Folge mir:
Switch to:

„Ich mache die Geräusche!“ - mit Josef „Josi“ Steinbüchel [014]

INHALT

Mit dieser Folge starten wir in eine kleine „Solo“-Sonderreihe bei „Reingetackert!“. Wir haben uns überlegt es wär’ vielleicht mal ganz interessant, wenn nur einer von uns dreien sich einen Gesprächspartner einlädt und wir über “unser” Thema sprechen, über das was uns am Herzen liegt. Den Start macht heute Markus und hat sich Josef „Josi“ Steinbüchel aus Köln eingeladen.

“Josi” ist Geschäftsführer der Torus GmbH in Köln, Sounddesigner für Film und Fernsehen und ein “Pro Tools”-User der ersten Stunde und ausserdem ein ganz leidenschaftlicher Musiker. Was ein Sounddesigner so macht, welche technischen Hürden es in Josis Job so gibt und was seine Leidenschaft ist, könnt ihr alles in diesem Podcast herausfinden.

Viel Spaß bei der ersten „Solo“-Folge!


SHOWNOTES


TRANSKRIPT

Markus: Hallo und herzlich willkommen zum Audio Podcast des “rurtonproducing”-Teams! Heute leider nur mit mir alleine, Markus Wimmer,  denn Denis, Marcel und ich haben uns überlegt, es wär’ vielleicht mal ganz interessant, wenn nur einer von uns sich einen Gesprächspartner einlädt und wir über “unser” Thema sprechen, was uns am Herzen liegt. Und ich starte heute in diese kleine Reihe mit dem Josef Steinbüchel. Den hab ich ganz Corona-konform zugeschaltet per Zoom-Konferenz. “Josi” ist Geschäftsführer der Torus GmbH in Köln, Sounddesigner für Film und Fernsehen und ein “Pro Tools”-User der ersten Stunde, kann man, glaube ich sagen. Und auch ganz leidenschaftlicher Musiker. Ja, wir kennen uns aus der Zeit, wo ich halt auch bei der Torus gearbeitet habe. Da waren wir Kollegen bzw. Josi war mein Chef und wir sind gute Freunde geworden. Da war ich dann lange Zeit von 2001 bis 2013 und es freut mich, dass du hier bist, Josi. Ein “Hallo” nach Köln!

Josi: Ja, ein “Hallo!”, zurück in die Eifel, in deine gute Stube!

Markus: Schön. Ja, Josi, woran arbeitest du gerade? Erzähl mal, damit wir vielleicht die Leute so ein bisschen reinholen, was du überhaupt so machst.

Josi: Gerade abgeschlossen haben wir jetzt einen Kinofilm mit Otto Waalkes, “Catweazle”. Die Älteren unter uns kennen das vielleicht noch aus dem Fernsehen in den frühen 70ern.

Markus: Da hab’ ich lustigerweise den Trailer gesehen, weil ich mit den Kindern - was war es noch auf der ARD, da war er zu Besuch - ah, bei “Klein gegen Groß”, da war Otto zu Besuch. Da hab ich einen Ausschnitt daraus gesehen.

Josi: Ja, genau das haben wir jetzt gerade abgeschlossen. Um ehrlich zu sein, weiß ich jetzt keinen Kinostart davon. Und es steht ja eh gerade mit der momentanen Situation so ein bisschen in den Sternen wann der Film mal auf die Leinwand schlägt. Das kann man jetzt so leider nicht voraussagen, aber das ist ein Projekt, was ich gerade abgeschlossen habe. Und ja, ich sitze jetzt auch tatsächlich schon wieder am nächsten. Und ja, so geht es weiter und weiter.

Markus: Cool. Ja, vielleicht kannst du unseren Zuhörern mal kurz ein bisschen erklären. Ich hab zwar eben gesagt, okay, du bist Sounddesigner und du bist bei der Torus Mitinhaber und Mitgründer. Aber vielleicht können die meisten, weil wir sind ja der Kanal für die “Audio Nerds” und mehr so in der Richtung Musikproduktion unterwegs. Vielleicht kannst du so ein bisschen erklären, was bedeutet, das “Sounddesigner”? oder was macht die Torus eigentlich in Köln?

Josi: Ja, also im Grunde genommen, wir vertonen die Filme, die im Fernsehen oder im Kino laufen. Man muss sich das eigentlich so vorstellen, am Drehort selber, wenn ein Film gedreht wird, wird versucht, die Sprache so gut wie möglich aufzunehmen, sprich mit so wenig Nebengeräuschen wie möglich. Heutzutage ist die Welt natürlich sehr laut, so gelingt das immer weniger. Und wenn ich jetzt so einen Film wie “Catweazle” zum Beispiel nenne und der startet halt zu Anfang des Films im Mittelalter. Und jetzt man hat den Originalton und die drehen gerade eine Szene und da ist ein Flieger auf einmal auf dem Ton, dann ist das klar, dass wir genau das nicht gebrauchen können für das Mittelalter. Das heißt, da haben wir dann schon so einen Fall, wo wir dann die Stimme austauschen müssen, sprich Otto kommt dann wieder zu uns ins Studio und man spricht diese Sätze, die er da hat, dann eben nach. Dann hat man die Sprache ganz sauber, so wie es eigentlich wünschenswert wäre vom Drehort. Gut, hat da nicht geklappt am Drehort, das heißt, wir reproduzieren das dann im Studio. Dann haben wir seine Sprache natürlich nackt und dann fangen wir an, alles drumherum zu “bauen”. Also nehmen wir mal an, er steht dann im Wald, dann kommt die Eule drauf, das Blätterrauschen... Also diese ganzen Einzelgeräusche und auch Otto's Bewegungsgeräusche werden von unserem Geräuschemacher dann reproduziert. Also es ist im Prinzip eine riesige Puzzlearbeit und es ist auch immer wieder erstaunlich, dass viele Leute tatsächlich denken, “Ja, das ist so am Drehort, einfach so aufgenommen mit dem Mikrofon!” und man mischt das dann so lauter oder leise, macht ein bisschen Musik dabei und fertig... Also die wenigsten machen sich eine Vorstellung davon, dass das ja mehrere hundert Audiospuren bei einem großen Projekt sind, wo alles händisch quasi “nachgebastelt” wird, also quasi wirklich gestaltet.

