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Albumvorstellung "Maikes Rappelkiste - Keine Langeweile mehr" [020]

INHALT

Hey Audionerd ;-),

heute ist Maike Toussaint zu Gast. Sie ist ein echtes Multitalent. Neben Kinderliedermacherin, bei unserem neuen Label miniBRACK! music, Schauspielerin, Erzieherin und Youtuberin, ist sie Teil des rurton-Teams.

Wow!!! Nicht umsonst wird sie im Team liebevoll “kleine Maschine” genannt. Maike hat sich einen Traum erfüllt und bringt ihr eigenes Kinderlieder Album raus.

Sie erzählt uns wie es von ihrem Youtube Channel, über das Weihnachtsalbum Dezemberzeilen, zu ihrem Album “Keine Langeweile mehr” kam.

Welche Hürden sie auf dem Weg dahin gemeistert hat, was Chip und Chap damit zutun haben und welchen Anspruch sie an ihre Musik hat, erzählt sie heute im Gespräch mit Marcel.

Maike schickt mit ihrem Album (Release 29.10.2021) wunderschöne Botschaften raus, nicht nur für Kinder. Freut euch drauf!

3...2...1… reingetackert!

Denis, Marcel und Markus


SHOWNOTES


TRANSKRIPT

Marcel: Ja, herzlich willkommen zu Reingetackert, dem Audio Podcast aus dem rurtonstudio und heute bin ich mit meiner lieben Kollegin und mittlerweile auch Freundin Maike hier und wir haben ein ganz besonderes Getränk.

Maike: Ja, unser gemeinsames Lieblingsgetränk.

Marcel: Eine klare Empfehlung von uns.

Maike: Dürfen hier Werbung machen? Also viele, ich kenne eigentlich keinen in meinem Freundeskreis, der das mag. Eigentlich finden mich alle widerlich, dass ich den so gern mag. Und zwar Lipton Eistee, aber die Sparkling Variante, also quasi Eistee mit Kohlensäure. Muss man mögen.

Marcel: Muss man mögen und das war schon immer auch mein Getränk. Also wenn ich mal Bock habe auf was Süßes, dann ist es das. Und ich weiß noch, früher, wenn man raus war, also am nächsten Tag, dann war das auch das göttlichste Getränk

Maike: Das war mir verwehrt. Ich habe das erst viele Jahre später in Holland kennengelernt.

Marcel: Jedenfalls haben wir jetzt unser Lieblingsgetränk gefunden und haben es zum offiziellen Chip und Chep Drink erklärt. Ja, Mike Toussaint, Kinderliedersängerin, Kinderliedermacherin, Schauspielerin, Erzieherin, gehört auch zu unserem rurton Umfeld. Kennt ihr vielleicht auch von Insta. Fleißige Helferin auch bei uns im Hintergrund für Podcast. "vierdafür: Dezemberzeilen" ist ein gemeinsames Projekt und auch in meinem Projekt "Marcel and the Mess" hilft sie und spielt Videos und Reals zu und viel Inhaltliches. Ja und darüber hinaus ist Maike auch Youtuberin und zwar bei Maikes Rappelkiste.

Maike: Hallo Marcel, schön, dass ich hier sein.

Marcel: Jetzt noch mal so offiziell. Mensch, du bist ja manches.

Maike: Ja, wenn man es mal so aufgelistet bekommt, nimmt man es auch mal wieder selber wahr, was man da tatsächlich alles macht.

Marcel: Ja, da sind doch schon einige Dinge und du kommst ja ganz woanders her, auch beruflich.

Maike: Ja, ich meine, du hast es ja auch genannt. Ganz ursprünglich habe ich ja Erzieherin gelernt und habe ein paar Jahre auch im Kindergarten gearbeitet, damals noch mit Drei bis Sechsjährigen. Als ich damals aufgehört habe, fing das erst an, dass so die ganz kleinen Kinder in die Kitas kamen. Also ich sage mal, das ist so das Alter, in dem ich mich auskenne und total zu Hause fühle, so das Vorschulalter im Prinzip

Marcel: Witzig und bist ja eigentlich auch selbst noch ein halbes Kind.

Maike: Das hoffe ich, also das hoffe ich von tiefstem Herzen, dass man mich auch tatsächlich so wahrnimmt, weil ich glaube ja, das macht mich auch ein bisschen aus, dass ich so irgendwie ein bisschen Kindskopf geblieben bin.

Marcel: Cool. Ja, wir haben heute was ganz Besonderes vor, wir hören nämlich in dein Album rein und werden sogar in dieser Folge Songs zeigen, die bis dato noch gar nicht veröffentlicht sind. Also ein exklusiver Einblick in Maikes Rappelkiste. Keine Langeweile mehr. Ja, Meike, was macht dich aus?

Maike: Ja, mich als Mensch würde ich sagen, wie eben schon erwähnt, also jeder, der mich zum ersten Mal irgendwie live sieht, stellt fest, dass ich ganz schön klein bin. Das ist das, was ich immer gesagt bekomme. "Ich habe mir dich irgendwie größer vorgestellt." Ja, ich bin große 1,56m groß und mach das aber glaube ich so mit meinem Dasein auch irgendwie wett. Viele sagen immer klein, aber oho! Ich glaube, das trifft es ganz gut.

Marcel: Klein aber große Aura. Ja, ich finde du bist auch sehr witzig.

Maike: Danke. Ja, also das ist ja eine Eigenschaft, die wir beide teilen. Da haben wir Gott sei Dank einen sehr ähnlichen Humor. Das ist immer so schön, weil man mit dir so während der Arbeit zwischendurch echt blöde Gags machen kann. Daraus ist ja auch so unser Chip und Chap entstanden. Also ursprünglich kommt es ja daher, dass unser Team uns diesen Namen gegeben hat.

Marcel: Stimmt, ich vergesse das immer.

Maike: Ja, wir haben das so zu Markenzeichen mittlerweile gemacht. Aber eigentlich hat es ja den Ursprung, dass wir uns irgendwie um jede Nuss kloppen und streiten und von außen darauf belustigt geschaut wird. Und ja, also ich kenne keinen Menschen, mit dem ich so cool einfach mal so ein Insta Video machen könnte, wie wir das manchmal machen. Deshalb, das kann ich nur zurückgeben.

Marcel: Danke. Dann hast du jetzt quasi hinter dem hinterm Vorhang zugegeben, dass du es gar nicht oft so böse mit mir meinst.

Maike: Ja, das ist alles nur Show.

Marcel: Ja, krass. Was glaubst du? Deine Teamkollegen? Was denken die über dich?

Maike: Nervensäge. Ja, ich glaube, ich kann schon an vielen Stellen nerven, aus verschiedenen Blickwinkeln. Natürlich muss man ja einfach auch mal dazu sagen, bin ich als Neuling hier in der Musikbranche ins rurton gestolpert und bin einfach an vielen Stellen noch sehr, sehr unwissend gewesen und bin es auch an vielen Stellen immer noch. Und ich glaube, dass ich mit dieser Unwissenheit schon echt auch nervig sein kann. Aber ich glaube am langen Ende, wenn euch das dann so wieder bewusst wird, sie meint es ja gar nicht blöd, sie weiß es einfach nur nicht, dass das dann auch wieder ein bisschen aufgeweicht wird.

Marcel: Also wir lernen ja alle voneinander. Ganz so einfach kannst du das ja nicht sagen. Du bringst ja auch ne Menge Potenzial hier rein, wovon wir uns wieder was abschauen können. Aber was hat es mit diesem Ping Ping Ping auf sich?

Maike: Ja, Ping Ping Ping. Ich bin noch so der Post-It Benutzer. Also ich bin ja in diesem Team hier, das komplett versucht sich durch Struktur zu organisieren, mit verschiedenen Plattformen, mit Hilfsmitteln, wie zum Beispiel Meister Task, was Markus ja auch in dem einen oder anderen Podcast schon erwähnt hat. Ich benutze das dann tatsächlich auch und schreib mir aber zusätzlich alles, was da steht, noch auf einen Zettel neben dem PC. Also in meinem Kopf sind einfach immer so viele Dinge gleichzeitig, die ich irgendwie denke, gleichzeitig auch bewältigen und erledigen zu müssen und dran denken zu müssen. Und mein Laptop, wenn ich den mit im Studio habe oder hatte, ich habe ja mittlerweile Verbot bekommen, da pingte und ploppte und und da kam einfach alle paar Sekunden irgendwas.

Marcel: Aber man muss wohl auch zur Verteidigung sagen, dass du auch alle Apple Meldungen an hast, die es gibt.

Maike: Ja, also Email, Erinnerung, WhatsApp, Ping Ping Ping und das wird mir hier doch ziemlich abtrainiert, worüber ich am langen Ende auch echt dankbar bin, dass mein Kopf da so ein bisschen Ruhe kriegen kann.

Marcel: Ach ja, es gibt ja Vor und Nachteile in beiden Welten. Ich habe mir jetzt noch mal WhatsApp gegönnt, nachdem du mich davon überzeugt hast, dass es auch als Marketing Tool wichtig ist. Und seither eskaliere ich komplett mit Sprachnachrichten. Ich hasse die ja, die Dinger und ich habe mich jetzt einfach dazu entschlossen meinem Feind ins Auge zu blicken. Und wenn mir jemand eine schickt, dann schicke ich eine dreimal so lange aus Prinzip zurück. Und so versuche ich hier jetzt auf Abstand zu halten.

