Schreiben fürs Hören - 5 Tipps für den perfekten Sprechertext

Die Entscheidung steht, du möchtest einen Radiospot produzieren lassen. Deine ersten Ideen schreibst du dir direkt auf. Du checkst den Text nochmal bevor du ihn zum beauftragten Tonstudio schickst. Sind alle gewünschten Infos drin und ist alles gut verständlich? Dann ab damit.

Der Sprecher ist gebucht und du fährst glücklich und voller Erwartung ins Tonstudio zur Aufnahme. Nach einer kurzweiligen Aufnahmesession ist der Spot im Kasten und du fährst glücklich und zufrieden wieder nach Haus.

Am nächsten Tag liegt der fertige Radiospot schon auf dem Server zum Download bereit. Du lädst ihn runter und hörst ihn dir an. Totale Enttäuschung. Du merkst dass man die wichtigen Infos nicht hört und vor allen Dingen nach einer kurzen Zeit schon wieder alles vergessen hat.

Hättest du den Text vielleicht anders schreiben müssen? Ja, bestimmt! Hier kommen unsere 5 Tipps wie du einen coolen Text für einen Radiospot verfassen kannst.


1. EINFACH

Der wichtigste Punkt, den du dir immer wieder beim Schreiben für einen Hörtext ins Gedächtnis rufen musst, ist das dein Gegenüber kein Leser, sondern ein Hörer ist. Jetzt wirst du dir denken, naja, das ist ja eine tolle Info, das war mir auch schon vorher klar.

Okay. Was bedeutet das dann? Wenn du einen Text liest, erfasst du den Text direkt optisch in kleinen Einheiten und wenn du etwas nicht verstehst, weil du es zu schnell gelesen hast oder weil es vielleicht sehr kompliziert ist, springst du einfach einen Abschnitt zurück und liest ihn nochmal. Diese Chance hast du beim Hören einfach nicht!

Darum ist es extrem wichtig keine komplizierten oder aufwändigen Satzstellungen zu bauen und auch verschachtelte Sätze und Einschübe zu vermeiden. Leicht verständliches entsteht ganz einfach durch die Beschränkung des Informationsgehalts pro Satz.

Auf die üblichen Floskeln, wie „...und mehr!“, „Ihr Ansprechpartner für...“ sollest du auf jeden Fall auch verzichten. Denn simpel ist hier die Devise! 

Werde kreativ und hau einfach mal was raus, was du dem Kunden als Mehrwert bietest. Was bekommt er von dir, was er woanders nicht bekommt. Deiner Marke solltest du natürlich gerecht werden und falls du so etwas wie einen „Claim“ hast, dann musst du den auf jeden Fall im Text unterbringen. 


2. LINEAR

Wie verpackst du denn deine Infos? Du solltest dir eine Liste mit deinen Infos machen, die du unterbringen möchtest und dann solltest du sie in eine passende Reihenfolge bringen. Dann kannst du die Infos schön häppchenweise und nacheinander servieren.

Du hast nur diese eine Chance deine Zielgruppe zu erreichen, denn wie oben schon erklärt hat dein Zuhörer nicht die Möglichkeit einfach nochmal nachzulesen wenn er das Gesagte nicht verstanden hat.

Nimm deinen Zuhörer also an die Hand und führe ihn einfach entlang deines Gedankengangs durch den Text. 


3. HÖRER DENKEN ABNEHMEN

Du sollst deinem Hörer das denken abnehmen? Wie? Du sollst ihn für blöd verkaufen? Nein. Aber mit einem einfach gestalteten Text holst du selbst das schwächste Glied deiner festgelegten Zielgruppe ab. Das ist sehr wichtig!

Nutze auf keinen Fall zu viele Fachwörter aus deiner Welt. Die musst du, wenn du sie benutzen möchtest, nur sehr dosiert einsetzen oder anschließend mit anderen Wörtern erklären. Du wirkst sonst zu schnell abgehoben und vor allen leidet die Verständlichkeit deines Textes auch darunter.