Markus: Also, die meisten Menschen meinen, wenn sie von Soundtrack sprechen ja immer die Musik. Die sagen, da ist ja Musik für komponiert worden und diese wurde reingemischt. Aber den wenigsten ist bewusst, dass der Soundtrack natürlich aus viel mehr besteht.

Josi: Und das ist auch das, was mir immer quasi entgegnet wird: “Ach, Sie machen die Musik dafür?”, “Nein, nein, ich mach nicht die Musik, ich mache die Geräusche!”

Markus: Und dann ist der nächste Aufhänger immer der Geräuschemacher. Den kennt dann jeder noch aus der “Sendung mit der Maus”. Genau das ist dann so ein Aufhänger... Ja, witzig, genau. Und das ist super interessant. Wie kommt man dahin, hast du das gelernt oder hast du eine Ausbildung dafür gemacht? Wie war dein Weg, dass du jetzt da gelandet bist?

Josi: Ja, tatsächlich bin ich einfach Autodidakt. Also ich habe gar nichts gelernt. Ich war ein totaler Film-Nerd, habe also auch mit 6 Jahren “Star Wars” gesehen und habe gesagt, “Oh, das ist aber ‘ne ziemlich coole Sache!” Und irgendwie wollte ich da zum Film und eigentlich wollte ich mal Regisseur werden und so weiter und so fort, bin aber irgendwie immer beim Ton kleben geblieben. Dazu kam auch, dass in den 80ern der Computer aufkam, und damit das Sampling und für mich als Nicht-Musiker, also zumindest nicht als ausgebildeter Musiker, sich auf einmal dieses Universum eröffnet hat, dass ich auch musizieren konnte mit Hilfe dieser Technik, die auf einmal da war.

Markus: Ja, deine zweite große Liebe, sozusagen!

Josi: Ich habe mich eben genau einfach sehr früh mit Synthesizern, Sampling und Computern beschäftigt. Und dadurch das ich parallel immer beim Film gearbeitet habe, auch da eben am Drehort selber in der Tonabteilung, lag es dann nahe, auch durch eine Familiengründung, wo ich merkte, wenn man immer am Drehort ist, ist man kaum zu Hause, wollte ich da so ein bisschen was geregelteres haben letzten Endes in die Nachvertonung rein umzuschwenken. Durch meine Skills, die ich mir eigentlich über das Musik Sampling so erworben hatte und wusste was eben auch am Drehort so passiert und wie es so eigentlich funktioniert, hat sich das dann irgendwann so entwickelt. Und so ich bin halt einfach immer beim Ton kleben geblieben.

Markus: Und ich glaube, das ist auch so ein bisschen, warum ich irgendwie sagte, du bist “Pro Tools”-User der ersten Stunde. Du hast den ganzen “Quatsch” von Anfang an begleitet oder es hat dich begleitet bei deiner Arbeit und du hast das auch immer weiter ausgecheckt. Ich glaube, du warst nicht immer nur Anwender, so hab ich dich zumindest immer erlebt, sondern auch immer nochmal den “Step” dahinter. Also, warum geht das nicht und warum bekommt man das nicht ans Laufen oder warum ist das nicht da drin? Oder wie kriegt man das cooler gelöst? Du bist ja auch selber immer total “fit” gewesen an den Rechnern. Also, hast dich immer sehr viel für Apple interessiert, immer parallel dazu. Und ich glaube, das ist auch mit ein Erfolg der Torus, glaube ich, dass es dich da gibt und du da immer sehr Pionier warst. Sei es ganz früh eine riesige Sound Library, netzwerkbasiert, zu haben. Ich glaube da warst du vor allen anderen, zumindest für Deutschland war das wirklich eine Revolution denn da wart ihr sehr früh. Da hast du dich ja immer sehr reingehangen. Ich glaube, das zeichnet dich ja auch aus, bis heute! Na, du fragst immer nochmal dahinter: “Wie kann man das cooler machen?” oder “Was ist der bessere Weg?”, das finde ich schon, das zeichnet dich auf jeden Fall aus. Und da haben alle was davon, glaube ich, vor allen die, die bei der Torus arbeiten.

Josi: Ja, in gewisser Weise habe ich da vielleicht ein bisschen “Trüffelschwein-Qualitäten”. Also muss aber auch sagen, vielleicht war das in den frühen Jahren insofern besser, weil heutzutage hast du natürlich alles was es so an News gibt und sonst wie gibt es einfach jetzt im Internet. Alles sehr viel schneller da und für jedermann zugänglich, als das vielleicht in den frühen 90ern ohne Internet so war. Da hab ich dann immer sehr viel gesucht und aufgespürt. Ja, und dann hatte man teilweise ein paar Möglichkeiten, die die anderen so noch nicht auf dem Schirm hatten und auch bezugnehmend auf "Pro Tools“. Klar, wir haben so früh angefangen, tatsächlich mit der Version 2 von „Pro Tools“ ohne die ganze Automation und so weiter und so fort und auch unsere ersten Importe aus dem Media Composer…

Markus: Sag, mal kurz für die jungen Zuhörer, wie viele Spuren konnte „Pro Tools II“ verwalten und wieviel I/Os konnte man damals verwalten?

