Ich möchte doch nur meine CD vervielfältigen lassen – Das Presswerk möchte seltsame Dinge

„Schicken Sie uns dann ihr ddp?“ fragt die Stimme am anderen Ende und du antwortest selbstsicher „Ja, klar!“. Du legst den Hörer auf und dein Gesicht gleicht einem einzigen großen Fragezeichen. „Was will das Presswerk von mir? Was zum Teufel ist bitte ein „ddp“?


DEFINITION

Befragt man Wikipedia nach einem „ddp“ bekommt man folgendes heraus: „Das Disc Description Protocol (DDP) ist ein von Doug Carson & Associates entwickeltes Dateiformat und de facto der Standard in der Anlieferung von Masterdaten für die Vervielfältigung von Audio-CDs und DVDs.“
Weiter finde ich noch: „Es ist ein exaktes Abbild einer CD und enthält eine große Audiodatei und die nötigen zusätzlichen Informationen, wie Marker, Pausen, Titel, CD Text, ISRC und EAN Codes. Eine Prüfsumme innerhalb des DDPs stellt ausserdem die exakte Datenübertragung sicher.“ Okay. Jetzt weiß ich zumindest schonmal wofür die Abkürzung „ddp“ steht, es ist wohl irgendeine Art Image samt Protokoll für CDs. Aber warum ich das abgeben soll und wie ich es bekomme weiß ich leider noch nicht.


VORTEILE EINES DDP

Wieso brenne ich nicht einfach, wie gewohnt, meine CD oder DVD, die ich vervielfältigen lassen möchte, tüte sie ein und schicke sie zum Presswerk? Warum reicht das nicht und warum brauchen die mehr als das?


Lässt man eine gebrannte CD vom Presswerk vervielfältigen, kann es sein, dass sogenannte C1 oder C2 Fehler, die beim Brennvorgang durch minderwertige Rohlinge oder zu schnellen Brennvorgang, die Qualität der Vervielfältigung beeinträchtigen.


Somit ist man mit dem Anlegen eines Image, einem Abbild des Mediums, auf der sicheren Seite. Eine CD oder DVD, die mit diesen Informationen gepresst wird, ist zu 100% identisch mit Deiner Vorlage. Außerdem kann bei einer Übertragung via Internet (FTP Server) keiner „mithören“, da die Dateien nicht einfach angehört werden können.


WIE ERSTELLT MAN EIN DDP

Ich gehe hier auf die Erstellung eines DDPs für eine Audio CD ein. Da das DDP nach dem Sony Red Book Standard erstellt wird, müssen deine Audiodaten unkomprimiert mit einer Wortbreite (Bit Depth) von 16bit und einer Abtastrate (Sample Rate) von 44,1kHz vorliegen. Außerdem darf die maximale Anzahl von 99 Tracks nicht überschritten werden und jeder Track muss mindestens 4 Sekunden lang sein.
Das Image wird dann mit einer speziellen Software, wie zum Beispiel „CD-Burn.DDP.Master“ von Hofa, erstellt. Alle Audio Daten werden dazu in die richtige Reihenfolge gebracht, Übergänge oder Pausen definiert und alle wichtigen Zusatzinformationen, die zum Teil auch später von CD Playern mit CD Text angezeigt werden können, hinzugefügt. Abschließend wird das ddp Image erstellt.
Zur Sicherheit wird das DDP Image dann nochmal gezippt, also datenkomprimiert zu einer einzigen Datei und dann wird es via DVD Rom oder FTP Server zum Presswerk geschickt.


ZUSAMMENFASSUNG

Du hast sicherlich viel Zeit in die Inhalte deiner CD oder DVD gesteckt. Somit wäre es schade dass bei der großen Anzahl an Kopien nachher nicht genau das drauf ist was du produziert hast. Deswegen also immer mit einem „DDP Image“ zum Presswerk.
Hast du schonmal ein solches Image zum Presswerk gegeben oder war es bisher immer eine gebrannte „Vorlage“? Schreiben mir mal Deine Erfahrungen in die Kommentare.

 

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