Maike: Pushen wir uns da jetzt eigentlich gegenseitig hoch, also immer einmal mehr als du. Marcel: Du weißt ja, in 5 Minuten ist Podcast. Ihr müsst dazu wissen, bei Maike und mir artet alles irgendwie in Battle aus. Wer zuerst zwinkert, da fängt es an und eben war auch gut, wer zuerst die Sitzheizung ausmacht.. Ja Maike, wir machen jetzt mal folgendes Wir hören jetzt mal ganz spontan in einem deiner Songs rein, nämlich "Wenn ich tanze" und danach sprechen wir mal drüber.

SONG / MUSIK: <>

Marcel: Das ist cool. Maike, was ist da los? Was hat es mit diesem Song auf sich? Warum hast den Song geschrieben?

Maike: Äh ja, "Wenn ich tanze", ist ja tatsächlich so eine Sondersituation. Den habt ihr ja eigentlich tatsächlich für einen anderen Künstler ursprünglich mal gelayoutet.

Marcel: Stimmt, jetzt holst du mich grad echt in eine interessante Geschichte wieder rein.

Maike: Also es war ja einer dieser Sachen, wo ich mich eigentlich nur angerufen habt so "hey, kannst du da mal vorbeikommen, das Layout, kannst du den mal ein singen, wir haben da was gemacht für jemanden." Und schon beim Einsingen vom Layout habe ich gedacht, was für ein cooles Lied. Wenn die den nicht nimmt, dann nehm ich den. Und ich glaub ja so ein bisschen das Gesetz der Anziehung und so. Und ich glaube das war einfach auch Schicksal. Die Künstlerin hat sich dann eben für einen anderen Song, den ihr auch angeboten hattet, entschieden und somit lag der jetzt erst mal da. Und da hab ich halt gesagt, ich nehme den, ich hätte ihn gern.

Marcel: Richtig, aber man muss dazu sagen, du hast ihn ja mit zu Ende komponiert, denn was wir, nur um das kurz mal zu umreißen, die Künstlerin, wir verlinken euch auch mal in Shownotes, ist einfach jemand, mit dem ich auch zusammen schreibe. Das ist die liebe Nadine 7. Grüße gehen raus nach Hamburg. Und war einfach so, dass wir zwei Entwürfe gemacht haben und sie sich für den anderen entschieden hat, der dann tatsächlich auch über Universal veröffentlicht wurde. Der Song heißt "Wenn wir zusammen sind" und "Wenn ich tanze" war halt einfach ein anderer Entwurf und war aber auch wirklich nur der Refrain. Ich glaube, es gab zwei Zeilen im Precious oder so, ich mach das dann immer und produzier dann nur so einen Part und Dennis hatte die Hookline getextet. Und mit diesem Entwurf, den hatten wir einfach mal geschickt, ist das was, was dir so passt, weil das war die erste Kooperation mit Nadine. Ich erinnere mich noch dran, aber da will man ja auch so ein bisschen Stilistiken und Gedanken austauschen, weil du kannst das ja nicht alles in der Gitarrendemo machen, aber sei's drum. Maike gefiel dieser Entwurf sehr gut, das hat mich auch wahnsinnig gefreut. Ich finde, er passt auch wie die Faust aufs Auge auf dich, aber du hast ihn ja dann mit zu Ende geschrieben und wir haben dabei ja beim Texten festgestellt, das hab ich nämlich noch hier auf meinem Zettel, du tanzt ja wirklich wahnsinnig gerne.

Maike: Ja, singen und tanzen, das ist ja das, was die Maike auf dem Album tatsächlich dann auch mal erklärt bzw. auf dem Album wird es vom Dennis erklärt. Augen zu machen und tanzen und singen ist ja bei mir eigentlich Allheilmittel, aber irgendwie auch, holt mich in jeder Stimmung ab. Also es ist einfach egal, ob ich jetzt traurig bin oder voll gut drauf bin, es gibt irgendwie immer eine Musik in meinem Ohr, zu der ich singe und eben mich auch bewege. Eigentlich ist der Song mir auf den Leib geschrieben, das kann man echt so sagen.

Marcel: Ja, der ist echt cool. Und du hast gerade gesagt, Dennis erklärt den auf deinem Album, da gehen wir vielleicht gleich noch mal drauf ein. Da geht es nämlich um deine Story. Das Album "Keine Langeweile mehr" ist nämlich wie, falls ihr das zufällig noch kennt, "Dezemberzeilen", auch so ein Werk, wo Maike die Story geschrieben hat, konzipiert hat und dann auch mit Markus im Studio umgesetzt hat und mit ein paar Gästen. Aber ich denke, da gehen wir gleich noch mal im Detail drauf ein. Ja, Maike, das ist ja irgendwie so ein ziemlicher Kaltstart für dich gewesen. Ich meine, jetzt bist du auf einmal in der Musikbranche am Start, hast die zweite Single gerade rausgehauen. Ich glaube, wenn der Podcast ausgestrahlt wird, sind schon alle drei raus.

Maike: "Keine Langeweile mehr" war die erste, "Niemand lernt aus" und die dritte: "Komm und trau dich".

Marcel: Und das findet ja alles unter Maikes Rappelkiste im YouTube Kanal, der übrigens auch darüber hinaus noch jede Menge Videos macht, die Maike auch vor ihrer Musikzeit sozusagen schon angelegt hat und auch weiterhin mit sehr viel Elan pflegt. Und ja, lass uns mal irgendwie kurz über die Musik reden. Also, wie kam das jetzt, auf einmal warst du da?

Maike: Ja, auf einmal muss man vielleicht ein bisschen erklären. Ich bin ja bei den Dezemberzeilen zu euch gestoßen. Ich hab nachdem ich Mutter geworden bin, noch eine Schauspielausbildung gemacht. Also ich wollte, nachdem ich eigene Kinder hatte, erst mal nicht in den Kindergarten zurück, sondern eben noch was machen, was mich auf einer anderen Ebene glücklich macht und erfüllt und bin so an die Schauspielerei gekommen. Und in dieser Schauspielausbildung habe ich einen Kinderliedersänger kennengelernt, den Uwe Reetz, mit dem ich ein paar Jahre zusammenarbeiten durfte und da ganz, ganz viel lernen und erfahren durfte. Eben mit Kindern auf der Bühne und eben auch mit Musik und Kindermusik.

Marcel: Da haben wir eine Gemeinsamkeit, haben wir beide mitgearbeitet, ich habe ja auch für ihn geschrieben und produziert und war mit ihm viel unterwegs. Aber viele Jahre vor dir.

Maike: Ja, das Witzige ist ja, dass ich ja quasi mit ihm deine Lieder teilweise gesungen habe, ohne es zu wissen, das weiß man jetzt dann erst im Nachhinein.

Marcel: Ist auch lustig. Also Uwe Reetz verlinken wir euch auch mal. Ist auch ein cooles Projekt regionaler Kinderliedermacher mit eigenen Songs und das nur mal so als Klammer findet ihr in den Shownotes.

Maike: Ja und der Uwe hat damals oder ihr habt Kontakt zum Uwe aufgenommen, weil ihr den Gedanken hattet, ein gemeinsames Projekt zu machen, nämlich irgendwie an ein regionales Weihnachtsprojekt, eine Weihnachts-CD in irgendeiner Form. Und da ich damals halt noch sehr eng mit ihm zusammengearbeitet hatte, hat er mich einfach mitgenommen. Hat gesagt: "hey, magst mal zugucken? Hier mal ein anderes Studio als mein eigenes. Das erste Mal neue Leute kennenlernen" und ja, so war ich dann da.

Marcel: Im Café, mit deiner Erzieherinnenbrille und hast streng geguckt.

Maike: Damit zieht Marcel mich immer auf, wenn ich in den Erzieherinnenmodus gehe, also völliger Schwachsinn. Also sobald ich halt meine Brille anziehe, die ich nun mal brauche bei bestimmten Dingen, wird mir unterstellt in den Pädagogen-Modus zu gehen.