Josi: Ja, es waren im Prinzip... Also ich will jetzt gar nichts Falsches sagen, weil es ist dann doch schon ein bisschen her. Ich weiß auf jeden Fall „Pro Tools 3“ das war dann der “next step” nach dem “zweier” - ich weiß nämlich gar nicht ob das nur vierspurig war oder schon achtspurig - definitiv weiß ich bei „Pro Tools 3“ waren es 16 Playback Spuren, die man hatte, Und die I/Os dazu wahrscheinlich auch etwas in die Richtung vier oder acht? Ehrlich gesagt, irgendwas in der Richtung, ist leider doch schon zu lange her!

Markus: Davor war dann noch “Sounddesigner”! War das immer parallel oder war das davor? 

Josi: Eigentlich war das so ein eigenes Programm, das “Sound Designer“-Tool! Und ich glaube auch, wenn ich mich so richtig entsinne, ist natürlich auch das „Pro Tools“ aus dem „Sound Designer“ so entstanden. „Sound Designer“ war so das erste Stereobearbeitungs-Tool, dass so „Digital Tools“ hatte wie Reverse, Normalize usw. was heute eben jedes iPhone kann. Damals war das halt alles ziemlich „hot“ und auch ganz schön teuer.

Markus: Das war schon so eher ein mittelteurer Mittelklassewagen so ein System. Josi: Ich finde das jetzt rückwirkend auch sehr faszinierend, dass man eine Fernsehshow, wie diese ganzen Comedy Shows, wie wir sie in den frühen 90ern gemacht haben - da hast du ja auch noch ordentlich mit dran geschraubt - von „Die Camper" bis „Alles Atze“ im Prinzip ja alle so mit 16 Spuren verarztet hat. Klar klingt das heute alles anders, aber es ist trotzdem mittlerweile verrückt, dass man so Projekte mit so wenig Spuren doch irgendwie, ja, fertigstellen konnte.

Markus: Aber da gibt's ja auch voll die Parallelen, finde ich, zur Musik. Weil das ist ja gleich, also das kennt man ja. Ich glaube, dieses Beschränken, das ist ja nicht immer nur negativ. Also ich glaube dadurch, dass man früher die 24 Spuren hatte auf dem Band musste man früher andere Skills haben auf der Seite der Musiker und du musst dich auch auf der Seite der Produzenten oder Techniker viel mehr entscheiden. Und ich glaube, so ging das damals auch, man hat halt eben nicht die Tür über 20 Spuren gebaut, weil es nicht ging. Oder man hat eben dann keine Drums mit 24 Spuren aufgenommen bzw. die wurden dann halt gebounced. Ich will jetzt nicht hier mit dir in „Früher war alles besser“ abdriften, aber das ist auf jeden Fall für mich ein Punkt, den ich auch heute immer noch mitnehme! Ich bin total gerne ein Entscheider. Also ich, ich hab da nichts von, wenn ich sage, ja, ich mache jetzt 20 Takes und ich lasse sie mal alle liegen und irgendwann höre ich die dann mal durch. Bei Drums zum Beispiel oder bei Live Takes, das macht für mich keinen Sinn, weil ich brauche erst einmal etwas, was cool ist. Also ich kann das ausbessern und ich kann auch sagen naja, da war es nicht so toll. Das kann ich dann editieren oder nochmal neu aufnehmen. Aber, „Mach noch einen!“, ohne den Plan dahinter bringt mir nix. Und das ist so ein bisschen die Krankheit heute, dass man viel behält und dass man nicht entscheidet. Aber irgendwann muss ja der „Step“ kommen. Und ich glaube, das ist ja im Filmbereich genau das Gleiche. Du musst halt viel mehr entscheiden, Sachen zusammenfassen und definieren. Klar wollen wir alle nicht mehr zu 8 Spuren oder 16 Spuren zurück, aber es hatte schon was Gutes, so glaube ich, diese Beschränktheit, da war man vielleicht sogar ein bisschen kreativer.

Josi: Also ich geb dir da definitiv recht. Ich sage, es ist natürlich super, dass wir diese ganzen Tools heutzutage haben und so weiter und so fort. Aber es führt halt eben auch manchmal dazu, dass man vor lauter Tools den Wald nicht mehr sieht. Also es ist ja auch so, dass jeden Tag im Internet irgendwas Neues auch für Musiker aufpoppt, das Plugin und jenes Plugin… Und das führt natürlich auch dazu, dass du auf einmal irgendwie 100 Equalizer auf deinem Rechner hast und trotzdem hast du gar keinen eigenen Favoriten, sondern alle sind immer nur so ein viertel entdeckt und am Ende kann man sagen, ja, sehr viele davon machen tatsächlich nur das Gleiche. Weniges davon ist vielleicht wirklich revolutionär, aber man kommt in so einen Sammel-Modus. Und wie man halt auch jeden Take behält und sich dann sagt, ja, vielleicht kann ich da später das noch mitmachen oder jenes oder wir lassen das jetzt mal offen und entscheiden das nachher. Oder hängen da jetzt nochmal eine Kette mit 10 Plugins rein, damit's besser klingt?! Also es werden leider eigentlich zu viele Fehler auch vorne gemacht, weil das Signal, was da vorne einmal richtig reinkommt, wenn das definiert ist, muss man normalerweise auch keine Plugin Kette mit 10 Plugins hinten aufmachen, um das irgendwie zu retten oder geil klingen zu lassen. Na klar, wir haben riesige Vorteile dadurch aber andererseits sind wir auch komplett damit überfordert, weil wir so viele Möglichkeiten haben und es ist glaube ich schon was Wahres dran, je weniger Mittel man hat, umso kreativer und effizienter oder besser muss man damit lernen umzugehen, um eben da alles rausholen zu können.

