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Die Mischung macht's! - Wie verarbeitet man Feedback zum Mix? [017]

INHALT

Marcel und Markus müssen reden. Es geht um ein brisantes Thema. Da hilft nur ein Gespräch unter Männern mit einem kühlen Bierchen!

Kennt ihr das auch? Mischen macht Freude, aber es gibt ja nicht nur die Ebene „mir gefällt der Mix jetzt“, sondern auch Feedback. Und das ist manchmal sehr schwer einzuordnen:

  • Hat der Drummer recht wenn er mehr Room auf der Snare will?
  • Nehme ich mein "Mix-Kartenhaus" auseinander weil der Produzent die Lead Vocals im Chorus breiter will?
  • Was tun, wenn die Nachbarin fragt warum das so schrill klingt?
  • Oder der Kollege, der auf eine Unsauberkeit im Stereobild der Backings hinweist?

Haben alle recht?

Wie sortieren wir?

Wie priorisieren wir?

Was macht Feedback mit uns?

Von zahlreichen abgemixten Songs geplagt stellen sich Marcel und Markus ihren Gedanken, Ansätzen und auch den Verunsicherungen und suchen nach Ansätzen.

Und das zum ersten Mal abends… ob das gut geht?


SHOWNOTES


TRANSKRIPT

Markus: Ja, hallo! Herzlich willkommen zu unserem Audio-Podcast, heute in einer kleinen Runde mit dem Marcel hier mir gegenüber. Wir haben uns mal verrückterweise einfach mal zum Abend eingefunden. Und was sehe ich hier neben mir, Marcel?

Marcel: Ein Bierchen.

Markus: Es musste die 17. Folge kommen, dass wir endlich mal einen “Männer-Podcast” draus machen.

Marcel: Ja, es riecht auch schon viel männlicher hier im Studio. Wir pinkeln jetzt auch hier rein.

Markus: Ja, genau, alles was dazu gehört.

Marcel: Genau, die Damen kommen erst morgen wieder.

Markus: Genau.

Marcel: Dann dürfen wir mal einfach so sein, wie wir sind. Prost, Markus!

Markus: Prost! Ein leckeres Leffe.

Marcel: Auf die 17. Folge!

Markus: Ihr könnt es nicht sehen, aber ihr… Nee, hören könnt ihr auch nicht. Prost!

Marcel: Wir bedanken uns bei deiner Frau für dieses leckere Leffe.

Markus: Genau, gesponsert von meiner Frau.

Marcel: Gesponsert von Frau Wimmer.

Markus: Wir haben es gerade im privaten Kühlschrank geklaut.

Marcel: Ja, also wir sind total stolz auf das ganze Feedback, was wir von euch bekommen haben. Hat uns wahnsinnig gefreut. Auch wir lernen, wie in jedem Feld, immer weiter. Und ihr habt uns mitgeteilt, dass die Gespräche immer natürlicher und lockerer werden und dass wir coole Themen haben und dass es einfach auch Spaß macht, wenn wir ein bisschen Diskurs haben und auch nicht immer ganz so einer Meinung sind und es da auch mal Meinungsverschiedenheiten geben darf. Und das fand ich jetzt persönlich auch echt mal sehr spannend und für mich persönlich auch ein Lernmoment.

Markus: Ja, cool.

Marcel: Hat mich total gefreut.

Markus: Jetzt sind ja gerade auch diese Solo-Folgen hinter uns.

Marcel: Ja.

Markus: Sie waren ja auch ein bisschen „special“ so. Ich fand sie irgendwie alle cool.

Marcel: Ja.

Markus: Schön dass wir das gemacht haben.

Marcel: Ja, auf jeden Fall. Also, die mit Tobias Reitz war super aufschlussreich für uns beide, dann die mit deinem ehemaligen Kollegen über Geräusche. Super spannend! Hat mega Bock gemacht. Und ich hatte ja so einen kleinen Moment letzte Woche mit dir in der Regie, wo wir ein Fabis Mix reingehört haben. Der hat ja mit „Rahel“ die letzte Single von fünf released.

Markus: Genau.

Marcel: Weißt du noch?

Markus: Ja.

Marcel: Das war echt… das war fett.

Markus: Das war fett. Ja, und wir haben auch nicht nur den gehört, also den fand ich echt sehr cool und auch radikal, radikal gemischt.

Marcel: Das mag ich an Fabi.

Markus: Voll! Und in dem Zug haben wir uns auch die alten Sachen nochmals… Alt! Ich meine, das ist nicht so lange released. Alles super interessant! Also, wenn ihr da mal reinhören wollt – ist ein Tipp für hier, von unserem Kollegen Fabi gemischt – „Rahel“. Verlinke ich mal in den Shownotes. Super cool!

Marcel: Ganz liebe Grüße und wirklich eine Handschrift, die dieser junge Kerl da wirklich schon hat. Und ganz nebenbei hat er ja auch meine EP produziert…

Markus: Right.

Marcel: Wo wir dann bald was releasen, und da freue ich mich auch schon total drauf. Da hat er auch wirklich echt ein Händchen für was braucht noch so einen Song.

Markus: Voll!

Marcel: Ja, wie geht’s dir?

Markus: Ja, soweit alles ganz cool. Gerade ist viel los, also was ja auf der einen Seite positiv ist. Also, wir haben viele Releases in Planung. Jetzt kommt ja auch diese Woche... Also, wir nehmen gerade hier zwei Tage vor dem Release von Maikes Rappelkiste nächsten Song, hier im Podcast auch. Das heißt, wenn ihr den hört, ist der schon da – „Niemand Lernt Aus“. Und... genau, wir haben auch die nächsten... die nächste Single schon vorbereitet. Die ist also schon in der Pipeline. Die gibt es dann nächsten Monat. Und führen…

Marcel: „Komm Und Reich Mir Deine Hand“.

Markus: Genau. Ja, so, genau. Und dann ein Projekt, wo wir auch schon lange dran arbeiten, haben wir hier. Haben wir das schon darüber gesprochen im Podcast? Nee, nicht.

Marcel: Haben wir noch nicht gemacht. Können wir auch mal machen.

Markus: Genau, können wir mal machen. War super spannend, ganz viele Sachen, die wir noch nie gemacht haben.

Marcel: Riesen-Mannschaft.

Markus: Genau.

Marcel: Also, zwei Streicher, Arrangeur…

Markus: Genau.

Marcel: Vier Engineers, vier Sänger, jede Menge Musiker und Texter und alles war dabei.

Markus: Genau.

Marcel: Größte Mannschaft ever, glaube ich.

Markus: Videoproduktion dabei, die wir gemacht haben. Und... genau, da erscheint ein Video dazu übernächste Woche und eine Woche später ist dann... kommt der Song raus. Ja, also wenn ihr bei uns auf dem Instagram-Kanal guckt von rurton, dann werdet ihr das auf jeden Fall mitkriegen.

Marcel: Und dann freue ich mich natürlich ganz besonders auch auf meinen ersten Song.

Markus: Genau, und wann kommt der?

Marcel: 15. Oktober.

Markus: Ganz genau. Das ist dann quasi die dritte... das dritte… ach, ich mag ja nie Projekt sagen, also unser drittes Projekt, an dem wir gerade arbeiten. Genau, und ja, alles ganz spannende Sachen. Auch komplett hat das alles nichts miteinander zu tun, also richtig schön gegensätzlich, super spannend. Und ja, das macht halt… es ist viel los dadurch, dass ich ja nicht nur das Engineering mache, sondern auch so die Vertriebsarbeit und die Releases ein bisschen einplane und so, alles was drumherum ist...

Marcel: Und da…

Markus: Viel los.

Marcel: Passiert natürlich auch viel, also mir macht das immer was... also, diese ganzen Mixes und Produktion reflektieren und dann Kommunikation über all die Sachen, die Feedbacks einsammeln, was ist jetzt wichtig, Entscheidung treffen. Also, es klingt jetzt so ein bisschen so, ja, läuft bei euch? Ja, läuft. Wir haben viel gemacht und das war auch... macht immer Freude, produktiv zu sein, aber das hat auch immer schon so Seiten, die man so dann manchmal auch hinterherzieht.

Markus: Ich glaube, wir laufen so die gleichen Dinge und Probleme, die so jedes Team hat, glaube ich.

Marcel: Wahrscheinlich.