Marcel: Nee, also das ist wirklich lieb gemeinter Unsinn. Wir ziehen erziehen uns hier ja alle ein bisschen gegenseitig. Maike, jetzt kam es dann irgendwann zu "Keine Langeweile mehr", da reden wir gleich noch mal drüber. Was treibt dich da an? Jetzt hast du Dezemberzeilen irgendwie mitgerockt und ich erinnere mich an die Anfänge. Ich erinnere mich an eine kleine Maike. Also nicht körperlich klein, sondern wirklich noch sehr klein denkend. Und ich erinnere mich an deine ersten Gehversuche beim Singen auf diesem Album und das ursprünglich auch mal angedacht war, glaube ich, dass du nur sprichst auf deiner Geschichte. Und nach und nach hast du dir so die Herzen der Jungs hier auch im Studio erobert und hast dir auch Song für Song erobert. Und wir haben dann ja irgendwie festgestellt, da ist doch irgendwie mehr zu erzählen, als man so ursprünglich mal glaubt. Also ich war dann auch als Produzent von Dezemberzeilen ziemlich überrascht und ich erinnere mich an einen besonderen Tag, den möchte ich unseren Hörern auch nicht vorenthalten. Da haben wir zwei hier auf dem Boden gesessen und haben "Stern über Bethlehem", der dir am Herzen lag, das ist eins der wenigen Cover auf Dezemberzeilen, haben wir mal arrangiert und wollten den so klein, er war in deiner Story glaub ich so das Bild von Schlaf, Kinder ins Bett bringen, Szenerie irgendwie. Dann haben wir dann da so dagesessen, dann haben wir uns versucht, da so rein zu fühlen, saßen am Boden, Gitarre, ganz kleine intime Situation. Da habe ich dann das erste Mal auch so für mich gemerkt, da ist eine Menge mehr, was du zu erzählen hast. Man merkt das ja an so Eckpunkten, nicht, wenn jemand so ist, wie er immer ist, sondern wenn man in so Momente reinkommt, wo man so andere Shades, andere Schattierungen vom Charakter auf einmal sieht. Das ist bei Sängern auch immer total schön im Studio, wie ist derjenige jetzt, wenn er eine Trauer fühlt oder so. Und das finde ich, macht ja unseren Job so unglaublich toll. Ich bin ja auch sehr dankbar dafür, diese Seiten an Menschen sehen zu dürfen in solchen Momenten und dann womöglich noch damit zu interagieren. Aber gut, jetzt habe ich genug Liebe für meinen Job ausgedrückt. Und da kam ja dann irgendwie so dein Selbstvertrauen in diese ganze Sache rein. Und dann kam irgendwie so ein völlig neuer Antrieb, eine ganz neue Maike.

Maike: Also das ist witzig, dass du sagst, weil besagter Tag tatsächlich bei mir auch so ein Schlüsselmoment war. Der auch in mir irgendwie was verändert hat, der mir einfach auch ein bisschen Selbstvertrauen gegeben hat, dass jeder hier in diesem Team eigentlich mein Bestes will. Also das hat mir an so einer Stelle so Selbstvertrauen gegeben, dass ich gedacht habe, wenn ich diesen Schritt wage, wenn ich mir da so einen Lebenstraum erfülle und tatsächlich meine eigene, ich sage mal meine eigene Rolf Zuckowski CD mal angehe. Also Traum irgendwie unendlich weit weg, aber irgendwie immer da gewesen. Dir wird hier gerade eine Gelegenheit geboten, verdammt nochmal, greif sie und nach der Arbeit von Dezemberzeilen war für mich einfach vollkommen klar, wenn nur mit diesem Team. Also, ich wäre jetzt nach Dezemberzeilen nicht irgendwo in irgendein Tonstudio gelaufen und hätte gesagt, ich möchte ein Kinderalbum machen, denn ich wollte eben, dass das aus der gleichen Motivation heraus entsteht wie bei Dezemberzeilen auch.

Marcel: Ich finde das sehr schön und möchte das dankend annehmen, dieses tolle Kompliment im Sinne unseres Teams auch und will dazu einfach auch noch mal sagen, dass wir es halt extrem wichtig finden. Ich bin auch so als Produzent, ich habe ja nichts davon, also ich will nie in eine belehrende Rolle rein oder eine korrigierende Rolle oder so. Es geht immer um einen Konsens. Man will irgendwie etwas finden, wo hat jemand was zu sagen und ich finde tatsächlich, dass zu oft... Ich bin ja nun selber studierter Sänger und Songwriter und man könnte jetzt ja mutmaßen, dass ich auch irgendwie ein Technokrat bin, der irgendwie sagt: "Ja komm, er muss auch einfach mordsmäßig krasse Gesangstechnik haben", so war ich mal, tatsächlich und das würde ich komplett ablegen.

Maike: Also so habe ich dich auch nicht kennengelernt.

Marcel: Das ist schön, dass du mich so nicht kennengelernt hast, denn ich glaube felsenfest daran, dass Menschen oder auch Musiker gewisse Eigenschaften mitbringen müssen. Und ich finde, es wird erst dann interessant, wenn Mensch sich selber kennenlernt, weiß was er kann und was er auch irgendwie nicht kann. Und da sind irgendwie, ich versuche es mal so zu erklären, ich habe halt in dir diesen Wunsch der Interpretation von so etwas wahrgenommen und wenn ich dich auf der Bühne erlebe, wird er eigentlich nur bestätigt. Wenn ich dich in der Rappelkiste beobachte und deine schauspielerischen Qualitäten noch mit da einfließen, dann bekommt man einen ziemlich interessanten Mix von einem Künstler. Und ich möchte an dieser Stelle auch mal sagen, jetzt auch rein aus Producer-Sicht mal, weil das ja hier auch ein Produktions Podcast ist, dass ich so was viel viel viel spannender finde als eine technisch perfekte Sängerin, die nichts zu sagen hat. Ich möchte das nicht bewerten, es gibt auch ganz tolle Sänger, die einfach mordsmäßiges abfeiern können. Aber es muss ja auch was erzählt werden und ich finde, das machst du richtig cool. Und in diesem Sinne hören wir uns einfach mal an, was du erzählst und ich würde sagen, da passt doch super in diesen Moment, wo du dich getraut hast, deine Grenzen da irgendwie zu überspringen, also darüber hinwegzugehen, da passt doch super der Song "Trau dich" rein. Und da wollen wir mal reinhören und dann sprechen wir gleich noch mal weiter, also hier kommt "Trau dich".

SONG / MUSIK: <>

Marcel: Das war "Trau dich", komm und trau dich, cool, was für ein cooler Song. Wir reden kurz über den Inhalt und dann möchte ich aber noch mal ganz kurz an die Dezemberzeilen-entwickeltsich-zu-"Keine-Langeweile"-Projekt-Sache noch mal kurz anknüpfen. "Trau dich", was da los Maike. Traust du dich auch alles?

Maike: Nee, ich hab so wie alle irgendwie natürlich auch so meine Themen mit Ängsten und Sachen, die man sich nicht traut oder zutraut, die andere vielleicht in einem sehen und man nur selbst ein Thema damit hat. Und das war das Schöne tatsächlich als diese Single veröffentlicht wurde, haben mir so viele meiner erwachsenen Freunde geschrieben, was das für ein tolles Lied ist und, dass das gar nicht unbedingt nur für Kinder ist. Also klar, die Leute wissen jetzt, Maike macht irgendwie Kindermusik und natürlich hört sich das nicht jeder an aus meinem Freundeskreis, weil sie einfach sagen, das ist nicht so mein Genre. Logisch. Aber bei dieser Single kamen einfach viele Leute auf mich zu und haben dann im Nachhinein gesagt: "das ist eigentlich gar nicht so ein Kinderlied, sondern das passt ja auch total zu Themen, die wir Erwachsene haben".

Marcel: Denkst du nicht auch, also ich für mich kann ich das beantworten aber denkst du nicht, Kindermusik muss nicht zwingend nur für Kinder sein, oder?

Maike: Ganz genau. Und das ist ja im Prinzip auch so ein bisschen der Anspruch, den ich oder den wir uns da gesetzt haben. Also Kindermusik soll auf keinen Fall irgendwie belehrend sein, das ist mir wichtig, dieses mit erhobenen Zeigefinger, also das, was wir hier immer scherzhaft sagen, die Pädagogin wieder reinholen bzw. nicht in den Text rein holen. Also nicht mit erhobenem Zeigefinger irgendwas belehren wollen, von außen schon in der Kinder Thematik sein, aber eben Kinder auch ernst nehmen und in ihrem Musikgeschmack ernst nehmen.

Marcel: Du kennst ja meine, als Produzent, wir haben ja jetzt lange genug zusammengearbeitet, deswegen weißt du ja auch, wie ich dann denke, wenn Kinder Frozen mitsingen oder so, was das für komplexe Top-Lines sind und so. Und ich finde halt auch, dass Kinder viel mehr verstehen. Ich habe ja mal ein paar Jahre in der Schule eine Exkursion auch gehabt, habe da als Musiklehrer gearbeitet und habe da auch immer festgestellt, ich habe mit denen immer Cory Wong Sachen und so richtige Funk und der hat auch mal so einen Popsong mit dieser großen Studio Session gemacht, verlinken wir euch auch. Ich glaub der Song heißt "Want you back". Kennen viele Musiker, weil Cory Wong an der Gitarre spielt, bei Cody Fry, so war es. Genau sowas habe ich im Musikunterricht gemacht, und hab das mit den zerlegt und hab auch immer wieder festgestellt Mensch, das ist so krass, die können komplett so Frozen oder sowas mitsingen oder Vaiana - Melodien. Das wusste ich auch als Vocal Coach aus dem Gesangsunterricht von elfjährigen Mädels und so und dachte mir das ist krass. Meine Elfjährige ist jetzt nicht mehr so ein Kind in der Zielgruppenpräzision, in der du jetzt denkst, aber in meiner Welt ist das noch ein Kind und weil ich auch immer erst so ab 14, 15 eigentlich ursprünglich die Leute unterrichten wollte, habe aber dann festgestellt, es ist so krass, weil manche Elfjährigen, die können halt so viel schon und die verstehen auch so viel. Und das war auch tatsächlich bei unseren Schulbuchverlagsaufträgen immer so ein Approach, sag ich mal, dass Musik nicht immer nur kindlich sein muss. Jetzt muss ich aber doch direkt mal rüber, bevor ich das vergesse. Was hat "Trau dich" jetzt mit Dezemberzeilen zu tun und was hat trau dich jetzt von Dezemberzeilen mit "Keine Langeweile mehr", das ist dein Albumprojekt, zu tun. Wie kommen wir jetzt dahin?