Markus: Ich hab da ein schönes Beispiel: Ich nenne jetzt nicht den Namen, aber ich hab zuletzt jemanden Mann kennengelernt, der noch ganz jung ist, er war Anfang 20 und er hat mir was lustiges gesagt und es ist so verrückt - also der ist natürlich aufgewachsen mit Musikproduktion oder mit Musik-machen in Systemen, die alles haben, man hat dann alles gesammelt und man hat alle Möglichkeiten - und der hat mir gesagt, damit er produktiver sein kann und damit er irgendwie Sachen abschließen und fertig machten kann hat er sich selber auferlegt nur zwei EQs zu haben oder nur drei Kompressoren oder oder nur die sog. Plugins von der DAW oder von der DAW. Einfach so als eine Art Challenge und es hat es hat Ihnen dann selber gewundert, dass es für ihn positiv ist und er produktiver wird.

Josi: Das könnte ich da sogar unterschreiben, weil ich meine, allein wenn du sagst, du willst dein System pflegen mit 50 Equalizer und jede Woche kommt von jedem Equalizer ein Update raus, dann bist du irgendwie nur am updaten.

Markus: Oder dein System läuft halt nicht, genau.

Josi: Genau. Also ich sage mal der Aufwand, der dahinter steckt und dann wie gesagt auch in dieser Anzahl, das kannst du alles gar nicht beherrschen.

Markus: Und was ist dann dein Approach da bei der Torus? Also du bist da, ja, so kenne ich es noch, du hast ja da eher den Fokus, okay, wir brauchen das vielleicht von dem Hersteller, denn das ist dafür gut und dann noch das. Du hast ja auch nie gesagt, wir müssen alles haben oder für den Kunden irgendwie alles haben, sondern eher auch gezielt Dinge eingekauft. Okay, die hat dann aber auch jeder oder die haben wir an allen Misch-Plätzen oder das haben wir in allen Edit-Plätzen, weil, genau das glaube ich auch, wenn du das den Leuten an die Hand gibt, die sich dann damit viel mehr beschäftigen, als wenn du alles irgendwie hast. Machst du das immer noch so?

Josi: Ja, absolut. Ich meine, ich gehöre natürlich auch zu dem Lager, wo ich, wenn was Neues aufpoppt, das erst mal ausprobieren will und bin auch immer wieder technisch fasziniert von Sachen. Merke aber auch, wie viel Zeug dabei ist, was dir irgendwas suggeriert, was es sein soll, es dann am Ende aber nicht ist. Aber jetzt auf die Torus zu sprechend, ich muss diesen Filter auch einfach anwenden, weil wir dann doch so viele Workstations haben und ich nicht jedes Plugin in so und so viele Lizenzen einfach kaufen kann und möchte. Und deswegen versuche ich auch in den letzten Jahren, ja das einfach runter zu dampfen. Ich meine selbst in dem Jahresvertrag, den man jetzt da bei Avid erwirbt, den man dafür „Pro Tools Ultimate“ abschließt, die haben ja im Prinzip ihre komplette Plugin Palette jetzt da drin in dem Preis. Da versuchen wir natürlich jetzt auch mit zu arbeiten. Und klar so Sachen wie Izotope, Restauratios-Tools, die sind einfach geil, die brauchen wir, das ist halt Pflichtprogramm. Aber ich bin mittlerweile auch einfach davon weg, einfach zu viel auf den Rechnern zu haben. Wenn wirklich was innovatives da ist oder was absolut Sinn macht, dann kommt das natürlich auf die Rechner. Aber ja, dieses „Jäger-und-Sammler-Ding“ das ist auch schon schon lange vorbei. Das führt ins Uferlose und macht einen eben da auch nicht besser oder effizienter.

Markus: Nee, also da geht es mir genauso. Also ich ertappe mich ja sogar dabei, ich weiss nicht ob du das verstehen kannst oder kennst, es ist tatsächlich immer noch manchmal - es sind jetzt nicht meine Haupt-Plugins - das ein oder andere Plugin aus der Waves "Gold Edition“ von vor 20 Jahren am Start, nur weil man sie kennt, also weil ich sie halt da liegen habe und weil ich sie dann eben eine zeitlang auch einfach sehr viel gebraucht habe, weil das meine „ToGo“-Plugins waren. Das ist total lustig. Und ja, also ich glaube ein Ding ist eben auch der Zeitfaktor. Also ich glaube, wenn man sich immer mit allem Neuen beschäftigen würde und das alles auschecken würde, bist du auch nicht mehr produktiv. Dann kennst du vielleicht alle Plugins, aber dann produzierst du auch keine Musik mehr oder vertonst auch keinen Film mehr. Ich glaube, man muss einen guten Mittelweg finden. Man darf also, glaub ich, in unserem Job niemals sagen, interessiert mich nicht was es so Neues gibt oder die Entwicklungen verschlafen, das wäre bestimmt auch falsch, aber ich glaube, es braucht den goldenen Mittelweg so ein bisschen.