Markus: Nicht nur Team, also ich glaube, auch wenn man... Also, es gibt ja irgendwie die Seite, die das… die da im Studio sitzt, und die künstlerische Seite. Vielleicht gibt es noch den Vermieter und den Produzenten oder so. Und ich glaube, ja, diese Zusammenarbeit, die bietet halt ganz viel Chancen, und aber da gibt es halt auch viel Kommunikations-... also… wie geht man da ran?

Marcel: Ja, Konsens ist nie leicht.

Markus: Nee, genau, aber das ist ja auch… es ist ja eigentlich das Spannende so. Und jetzt in diesem Mix-Moment, ja, da gilt es ja quasi, diesen Input zu sammeln und das irgendwie so zu kanalisieren, genau.

Marcel: Und total… total interessant ist ja auch, dass wir über solche Phasen ja dann… Wir waren ja jetzt mal einen Tag komplett wandern und haben auch noch mal alles so reflektiert und noch mal nachgedacht. Und es ist ja... verändert sich. Es ist ja auch ständig alles im Wandel, wie wir uns so sehen und wie wir... was für Dienste wir quasi anbieten. Und da kristallisieren sich ja auch stetig neue Wege raus, die dann auch zunehmend in den Vordergrund drücken. Also, ich sage mal so, dass... wir sind ja eigentlich in dem Sinne nicht das Studio, was den Studiotag verkauft, sondern im Moment ist ja super viel Künstlerentwicklung, viel was hast du zu sagen, was machst du besser als andere, halt richtiges Produzieren so.

Markus: Genau.

Marcel: Und fängt schon fast…

Markus: Das ist ja auch… ich finde, das ist ja auch was total Spannendes, also weil am Ende, glaube ich, selbst wenn du so startest... Also, ich bin ja so auch gestartet – vor Jahren, buch dieses Studio – aber am Ende, wenn du ja mit Musikern arbeitest, kommst du ja immer da wieder an. Und selbst wenn es nur in der kurzen Phase ist von vielleicht einem Tag oder der Nachbearbeitung, dann ist es auch so.. Aber das Schönste ist natürlich so ein langwieriges mit so... lange miteinander arbeiten und was erarbeiten. Das ist schon cool.

Marcel: Ja, total. Ja, sprecht uns an, wenn ihr das interessant findet. Bei uns wachsen viele Stränge parallel gerade und die sind echt aufregend, spannend und, ja, manchmal kräftezehrend. Und so habe ich auch ein bisschen die letzten Wochen empfunden, und ich hatte tatsächlich ein kleines Thema für heute mitgebracht, wo ich mich mal mit dir austauschen wollte, wo ich auch noch ein Feedback von außerhalb noch ein bisschen was eingesammelt habe. Es geht ein bisschen um das Finalisieren von Songs. Ich sage bewusst „Finalisieren“ und nicht nur „Mischen“, weil…

Markus: That’s the word!

Marcel: Wir reden von Mix, Mastering, Editing. Wir reden auch von, vor allem, emotionale Entscheidung für den Song zu treffen gegen, ja, vielleicht Engineering. Wir reden von Einzelpositionen gegen was soll der Song sagen.

Markus: Vor allen Dingen glaube ich... also, das Gefühl habe ich immer, also über diese langen Phasen. Also, wenn so ein... wenn das einfach so lang geht... also, wenn man die ersten Ideen hat, wenn man anfängt, Arrangements zu bauen, und das immer weiter ausarbeitet, das produziert, dass da – also, das ist meine Sichtweise so oder meine größte Angst immer – dass da nichts auf der Strecke bleibt. Also, ich meine gar nicht technisch. Ich meine, ja, jetzt fehlt eine Gitarre oder ihr habt den falschen Sound, eigentlich wirklich „the inner heart“ so. Also, es bleibt der Song übrig so. Machst du nichts verkehrt, dass das alles, was der Produzent da reingegeben hat und was seine Vorstellung war mit dem Künstler... ist das jetzt am Ende noch da? Das finde ich… ja, das finde ich eine Riesen-Herausforderung.

Marcel: Ja, das ist so das Ideal, sagen wir mal, alles für den Song. Es ist immer leicht das zu sagen. Wir treffen die Entscheidung einfach im Sinne des Songs, aber was da wirklich hinter steckt, da wollen wir heute mal so ein klein bisschen aus unserer Perspektive drauf eingehen und wollen auch mal euch mal einfach reinschauen lassen, wo es auch tatsächlich Diskrepanzen in unserer Zusammenarbeit gibt, wo es Sachen gibt, die wir stetig versuchen zu verbessern, wo es Sachen gibt, wie wir kommunikativ damit umgehen. Ich weiß nicht, ob ihr Markus letzten Blogartikel gelesen habt. Da ging es auch um Sprachnachrichten und um Feedback, welche Tools man benutzt und so. Mag auf den ersten Blick langweilig klingen, ist es aber gar nicht so. Wir gucken gleich noch mal da ein bisschen genauer rein.

Markus: Ja, es ist halt so, am Ende geht's immer um die Kommunikation, wie geht man miteinander um und... ja, also Wertschätzung gegenüber den Teammitgliedern, Wertschätzung gegen allen, die da was mit reingeben. Und da ist die Kommunikation halt irgendwie so der... das Herz, was irgendwie stimmen muss, und das entwickelt sich auch voll. Also, ich vermute, ich würde für mich sagen, ich weiß nicht, vor einem Jahr oder vor 2 Jahren war das noch anders. Also, das hat wirklich eine für mich sehr positive Entwicklung. Und wenn das am Ende irgendwie cool ist mit der Kommunikation und man cool sagen kann, was man möchte untereinander, und das irgendwie ankommt, dann geht es allen besser. Und ich glaube auch, am Ende ist es für den Song, sagen wir, ja, für den Song, wirklich positiv, wenn das stimmt und funktioniert.

Marcel: Wir werden auf jeden Fall mal versuchen für euch rauszuarbeiten, was so, ja, unsere Gedanken dazu sind. Also, vielleicht kommen wir dabei heraus, dass es kein Pareto-Prinzip gibt bei der Audioproduktion oder beim Finalisieren von Songs, vielleicht kommen wir daraus, dass es nachher doch einen geben muss, der Entscheidungen treffen muss, der Feedbacks einsammeln muss und ja... und je nach künstlerisch, ja, ausgeprägtem Grad, sage ich mal, mit dem Interpreten vielleicht auch stärker oder schwächer abstrahieren muss, was ist jetzt wirklich gebraucht und wo weiß jemand aber schon ganz genau, wo er hinwill.

Markus: Ich finde zum Beispiel schon super spannend, weil ich da auch immer unsicher bin... ich denke mir erst immer so… Also, jetzt in unserer Zusammenarbeit schickst du jetzt deinen ersten Mix, der ja noch nichts damit zu tun hat, dass das jetzt das finale Ding ist, wo du sagst, okay, so geht der raus, sondern das ist dein erster Vorschlag, deine erste Arbeit als Engineer im Mix damit. Schicke ich das jetzt jedem, oder schicke ich das nur Marcel, weil er das produziert hat? Fühlt sich für mich immer besser an? Weil wo höre ich auf? Schicke ich das jetzt dem Interpreten? Schicke ich das jetzt jedem beteiligten Musiker? Mache ich da so ein Riesen-Fass auf? Also, kann gut sein? Kann was bringen? Kann aber auch voll nach hinten losgehen. Und dann habe ich das Gefühl, wir haben so die Interpreten und die Musiker auf der einen Seite und ganz vielen Infos – und vielleicht auch viel zu früh die Infos – und Marcel das dann irgendwie alles irgendwie, ja, sortieren muss und mir das dann irgendwie zurück-... Also, das ist ein Riesen-... das finde ich ein Riesenthema. So, und wir haben da überhaupt schon... Kann man sagen, dass wir da die Lösung gefunden haben? Nee?

Marcel: Nee.

Markus: Noch nicht.

Marcel: Aber wir haben jetzt bei unserer Wanderung auf jeden Fall darüber ein bisschen länger uns ausgetauscht, wie wir es machen.

Markus: Wie wir’s machen könnten, ne?!

Marcel: Genau, sind ein bisschen so auf den Trichter gekommen, vielleicht doch uns erstmal zu zweit zu einigen, bevor wir dann rausgehen. Ihr müsst... Vielleicht müssen wir eine Klammer aufmachen. Vielleicht müsst ihr verstehen, dass ich kein Mischer bin. Und das ist auch, glaube ich... Also, ich weiß halt, was ich haben will, aber ich weiß nicht, wie es geht, ganz, ganz…

Markus: Das beschreibst es ziemlich gut, ja.