Maike: Ja diesen Schritt halt wirklich zu gehen, also von diesem Traumgedanken den ich da habe jetzt ernst zu machen und eben aus dem YouTube Kanal heraus auf die Bühne zu kommen mit meiner Rappelkiste. Also in der Rappelkiste geht es ja immer irgendwie darum, immer irgendwie ein Thema, ein Problem lösen, Langeweile vertreiben mit irgendeinem Unterhaltungsfaktor und eben immer mal wieder auch mit Musik. Nur halt nicht mit meiner eigenen. Und diesen Schritt jetzt zu gehen, zu sagen: Ich setz jetzt alles auf diese Karte. Ich ich lass jetzt alles andere mal hinten anstehen und gehe diesen Schritt und schreibe mit euch ein Album und bring das auf die Bühne. Also ich stell mich dann auf die Bühne mit meinem Produkt, mit meinem Namen und bringe und biete das da, was ich fühle. Also ich gebe da alles von mir Preis und das ist auf der einen Seite halt echt ein Wow, trau ich mich das. Aber genau darum geht es in dem Lied ja eben auch, dass man, wenn man sich eben Dinge traut, oft an den Punkt kommt, dass es total toll ist und man am Ende total stolz ist, dass man sich getraut hat und jetzt einen Mehrwert davon hat, dass man diesen Schritt gegangen ist.

Marcel: Ja und so hast du bei Dezemberzeilen übrigens ja auch eine Rolle erfüllt, die jetzt sich auch fortführt bei "Keine Langeweile mehr", das ist dein Album, worüber wir gerade sprechen, und zwar die Story. Ich weiß noch, bei Dezemberzeilen habe ich erst nicht so ganz geglaubt, dass das cool wird. Und eigentlich hat es meine Songs, also meine Musik es ist ja nicht nur meine Musik, klar, aber ich habe immer so ein bisschen scherzhaft gesagt: Sieh zu, dass deine Story gut wird, damit meine Musik hier vernünftig inszeniert wird. Tatsächlich hat es die Musik eigentlich nur weiter betont. Maike, jetzt hast du auf deinem Album "Keine Langeweile" auch eine Story. Willst du uns da mal kurz reinholen? Was bedeutet das überhaupt? Was hast du dir dabei gedacht? Und was ist da los?

Maike: Ja, gern. Also ich sage mal, als wir angefangen haben, das Album zu machen, war jetzt nicht direkt von Anfang in meinem Kopf, ich will wieder eine Story machen. Also obwohl wir bei Dezemberzeilen das Feedback an ganz vielen Stellen bekommen haben, dass das im Prinzip das Ganze noch mal so besonders gemacht hat. Also die die Songs an sich werden gefeiert und das ist wundervoll. Aber es kam eben auch ganz gezielt das Feedback, man hört es sich so gerne von Anfang bis Ende an, weil eben diese Story das so einrahmt und man wirklich bei der Sache bleiben will. Und wie kann man so ein Feedback ignorieren? Das wäre ja total dumm. Und warum habe ich bei Dezemberzeilen so darum gekämpft? Weil ich da eben auch so ein Kindheitstraum von mir hatte, Rolf Zuckowskis "Vogelhochzeit" ist so zumindest das erste, was ich in dieser Richtung kenne. Dieses Lieder mit einer Geschichte verbinden, etwas moderner, vielleicht kennen jetzt auch einige "Eule findet den Beat", die arbeiten damit auch.

Marcel: Sehr cool ist das Ding.

Maike: Hört meine Tochter unglaublich gern und ich übrigens auch, also großer Fan von Eule. Ein großes Vorbild auch. Und naja dann irgendwann kam: Eigentlich müssen wir wieder eine Story machen, aus so vielen Gründen. Also habe ich angefangen zu schreiben, noch bevor die Songs da waren, also vielleicht hat man zu diesem Zeitpunkt ein oder zwei Lieder, aber es gab einfach noch keinen roten Faden.

Marcel: Wer ist denn auf dieser Story zu hören?

Maike: Genau und das ist im Prinzip nach den vielen Versuchen, also auch da, die Story wurde wieder mehrfach umgeschrieben, mit den mit den Songs die kamen, entwickelte sich irgendwie auch die Story immer weiter um und irgendwann kamen mir so an den Punkt, dass wir gesagt haben: Hey, du bist Maike und du bist Maike mit ihrer Rappelkiste. Warum soll nicht auch die Story genau davon handeln? Von realen Menschen? Und im Prinzip tauchen also Maike als Person in dieser Story auf und ich werd so ein bisschen auch offen gehalten, wer und wie alt ich bin. Also ich bin in dieser Story mit Freunden zusammen, die irgendwie jeder Altersstufe, also da sind Kinder, da sind Erwachsene, da ist nämlich der Dennis, der ja auch in einem Song auftaucht, der taucht eben auch in dieser Story auf und erklärt auf einmal, was es mit dieser Rappelkiste auf sich hat. Nämlich diese Kiste ist ganz magisch und mit Hilfe der Kiste und seiner eigenen Fantasie kann man in ganz viele verschiedene tolle Situationen eintauchen, in der dann wieder Freunde auftauchen, wie auch bei Dezemberzeilen unser Easteregg, der Markus taucht auch wieder auf, aber eben auch Kinder. Die Zielgruppe, die ich auch versuche auf YouTube zu erreichen, möchte ich in dieser Story vertreten wissen, ich glaube, so kann man sagen.

Marcel: Super Cool. Da war ja auch eine Sprecherin dabei.

Maike: Genau, das war auch so eine große hin und her Entscheidung. Erzählt Maike alles, also aus der Perspektive der Maike oder brauchen wir einen Erzähler und bei Erzählern hat man natürlich immer erst mal den Benjamin Blümchen Erzähler im Kopf, so die typische männliche Bassstimme. Und als ich mich dann entschieden habe zu sagen, doch wir brauchen einen Erzähler, wir brauchen jemanden, der immer wieder raus zoomen kann, der so aus den Gedanken raus zoomen und die erklären kann, sodass die Protagonisten nicht mit dem, was sie sagen, erklären müssen, was sie fühlen. Ich glaube, das ist so, dass das mag ich weder beim Film noch in Hörspielen, wenn die Protagonisten erklären müssen: Das macht mich jetzt aber traurig! So was muss ein Erzähler machen. Und als es dann entschieden war, okay, es muss ein Erzähler geben, war für mich ziemlich schnell klar, wen ich da möchte, nämlich mal etwas Neues ausprobieren, ich wollte eine ErzählerIN, ich wollte eine SprecherIN und da habe ich eine...

Marcel: War das auch ein Kindheitstraum von dir?

Maike: Eine Sprecherin? Nein, das muss ich ehrlich sagen, dass...

Marcel: Nein, weil du so viele Träume die letzten zwei Jahre, also ich freue mich total für dich...

Maike: Nein, soweit habe ich als Kind noch nicht gedacht. Da habe ich das nicht infrage gestellt. Aber jetzt eben dann doch ein bisschen, dieses: Muss ein Sprecher immer ein Mann sein? Kann man das nicht einfach auch mal anders erzählen? Und die Melanie, eine eine liebe Freundin von mir, die Gott sei Dank da sehr gut drin ist, hatte Zeit und hatte total Lust das zu machen. Und ich finde, die hat das einfach so wundervoll gemacht, ich brauchte eigentlich kaum sagen, was ich mir von ihr wünsche, sie hat das einfach ganz intuitiv richtig gemacht.

Marcel: Melanie Wirtz, Sprecherin, verlinken wir euch in den Shownotes. Aber du hast gerade was Geiles gesagt, nämlich Zeit und Lust, das zu machen. Und das erinnert mich, sorry das muss ich jetzt mal erzählen, das erinnert mich an einen Auftritt. Da sind zwei Jungs, ein Akustikduo, ist ein bisschen läppisch angesagt worden vom Moderator auf so einem kleinen Festival: "Ja, jetzt kommen hier, so und so und so, und dann machen die noch was". Und dann hat einer von den beiden Musikern gesagt: "Hey, wir sind bla, bla bla. Wir wurden gefragt, ob wir Lust und Zeit haben, heute Abend hier zu spielen. Wir haben Zeit". Das fand ich so gut, das war eine richtig geile Retourkutsche. Hast du mich gerade noch mal so richtig daran erinnert.

Maike: Ich glaube, Melanie hatte tatsächlich auch richtig Lust.

Marcel: Ja, das glaube ich auch, di hat das auch ganz toll gemacht. Das klingt wirklich hochprofessionell und ist auch mit Sicherheit noch mal ein Abstand zu den anderen Sprechern auf deiner Story. Aber ihr habt das auch ganz toll gemacht. Aber gelernt ist eben gelernt und das muss man dann auch an dieser Stelle einfach mal so hinnehmen. Er hat es ja echt super gemacht und deine Story finde ich auch wie bei Dezemberzeilen schon, sehr sehr geil, sehr ausgeklügelt und führt einen wirklich cool durch die ganze Geschichte. Ich bin auch mal gespannt was ihr alle dazu sagt. Maikes Rappelkiste "Keine Langeweile mehr". Wir hören jetzt mal in den dritten Song rein. Der ist ein bisschen länger, deswegen schauen wir mal, zweiter Refrain bis Ende oder so. Da ist immer noch mal so ein bisschen musikalischer Ausriss auf dem Album. Ich erinnere mich sehr gut an die Stelle. Wir sprechen gleich drüber. Hier kommt "Abenteuerkind".