Josi: Ja, ganz klar, man muss da am Ball bleiben. Das auf jeden Fall. Verpennen sollte man möglichst nichts, wenn du sowas wie Waves Plugins erwähnst, ja, auch die sind immer noch in meinem Repertoire, weil ich sie eben kenne. Und dazu kommt ja eben auch, ja, ich muss mit meiner Arbeit eben auch fertig werden und hab nicht so viel Zeit für Experimente. Also nehme ich das, was ich kenne und was ich gut kontrollieren kann. Weil das ist in den letzten Jahren natürlich auch die Entwicklung gewesen, es wird alles anspruchsvoller, weil wir haben neue Tonformate mit noch mehr Kanälen usw. und sofort, die möchten bedient werden. Filme werden jetzt bis zur letzten Sekunde auch immer noch umgeschnitten usw. Früher gab's da mehr durch technische Limitierungen, einen „Picture Lock“ wo du dann an so einem Film arbeiten konntest. Heute ist das alles sehr fließend und du musst halt durch ein umschneiden sehr viel korrigieren, dass da eine große Korrekturarbeit immer vor der Wende dann deine 2 bis 300 Audiospuren immer mitbewegen willst. Das heißt, man muss da einfach ja sehr effizient sein. Klar, neue Tools, die einem wirklich weiterhelfen, die sollte man auf dem Schirm haben. Aber ansonsten, klar, sehr viel weiß ich, was ich gut kenne und wo ich mit umzugehen weiß ,weil ich einfach meine Arbeit schnell und gut erledigen muss.

Markus: Genau. Und erzähl doch mal den Zuhörern, ihr seid ja eine komplette „Pro Tools“-Company. Da gab's ja, ich erinnere mich an Zeiten, wo wir dann auch schon mal rechts und links geschaut haben und dann gab's die Optionen, vielleicht mal die DAW zu wechseln. Oder weil das dann Kundenwunsch war. Oder vielleicht waren da fremde Sounddesigner, die sich eingebucht haben, dann vielleicht was anderes wollten und das wurde ja auch immer dann versucht. Aber ich glaube, es hatte mehrere Gründe, warum man dann doch einfach bei „Pro Tools“ geblieben ist.

Josi: Also man muss sagen, klar, als wir angefangen haben, das war ja irgendwie 94/ 95, so wie die ersten Dinger losgingen, da war „Pro Tools“ eben in so einem ganz frühen Stadium und da gab's halt von „AMS/ Neve“ und, ich glaube, „Akai“ gab's schon so Workstations, die da einfach mehr konnten, die auch Hardware Teile waren, also sprich, die physisch „anfassbar“ waren.

Markus: Da war die Kombination Software/ Hardware schon ein bisschen weiter, ne.

Josi: Die aber auch horrend teuer waren damals und wir waren da eine Company, die sehr früh mit mit „Pro Tools“ da „rumgemacht“ hat, obwohl es auch parallel von Avid noch Audio Vision gab. Das war ja auch eine sehr beliebte Workstation. Hatte eigentlich auch ein Seher gutes Konzept, aber als wir angefangen haben, haben wir das alles ehrlich gesagt links liegen lassen, haben die Möglichkeiten in „Pro Tools“ erkannt, obwohl sie da auch noch sehr limitiert waren. Wurden dann natürlich auch teils belächelt. Denn es war noch nicht so das professionelle Tool. Haben aber im Laufe der Jahre immer festgestellt, oh, weisst du, ich konnte mit einer Produktion in der „Audio Media“-Karte anfangen und das Projekt dann aber durchschleusen bis zum großen „Pro Tools“ TDM System, wo andere Häuser dann irgendwas im „Neve“ angefangen haben, mussten dann konvertieren um damit ins „Akai“ zu kommen für die Mischung und das war bei uns sehr früh eigentlich so ein Workflow, der ja systembedingt ziemlich glatt und „smooth“ lief und wo die anderen dann unheimlich viel Zeit verloren haben, um eben ihre Mischung und sonst was aufzusetzen.

Markus: Und ich glaube, das war ja auch einer der Hauptgründe, denn diese Formatwandlung ist ja einfach der Tod innerhalb einer Produktion. Weil entweder gehen Sachen verloren oder das das dauert viel zu lange. Und ich erinnere mich dass wir das auch eine Zeitlang mit Nuendo hin und her probiert haben. Und das war ja was, wo wir gemerkt haben, das geht gar nicht. Also da geht man dann lieber komplett auf das andere System, aber so Formatwandlungen sind halt einfach der Wahnsinn.

Josi: Ja, dafür geht einfach zu viel gute Arbeit dann doch immer über die Wupper. Klar, ich hab oder wir haben auch lange „Nuendo" beobachtet und hatte einen Freund, der auch bei Steinberg gearbeitet hat. Die haben auch relativ früh viel Input da gekriegt, als die "Nuendo“-Entwicklung überhaupt anfing von unserer Seite, aber irgendwie haben wir es nie geschafft oder auch am Ende nie durchgezogen auf „Nuendo“ zu wechseln. Es liegt auch mittlerweile daran, dass wir ja doch mittlerweile ein recht großes Haus sind und wir auch einfach Projekte aus anderen Häusern kriegen. Und da muss man einfach sagen, ist „Pro Tools“ das Austausch Format und es ist einfach international das Format. Und ich kann immer sagen das Beispiel „VHS“ und „Betamax“. Meinetwegen mag die „Betamax“ die bessere Videokassette gewesen sein.

