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„Sprachnachrichten sind einfach bescheuert“ - der ungewollte Monolog

In meinem Alltag als Audio Engineer, Berater und Projektorganisator befinde ich mich über den Tag verteilt immer irgendwo zwischen Arbeit, Familie und meinem Privatleben. Das bedeutet ich wechsle mehrmals am Tag meinen „Hut“ und nehme immer wieder eine andere Rolle ein, habe einen anderen Blick auf die Dinge. Um da nicht im Chaos und vor allen Dingen in absoluter Unproduktivität zu versinken bedarf es schon einiges an Selbstdisziplin und vor allen Dingen Ruhe. Und so habe ich mir selbst seit einigen Jahren einige Regeln auferlegt, die mir helfen meinen Fokus zu schärfen und den Überblick zu behalten. Dazu gehören, was die Nutzung meines Smartphone angeht, unter anderem:

  • keine eMails
  • kein WhatsApp oder andere Messenger (Link Artikel),
  • keine Mailbox/ Voicemail
  • keine social Apps wie Facebook/ Instagram
  • keine Benachrichtigungen
  • keine Zähler auf App Icons

Denn du weißt es vielleicht schon, Smartphones, die ständig in jeder Lebenssituation mit Pieptönen um deine Aufmerksamkeit buhlen, sind der absolute Produktivitätskiller. Und zwar nicht nur in Besprechungen, während der Arbeit oder bei einem Mittagessen mit guten Freunden. Eigentlich immer!


DU DENKST ES GEHT EINFACH NICHTS OHNE

Glaub mir, es geht mehr als gut und es fühlt sich einfach nur herrlich an. Das schlimmste allerdings was es in dieser „schönen, neuen Welt“ gibt sind, meiner Meinung nach, Sprachnachrichten. Ich finde sie einfach nur bescheuert und überflüssig. Schon früher fand ich Anrufbeantworter und Mailboxen bei Handys verrückt. Du kannst Dir auf jeden Fall sicher sein, solltest du irgendeinen Weg finden mir eine von diesen „Dingern“ zukommen zu lassen, ich werde sie mir auf keinen Fall anhören! Was ist da bei mir los und woher kommt diese radikale und merkwürdig anmutende Einstellung? Dann mal los…


DIE 5 ARGUMENTE GEGEN SPRACHNACHRICHTEN

1. Unhöflich und egoistisch

Warum verschickst du eigentlich Sprachnachrichten? Ja, weil es für dich „schneller“ geht, weil du gerade „keine Zeit“ hast und überhaupt…

Ich würde das mal für mich bewerten und behaupte, du machst es nur aus Faulheit! Das ist ganz schön egoistisch! Außerdem verlagerst du dein „Zeitproblem“ rüber zu Deinem Gegenüber, denn du kannst eine Sprachnachrichten mit reduziertem Aufwand aufnehmen aber erzwingst von der anderen Seite automatisch einen erhöhten Aufwand um sie abzuhören und sie zu verstehen.

2. Aufmerksamkeits-Killer

Jegliche direkte Kommunikation setzt voraus, dass man sich die Zeit dafür nimmt und dem gegenüber seine volle Aufmerksamkeit schenkt. Eine Sprachnachrichten zu erhalten bedeutet gleichsam auch ich muss „eintauchen“ in die Nachricht und mir alles anhören ohne etwas Erwidern zu können. Das ist ein absoluter Produktivitäts- und Aufmerksamkeits-Killer.

3. Kommunikations-Einbahnstraße

Sprachnachrichten sind kein Dialog sondern ein reiner Monolog. Eine Kommunikations-Einbahnstraße! Du haust deinem Gegenüber einfach mal alle Deine Gedanken raus, ohne Sortierung und Gewichtung, ohne Sinn und Verstand.

Bekomme ich eine Sprachnachrichten, denke ich mir, mit mir Telefonieren oder mir schreiben wollte mein Gegenüber ja scheinbar nicht, wie soll ich ihm denn jetzt antworten?

4. Länge

Sprachnachrichten sind niemals kurz und knapp und bringen niemals die Information schnell auf den Punkt. Nein, sie sind immer unnötig aufgebläht, völlig unvorbereitet und ergeben in ihrer Summe meist nur eine Art sinnbefreiten „Audio-Müll“! Eine kurze Info, die man problemlos in ein paar Sekunden hätte abhandeln können wird durch unnötige Brabbelei schnell ein mehrminütiger Monolog, bei dem es zu Filtern gilt was die wirklich wichtigen Sachen sind. Einfach nur anstrengend.

5. Anrufverbot

Du schickst mir eine Sprachnachricht, das bedeutet für mich: bloß nicht anrufen! Du möchtest nicht kurz mit mir reden um Dinge zu klären. Ein einfaches serielles hin-und-her würde ganz schnell die Lösung bringen. Telefonieren ist was fantastisches. Scheinbar geht das aber immer mehr verloren und ich habe das Gefühl dass junge Leute ganz vergessen haben was mal die Initialidee eines Handys beziehungsweise eines Smartphones war.


AUSNAHME

Für mich gibt es wirklich nur eine Ausnahme. Menschen mit Behinderungen kann es helfen alternativ zu kommunizieren. Ihnen ist es aber auch nicht möglich ganz lange Texte auf einem Smartphone oder per E-Mail zu schreiben. Da ist es natürlich eine tolle Sache.


ZUSAMMENFASSUNG

Man kann es doch, wie ich finde, ganz einfach runterbrechen: Mehr als ein Telefon und ein Tablet oder Computer mit einem E-Mail Konto benötige ich nicht zur Kommunikation! Und das gilt beruflich wie privat.

Effiziente und spaßbringende Kommunikation basiert einfach nur auf diesen Grundregeln: Komplexe Dinge bringe ich durchsuch- und wiederfindbar per E-Mail zu meinem Gegenüber und Anfragen und Klein-Absprachen per Telefon, notfalls per Textnachricht.

Sprachnachrichten machen alles einfach nur irgendwie schlechter, sie nehmen der Kommunikation einfach jegliche Effizienz und Persönlichkeit. Du willst doch wohl nicht zu denen gehören, die denken ihr ellenlanges Monolog-Plappern wäre wichtig genug für eine eigene kleine Radiosendung.

„Sprachnachrichten sind einfach nur mini-Podcasts für Idioten!“

Fang wieder an direkt zu kommunizieren und stopp das gegenseitige Abladen von gedanklichem Sondermüll, denn Reden ist was schönes und wir machen es doch einfach viel zu wenig. Direkter Kontakt mit einem Menschen, sei es per Telefon oder Auge-in-Auge ist immer besser und vor allen Dingen immer produktiver! Vielleicht fühlt es sich für dich gerade einfach nur krass an auf Sprachnachrichten in Deinem Alltag zu verzichten, aber sei doch mal ehrlich zu Dir, manchmal muss man eben auch krasse Entscheidungen treffen. Und glaub mir, am Ende erhältst du unterm Strich mehr Lebenszeit, neue Freunde und mehr Zeit für dich!

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© rurton              

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