Marcel: Ganz plakativ gesagt, und bin aber so ein bisschen so, ja, Haupt-... sage ich mal, Arrangeur, Produzent hier so im Team. Und das ist so das Interessante eigentlich an unsere Konstellation, dass ich musikalische Richtungen im Blick habe und das Gesamt-Ding.

Markus: Ja, eigentlich hast du sehr früh schon, glaube ich. Also, ich habe immer das Gefühl, Marcel hat das sehr früh... Also, selbst im Anfangsstadium, die ersten Demos, die ich von Marcel höre, da versteht... verstehe ich schon ganz viel, wo es hingeht so. Da ist sehr klar und das meinte ich auch eben. Das ist meine Angst, dass es nicht verwässert, dass das nicht verloren geht. Das ist das Wichtigste so. Weil dann kommen dann… Vielleicht sind es am Anfang irgendwie ganz klare definierte Sachen, Strukturen, und dann kommen aber noch 80 Teile dazu, eine Kleinigkeit… also, ja die es schön machen, und dann muss... Das ist aber dann beim Mischen halt echt auch das Wichtige, den Fokus zu behalten...

Marcel: Total.

Markus: Auf den wichtigen Dingen so. Das finde ich spannend.

Marcel: Dann schauen wir gleich mal, was da wirklich wichtig ist.

Markus: Ja, bei dir ist ja auch immer... Ich finde das, was dazu kommt... Ich sage mal so, ich kann mich immer auf meine Rolle zurückziehen so ein bisschen. Ich kann immer sagen, hey, ich bin hier Engineer. Ich versuche die Aufnahmen gutzumachen. Ach, Klavier aufnehmen, alles klar, set up Klavier, dann recorden wir das. Ich versuche das auch schon dahin zu bringen, wo das halt dann passt, Abstimmung mit dir soundmäßig. Aber du hast natürlich auch oft hier in dem Team so ein bisschen diesen Rollen-... die “Rollen-Tragödie”, weil vielleicht schon Autor. Bei „Komm Reich Mir Deine Hand“ du warst ja so… warst du schon Autor. Dann spielst du... dann machst du das erste Demo als Produzent, spielst aber auch das Klavier. Und dann hast du die Produzenten-Rollen-Abstimmung hier mit Markus Page, die Arrangements für Streicher. Also, du hast so viele Hüte an. Eben raus noch gesungen… hast du einen Part von Duett gesungen mit der Julia Olk zusammen. Auch... und nicht vergessen, nicht nur Klavier, alle... also, halt nicht Bassgitarre halt. Du bist ja unsere Multiinstrumentalist und das ist natürlich so ein Rollending. Und auch da, am Ende, wie hörst du das dann? Hörst du das dann als Bassist den Mix, oder hörst du das dann als dieser Sänger eher? Das finde ich total spannend, weil das ist ja... das kannst du ja eigentlich nicht, weil du diesen “Produzenten-Hut” anhast.

Marcel: Ja, macht mich total wahnsinnig, ehrlich gesagt. Ist schön, also macht mir immer Riesen-Freude, so Gedanken und Projekte “durchzudrücken” irgendwie. Also, klingt jetzt ein bisschen verbissener als ich es eigentlich sagen wollte, aber mein Lohn ist halt was hinten rausfällt.

Markus: Total.

Marcel: Und das freut mich dann auch immer total. Aber, klar, was in so einem kleinen Produktionsteam, in dem du dann keine Bands produzierst, da hast du nicht so – ich kenne ja beide Seiten auch aus einer Band – da ist ja dann viel Klangentwicklung. Dann sitz du da mit dem Produzenten und suchst Amps aus und so...

Markus: Jeder aus der Band gibt ja sein Input da rein, genau.

Marcel: Genau, und man muss sich auch einigen. Und hier ist halt viel so, eines greift ins andere. Ich sitze am Klavier, lasse schon Platz für Streicher, die ich noch gar nicht kenne, oder habe im Kopf hinter auch schon…

Markus: Ja.

Marcel: Backing Vocals im Kopf. Und das ist dann manchmal auch für mich sehr schwierig. Und ich muss auch sagen, das macht mich auch sehr... das lässt mich wanken bei den letzten Entscheidungen. Das überfordert mich auch oft.

Markus: Und in der Kritik von Leuten auch angreifbar...

Marcel: Ja, total.

Markus: Weil so die Details... ja, weiß ich nicht. Wenn dann eine Rückmeldung kommt, ach, der Bass da, der ist aber irgendwie, da ist aber der Ton... ja, was denkst du da?

Marcel: Kann man machen?

Markus: Genau.

Marcel: Kann man lassen?

Marcel: Ja, also ganz ehrlich, ich habe... das ist irgendwie so eine Herangehensweise. Ich habe noch zu… vor ein paar Minuten, ja, ein paar Stunden, habe ich noch zu Fabi gesagt – wir haben noch heute telefoniert tatsächlich – ich beneide ihn so ein bisschen darum, um diese Akribie, um dieses Verlieren in Musik und in unseren Strukturen, die wir uns so ein bisschen bauen, die auch cool sind, die auch mega Raum lassen, sich auszutoben. Habe ich aber so viele Rollen, dass ich in diesen einzelnen Parts nicht so ins Detail gehen kann oft. Das ist eine große Stärke von uns, weil wir sehr schnell sind und wir wenig Kosten generieren.

Markus: Kommt so ein bisschen... Genau, ist bestimmt nicht immer richtig, aber kommt so ein bisschen aus diesem Ansatz, dass wir immer… also, wenn wir so Auftragsarbeiten hatten früher, oder auch heute noch, dass wir immer sehr optimiert sein wollen. Also, es ist so ein schmaler Grat zwischen „komm mach jetzt, mach keine Kunst“ und „nee, nee, jetzt nehmen wir mal Zeit, kannst auch mal einen Tag darüber nachdenken“.

Marcel: Interessant ist aber…

Markus: Da sind wir nicht gut drin halt...

Marcel: Ja, ja.

Markus: Diese Zeit zu nehmen.

Marcel: Interessant ist was jetzt so ein… Fabi zum Beispiel meldet zurück und sagt irgendwie, naja, Einschränkungen... Ich habe es halt eine Einschränkung genannt, ich kommt halt viel vom Bandkonzept in meinem ganzen musikalischen Denken. Einschränkungen können auch super kreativ machen so, weil…

Markus: Oh, ja, das kann ich gut nachvollziehen!

Marcel: Und vor allem produktiv.

Markus: Ja.

Marcel: Also…

Markus: Das ist das Beste, habe ich auch mit Josi darüber gesprochen bei Technik. Du kannst 180 Plug-ins auf deinem Rechner haben. Das wird dir aber nicht produktiver machen oder besser in dem was du tust. Einschränkung, 4 Plugins und die... mit denen kannst du das anwenden, was du willst. Wird dich immer zu einem besseren Ergebnis bringen. Also, Einschränkung ist gut so, weil...

Marcel: Es ist auf jeden Fall komplex. Aber um mal konkret diese Ebene des Feedbacks mal anzusprechen, nehmen wir mal an, wir hauen jetzt so einen Mix raus und dann kommt vom Drummer zum Beispiel das Feedback, ja, die Snare Drum. So…

Markus: Ja?

Marcel: Das ist dann schwierig aufzudröseln, weil natürlich wollen wir alle eine Punchy Snare Drum, aber in dem Moment ist wahrscheinlich... wir sind da noch nicht, oder sagen wir mal, Deutlichkeit steht in dem Moment überm Sound-Ideal auch für den Song und…

Markus: Ja, genau. Lustiges... also, wenn ich so eine Meldung bekomme, dann ja, stimmt, ja, okay, und frage mich dann selber, ja, wie bist du jetzt dahin gekommen, dass sie jetzt so ist. Entweder haben ich den Fokus so gelegt – war mir nicht so wichtig – oder ich kann das bestätigen. Und manchmal ist es ja so Wechselwirkungen. Packt man dann dieses Snare an? Weiß ich nicht, die ist vielleicht irgendwie jetzt mittig, die soll aber einen schönen Boden kriegen, dann ballert die mit diesem Boden auf einmal das weg, sondern dann passt die nicht mehr zu diesem was da gedacht war, oh, die ganze Linie vom Keyboard ist dann auf einmal gestö-... keine Ahnung. Weißt du, was ich meine? So, das hat so Wechselwirkungen, so kleine Anmerkungen und so.

Marcel: Genau.

Marcel: Das finde ich für mich immer… finde ich immer spannend so. Und ich sitze am Ende immer da und will keinem auf die Füße treten, will das auch irgendwie alles einfließen lassen.