Markus: Nützt aber ja nix… Josi: Und klar ist bei „Nuendo“ auch alles drin, aber am Ende des Tages nützt das nichts, weil der Workflow ist entscheidend, wie man sich gut untereinander austauschen kann und möglichst keine Arbeit verliert.

Markus: Absolut. Und ihr seid ja jetzt neuerdings auch sogar komplett „Controller“-basiert, habe ich mitbekommen bei euch in der großen Kinomischung. Da stand ja lange Zeit ein, wie ich finde, tolles Mischpult von Euphonix, eine „System 5“. Aber auch diese Zeit ist tatsächlich ja dann jetzt vorbei.

Josi: Die ist jetzt vorbei. Also ich meine die „System 5“ hat jetzt 11 oder 12 Jahre bei uns ihren Dienst gemacht und das auch wirklich gut. Als wir damals vor der Entscheidung standen, gehen wir auf einen Controller oder gehen wir noch auf ein echtes Mischpult, waren zu der Zeit Controller tatsächlich eben noch nicht so ausgereift und noch nicht so cool, wie es heute ist. Und deswegen haben wir uns damals für das Pult entschieden und das war auch eine sehr gute Lösung. Und auch dieses Pult hat uns ja auch durch seine Möglichkeiten, denn es ist ja auch ein Controller, die letzten Jahre in der Übergangszeit geholfen. Ja, es wurde tatsächlich gar nicht mehr als Pult benutzt, also mit seinen eigenen DSPs, sondern nur als Controller. Dadurch konnten wir trotzdem sehr gut mit dem Ding arbeiten. Ja und jetzt haben wir halt, im Zuge des Umbaus, auf die S6 umgestellt, weil auch die Unterstützung „Pro Tools“-softwareseitig ja jetzt zum Erliegen gekommen ist. Wir haben in den anderen Studios jetzt auch Avid S4 gewählt und sind da also im Moment komplett neu aufgestellt. Und wir merken auch, ja, in den letzten Jahren war das einfach so, wenn du deine „Pro Tools“-Session umschneidest, ist es ist einfach toll wenn du deine Automation im Pult nicht auch noch nachschneiden musst. Und da denkst du am Ende, war es jetzt wirklich mein Mix und so weiter und so fort. Und auch jetzt diese Controller Mischungen sind insofern toll, dass ist jetzt auch gerade bei dem Film „Catweatzle“, wo dann eben Falk, mein Partner, Sachen schon vorgemischt hat und ich konnte die Mischung in meiner Edit Suite quasi „zünden“ und dem Regisseur schon mal vorab präsentieren. Also man hatte noch einen viel besseren Höreindruck.

Markus: Ja, das gab’s zu meiner Zeit noch nicht!

Josi: Genau. Und das sind jetzt einfach so neue Sachen, die durch dieses Controller-basierte Mischen und so wie das überhaupt heutzutage alles funktioniert, eben mit den leistungsfähigen Rechnern und so weiter und so fort. Die sind natürlich super.

Markus: Aber das setzt ja auch voraus, dass du in der Mischung HDX Systeme hast und musst du dann in der Edit Suite auch sowas haben oder reicht da schon was anderes?

Josi: Da muss man tatsächlich sagen, da würde ich jetzt auch nicht frevlerisch antworten, aber mit einem guten nativen System und einem leistungsfähigen Rechner kommst du eigentlich genau so weit wie bei einem HDX System. Ein HDX System, muss man sagen, braucht man noch, wenn man wirklich viele I/Os braucht oder im Falle von Dolby Atmos eben diese 128 I/Os braucht, um eine Dolby RMU für Kino bestücken zu können.

Markus: Was ja nichts anderes ist, denn da brauchst du eben auch wieder viele I/Os dafür.

Josi: Ganz genau, so das ist eigentlich das einzige Limit und jetzt würde ich mir halt wünschen, dass hoffentlich vielleicht in nächster Zeit das dann doch mal eine native Avid Karte in Zukunft rauskommt, die genügend I/Os hat um z.B. eine Kino Dolby RMU zu speisen. Also ich glaube HDX Technik ist ja mittlerweile auch schon bestimmt 10 Jahre wieder auf dem Markt oder sowas. Und ich würde behaupten ja, die ist irgendwo auch schon so ein bisschen in die Jahre gekommen, weil einfach dieses Handling zwischen nativ auf die DSP Chips und zurück und so weiter. Ich hab immer das Gefühl, dass wenn man so zwei Rechner vergleicht ein gutes HD Native und ein HDX System, dass das HD Native System am Ende des Tages flüssiger läuft als das HDX, weil es nicht diese Übersetzungs-Schritte machen muss.

Markus: Aber glaubst du das? Also ich nicht so ganz… Also ich bin ja nicht mehr so tief drin, aber so ganz naiv würde ich mir ja vorstellen, es wäre ja toll wenn man einfach ProTools als Software hätte und einfach irgendeine Netzwerkbasierte Hardware daran nutzen könnte, um I/Os zu haben! Das wär doch irgendwie ein Traum. Okay und dann macht doch die Software teurer, denn ich kann ja verstehen, dass man immer diese Hardware oder die DSP gebaut mit den I/Os, um damit natürlich noch Umsatz zu machen. Das war ja bestimmt so ein Ansatz von Avid. Aber das könnten sie ja immer noch machen. Sie könnten ja immer noch ihren Kunden das modular irgendwie anbieten. Aber warum macht man das nicht einfach alles auf Dante oder auf AVB? Das ist ja jetzt schon im Haus, denn das gibt es bei Avid ja im Live Bereich und man geht einfach komplett weg von irgendeiner Karte. Dann wäre halt die Karte da nur noch, die dann eben den sauberen Netzwerk Port dafür bietet. Na, vielleicht eine Dante Karte, die man lizenziert. Das wird wahrscheinlich nicht passieren, weil es nicht von ihnen ist. Aber so könnten Sie AVB oder so anbieten. Das wäre doch eigentlich der Traum für die Zukunft.

