qualität des kreativen Outputs besser geworden ist! Und das hat nicht im geringsten was damit zu tun, dass ich es deshalb weniger von Herzen mache…

Am langen Ende führt es dazu, dass ich ganz viele Herzensangelegenheiten, Projekte, und Ideen mit meinen Teams umsetzen kann. Und das ist auch der Tatsache geschuldet, dass ich durch Struktur meiner kreativen Ideen exakt weiß wo ich hin will.


6 TOOLS FÜR DICH

Ich will versuchen dieses komplexe Thema in ein paar, für mich wichtige Schritte und Routinen runter zu brechen. Ich möchte dir hier ein paar Tools an die Hand geben, die dir vielleicht auch helfen können…

1. Zeit (Kalender)

Kalender? Hätte ich selbst drauf kommen können! Ja, weiß ich… Es geht weniger darum einen Kalender zu führen, als vielmehr den Ideen Raum zu geben. Ein fester Zeitplan zum rewriten hat mir extrem geholfen. Wenn es dir schwer fällt neue Routinen zu etablieren, dann fang mit einem kleinen Zeitraum an und halte ihn auf jeden Fall ein. Und wenn du nur eine Zeile schreibst in einer Stunde. Es geht um Commitment, auch dir selbst gegenüber.

2. Google Docs (Text)

In diesem Tool teile ich meine ersten Song Ideen mit Menschen, bei denen ich mir sicher bin, dass sie sie verstehen oder die richtige, konstruktive Kritik anbringen. Das hilft mir auch im frühen Stadium schon Fehler zu vermeiden. Google Docs ist ein absolutes Muss für mich. Ob Distanz, gleichzeitig in einem Raum sitzen und an einem Text arbeiten, mehrere Geräte nutzen, oder Textideen auf den großen Bildschirm im Studio projizieren… Es hilft einfach.

Wenn jemand mit dir zusammen denkt, seht ihr beide den Fortschritt und jede Veränderung und müsst nicht ständig einander im Denken unterbrechen, sondern könnt jeden Schritt notieren.

Kleiner Tipp noch: Google Drive direkt dazu, Ordnerstruktur anlegen für unterschiedliche Projekte!

3. Sprachmemos (Ideen festhalten)

Die ersten Ideen halte ich mit Sprachmemos fest.

Egal ob phonetischen Unsinn, eine Melodie, eine Akkordstruktur, man kann den Ansatz direkt festhalten. Entscheidend ist nur wo man ihn ablegt, und dazu kommen wir gleich…

4. iPad Pro mit iRig Keyboard (Erste Entwürfe)

Wenn es an die ersten Demo-Entwürfe geht, nutze ich ein iPad Pro. Garage Band hat ja den Vorteil, dass es exportiert werden kann und ich dann im Studio in Logic Pro weiter arbeiten kann. iRig Keys ist der Hammer: Du hast eine kleine Keyboard Tastatur, aber gleichzeitig auch ein Audio Interface, in das du eine Gitarre oder auch ein Mikro einstecken kannst… Was will man mehr? Das ist ein portables Studio. Ideal für Songwriter.

5. MeisterTask (Projekte planen, Fälligkeiten, Zeit einplanen)

So, nun hast du einen neuen Song, und hast überall Schnipsel an Ideen rumliegen… Und hier kommt der große Vorteil eines Projekt Management Tools: wir nutzen MeisterTask! Was das kommunikativ, an Effektivität und Ruhe in unseren Alltag gebracht hat, ist gar nicht zu beziffern. Aber darauf möchte ich an dieser Stelle nicht so konkret eingehen, das würde den Rahmen sprengen.

MeisterTask hat zwei riesige Vorteile:

Du legst für deinen Song in einem Projekt eine so genannte Karte an. In dieser Karte liegt dann jedes Google Doc, jede Sprachmemo, jedes Foto von handschriftlichen Texten, jeder Demo-Stand, bei uns sogar bis hin zu jedem Mix-Stand. Wir können bei jedem Projekt bis zur ersten Idee nachvollziehen wie wir gearbeitet haben und wie sich ein Ding verändert hat. Und zwar jedes Teammitglied. Mal davon abgesehen, dass das auch manchmal einfach wunderschön ist darin zu stöbern, hast du immer alles an einem Ort und alle sind auf einem Stand! #nowhatsappgruppe ;-)

Der zweite Vorteil ist, dass die Kommunikation zu explizit diesem Song innerhalb dieser so genannten Karte stattfindet. D.h., man schickt sich keine Sprachmemos über iMessage, oder keine Songtexte über WhatsApp… Das würde ja noch mehr Wirrwarr im Kopf auslösen! Nein, es liegt ja eh alles in der Karte. Jedes Teammitglied, das beteiligt ist, kann einzelne Schritte zu jedem einzelnen Song kommentieren. Und das macht wieder mehr Platz im Kopf.

Und Platz im Kopf ist genau das Ding: meiner Meinung nach führt dieser Zustand zu effektivem, kreativen Arbeiten! Wenn du dich dafür interessierst, dann ist der Videokurs von Markus zu MeisterTask genau das richtige für Dich!

6. "Mach dein Ding"

Nun gibt es viele Ebenen kreativer Arbeit. Was ist deine Anforderung? Schreibst du einfach nur einen Song? Schreibst du für dein eigenes Projekt, das eine CD veröffentlichen soll? Schreibst du langfristig für eine Band?

Bei all diesen Anforderungen können die oben genannten Tools helfen. Aber da gibt es noch ein kleines Steinchen im Mosaik: Nämlich wissen wo man hin will! Und da sind wir wieder bei Fokus!

“Mach dein Ding” ist eine Methode von Lars Bobach, die ich seit ein paar Jahren durch Markus nutze. Im Großen und Ganzen geht es darum sich Fragen zu stellen über die großen Ziele. Diese im Blick zu behalten und in regelmäßigen Reviews zu reflektieren an welchem Punkt man steht. Das ist nicht nur motivierend, sondern bringt uns auch wieder den Fokus zurück.

Ich kann jedem Kreativen, der in vielen Projekten aktiv ist, nur ganz dringend empfehlen sich damit auseinander zu setzen!


ERGEBNIS

Struktur und Tools räumen den Kopf auf. Zu wissen wo man hin will, hilft uns den Fokus nicht zu verlieren. Mal einen Song zu schreiben, dafür brauche ich kein Projektmanagement… Das ist klar! Wenn ich aber dauerhaft, auf professioneller Ebene, in multiplen Projekten dafür sorgen muss, dass die Kreativität - mein höchstes Gut -, auch “abliefert”, dann sollte man ein System für sich entwickeln. Sonst droht Gefahr sich zu verzetteln und immer nur hinterher zu rennen und “Feuer zu löschen”. Das mag einige nicht stören - mich führt es aber nicht weiter auf dem Weg zum großen Ziel.

Schützt euren Geist. Er wird es euch danken! :-) 

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