Marcel: Und vor allem du willst es konkret. Jetzt sind wir, glaube ich, beim...

Markus: Ja…

Marcel: Also, ich will gar nicht sagen, dass du nicht abstrakt denkst, natürlich, aber...

Markus: Das Konkrete macht es aber manchmal sehr schwer. Das geht halt manchmal…

Marcel: Ganz genau.

Markus: Nicht konkret.

Marcel: Weil wie sollst du das ausdrücken?

Markus: Ja.

Marcel: Und hier kommen wir zu einem interessanten „Plot Twist“. Wir sind ja beide Verfechter von keine Sprachnachrichten.

Markus: Oha, jetzt kommt!

Marcel: Und ich bekam das Feedback… Ja, gerade wenn es von Künstlern kommt, lasse ich mir Mix-Feedback in Sprachnachrichten erklären.

Markus: Aber... okay, Rückfrage, aber warum nicht dann direkt per Telefon reden?

Marcel: Ja, gut, das könnte man natürlich auch machen.

Markus: Finde ich mehr sexy so, also…

Marcel: Ja, gut, das kann man…

Markus: Ich mag ja schon aufgenommene Dinge. Ich hasse ja schon Mailboxen oder Anrufebantworter...

Marcel: Ja, vielleicht geht es ja dabei darum, dass du dir dann halt nachts, wenn du mnischst noch mal aufmachst oder so, keine Ahnung, aber…

Markus: Gut, das ist ein Einsatz, ja.

Marcel: Lass mal den…

Markus: Genau.

Marcel: Mal raus, aber ich glaube, ich habe verstanden, was damit gemeint war, weil.

Markus: Weil umschreiben…

Marcel: Genau. Es ist halt subjektiv. Ein Künstler hat vielleicht eine Sicht auf diese Sache, die er nicht formulieren kann in „mach mal Snares 2 dB lauter“.

Markus: Was auch Quatsch ist tatsächlich.

Marcel: Genau.

Markus: Also, das kann man dann... könnte ich jetzt stoisch abarbeiten. Mache ich aber schon... denke ich aber schon, beim Ton, dass das nichts... also, dass das nicht das Richtige ist. Weißt du, was ich meine? Also, weil eigentlich wäre wichtiger eine Ansage wie, du, die Snare, boah, die knallt ja alles weg, die nervt mich total, die passt ja überhaupt nicht zu der… weiß ich nicht, zu einem Lead Vocal, mach das mal... Also, das... damit kann man ja mehr... dann kann man ja überlegen, was man mit der jetzt macht. Aber so dieses, ja, „mach die mal lauter“ oder „dreh doch mal bei, weiß ich nicht, 300 Hz, 2 dB rein“… Gut, aber von den meisten bekommst du sowas ja auch eigentlich nicht. Also, von einem Musiker würde ich das jetzt nicht erwarten und fände ich es auch komisch so. Ja, aber ist spannend. Okay, verstehe ich. Also, verstehe ich tatsächlich, dass man das auch gegenüber Interpret oder Musiker sagst, ja, schick mir lieber eine Sprachnachricht als per Text]. Ich habe auch mal das Problem, du kriegst dann irgendwie – ich meine, du kennst das ja – dann kriegst du von jedem so einen Text und dann hat das ja Wechselwirkungen. Also, der eine sagt das so und der andere sagt das so.

Marcel: Ja, beziehungsweise, es kommen ja auch ganz schwurbelige Feedbacks.

Markus: Genau.

Marcel: Sagen wir mal sowas wie, ja, versteht ihr denn nicht, dass das irgendwie so, weiß ich nicht, so “Jimmy Eat World”-Choruss mäßig fliegen sollen an der Stelle? Ja, weiß ich nicht. Also, erste Frage ist natürlich, wer ist der Adressat? Wie sortierst du das und wie ordnest du das ein und wer sagt das gerade? Und das ist wirklich eine Diskrepanz, weil keiner von uns will ja irgendwie immer sich darüber stellen über den Prozess und sagen, ich entscheide das jetzt, ich macht das jetzt.

Markus: Ja, aber…

Marcel: Ich tue das jetzt.

Markus: Aber der gute Kompromiss, also für mein Gefühl, ist halt tatsächlich... also, bei mir so erstmal mich drauf loslaufen lassen. Und wenn es auch dann völlig die falsche Richtung vielleicht ist, vielleicht habe ich es dann falsch verstanden, aber mit dem Feedback von dir, und ich habe das Gefühl, du kannst das gut einsammeln so, alle einzelnen Feedbacks von Leuten, und dann zusammen... Und das muss dann nicht einen Tag sein. Also, es kann aber einen Song, das können dann ein paar Tweaks sein, wo ich dann… ach, ja, okay, da hat er recht, macht Sinn, ach so, voll richtig. Also, wo ich dann auch denke, ja, okay, du hast völlig falsche Richtung genommen oder völlig falschen Blick darauf gehabt, was natürlich auch schon vorher im Vorhinein hilft – zusätzlich zu vielleicht dem Premix, den du gemacht hast – als Produzent vielleicht noch zu sagen, hör mal in den Song rein, der ist so in der Art, oder hör mal da den Chorus von dem Song an. Das hilft natürlich auch total. So, und aber ich finde dieses gemeinsame Zusammenbringen von diesem Input von verschiedenen Leuten, das finde ich super. Das habe ich jetzt auch schon ein paar Mal… das... also, fühlt sich für mich total gut an, weil dann hast du das zusammen erarbeitet. Ist ja auch keine Garantie für einen Erfolg. Haben wir mal ja auch schon erlebt. Du machst dann was und dann ist es vielleicht auch nicht am nächsten Tag das, was du wolltest, aber vom Gefühl her ist das cool, weil dann gibst du diesen ganzen Input von an Leuten gefiltert in die Mischung quasi. Ich fand das cool so.

Marcel: Ja, aber da gibt's ja… das ist ja ein unendliches Fass. Da gibt es eine menschliche Diskrepanz mit der Entscheidungsebene so. Worauf fokussierst du dich jetzt? Was machst du jetzt? Weiß XY, dass Deutlichkeit an Song verloren geht, wenn Z gemacht wird?

Markus: Ja, das ist das Schwierige.

Marcel: Und das ist halt auch so ein bisschen schade, weil der hat ja… Oder was heißt schade? Damit habe ich einfach persönlich ein Problem, weil ich einfach nicht so eine ausgeprägte dominante Haltung dann einnehme in dem Team.

Markus: Aber glaubst du... ich glaube, das hat das… Ich weiß nicht, also mich würde mal interessieren, ob das nicht immer so vorkommt, also ob diese einzelnen... also, wenn man diesen Job hat, weiß ich nicht, des Produzenten, oder des Mischers, oder des Bassisten, oder Gitarristen, wie man das so erlebt, also von... ich komme da an, ich bringe meine Gitarre ein und kriege irgendwann einen Mix. Also, weißt du, dieses Gefühl, ich glaube das ist irgendwie wahrscheinlich immer gleich, weil man das anders gehört hat bei der Aufnahme, anders gesehen hat beim Schreiben.

Marcel: Ich glaube, dass Menschen da einen total unterschiedlichen Fokus haben.

Markus: Ja, glaube ich auch.

Marcel: Musiker, weil…

Markus: Glaube ich auch.

Marcel: Es gibt halt so… Weißt du, du hast so…

Markus: Also, auch gar nicht negativ gemeint…

Marcel: Nee, nee.

Markus: Sondern einfach jeder hat so einen anderen Blickwinkel und eine andere Erwartung.

Marcel: Richtig.

Markus: Weißt du?

Marcel: Und du hast halt... Und es kommt natürlich auf den Stil an. Also, wenn wir jetzt mal Band-Musik nehmen, dann ist das ja sogar ziemlich legitim, dass dann...

Markus: Voll!

Marcel: Hast du so einen Felix, der dann irgendwie sagt, ja, die Gitarre muss aber doch da so und so...

Markus: Ist was anderes.

Marcel: Und so punchen oder so.

Markus: Oder nimm eine... nimm Live Recordings jetzt von einer Jazzkapelle. Ist es auch Quatsch.

Marcel: Richtig.

Markus: Weil da...

Marcel: Richtig.