Josi: Ja, im Grunde genommen machen Sie das ja auch. Ich glaube, das neue Interface, dieses Carbon, was jetzt rausgekommen ist. Wobei das ja auch stärker jetzt an die Musik angelegt ist, weil es ein Stereosystem ist und kein Surroundsystem für die Filmtonnachbearbeitung.

Markus: Das ist auch AVB. Aber da gibt's quasi eine Karte von Avid, die ich dann nutzen muss, oder wie?

Josi: Na ja, das ist eigentlich ein 19 Zoll Audio Interface, wo die auch beide Welten wohl verheiratet haben. Ich hab's mir auch noch nicht so genau angeguckt, aber soweit ich das jetzt so von den Infos weiß, ist das halt letzten Endes auch wie so eine Art HDX1 Karte, wo du halt, wenn du Live Recording willst latenzfreie Plugins usw. einschleifen kannst. Und dann kannst du das ganze Ding aber auch wieder nativ umschalten, um halt eben nicht limitiert zu sein mit der einen HDX Karte, sondern eben auch die Rechner Performance nutzen zu können.

Markus: Klingt aber eher einfach nach so einem Zwischenschritt.

Josi: Also ich würde jetzt mal behaupten, die Firma ist bestimmt dran noch irgendwas neues zu entwickeln, müssen sie ja. Ich sag jetzt mal HDX ist doch jetzt schon mit fast 10 Jahren auch wieder in die Jahre gekommen. Und ja, ich bin auch gespannt, was da für eine Lösung in Zukunft kommt. Aber irgendwas wird da kommen und letzten Endes ist „Pro Tools“ ja doch schon so offen. Du kannst ja externe Hardware benutzen.

Markus: Du hast dann halt nur die Spur-Limitierung dann irgendwo. Die gibt's ja immer noch, oder?

Josi: Ja, die haben dann ein I/O Limit für Drittanbieter Hardware, das haben sie schon. Aber wobei ja, I/Os ist ja heutzutage auch die große Frage, wieviel I/Os braucht man wirklich noch? Und ich weiß auch nicht so aus dem Kopf, ob das jetzt auf 64 oder 32 I/Os limitiert ist. Aber grundsätzlich haben sie sich da in den letzten Jahren doch sehr geöffnet. Vielleicht nie so konsequent, wie das manch ein User haben will.

Markus: Da haben wir ja schon oft darüber gesprochen, das zieht sich ja durch die Avid Geschichte und letztendlich kaufen die Leute es ja trotzdem. Also scheint es ja auch so gut zu sein. Da können die Leute sich ja soviel darüber aufregen wie sie wollen. Aber es hat einfach seinen Wert auf dem Markt.

Josi: Absolut. Es ist eben ein Standard Produkt, was ein ganz gewissen Standard bedient und das auch eigentlich sehr solide. Klar, wenn ich das immer vergleiche, manchmal mit anderen Hardwareherstellern, dann würde ich das auch sagen, da sind manche einfach moderner unterwegs als das was Avid jetzt da an Hardware anbietet. Aber ja, es ist halt nun mal so. Dafür ist die Software einfach leider auch ne super Sache!

Markus: Absolut Josi, wollen wir auch noch ein bisschen über deine Musik reden?

Josi: Ja, können wir mal machen.

Markus: Denn das ist ja nochmal etwas ganz anderes. Erstens als das was du bei der Torus macht und zweitens ist es auch was anderes als was wir machen. Also es hat ja so gar nichts mit Pop- oder Rockmusik zu tun, die im rurtonproducing-Team so passiert. Erzähl doch mal…

Josi: Ja, ich hab da im Prinzip zwei Musikprojekte. Einmal mit dem Erik Seifert zusammen. Ja, mein bester Freund, den ich schon seit 40 Jahren kenne. Und wir machen im besten Sinne des Wortes noch echte „Weltraum-Musik“. Ja, im Prinzip angelehnt an Tangerine Dream, Jean-Michael-Jarre, diese ganzen alten Recken aus den 70ern da. Irgendwie haben wir beide ja letzten Endes auch über diesen Einfluss zum Synthesizer gefunden. Und ab und zu machen wir da immer nochmal so ein Release und arbeiten in dieser Richtung. Ich würde schon sagen, dass wir da einen eigenen Stil entwickelt haben, ganz klar. Aber ja, wir sind natürlich stark von diesen alten Jungs da beeinflusst und das macht uns einfach sehr viel Spaß in der Richtung zu arbeiten.

Markus: Korrigiere mich, wenn ich das falsch wiedergebe, aber ich finde das Spannendste, das ihr - weiß nicht, ob ihr das immer macht, aber ihr habt es ja einmal gemacht für ein Album - das wirklich live recordet oder auch wirklich live einspielt.