SONG / MUSIK: <>

Marcel: Mensch Maike, was war denn da los, da höre ich ja fast schon eine kleine angehende Musicalsängerin bei dem Tempo, in dem du die Felder eroberst, müsste das ja kein Problem sein, oder?

Maike: Ach quatsch, ja, "Abenteuerkind" ein thematisch so wundervoller Song, den haben wir tatsächlich auch sehr früh angefangen zu denken. So bei dem: Okay, was willst du erzählen, was soll überhaupt drauf? War so dieser Gedanke, des Abenteuerkindes, er heißt ja so, weil die ursprüngliche Zeile tatsächlich auch mal Abenteuerkind hieß, ein Abenteuer Kind. Der hat mich musikalisch dermaßen geflashed, als du daran komponiert hast und da dieses Orchester anfing zu arrangieren, das war auf der einen Seite so ein: Ja ne, ist klar, den den singe ich Marcel, Superidee.. Oder wir geben ihn einfach jemand anders. Aber ich hab ja dann Gott sei Dank ein Tipp von euch bekommen und zwar dann doch noch ein paar Gesangstunden mit meinem Vocal Coach mal zu nehmen. Einfach so um zu gucken, also ich glaube du wusstest das von Anfang an, ich habe es mir an dieser Stelle eben nicht zugetraut, dieses Lied zu singen und bin eben gerade auch speziell mit diesem Song zur Karo, Karo Fruhner gegangen. Wird bestimmt auch in den Shownotes verlinkt.

Marcel: Ist aber nicht dein Gesangslehrerin, ist meine Gesangslehrerin.

Maike: Ja, es war mal deine, aber jetzt ist es meine.

Marcel: Und Damit können wir eigentlich die Folge auch aufhören, ab jetzt wird gestritten. Nein, du bist zur Karo, Karo Fruhner, verlinken wir, war auch schon bei uns im Interview übrigens. Und zwar haben wir so ein bisschen über Künstler, Profile, unterschiedliche Tätigkeitsfelder und so geredet, war super spannend die Folge, ein paar Fragen zurück, Karo Fruhner.

Maike: Genau und Karo hat diesen und noch ein paar andere Songs dann einfach mit mir mal angegangen und hat mir, das waren einfach so Basics, es ist so einfach mal so ein paar Basics mitgeben und einfach mit einem sicheren Gefühl dann in die Aufnahmen zu gehen. Also ich gehe weiterhin zu ihr und glaube, dass ich da noch ganz ganz viel lerne in Zukunft. Aber eben diese paar Stunden, die wir dann vor den Aufnahmen noch hatten, mir einfach an dieser Stelle dann die Sicherheit gegeben haben, den Song dann doch selbst zu singen. Und jetzt im Nachhinein bin ich so froh, weil er jetzt einfach so wundervoll geworden ist und thematisch so wundervoll in dieses Album passt.

Marcel: Ja, ist wirklich total schön geworden. Auch hat Markus den ziemlich cool gemischt und Alex Kloss hat auch noch mal das Mastering gemacht. Ganz cooler Mastering Engineer, hab ich leider noch nie kennengelernt, hat schon so viele Songs von mir gemastered. Schöne Grüße an dieser Stelle einfach mal unbekannterweise. Und Markus, nur um die Klammer noch mal kurz aufzumachen, hat ja auch die Story gemischt und angelegt. Man muss sagen Markus, jetzt kann man vielleicht auch nicht oft genug erwähnen, er hat halt jahrelang in der Filmvertonung gearbeitet, hat wirklich namhafte Leute auch synchronisiert. Also ich glaube das nennt man synchron, glaube ich, wenn die noch mal aufgenommen werden, wenn Szenen nicht benutzt werden können, ich glaube, der war sogar irgendwie nominiert für den Oscar oder irgendwas.

Maike: Der hat auf jeden Fall auch Kinder-Zeichentrick-Sachen vertont, wo wir auch schon in dem Genre wieder sind.

Marcel: Ja, da gibt es auf jeden Fall eine Liste von Erfolgen, die er mit der TORUS GmbH in Köln, da gibt es auch den Teil seiner Markus Folge, verlinken wir euch auch, gemacht hat.

Maike: Genau, das ist ja einfach, das habe ich ja auch immer wieder gesagt, wir dürfen nicht vergessen, dass wir hier in diesem Bereich einen Fachmann, einen Profi sitzen haben. Warum sollen wir das nicht nutzen? Und ich habe so beim Story schreiben habe ich immer schon oben drüber, wie so Regieanweisungen geschrieben. So, Atmo soll so das sein und dann soll vielleicht das Geräusch an der Stelle kommen. Weil ich einfach von Dezemberzeilen wusste, der kann das. Also ich habe das wie ein Hörspiel gehört und das hat Markus einfach unglaublich toll umgesetzt.

Marcel: Der ist da auch so save, du hast keine Fragen, wenn du das das erste Mal hörst, weil der kennt sich natürlich wahnsinnig mit Räumen und all sowas aus, mit Distanzen und wie das dann irgendwie klingen muss und dann ist irgendwer in der Kiste drin, dann klingt das so und so und dann stehen sie in der Höhle, also Markus macht das wirklich fantastisch. Lohnt sich auch da wirklich mal rein zu hören, das feiern wir auf jeden Fall auch wirklich komplett ab. Aber ich will noch mal kurz den Bogen zu deinem Vocal Coach, unserem, meinem Vocal Coach schließen. Ich bin ja selber einer, aber, niemand lernt aus, frei nach deinem Song. Und es gibt nichts geileres als noch mal irgendwie eine Reflexion von außen. Und das war hier in dem Fall auch so. Produktionstechnisch war es ja eigentlich relativ mutig, was wir gemacht haben. Wir haben dich ja nicht mit einem Engineer irgendwie in die Aufnahmekabine geschickt, sondern wir haben ja eigentlich, ich weiß gar nicht mehr, war es eine SM7 oder ein USI...

Maike: Ich glaub teilweise sogar beides. Wir haben zeitweise mal mit zwei Mikros gleichzeitig aufgenommen.

Marcel: Da haben wir wahrscheinlich ein bisschen herumexperimentiert, aber wir haben Maike tatsächlich in der Regie aufgenommen, weil wir für uns nämlich rausgefunden hatten, dass diese Barriere dann doch... Das fand ich einfach eine sehr interessante Erkenntnis in diesem Produktionsprozess. Es ist der Job des Produzenten, das Maximalste aus dem rauszuholen, was da gerade ist. Ich kann von mir selber als Sänger sagen, wenn du mir ein SM58 mit nem Kabel in die Hand drückst und mir ein Wedge vorne hinlegst, dann bin ich besser, als wenn ich den Kopfhörer auf habe und so ein hoch definiertes, aufgelöstes Mikro vor mir stehen habe. Ich weiß auch nicht, wieso das so ist. Das mag vielleicht eine Typensache sein, es mag vielleicht Sänger geben, die interessiert das gar nicht und andere, die haben vielleicht so viel Erfahrung aber dann denke ich auch wieder, ich habe so viele Stunden vor dem Studio-Mic verbracht, dann hätte ich es ja langsam mal lernen müssen. Jedenfalls, keine Ahnung, ich habe da auch selber immer so ein bisschen Probleme mit gehabt und mit Meike auch immer so ein bisschen herumexperimentiert. Und wir haben irgendwann festgestellt, die direkte Kommunikation hilft uns immens. Deswegen haben wir tatsächlich voreinander gesessen.

Maike: Ja, also ich sag mal, ihr habt jetzt mitgekriegt, dass dieses ganze Musik-Ding schon auch alles noch Neuland für mich ist. Natürlich war es bei Dezemberzeilen erstmal total cool, mit so einem Kopfhörer vor einem Mikro und einem Ploppschutz zu stehen und zu sehen...

Marcel: Und Selfies zu machen, vor allem. Es geht ja darum, dass auf Instagram auch zu zeigen. Und da musst du direkt dein Profil auch ändern, in Studiosängerin, Sprecherin, Synchronsprecher und Schauspieler. Klingt auch gut.

Maike: Ja, finde ich auch. Nein, Spaß beiseite. Also natürlich ist das cool. Aber wir haben ja schon so beim Layouten das eigentlich gemerkt. Also wir haben ja quasi immer schon beim Layouten ganz viel Wert darauf gelegt, in die richtige Richtung auch gesanglich zu kommen. Was mir natürlich das Üben dann total erleichtert hat, weil ich einfach wirklich zu Hause mit den Layouts mich richtig auf die Aufnahmetage dann vorbereiten konnte. Also ich bin dann quasi mit meinem Besten, also das Beste, was ich bieten kann, hierhin gekommen und hatte dann aber dadurch, dass ich direkt neben dir stand, also nicht irgendwie Zeichen durch eine Scheibe geben muss oder auch deine Reaktion direkt merke, also ich finde immer so, wenn dann erst so ein Knopf gedrückt wird: Ja war gut, aber mach noch eine.