Markus: Passiert das während des Recordings. Da muss halt viel mehr abgestimmt werden schon beim Aufnehmen. So, dann… ich will das jetzt nicht... also, ich will jetzt nicht das Engineering kleinreden, ist Quatsch, aber ich meine, du kannst ja, wenn du dann kein Overdubs hast, du kannst ja so viel dann nicht mehr... du musst es ja beim... wenn es passiert in die Richtung bringen und dann hören es auch alles schon und dann ist es, glaube ich, gibt es da nicht so viele… viel in die falsche Richtung laufen.

Marcel: Ist ein super lebendiger Prozess auf jeden Fall. Und an dieser Stelle auf jeden Fall schonmal an euch, liebe Hörer, gerne die Aufforderung, uns mal zu sagen, wie ihr das macht.

Markus: Ja, finde ich auch spannend.

Marcel: Wie seid ihr als Produzent? Zieht ihr das knallhart durch? Seid ihr am Song orientiert und eure Sichtweise zählt, oder…

Markus: Vielleicht ist es auch einfacher... Ich meine, kann mir auch vorstellen, dass es vielleicht auch einfach ist, wenn man das so in Personalunion alles macht, wenn man vielleicht dann auch mischt oder was als Produzent oder wenn man vielleicht allein wieder wirklich alles, alles macht alleine, dann muss man sich alles vor sich selbst verantworten. Ich meine, es gibt ja auch tolle Beispiele...

Marcel: Klar.

Markus: Die das auch wahnsinnig toll machen. Ich glaube wirklich, dass es einen Mehrwert hat, wenn man Sachen aufteilt, aber es auch schwieriger macht.

Marcel: Natürlich.

Markus: Wegen Kommunikation, wegen miteinander daran arbeiten, Dinge einfließen lassen. Das ist eine Herausforderung, aber ich finde es ist ein Mehrwert so, ja.

Marcel: Naja, also ich persönlich empfinde das echt auf jeden Fall als schwer. Mich würde es auch interessieren, wenn es ähnliche Fälle wie mich gibt, die also von Autor über Interpret bis zur Produzentenrolle involviert sind. Würde mich super interessieren, wie er dazu tickt. Ja, so geht's mit dem Feedback. Wer hat jetzt was für einen Fokus? Also, da kommt der Bassist rein und sagt, der Bass muss lauter. Das ist dann vielleicht…

Markus: Ja, das kennt jeder Engineer.

Marcel: Es ist so wie früher. Kennst du noch, wenn man mit der Band gespielt hat…

Markus: Live Band.

Marcel: Eine Schülerband.

Markus: Ja.

Marcel: Und Mama und Papa waren am Konzert und dann hat Papa gesagt, dann hattest du Gitarren-Solo und der Tontechniker hat überhaupt da nur dumm durch die Gegend geguckt, er hat überhaupt nicht lauter gedreht.

Markus: Was hat er da gemacht? Er hat nur geschlafen.

Marcel: Hat er denn nicht gesehen, wer jetzt gerade da wichtig ist?

Markus: Ja, Fokus, ja.

Marcel: Fokus.

Markus: Sichtweise.

Marcel: Ja.

Markus: Ist spannend, ja. Ganz genau.

Marcel: Und es ist ja auch völlig legitim und total…

Markus: Menschlich.

Marcel: Stilabhängig.

Markus: Auch.

Marcel: Ja, absolut. Wir haben, um unser Feedback zu sammeln, den schriftlichen Weg eigentlich gewählt. Wir machen das ja mit MeisterTask.

Markus: Genau, wir versuchen ja, oder wir sind... ich würde behaupten, wir sind schon so weit, dass wir eigentlich keine Mails hin und her schicken.

Marcel: Das finde ich schon mal einen Riesen-Vorteil.

Markus: Genau. Also, wir machen so Quick-... Es gibt schon so Quick-Messaging. Das ist ja auch cool für so, ja, jetzt beim Release, wenn auch was schief läuft oder so und dass man den anderen nicht erreicht per Telefon, dann schreibt man dem eine Nachricht. Ist alles cool. Aber sag mal so richtig, wie jetzt eben, was Marcel jetzt gerade anspricht, diese Feedbacks, oder weiß ich nicht, man spricht mit dem Grafiker für das Cover vom Release, dann… also, auch externe Kommunikation, versuchen wir... oder landet am Ende bei uns quasi in MeisterTask. Und das tolle daran ist, das ganze Team kann das nachvollziehen. Jeder sieht quasi, was passiert, und wir haben halt nicht so dieses – man kennt das – „for you information“, tausende E-Mail, die dich eigentlich nicht interessieren, in deinem Posteingang.

Marcel: Und ich glaube, du musst dir das einfach so… also, ich glaube, ihr müsst euch das so vorstellen, wenn ihr MeisterTask nicht kennt, ist irgendwie wie ein Chat, den du dann lesen kannst, wenn du ihn lesen willst.

Markus: Und bezogen auf…

Marcel: Auf ein Thema.

Markus: Genau.

Marcel: Genau. Also, stellt euch das einfach wie unendlich viele WhatsApp-Gruppen vor, nur mit Überblick.

Markus: Genau. Ja, und auch schön… Genau.

Marcel: Mit Status noch.

Markus: Genau, die Kommunikation läuft. Die muss man tatsächlich auch scrollen. Also, eine Mail von vor zwei Monaten, musst du dann da auch scrollen. Aber du hast zum Beispiel Stände drin. Du hast dann Mix-Stände...

Marcel: Genau.

Markus: Drin. Du hast vielleicht Grafiken drin. Du hast Texte drin. Und das ist... Und du kannst dann auch noch kleinteilig deine To-dos und sowas im Team darin organisieren, also... und Fälligkeiten setzen und so. Also, boah, ich finde das… ich finde das einfach herausragend. Und ich finde... also, mag nicht sein, dass das vielleicht das Tool ist, wenn man alleine arbeitet – geht auch, finde ich, also hat auch viele Vorteile – aber es spielt sein Riesending aus so…

Marcel: Ja.

Markus: Riesen-Vorteil aus, wenn du im Team unterwegs bist.

Marcel: Aber zeichne einfach mal ein Gegenbild. Ich meine, das ist ja super einfach. Wenn wir jetzt vier… Also, wir haben jetzt vier Releases innerhalb von, weiß ich nicht, zwei-drei Monaten in drei Projekten, auch wenn du das Wort hasst.

Markus: Ich hasse es, ja.

Marcel: Überleg mal, jetzt gäbe es eine WhatsApp-Gruppe und die Leute würden Mix-Feedback – und nicht nur Mix-Feedback – die würden…

Markus: Alles...

Marcel: Die würden Fotos... die würden alles da reinballern.

Markus: Texte, alles.

Marcel: Texte, Pressetexte.

Markus: Weißt du, das Verrückte ist, dass Leute auch, glaube ich, es ist so ein diese “Quick Win”-Nummer. In dem Moment klärst du die Dinge, keine Frage. In dem Moment klärst du, hey, ...

Marcel: Naja, du gibst auch viel Verantwortung ab.

Markus: Auch, ist auch ein Aspekt, aber was ich meine, in dem Moment klärst du vielleicht Dinge. Aber jetzt nehmen wir mal das Ding, okay, wir haben das jetzt geklärt, wie das Cover aussieht oder wie das Booklet aussieht, aber ich muss das auch drei Wochen später finden…

Marcel: Ja.

Markus: Und auch noch mal irgendwie vielleicht jemandem wieder schicken.

Marcel: Ja, aber da kannst du dir das ausdrucken.

Markus: Und in dein Hängeregister hängen...

Marcel: Eine WhatsApp ausdrucken. Das ist doch ein Rückschritt, oder? Ich meine, also Mails, printing Mails ist 2010 und aber printing WhatsApps ist wieder... habe ich jetzt die Tage noch gehört, dass das jemand macht.

Markus: Pass auf! Aber ich habe noch eine viel geilere Story. Das ist schon ein paar Tage her, dass ich das gesehen habe, aber ich wollte auch einen Blogartikel dazu schreiben. Und zwar gibt es die Möglichkeit völlig abstrus, man kann sich sein WhatsApp… aus einer WhatsApp-Gruppe das quasi als Buch drucken lassen.

Marcel: Ja, aber das ist doch für Paare und so.

Markus: Ein Traum!

Marcel: Hier kommt der heilige Schein.