Stelle einfach die wichtigsten Infos an den Anfang und an das Ende. Denn da haben deine Zuhörer die grösste Aufmerksamkeit. Bringe hier alles auf den Punkt. Mit einer Botschaft am Ende des Textes setzte du eine Art Anker, die sich bei deinem Hörer im Gedächtnis festsetzt. Es ist im Prinzip das was übrig bleibt. Das kann eine Kernaussage, ein aktuelles Angebot oder der Claim deines Unternehmens sein.

Sei also authentisch! Das merkt der Hörer und gibt deinen Informationen die Chance überhaupt angenommen zu werden. Etwas zu aufgesetztes lässt Deinen Empfänger direkt abschalten und deine Message „verpufft“ im Äther.


4. ZIELGRUPPE

Da ein Radiospot ja auch nur ein weiteres Marketingtool ist, gilt auch hier die Frage zu stellen, wer ist meine Zielgruppe? An wen richtet sich denn mein Text eigentlich? Ruf dir also nochmal deinen idealen Kunden ins Gedächtnis. Faktoren wie Alter, Geschlecht, Bildung, Wohnort und Interessen definieren die Art deiner Kommunikation.

Pass auf, dass deine Sprache wirklich passt, denn nichts ist peinlicher als eine vermeintlich coole Jugendsprache zu wählen, die aber heute kein jugendlicher mehr so spricht.

Mach dir bitte vorab auch Gedanken darüber, ob du deinen Empfänger mit „Sie“ oder „Du“ ansprechen möchtest. Wenn du die Entscheidung getroffen hast, achte darauf es einheitlich so im ganzen Text zu tun. Nicht dass du im Verlauf des Textes wechselst.

Prüfe also vor allen Dingen, auf welche Formulieren deine Zielgruppe reagiert und auf welche nicht!


5. INFOS FÜR SPRECHER

Das ist ein ganz wichtiger Punkt. Damit der Sprecher deinen Text auch problemlos einsprechen kann, solltest du selbst vorab ein paar mal deinen Text laut vorlesen. Auch schon während des Schreibens hilft es ungemein Abschnitt für Abschnitt laut zu sprechen, denn erst dann weisst du ob der Text sich gut sprechen lässt oder ob du gerade eher einen Text zum Lesen geschrieben hast. 

Und bevor du den Text zum Sprecher oder Tonstudio schickst, solltest du ihn jemandem vorlesen, der so gar keine Ahnung von dem Thema hat, das du bewerben möchtest. Fühlt er sich von deinem Text angesprochen? Frage ihn auch mal ob er den Inhalt mit seine Worten kurz wiedergeben kann. 

Dann musst du deinen Sprecher briefen. Markiere ihm den Text so, dass er sofort weiss wo Betonungen gesprochen werden müssen, was wichtig ist und was weniger. Wo er Sprechpausen einhalten soll, wie er Vor- und Nachnamen oder bestimmte Wörter aussprechen soll. Denn wenn auch der Sprecher weniger denken muss wird er viel freier sein und deinen Text so interpretieren, dass er deine Zielgruppe überzeugt.

Und zu guter letzt, vergiss bitte nicht die Länge einzuhalten. Denn auch ein Sprecher wird es nicht schaffen eine DIN A4 Seite Text in 10 Sekunden einzusprechen. Wie du das machst habe ich schonmal in einem früheren Artikel erklärt.


ZUSAMMENFASSUNG

Wenn du jetzt wieder einen Text für einen Radiospot schreiben musst, beachte einfach diese Liste und du kannst Du davon ausgehen, dass deine Infos beim Empfänger gegenüber definitiv besser ankommen werden.

Solltest du aber jetzt dadurch eher unsicher geworden sein und traust Dir gar nicht mehr zu den Text zu schreiben, suche dir besser Profis wie einen Werbetexter oder eine Full-Service-Agentur, die werden Dir ganz sicher weiterhelfen. Mit deren Erfahrung kommst du sicher und schnell ans Ziel und verschenkst kein Geld im Tonstudio mit der Aufnahme eines schlechten Textes. 

War der Artikel hilfreich? Ich freue mich über jede Kritik. Schreibe mir doch einfach kurz in die Kommentare.

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