Marcel: Ja, oder mehrere Leute auch, diese Dynamik, einer guckt aufs Handy, wir wollten auch wirklich so was intimes haben.

Maike: Und das hat einfach, das hat so wunderbar funktioniert. Das hat die Kommunikationswege kurz gehalten und somit einfach auch eine persönliche Atmosphäre geschaffen, die uns glaube ich gut getan hat und ich glaube auch den Songs in dieser Situation gut getan hat.

Marcel: Das denke ich auch und ich kann nur sagen, das hat sehr viel Spaß gemacht und nach den Stunden mit Karo hattest du dann auch noch mal so ganz frischen Blickwinkel. Ich glaube, das ist auch manchmal wichtig, dass die Kommunikationswege nicht überladen werden. Wenn du mit deinem Produzenten, der auch quasi in deinem Songwriting Team ist, der so viel mit dir gemeinsam schon entscheiden muss, dann ist man irgendwann auch zu mit der Aufmerksamkeit für diesen Menschen, der kann dir dann noch was erzählen und du solltest dein Zuhause auf jeden Fall auch braun streichen oder so. Dann wirst du wahrscheinlich nicht mehr zuhören, weil, ist auch interessant, dass wenn man mit wenigen Leuten arbeitet, die Wege sehr voll sind, die sind sehr ausgelastet, würdest du das auch beschreiben?

Maike: Ja, richtig, auf jeden Fall. Ja, wenn man sich, du bist ja wie gesagt, du bist ja auch Vocal Coach und natürlich könnte man jetzt sagen: "Ja, warum hat er dich denn nicht gecoacht?" Aber das wäre ja noch on top gewesen, das hätte ja wieder noch eine weitere Ebene aufgemacht.

Marcel: Zwischen uns ja, über die wir uns auch hätten streiten können auch.

Maike: Das auf jeden Fall. Nee, also definitiv, das hat da, glaube ich, sowohl dir Entlastung an dieser Stelle gebracht und um deinen Fokus wieder auch auf etwas anderes richten zu können und mir einfach Selbstsicherheit. Also es war definitiv eine total gute Entscheidung.

Marcel: Also ich coache wahnsinnig gerne im Studio Vocals und ich tracke auch sehr gerne Vocals. Aber man muss auch einfach sagen und das ist auch einfach neidlos anerkannt von mir, Karo ist da einfach nochmal eine Spezialistin, die ist da noch mal ein komplett anderes Level. Das ist auch einer der Gründe, warum ich bei ihrem Unterricht bin für meine Songs. Sie hat mir noch mal extrem weitergeholfen. Aber weißt du, was wir mittlerweile auch machen? Wir tracken meine Vocals bei ihr. Also ich meine, das ja super interessant, du hast so ein Hightech Equipment im Studio und das wird natürlich auch benutzt, vor allem für Drum-Aufnahmen, für Gitarren und Klavier. Aber manchmal sind, wir sind halt Menschen und die haben unterschiedliche Anforderungen und ich bin bin so Studio-gebildet durch die andere Seite der Scheibe, sozusagen der Medaille, ich kenn die ja und deswegen weiß ich nicht, ob ich da vielleicht auch viel zu viel nachdenke oder viel zu viel mir selber zuhöre und schon versuche, mich selbst als Produzent zu coachen und all so was. Und bei Karo, wenn ich halt einfach im Raum bin, nehme ich diese geringeren technischen Anforderungen mit meinem Team sozusagen hin und vielleicht den etwas, ja, nicht ganz so High Definition Sound dann irgendwie mit einem SM7 in einfach einem normalen Raum. Aber dafür habe ich halt das richtige Feeling und das ist halt immer irgendwie mehr wert

Maike: Ja und und du kannst dich dann in der Situation wirklich nur auf diese eine Rolle einlassen. Du kannst ganz darauf vertrauen, dass du die andere Rolle nicht übernehmen musst.

Marcel: Und das Problem hatte ich tatsächlich mal eine Zeit lang immer hier. Das haben wir super viel herumexperimentiert, auch andere Vocal Coach, Mirjam von Eigen war auch hier im Studio und hat mich bei Aufnahmen gecoacht. Fabi, mein Produzent, hat da auch irgendwie mitgemacht. Ich habe da wirklich schon einige Experimente durch und habe nie so richtig so meinen Weg gefunden. Und ich muss sagen, es gibt mir viel Selbstvertrauen bei den Aufnahmen, wenn der Vocal Coach da ist, weil du hast einfach jemanden, der dich kennt und der auch weiß, was du schaffen kannst und der auch einfach dann knallhart sagt: "Nein, kannst du besser!" Und ich denke, für dich war auch in der Phase, in der du gerade bist, ich hatte ja nun auch selbst schon einige Lehrer, allein durch die Uni, war es auch sau wichtig, dass so von einem Mann weg kommst. Du hattest ja ein paar Stunden bei mir, die brauchtest unbedingt eine Frau. Weil ich kann dir noch so sagen, noch so oft erzählen, du musst da Overdrive machen und laut werden und den Vokal pushen und sonst irgendwas, wenn du es halt mal von einer Sängerin face to face hörst im Unterricht, ist einfach eine ganz andere Baustelle oder?

Maike: Definitiv genau, ja.

Marcel: Ist schon schade, weil eigentlich will man sich ja so ein bisschen so von diesen Geschlechterrollen immer so ein bisschen trennen. Und männliche Vocal Coaches gibt es eh schon nicht viele. Und irgendwie fand ich, da war ich immer so ein bisschen neidisch auf die Frauen, weil du bist halt bei denen in der Range dann drin und kannst denen das halt vorpusten mit voller Power oder so. Das kannst du als Mann halt nicht, da musst du halt, wenn du denen die Energie zeigen willst, musst du erst mal fünf Töne runter transponieren, dann musst du das direkt auch wieder am Klavier umdenken oder du musst es halt manchmal dünner oder mit Kopfstimme oder sonst irgendwas singen, damit du überhaupt dahin kommst, wo die Mädels dann unterwegs sind. Das fand ich auch immer sehr spannend.

Maike: Die Kombi war natürlich auch super, weil, also ich hatte das Coaching von Karo und bei der Aufnahme hatte ich dich halt trotzdem als Vocal Coach dabei.

Marcel: Sag mal, was hast denn du eigentlich für Label? Ich meine, das ist ja Wahnsinn, was du so für Fachpersonal da so an deiner Seite hast.

Maike: Ich habe das beste Label überzeugt bekommen, mich zu verlegen, zu labeln, dass es gibt.

Marcel: Universal? Sony? Warner? Warte, dann kann es nur "BRACK! music" sein. Aber dazu später mehr, wenn der Markus seine Homepage zu Ende gebaut hat. Ja ok, wir hören in einen meiner Lieblingssongs rein. Er heißt "Schritt, Schritt, Kick", ist ein witziger Song, ich sage euch gleich noch kurz was zu unserem Budget, zu unserer Herangehensweise, zu unserem zeitlichen Budget. Das ist nämlich eigentlich gar nicht so unspannend wie Maikes Rappelkiste "Keine Langeweile mehr" entstanden ist. Und hier hört ihr jetzt den Song.

SONG / MUSIK: <>

Marcel: Ja, Mensch Maike, wer hat denn da so ein bisschen Kirmes-mäßig rumgegrölt?

Maike: Ja wer war denn das? Mein Highlight des Songs, ich liebe es.

Marcel: Ja, ich konnte es mir nicht verkneifen. Ich liebe es, wie sich die Stimme überschlägt, wie bei so einem Dorf-DJ. Ja, super cool, der Song, der hat mich Nerven gekostet, deswegen wäre es auch irgendwie schön, dass wir da noch mal kurz drüber reden. Also erinnerst du dich?

Maike: Also ich erinnere mich, einer dieser nervigen Maike Situationen, dass ich halt gegen so einen Grundsatz hier angekämpft habe, indem ich gesagt habe: Ich möchte aber auch so ein Bewegungssong. Also ich möchte ja nicht ein ganzes Album voll davon, aber ich möchte so ein Lied, wo ich auf der Bühne bin, wo die Kinder halt mitmachen können, der simpel ist, wo hier Hände klatschen, Popo wackeln. Also einen so einen Song brauche ich.

Marcel: Wie du das jetzt erzählst, da kann man ja auch als Musiker nur sagen: "Hä?"

Maike: Ja richtig, genauso hast du ja auch reagiert, das war so: "Ja, mach mal mit Dennis. Ich guck mal, ob ich den dann produziere." Und du hast hier in der Regie gesessen und an was rum komponiert und Dennis und ich haben nebenan getanzt, weil wir einfach ausprobiert haben, was lässt sich tanzen. Und du hast immer mal so rüber geguckt und echt uns nur so ein Vogel gezeigt, so: "Ja nee Leute, ist klar." Und dann sind wir mit dieser innovativen Idee um die Ecke gekommen: "Wir haben es jetzt, wir haben was!"

Marcel: Stimmt, stimmt, ich erinnere mich an den Tag und ich hatte gerade das Arrangement für "Keine Langeweile mehr" glaube ich, am Rechner, war da irgendwie am rumarrangieren. Ja, das war eine lustige Szene, das stimmt.

Maike: Aber jetzt habe ich dich ja dann doch überzeugt. Also ich bin ja, ich habe ja bis zum Schluss immer gedacht: "Ja, das ist halt der Song, den Marcel nicht mag, den den hänge ich jetzt mal nicht so groß auf." Aber ich habe dich ja jetzt mittlerweile voll im Boot, habe ich ja dann in der letzten Liedsession erfahren.