Markus: Oh, mein Gott! Nee, das finde ich völlig abstrus. Ja, also... genau, also wir wollen da gar nicht so tief da reingehen in dieses MeisterTask-Thema. Ich bin ja totaler Fan von, habe ja alle angesteckt, Anfang, glaube ich, ein bisschen Widerwillen, ach, jetzt kommt der Markus Sache mit dem Tool um die Ecke, lass uns doch einfach weiter Mails schicken und so. Also, ich glaube, es sind alle sehr zufrieden damit. Und falls es jemanden interessiert, checkt mal rurton.de. Da gibt es… rurton.de/meistertask. Da gibt es so eine kleine Übersicht und ich habe da auch so einen Online-Kurs dafür angeboten, falls ihr da Bock drauf habt. Der ist auch echt nicht teuer. Ich glaube, es kostet nur 49 Euro – ein bisschen Eigenwerbung – aber der ist auch so auf Musiker gemünzt, quasi zu helfen, weiß ich nicht, wenn ihr mit euren Schülern arbeitet, wenn ihr Konzerte vorbereitet, wenn ihr eine Produktion macht. Da habe ich auch einfach ganz viele Beispiele gemacht. Und wenn ihr den durcharbeitet, ich glaube, dass euch das echt aufräumt und organisiert. Marcel, also ich meine, ich kann… du kannst vielleicht dazu was sagen.

Marcel: Ja, also ich kann das wärmsten empfehlen und ich möchte an dieser Stelle auch einfach mal sagen, eine ziemlich bekannte Kölner Band wird ja auch in diesem Thema von dir gecoacht.

Markus: Stimmt, ja.

Marcel: Und also das kann man schon sagen, wenn ihr da keinen Peil habt und da irgendwie mal Bedarf habt, wirklich eure Teamkommunikation aufzuräumen, dann fragt Markus. Das ist wirklich empfehlenswert. Ja, MeisterTask war mal eine kleine Klammer. Sprachnachrichten, also ich denke beides hat irgendwo so seine Berechtigung und kann auch irgendwie funktionieren und vor allem wenn es dann darum geht, ist das Feedback jetzt irgendwie konkret, kommt das von wem, der wirklich gut weiß, was er da schon will, ein Künstler, ein Interpret, oder vielleicht auch jemand, der technisch begabt ist.

Markus: Ich könnte die Klammer noch mal aufmachen, auch sehr beliebt, und will es jetzt gar nicht irgendwie positiv oder negativ bewerten, wem zeige ich den Mix?

Marcel: Ja, genau.

Markus: Also, wem lasse ich ein Feedback mal geben und wie gewichte ich das?

Marcel: Tja, das ist…

Markus: Das ist super schwierig.

Marcel: Super schwierig, vor allem… Kennt ihr das auch, dieses... Ich finde ja total schön, immer wenn du jemandem aus dem Freundeskreis was zeigst und der sagt dann irgendwie so... er oder sie sagt, ja, ist cool, aber ich habe da keine Ahnung von Musik. Dann denke ich mal, ja, weil das genau ist eigentlich ein Quatsch-Argument, weil du solltest es nachher verstehen können.

Markus: Du bist eigentlich unsere Zielgruppe, genau.

Marcel: Genau.

Markus: Ja.

Marcel: Da muss man schon schauen, in welchen... Ich würde es mal so aufrollen...

Markus: Und es reicht dein Gefühl eigentlich. Man will ja nicht…

Marcel: Ja.

Markus: Man will nicht von deinem Gegenüber, der einfach nur Musik gerne hört, oder zu einer Party geht und da gerne Musik hört, will man jetzt nicht hören, äh, die Bass Drum, ist aber… da fehlt die Kick....

Marcel: Nee, nur einfach sagen…

Markus: Nee, nee!

Marcel: Es ist nicht mein Ding, aber es…

Markus: Genau.

Marcel: Klingt gut.

Markus: Einfach nur ein Gefühls-Feedback reicht so. Gefährlich ist dabei immer, dass es natürlich auch gern gefärbt ist, weil Freund, oder dann will derjenige euch nicht auf die Füße treten. Das ist natürlich auch so einen... gefährlich.

Marcel: Oder leider auch manchmal…

Marcel: Das Gegenteil und das wird dann ganz groß gemessen, also beträgt eine Justin-Timberlake-Produktion.

Markus: Genau, die klingt aber irgendwie besser mit äh.

Marcel: Es klingt wie Foo Fighters, nur halt, dass es nicht Foo Fighters ist.

Markus: Genau.

Marcel: Ja, also ich glaube…

Markus: Aber das kennt jeder auch wahrscheinlich. Finde ich aber auch super spannend. Deswegen ich schränke das immer relativ ein.

Marcel: Aber lass uns das mal kurz aufdröseln. Wenn wir uns mal unsere Herangehensweise reinziehen, dann würde ich sagen, ist der Weg, das Feld zu erweitern nach und nach.

Markus: Genau.

Marcel: Also, vielleicht sollten sich erst, wenn ihr das in Personalunion seid, dann herzlichen Glückwunsch. Dann finde ich es cool. Ich kann leider nicht mischen. Ich kann nur sagen, ich will... Ich sage immer zu Markus die ”67-süß-sauer” auf den Lead Vocals. Das ist dann irgendwie ein “Big-Hall” irgendwie…

Markus: Mit viel Delay.

Marcel: Delay oder sonst irgendwas.

Markus: Motivations-Spaß.

Marcel: Genau. Und vielleicht sollten dann... sollte sich erst diese künstlerisch audio-engineer-mäßige Ebene „safe“ sein, so dass die wissen…

Markus: Ach, ja.

Marcel: Okay, das ist ein vertretbares Bild für unsere Firma, wie auch immer ihr euch nennt.

Markus: Oder fürs Team halt.

Marcel: Fürs Team. Und vielleicht geht man dann den nächsten Schritt zum Interpreten, wie fühlst du es. Das finde ich, glaube ich, ganz wichtig, weil... Und da spielt es meiner Meinung nach herzlich wenig Rolle, ob derjenige jetzt ein Profi ist oder nicht.

Markus: Nee, weil wenn du es so formulierst, wie du es gerade gesagt hast, voll gut, weil dann es reicht einfach, was ist dein Gefühl.?

Marcel: Genau.

Markus: Der musst dann nicht uns irgendwelche technischen Dinge sagen oder…

Marcel: Weil dann sind wir auf der Ebene…

Marcel: Alles für den Song.

Markus: Genau.

Marcel: Was der Produzent eigentlich nie verlieren sollte.

Markus: Also, zum Beispiel...

Marcel: Aber ich will halt nicht, dass es eine Plattitüde ist, deswegen wollte ich…

Markus: Nee!

Marcel: Es mal gerade aufdröseln.

Markus: Aber zu solchem Feedback wie, keine Ahnung, bei de rBridge passiert jetzt irgendwie nichts, ist irgendwie komisch, die Vocals zu klein oder… Also, sowas reicht ja. Oder, okay, aber der Chorus...

Marcel: zum Beispiel und...

Markus: Ja, das ist super, aber das ist... das ist genau das…

Marcel: Das hilft weiter.

Markus: Was man von dir möchte.

Marcel: Ja.

Markus: Weil die musst mir nicht sagen, ja, aber die Gitarre da, die ist in den Mitten echt nervend. Da würde ich mich... würde auch fragen „What?“. Also, ist viel schöner...

Marcel: Wieviel Hertz, bitte?

Markus: Genau. Wie, Herz, bitte? Wie breit, bitte? Wie viel Breitband? Nee, Quatsch! Also, da... Genau, aber das hast du schön gesagt. Und ich glaube, das ist der Weg.

Marcel: So, das heißt, die zweite Ebene ist eigentlich der Interpret, der Künstler.

Markus: Genau.

Marcel: Da holst du dir das, sage ich mal, das Gefühls-Feedback ab und kannst dir vielleicht die Sicherheit holen, dass du auf der richtigen Seite stehst.

Markus: Dass die Richtung schonmal gut ist.

Marcel: Weil im Optimalfall sind wir uns ja einig als künstlerischer Produzent und...

Markus: Im besten Fall.

Marcel: Und als Interpret.

Markus: Ja, gut, aber das ist ja schon vorher auch gesetzt worden...

Marcel: Genau. Dann, glaube ich, ist die richtige Wahl, deine, ich sag mal so, ich nenne die immer die Ästhetika. Also, ich habe so drei-vier Leute. Da weiß ich immer, okay, wenn ich denen das vor die Füße…

Markus: Werfe.

Marcel: Werfe, da kommt was…Da kommt was zurück. Also, dann weiß ich, wenn ich was über Vocal Timing hören will, dann wird Karo Fruhner mir antworten.

Markus: Viele Grüße hier an dieser Stelle.

Marcel: Wenn ich was zu den Drums wissen will, dann wird Denis mir schon die Ohren langziehen. Obwohl Denis muss man auch sagen immer auf einen ganz großen Song-Fokus ist er so.

Markus: Ja, aber Denis ist jetzt nicht der Snare….

Markus: Nee, nee, das stimmt.

Marcel: Doch schon!

Markus: Auch! Auch!

Marcel: Okay.

Marcel: Nein, dann kann... dann hast du halt irgendwie so... vielleicht habt ihr in eurem Freundeskreis auch dann genre abhängig so Leute, die das irgendwie cool verstehen, die einfach sagen so…

Markus: Das ist ein Mehrwert schon, genau.

Marcel: Ach, das ist eine coole Mucke so, verstehe ich, was ihr da vorhabt. Und ich glaube, die letzte Ebene – meine persönliche Einschätzung – meiner bescheidenen Meinung wäre der Hörer. Also, dann kommt Freundin, Kumpels…

Markus: Genau.

Marcel: Ich habe so eine Gruppe Fußball-Jungs. Den schicke ich dann immer die Kinder-Songs und dann sage ich, ja, könnt ihr mal gerade anmachen und gucken, ob das funktioniert. Tanzen die Kinder?

Markus: Was kommt da? Was kommt denn so? Also, tanzen eure Kinder?

Marcel: Ja, nee, die feiern das!

Markus: Ist cool.

Marcel: Also, das ist echt schön. Und da hole ich mir dann immer so das letzte Feedback. Und wenn die dann auch noch lachen, dann weiß ich, okay, dann ist der Erwachsenen-Gag auch noch angekommen. Also, ich glaube, das wäre so das, wie ich es mir versuche aufzudröseln, aber ich muss euch ganz ehrlich auch sagen, das befreit mich keineswegs von dem „Struggle“, all das Feedback…

Markus: Ja, der bleibt.

Marcel: Anzunehmen und zu versuchen, das zu sortieren. Und es befreit mich auch überhaupt nicht davon, auf multiplen Ebenen die Kommunikation halt zu suchen. Und das ist so mein letzter „Tweak“, sage ich mal, in die... ins Troubleshooting so, den ich nicht gelöst kriege, nämlich wenn ich all diese Feedbacks bekomme – Bass, Gitarre, das Feeling, da muss größer, da muss kleiner, bla, bla, bla, bla, bla – und ich würde das in jedem Fall detailliert beachten, würde ich den Kommunikationsweg zu dir, Markus, in unserem speziellen Fall, oder halt auch bei größeren Teams in mehreren Ebenen zum Arrangeur, also zu viele mitten im Orchester drin, bla, bla, bla, würde ich die Kommunikationsebene, glaube ich, komplett überladen.

Markus: Zerstören.

Marcel: Völlig zerstören.

Markus: Ja.

Marcel: Also… also...

Markus: Das haut ein bisschen... Ja, du hast vollkommen recht. Was mir gerade einfiel, ist ja auch dieser Punkt – da haben wir schon mal darüber gesprochen, vielleicht kannst du da anknüpfen – wann ist gut, also wann ist schon für den Song jetzt gut und wann hauen wir das jetzt raus. Oder gehen wir nochmal auf Anfang? Also, es gibt ja immer diesen Moment, ach, Marcel, die Vocals, wir müssen, glaube ich, schonmal neu aufnehmen. Haben wir ja schon alles gehabt und dann auch gemacht. Aber wir haben auch schon genauso Sachen durchgewunken, weil wir in dem Moment gesagt, ja, ist eigentlich nicht geil, aber, hey, für den Song es ist jetzt nicht so wichtig, ob jetzt da bei dem Klavier irgendwie halt Mikrofon vielleicht, zu weit weg, oder was weiß ich, so diesen… dieses, ja, mal einen Schritt zurückgehen und sagen, was braucht der Song, ist das jetzt wirklich... ist das so ein Ego-Ding für dich als Engineer, boah, da ist irgendwie der Klavier nicht geil, oder ist das für den Song... ist völlig wurscht und da kann man drüber weg gucken, jetzt geht das Ding raus.

Marcel: Das beweisen unendlich viele Produktionen, dass es beide Seiten gibt.

Markus: Geben muss, ne.

Marcel: Nämlich ein schönes Beispiel ist dann völlig zu Ende... Wie sagt ihr noch mal? Ich glaube, du sagst…

Markus: Ja, ja.

Marcel: Du sagst immer „Overprocessing“.

Markus: Ja, ja. Also, alles angepackt.

Marcel: Genau. So, alles angepackt.

Markus: Ja, ja.

Marcel: Ich habe jetzt kein gutes Beispiel, aber ich sage jetzt einfach mal…

Markus: Ja, das...

Marcel: So eine Sia-Pop-Nummer, weißt du, wo jeder Schlenker, jedes Abatmen, jedes Seufzen, jedes Creaking vom Sänger ist…

Markus: Noch mal gefeaturet...

Marcel: Getweakt....

Markus: Gebaut...

Marcel: Gefeaturet irgendwie. Ich hoffe, ihr könnt das Bild verstehen. Und demgegenüber steht dann so eine... ja, so eine absichtliche Trash-Produktion.

Markus: Ja, oder die neue Billie-Eilish-Produktion.

Marcel: Genau.

Markus: Das neue Album ist auch so, [00:42:16 unverständlich] die Vocals, da ist alles angepackt so krass, so damit das halt so ist.

Marcel: Das ist ein gutes Beispiel dafür.

Markus: Ja.

Marcel: Und auf der Gegenseite hast du dann so, ja, fast schon trashige Sachen, so… so…

Markus: Red Hot Chili Peppers.

Marcel: Ja.

Markus: Ein gutes Beispiel.

Marcel: Oder... ja, oder auch so Pop-Balladen haben das auch manchmal so ein ganz billigen 70er Hall…

Markus: Ja.

Marcel: Irgend so ein Rotz-Piano.

Markus: Aber es ist des Songs...

Marcel: Es ist geil.

Markus: Geil, genau.

Marcel: So, es sind halt Choices. Es ist halt mutig.

Markus: Aber das ist total schön, weil in dem Prozess... Also, es passiert schon früher. Also, ich bin immer beim Mischen, aber das passiert dir schon früher, Sachen einfach mal liegen zu lassen, naja, egal. So, das ist das...

Marcel: Es hat...

Markus: Es hat diesen Vibe. Das braucht... das muss jetzt so bleiben so.

Marcel: Das hat ja auch den Vibe von dem Musiker.

Markus: Genau.

Marcel: Also, ich meine, das ist ja auch total entscheidend. Und worauf ich gerade hinaus will, ich glaube, da geht's ganz viel um deine persönlichen Entscheidungen einer Handschrift, glaube ich. Also, wenn ich das jetzt auf uns versuche anzuwenden, dann ist... dann hast du einfach auf multiplen Ebenen so viele Choices...

Markus: Du warst rein.

Marcel: Und Möglichkeiten…

Markus: Ja.

Marcel: Indem du irgendwas tun kannst und könntest und noch machen könntest.

Markus: Und gibst aber dein Ding rein immer.

Marcel: Genau, aber die Entscheidungen, die du letztlich triffst, machen deine Handschrift aus.

Markus: Machen das aus.

Marcel: Das glaube ich schon.

Markus: Ja.

Marcel: So, und dann sind wir wieder…

Markus: Die kommen auch... die kommen auch tatsächlich, glaube ich, einfach durch Tun, immer wieder das machen, durch Erfahrung. Soll nicht heißen, dass du immer den gleichen Schuh machst, aber, wie du sagst, das bildet sich ja durch immer wieder Sachen anpacken, nee, doch nicht, ist beim Mischen auch so. Also, es gibt zum Beispiel auch Tage, wo ich was mische, dann höre ich es mir einen Tag später und denke so, nee, da hast du ja irgendwie jetzt alles angepackt, wieso hast du das Schlagzeug so verfremdet, warum muss... das war doch eigentlich cool im Layout, obwohl es da nur, sagen wir mal, Fader hochgezogen, so Sachen halt. Das habe ich auch total oft. Und dann sagt man, nee, nee, jetzt geh mal einen Schritt wieder zurück, da war da “Vibe” drin und jetzt hast du irgendwie alles.Du nimmst alles weg, du nimmst das ganze Leben raus aus dem Drum Set. Ja, kann passen für irgendeinen Style, aber jetzt, nee, war cooler, das einfach mal nur so... einfach hochgeschoben waren, ohne alles anzupacken. Ja, ist spannend, finde ich. Und ich finde... ihr merkt ja schon, das hat so viele... das hat so viele Ebenen und wir sind auch nicht am… wir sind... also, ich kann für mich auf jeden Fall sagen, ich bin da nicht so... das läuft ja voll gut, so machen wir das.