Marcel: Ja klar, ich tanz das nur noch, bei jedem Zähneputzen wird diese Musik angemacht. Nee, ich finde es wirklich cool und das war so ein Ding, da können wir mal kurz so überleiten, jetzt Producing, wie ist das überhaupt so abgelaufen, was war der Approach, was war das Budget und so weiter. Da ist was Interessantes passiert, denn er ist eigentlich immer noch zu tief für dich. Und das ist auch gar nicht so schlimm, sowas mal festzustellen oder so ein Fehler auch mal zuzugeben. Ich habe ihn schon hoch transponiert. Genau in dieser Phase hast du aber Gesangsunterricht gehabt und deine Stimme hat sich halt so massiv schnell verändert und du hast so viel Selbstvertrauen gehabt und kamst auf einmal, man kann dir jetzt im Grunde genommen fast jeden Song von diesem Album irgendwie in Tonhöhe an den Kopf werfen und da seht ihr mal wieder, wenn man den Fokus zu sehr verteilt, das ist super interessant, so aus produktionstechnischer Sicht. Das Album ist der Hammer geworden, das stellen wir auch überhaupt nicht in Frage, nur fand ich hier mal interessant: Es ist ja schon der Approach, zeitlich und vom Budget her nicht sehr groß gewesen. Das lag ja an unser aller Plänen, das müssen wir gar nicht so genau beleuchten. Aber es gab halt so einen zeitlichen Rahmen, den wir uns gesteckt haben. Es gab so ein, was wir machen wollen und was nicht, wo wir Drums wollen, wo nicht, wo wir uns die Anni Barth bzw. Anni Gräb gegönnt haben. Sie heißt Anni Gräb, aber ihr Sänger Profi heißt Anni Barth. Anni und ich haben zusammen studiert und haben in einer WG gewohnt, haben sehr lustige Zeiten miteinander erlebt und ich durfte diese großartige Sängerin dann, konnte ich dann irgendwie verpflichten für Maikes Rappelkiste und es war so wie früher, als wären wir nie weg gewesen. Es war einfach so, du hast es aus zweiter Reihe beobachten können.

Maike: Es war so schön hier, der Tag definitiv. Bei Anni war ja tatsächlich schön, es ging ja irgendwann dann darum: Okay, wer soll deine Backings singen? Also wer passt zu dir? Das sind dann so Gedanken, die bei dir waren. Bei mir war nur: Okay, irgendwie Backings, aber jetzt nichts konkretes. Und du hast mir so ein paar Profile gezeigt und Anni war ja so menschlich direkt irgendwie meine Wunschkandidatin.

Marcel: Die ist direkt eine Sonne, oder?

Maike: Also ich habe mir ihre Homepage angeguckt. Ich habe mir ihre Youtube-Videos und alles, was man dann so über den Menschen findet, wenn man ihn googlet halt angeguckt und es war direkt so ein: Ah mit der wäre toll. Aber du hast es damals erst mal abgewunken und hast gesagt: "Die können wir uns nicht leisten."

Marcel: Ja, Anni, die ist wirklich Wahnsinn. Das ist die erste, die ich kennengelernt habe in meinem Studium, die stand einfach einfach freudestrahlend auf so einem Flur, wirklich wie eine Sonnenblume irgendwie. Und dann: "Na, wer bist du? Ich bin Anni! Gehen wir zusammen zum Sprachkurs?" Ja, machen wir! Und ab da haben wir dann jahrelang everyday drei Sprachen gesprochen, nämlich Nederlands, Englisch und Deutsch. Das war sehr, sehr lustig. Ja, Anni, die ist ja aus Siegen. So, jetzt war mir, weil wir uns lange nicht mehr gehört hatten, aber nicht mehr so klar was Anni eigentlich für eine Maschine ist. Und dann hatten wir ihr einen Song geschickt und die hat mal eben zwischen Kinder wickeln und irgendwas nähen, hat sie dann mal die Backings kurz bei sich eingetrümmert und hat das mal zurückgeschickt und es war einfach sofort da.

Maike: Ja, das war so ganz klar: Okay, dann müssen wir irgendwo anders wegstreichen, aber wir wollen Anni!

Marcel: Und dann wurde halt das Mittagessen nochmal gekürzt, von einer Pizza auf Sandwich. Aber dann haben wir Anni verpflichten können und das war auch einfach schön. Sie kam ja einen ganzen Tag hier hin und war gut vorbereitet, ich hatte ihr vorher schon die ganzen Arrangements geschickt. Wir hatten uns schon ein paar Gedanken gemacht und was ich wunderschön finde, ist, dass der Kontakt dadurch wieder entstanden ist, obwohl wir etwas weit auseinander wohnen. Und sie wird ja auch auf deiner Release Show singen. Das war wunderschön. Ich sag dir, mit Annie auf einer Bühne zu stehen, das ist was ganz besonderes, das solltest du genießen.

Maike: Da freu ich mich. Also erstens sie mal wiederzusehen, weil sie wirklich echt so ein Mensch ist, den man gerne um sich hat und ich freue mich einfach darauf, sie wiederzusehen. Wir sind ja seitdem auch immer mal telefonisch in Kontakt. Aber tatsächlich, hier war ich an dem Tag, als die Backings aufgenommen wurden Beobachter, ich saß daneben, ihr zwei habt gearbeitet. Und dann darf ich wirklich mit ihr zusammen agieren und da freue ich mich wahnsinnig drauf.

Marcel: Ja, sie ist auf jeden Fall irrsinnig schnell beim Produzieren. Das war einfach, das muss man auch noch mal sagen, gelernt ist gelernt. Sie kommt auch aus dem Gospel, so stilistisch und das merkt man auch. Sie ist so sicher in komplexen Backing Vocal Strukturen und diese Spuren die brauchst du eigentlich garnicht anfassen, die brauchst du kaum editieren. Das ist wirklich unglaublich gut, also großes Kompliment. Liebe Grüße von uns beiden an dich. Ja und dann hast du ja wirklich eine Top Band mit dem Felix Tersteegen, Thomas Fehse am Bass, Felix Tersteegen an der Gitarre, Denis Sarp an den Drums, Anni Barth an den Backing Vocals und dann hast du noch einen Background Sänger und Akustikgitarre und Keyboard Helferlein, dein geschätzter Kollege...

Maike: Kollege, Freund, Produzent.

Marcel: Ich darf auch mal auf die Bühne. Und dann haben wir natürlich noch ganz besonders an den komplexeren Synthie Sachen dann den Marc, Marc Rohles. Das wird wirklich ein Fest, dieses Releasekonzert, da freue ich mich wahnsinnig drauf.

Maike: Ja, dann sind wir wieder bei gut, dass ich mich getraut habe. Ich mein, da hätte ich mich doch nicht gesehen vor zwei Jahren mit so einer Band auf der Bühne zu stehen.

Marcel: Jetzt mal ohne Witz, ich sag dir jetzt ganz ehrlich: Mach dir, sei völlig am Start und freu dich und mach dir bloß nicht ins Hemd deswegen aber genieße es, weil das ist wirklich was ganz besonderes. Also die Leute, die da deine Songs spielen, das wird irre, das wird richtig geil. Ja, cool, Mensch Maike, lass uns ganz kurz noch mal reinschauen. Wir hatten da irgendwie uns ein halbes Jahr ausgemacht, sind wir ganz gut irgendwie so mit durchgekommen. Jetzt steht das Release des Albums vor der Tür. Wir haben lange Zeit gearbeitet. Ihr wisst, wir stellen uns hier in so einem relativ kleinen Team auf und versuchen unsere Releases voranzutreiben. Mit sehr viel Kraft, mit sehr viel Energie und dadurch entstand noch eine interessante Kontroverse, so kurz vor Release. Nämlich der Preis des Albums. Wollen wir da noch mal kurz was zu sagen? Jetzt in die Thematik mal rein, ich finde das ja total spannend.

Maike: Also, so ein Preis, also erst mal ist ja eh die Frage, warum überhaupt ein Album noch pressen, wenn die Leute es doch auf den Streaming Portalen streamen können? War aber natürlich für mich ganz klar und ihr, Gott sei Dank, habt das genauso gesehen. Nee, also Zielgruppe Kinder, ganz klar, möchte ich noch etwas handfestes in die Hand geben. Und dann kamen mir irgendwann, aber eigentlich nur im Nebensatz, irgendwie hatte man darüber nicht gesprochen, jetzt stand die Pressung dann an, ja, für was soll das denn verkauft werden? Also wie viele bestellen wir denn? Und zu welchem Preis muss es dann verkauft werden? Und du und Marcus, ihr wart euch da sehr schnell einig, weil ihr einfach auch lange, lange schon aus dieser Branche kommt und wisst, was Musik eben für einen Wert hat. Und bei mir war das geprägt von den Erfahrungen, die ich jetzt eben auch mit einem anderen Kinderliedersänger gemacht habe und eben vor allem als Mutter, als Konsument. So dieses: Hey, man kriegt eine CD beim Aldi für 3,99€. Wie soll ich denn den Leuten verkaufen, dass es sich lohnt, mehr als diese 3,99€ jetzt für mein Album auszugeben, ohne euern oder unseren Wert da in Schatten stellen zu wollen für das, was wir da geleistet haben. Aber ich kann mich ja nicht als Künstler jedes Mal auf die Bühne stellen und erklären, warum diese CD jetzt so viel wert ist. Ja und da ging es tatsächlich so ein bisschen heiß her. Das war wirklich kontrovers, die Meinungen dazu und keiner wollte dem anderen da irgendwie zu nahe treten oder verletzen an der Stelle, weil man irgendwie was abwertet in dem Moment. Und ja, ich glaube, du warst es, du hast irgendwann so diesen Vergleich gebracht, zu sagen: Die Leute kaufen die CD nicht, weil sie die Musik hören wollen, denn das können die auch auf allen Streamingportalen. Die Leute kaufen eine CD, weil sie dich oder uns in dem Fall unterstützen wollen, weil die sagen wollen: Das was ihr da macht, finden wir gut. Und damit ihr weiterarbeiten könnt, kaufen wir jetzt diese CD, damit ihr weitermachen könnt. Also wir unterstützen mit dem Kauf, ich glaube du hast wirklich diesen Vergleich gebracht, wenn es jetzt nicht diese CD wäre, sondern ein Teddybär oder deine Rappelkiste als Plüsch, dann würden die Leute das kaufen, um uns zu unterstützen, damit wir weitermachen können.

Marcel: Ich glaube es gibt halt immer ein Argument, warum man es noch billiger machen kann. Es gibt auch immer ein Argument dagegen. Du wirst immer eine Diskussion führen können/müssen und ich finde, so eine positiv besetzte, selbstbewusste Haltung ist ja auch irgendwie schön für einen Künstler, der das verkaufen will. Nicht solche Debatten zu führen, zu sagen: "Ja, wie billig soll ich es dir denn noch machen?" Sondern zu denken: Ist vollkommen okay, wenn du es nicht kaufst, wirklich, also wir freuen uns mega, wenn du unser Projekt unterstützt. Wir sind ein Biobauer von um die Ecke. Das Kilo Fleisch kostet bei uns das Zweieinhalbfache aber... Ich habe leider keine Referenzwerte gerade aber das ist irgendwie so ein bisschen der Gedanke bei mir gewesen.

Maike: Ja und auch so dieses: Wir sind nun mal selbst aufgestellt. Ich habe dann ja auch so ein bisschen gegoogelt, was Kosten andere Alben und so weiter. Und habe mich dann einfach verglichen mit Kinderliedermachern, Sängern, Sängerinnen, die jetzt schon ein paar Jahre dabei sind und die ihre dritte, vierte, fünfte, sechste Platte raushauen, die aber ja nun mal auch einfach ein anderes Label haben. Und Markus hat dann irgendwann noch so was gesagt: "Hey, ich habe noch mal bei anderen, kleineren Labels geguckt.." Also das ist es ja eben auch, wir sind klein, wir sind familiär, wir sind handgemacht, wir sind handmade. Und du bist damit nicht überm Preis, also es ist okay, diesen Preis zu verlangen. Du und wir, wir sind das Pferd und wir dürfen dazu auch stehen. Und irgendwann war mich so ein Punkt, wo ich gesagt hab: Okay, damit ich das auch total, aus reinem Herzen auf der Bühne so fühlen und auch überzeugend dann verlangen oder rüberbringen kann, kam eben noch so ein Gedanke. Ich sagte: Okay, dann möchte ich aber irgendwie noch was Gutes tun damit. Also wenn ich die Leute dazu kriege, zu sagen: "Obwohl wir dich streamen können, (und was sie bitte auch tun sollen, das hilft uns ja auch, jetzt nicht in finanzieller Sicht, aber es hilft uns ja eben in Themen Reichweite auch) möchten wir euch jetzt hier finanziell unterstützen und finden es gut, was ihr macht." Dann möchte ich eben auch was zurückgeben, damit ich nicht das Gefühl habe, es ist nur auf mich als Person bezogen, sondern eben auf das große Ganze, auf das Gemeinsame und habe gesagt: Dann möchte ich gerne von den Verkäufen einen Teil spenden.

Marcel: Ja, ist doch super schön und ich hoffe, vielleicht der eine oder andere Hörer, der auch irgendwie solche Probleme hat oder sich über so was viel Gedanken macht, vielleicht findet ihr darin auch eine Argumentationslinie für euch. Weil das ist ja oft so das Problem, dass man es mal ausgesprochen haben muss, dass man es mal durchdacht haben muss, dass man es mal reflektiert haben muss, bis man selber dann so eine Taktik halt auch eben einfach fährt. Zum Thema Preise, was fragt man sich vor einem Auftritt, etc., habe ich auch schon oft gebloggt. Auf dem rurton Blog, könnt ihr euch da anschauen (rurton.de/blog), Markus verlinkt euch sicherlich auch noch mal den Artikel. Ich habe da mal über Hochzeiten abgeledert, nein Spaß, über halt Preise und so und über diese Verhandlungen mal gesprochen.

Maike: Preise und Wert, darum ging es ja auch in der Folge.

Marcel: Es ging auch um Wertigkeit, genau. Und es geht auch gar nicht so sehr darum, find ich, jetzt primär zu überlegen: Ist das jetzt vertretbar, das zu bezahlen? Sondern es geht ja auch um nen Selbstwert, den man damit hat und es geht ja immer um eine Ethik, also das Massenproduktion im Kapitalismus und so weiter, bla bla bla, dass das irgendwie alles jetzt sich rechnet, das weiß jetzt jedes Kind. So, jetzt müsst ihr das nur denjenigen erklären, die das vielleicht noch nicht auf die Musik zu übertragen haben. Ihr wisst selber, wie es in der Musiklandschaft aussieht. Ich kommentiere das jetzt an dieser Stelle nicht groß, wie viel ganz schnell rausgehauen wird, produziert wird und in welchen Massen das rausgehauen werden kann. Und bei uns steckt eine gewisse Ethik dahinter. Wir haben einen gewissen Anspruch an diese Arbeit und wir wollen es gut machen und wir machen es wirklich handgemacht und mit viel Liebe. Das finde ich dann auch voll cool, das so nach außen zu vertreten. Mensch Maike, das war doch eine coole Podcastfolge von Reingetackert! und ich würde mal sagen, keine Folge hat uns bisher gelehrt, hat uns mehr gelehrt als diese: Niemand lernt aus! Und jetzt musst du mit mir natürlich hier reintackern noch kurz. Und dann würde ich sagen, machen wir den Song noch so zu Outro an und lassen den vielleicht noch ein bisschen laufen. Also, ihr Lieben, wenn ihr Feedback an Maike habt, schreibt uns einfach in den Shownotes bzw. jetzt gleich noch vielleicht in der Absage, hört ihr noch alles zu diesem Thema und gibt uns Feedback. Meldet euch bei uns, meldet euch bei Maike, Maike Toussaint, Maikes Rappelkiste, man findet uns wirklich an jeder Ecke und ganz leicht auf Instagram, YouTube, Facebook, Google, whatever. Also Maike, ich würd mal sagen: Bist du bereit?

Maike: Na klar!

Marcel: Hat es dir gefallen?

Maike: Ja, schön, dass ich hier sein durfte.

Marcel: Ja, das war schön dich hier zu haben. Also:

Beide: 3... 2... 1... Reingetackert!

Maike: Du wolltest ja noch...

Maike: Das war wirklich eine lustige Seitengeschichte, da haben wir dann den Song runter gepitched, die Vocals und dann habe ich alles völlig mit einem falschen Ohr verstanden.

Maike: Das hat auf jeden Fall zu Lachtränen geführt.

Marcel: Ja, weil ich direkt Nackenhaarversteifung bekam und hab das überhaupt nicht mehr verstanden.

Maike: Eigentlich wollten wir das ganze Album dann so machen.

Marcel: Also, wenn ihr sehr sexy produzieren wollt, mit Maike, dann gebe ich euch einen Tipp: Pitch Shifter -1, das müsst ihr euch unbedingt mal anhören. Ach ja, so ein Stückchen Kuchen noch?

Maike: Ja und hast du noch einen Eistee?

Marcel: Das wäre es jetzt. Ich gehe mal gucken, Tschüss.

Marcel: So ihr lieben, das war Reingetackert. Mehr Infos findest du wie immer unter www.rurtonproducing.de und natürlich auf www.reingetackert.de oder einfach über Insta bzw. Facebook. Ja, so ist das und da wir eben schon in dieser Folge bei Wertigkeit waren, wenn ihr uns unterstützen wollt, haut uns ein Abo rein, über iTunes oder so, gebt uns ein paar Sternchen, schreibt uns eine Bewertung. Wir freuen uns immer über neue Hörer. Deswegen wäre es echt cool, wenn ihr unsere Folge einfach irgendwie an eure Freunde oder Leute, die es interessieren könnte weiterleitet. Genau, Feedback, Kritik, alles immer an reingetackert@rurton.de. Wir freuen uns drauf und wenn ihr uns finanziell unterstützen wollt, an dieser Stelle auch vielen vielen lieben Dank an die Unterstützer, die schon da sind. paypal@rurton.de ist die Adresse. Also, da könnt ihr was machen. Wir bedanken uns bei euch und wünschen euch wie immer tolle 14 Tage bis zur nächsten Folge.

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