Marcel: Schön gesagt, auf gar keinen Fall.

Markus: Nee, nee, weil das ist auch nicht mein Gefühl. Also, mein Gefühl ist schon, dass wir funktionieren besser, wir kommen miteinander besser klar, wir kommunizieren besser. Unsere Ergebnisse werden auch leicht besser, wenn ich das bewerte, aber ich meine, es gibt ja auch Sachen, die höre ich mir nach einem halben Jahr an und denk so... okay, aber…

Marcel: Aber ist es so gedacht, dass es das jemals wird?

Markus: Nicht, ich befürchte nicht.

Marcel: Ich glaube nicht.

Markus: Ich hoffe nicht.

Marcel: Nee, ich hoffe auch nicht.

Markus: Also, ich hoffe so gar nicht, genau, weil wenn es das wäre, dann ist, glaube ich, so das raus, was es ausmacht.

Marcel: Ich finde, das ist was Wunderschönes eigentlich, dass das…

Markus: Ich habe auch noch keinen gehört, der sagt, boah, die Nummer, die ich damals da gemacht habe, die ist total krass.

Marcel: Ja.

Markus: Finde ich auch komisch, wenn man das irgendwann mal sagt. Also, ich kann es mir nicht vorstellen, weil es ist immer so... man ist immer so in diesem Fluss, man macht das und dann gibt man dieses Baby raus.

Marcel: Wenn ihr einen perfekten Song habt, dann schickt ihn auf jeden Fall. Wir werden ihn reproduzieren, analysieren, wissenschaftlich zerlegen…

Markus: Genau.

Marcel: Und eure Strategie...

Markus: Der perfekte Song. Nee... genau, will ja… das will man nicht. Das ist ja genau das, was eigentlich ausmacht spannend.

Markus: So, und diese Entwicklung… diese Entwicklung – und das geht dir wahrscheinlich genauso – das ist das Spannende irgendwie so. Vor vier-fünf Jahren hätte man es noch ganz anders gemacht als jetzt und in fünf Jahren weiß ich, wird es auch wieder anders gemacht als heute.

Marcel: Wer weiß schon nachher, was richtig ist?

Markus: Nee!

Marcel: Hat der Scharfschütze recht, oder der, der öfter schießt? Ich habe keine Ahnung. Also, ich nenne das mal so, weil…

Markus: Das ist schön.

Marcel: Ich dann denke so, weil du kannst ja dich in Detail verlieren. So, vielleicht geht es darum.

Markus: Ja.

Marcel: Ich habe keine Ahnung.

Markus: Voll.

Marcel: Ich weiß das nicht. Wer bin ich schon, das zu beurteilen?

Markus: Ja.

Marcel: Ich kann nur sagen, dass ich versuchen will, dass mein Approach dann ist, als Produzent von, sagen wir mal jetzt, Maike... Maikes Rappelkiste, das Maximalste aus den zur Verfügung stehenden Mitteln rauszuholen.

Markus: Das ist aber spannend.

Marcel: Und man darf ja auch was vergessen, das ist ein sehr spannender Faktor, weil... und übrigens auch einer, den man sicher supergeil bewerten kann, weil wenn wir jetzt ohne Ende Budget hätten, würde dann was Besseres rauskommen?

Markus: Das haben wir uns schon oft gefragt.

Marcel: Ja.

Markus: Ja.

Marcel: Überlegt mal, stellet euch auch mal die Frage.

Markus: Ich weiß nicht.

Marcel: Sagt uns doch gerne mal, was ihr davon haltet, weil ich glaube das nämlich manchmal nicht. Ich glaube manchmal...

Markus: Kann...

Marcel: Es ist wirklich gut, beschränkt zu sein. Und, wie gesagt, ich beneide manchmal diesen Faktor, sich darin völlig verlieren zu können, und ich finde das mega wichtig, Musik zu fühlen. Also, ich möchte überhaupt nicht, da als Pragmatiker mich ja abstempeln, aber...

Markus: Das wäre auch „strange“ Marcel!

Marcel: Nee, nee, aber das ist halt... Ich denke schon, die Entscheidungen, die wir treffen, führen dazu, was letztendlich unsere Anschrift ist. Und das…

Markus: Voll!

Marcel: Ist es nicht irgendwie auch geil…

Markus: Das ist es so.

Marcel: Dass es Menschen sind, also dass…

Markus: Ja.

Marcel: Ich komme ja, muss ja sagen so, als jemand, der am Konservatorium studiert hat und der damals überhaupt nicht begriffen hat, was auch so... ja, was künstlerische Tiefgang ist oder was Personality bedeutet am Instrument. Und heute gucke ich mir halt Musiker anders an, heute höre ich mir Sänger anders an, heute höre ich mir Schlagzeuge an.

Markus: Aber lustig ist das beim Engineering ähnlich.

Marcel: Ja, das glaube ich. Und dann denke ich, guck mal, der spielt genau wie er redet. Der ist so. Der sagt… der kommt direkt auf einen Punkt.

Markus: Er ist cool.

Marcel: Weißt du? Der zählt ein und dann, boom…

Markus: Das ist cool.

Marcel: rash und Bass Drum.

Markus: Das ist cool.

Marcel: Und an alles ist da so und du denkst dir, hey, krass, ist ein straighter Typ!

Markus: Oder Charlie Watts.

Marcel: Zockt er auch?

Markus: “Gott-hab-ihn-selig”, so der hat auch so seinen eigenen Style.

Marcel: Ja.

Markus: So, ne? Genau, das ist witzig.

Marcel: Ja, aber das ist doch wunderbar. Das ist genau diese Diversität in dem allen wiedergibt und… ja.

Markus: Voll gut. Mich würde zurzeit mal interessieren, wenn wir zum Abschluss kommen, wir haben ja schon gesagt, wie wir es machen würden oder wie wir es jetzt in Zukunft versuchen. Wir haben es jetzt schon bei zwei der Songs so gemacht. Mal gucken, wir können ja mal in einem halben Jahr noch mal ein Feedback geben, ob das das Richtige war oder ob wir es angepasst haben. Sagt doch mal, wie ihr es macht. Einfach haut das in die Kommentare gerne auf der Webseite reingetackert.de. Da könnt ihr gerne Kommentare hinterlassen, oder natürlich auch direkt in Apple Podcasts. So, haut da einfach rein. Eure Meinung würde mich echt interessieren, weil das ist ja nicht... es ist nur eine Idee, wie wir es jetzt machen. Vielleicht habt ihr… vielleicht habt ihr total coole Vorschläge. Und wir würden uns freuen, wenn wir da was rausziehen könnten für uns und sagen, ach, stimmt, das wäre eigentlich auch eine coole Idee, lass uns mal probieren.

Marcel: Total.

Markus: Würde mich freuen.

Marcel: Ich mich auch. Und in gewohnter demütiger Art vor der Aufgabe, der wunderbarsten Aufgabe der Welt, die Musik, denke ich, wollen wir euch auf jeden Fall daran teilhaben lassen, wie wir dazu denken und fühlen, und freuen uns mega auf euer Feedback. Und, ja, ruft uns an, keine Ahnung, macht… haut einfach raus, was ihr wollt. Und wir sind super gespannt, wie ihr das so seht.

Markus: Marcel, mein Bier ist leer. Wie sieht es bei dir aus?

Marcel: Ja, wir müssen uns noch eins holen.

Markus: Ist sehr dünn, müssen mal oben noch mal in den privaten Kühlschrank. Den müssen wir noch mal plündern gehen.

Marcel: Wir müssen jetzt hoch gehen?

Markus: Ein zweites Gläschen.

Marcel: Und ja, reingetackert.de und....es ist wieder soweit. Markus, komm...

Markus: Es ist wieder soweit.

Marcel: Lass uns hochgehen und ein Bier trinken!

Markus: Machen wir jetzt.

Marcel: Ja, komm!

Markus: Komm!

Markus und Marcel: Drei… zwei… eins...

Markus: Reinge-...

Marcel: Bier getrunken!

Markus: Ach so, Bier getrunken!

Marcel: Reingetackert! Macht’s gut!

Markus: Tschüss!

Marcel: Tschüss! Ach, Markus!

Markus: So, Marcel, was steht an heute Abend noch? Nur ein zweites Bier, yeah.

Marcel: Yeah! Äh... Bier, yeah!

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