Josi: Ja, also da sind wir tatsächlich in den letzten Jahren auch eher zu übergegangen. Es ist auch bei dem anderen Musikprojekt, was ich mache. Ich sitze ja einen ganzen Tag vorm Bildschirm und so weiter und so fort. Und in den letzten Jahren hatte ich auch sehr viel Vorliebe wieder für für echte Instrumente, sprich die Haptik. Und es ist halt irgendwie so, dass die Musik so entsteht, dass man da rumjamt. Und das ist ja eigentlich das Tolle bei Musik, wenn man dann Musik auch gemeinsam macht. Der eine spielt was und der andere reagiert drauf und auf einmal passiert etwas, was ich immer sage, ja, das ist so ein „Magic Moment,“ das machst du normalerweise nicht so alleine vorm Bildschirm wenn du Musik programmierst.

Markus: Es gibt hier im Studio, und ich werde dafür immer wieder aufgezogen, weil ich einmal den Satz gesagt habe, ich glaube, es war im Vorlauf zu einer Live-Session, ja, dann sitzt du da in der Regie und dann pegelst du alles und dann fangen die Musiker an zu spielen und da ich habe gesagt „Aufeinmal war da Musik!“ Seitdem ziehen die Jungs mich damit auf. Aber das beschreibt das total schön, das ist das, warum ich das mache. Weil in dem Moment, ja, das ist ein cooler Moment einfach. Dann passiert einfach was. Diese Interaktion zwischen den Musikern und die Technik tritt dann auch einfach in den Hintergrund. Die ist halt da und die macht es nur möglich, dass man es halt zusammenführt, aber dann passiert da Musik. Und das ist was großartiges und wir versuchen es deswegen oft zu machen und laden ja auch Musiker ein, um halt live Sachen zu tracken und auch Live Sessions als Grundlage für Layouts zu nehmen. Und das kann ich total verstehen, weil das ist einfach etwas anderes, als wenn man Sachen „schichtet“. Also das ist ja auch mal total genreabhängig. Es gibt ja Genre, wo das überhaupt nicht funktioniert und es auch nicht davon lebt, ganz sicherlich. Aber nimm mal eine Jazz Kapelle, da stellt das keiner in Frage, da muss das so sein, sonst gibt's keinen Jazz! Und naja, in der Popmusik, also bei uns ist das halt nicht immer so. Es gibt Popmusik, die das vielleicht auch nicht braucht oder wo die nicht davon lebt. Aber ja, das was du sagst kann ich total verstehen.

Josi: Ja, es gibt ja Leute, die haben die Skills, die können das auch alles programmieren und so weiter und sofort. Uns hat das in letzter Zeit einfach sehr viel Spaß gemacht, auch vor einem echten Hardware Synthesizer mit der Haptik zu sitzen. Und ich sage, in dem Moment, wo man gemeinsam musiziert entsteht aufeinmal ein Gefühl. Und dieses Gefühl verleitet dich dann dazu, in dem Moment das Filter auf und wieder zuzudrehen. Das entsteht einfach. Dadurch wird es einfach sehr organisch und ich sage jetzt in Anführungsstrichen nochmal „nicht programmiert“, sondern so fängt es an zu leben. Und das hat natürlich was damit zu tun. Ja, ich hänge ja hauptberuflich schon den ganzen Tag vorm Bildschirm und irgendwie dann so einen echten Synthesizer oder so anzufassen und da Knöpfchen zu haben und damit zu agieren, während man musiziert. Das ist irgendwie einfach ein anderes Erlebnis. Ich gehöre auch nicht zu der Fraktion, die sagen „Boah, die Plugins klingen nicht so gut wie die Hardwareteile!“ Darum gehts nicht, sondern es geht einfach um dieses Haptische. Klar, wenn es auch ein ein alter analoger Synthesizer ist, dann hat er auch ne Menge Sexappeal, weil das natürlich so Geräte sind, die ich von meinen Vorbildern kenne und einfach sage, ja, der hat was weiss ich wer mit rumgeklimpert und das Ding ist einfach geil weil es auch geil aussieht. Und verbunden mit Haptik und Klang und dieses Anfassen entsteht da trotzdem so eine Art Klanggefühl was mich einfach manchmal mehr antörnt als nur mit der Maus am Plugin herumzuschieben.

Markus: Genau das haben wir auch zu anderen Themen hier immer schon wieder besprochen dass mir das auch so geht. Deswegen steht ja auch hier immer noch das Pult und habe deswegen habe ich auch immer noch Outboard. Was manche gar nicht verstehen können oder sagen, das braucht kein Mensch. Ich stelle das auch gar nicht in Frage, weil es gibt wunderbare Produktionen, Mischungen und Masterings nur aus der DAW, die sozusagen nur in der digitalen Welt passieren. Die Diskussionen fange ich auch gar nicht an.

Josi: Da hat auch jeder seinen Weg. Aber bei mir hat es einen anderen Weg genommen.

Markus: Bei mir ist es halt auch so, dass ich diese Haptik total nachvollziehen kann, weil in dem Moment, wo ich einen EQ oder einen Kompressor anfassen kann ist das für mich anders als am Display zu arbeiten. Das ist einfach so und alles hat halt seinen Wert. Und so wie jeder sich das einrichtet oder wie er schneller ans Ziel kommt, kann ich total gut nachvollziehen. Ich finde es halt nur besonders für eure Musik. Es ist vielleicht schon außergewöhnlich, so finde ich.

Josi: Ja, also ich meine es gibt ja unglaublich viele Freaks und auch die Zimmer sind voll. Und auch die Industrie hat ja mittlerweile ganz hervorragend drauf reagiert. Es gibt ja so viel neue Produkte, die jetzt auch alle wieder Drehregler haben und Haptik. Und wo man auch merkt, früher war immer das Bestreben so ein Keyboard sollte alles können MultiMode und Bla und blub um 20 Sounds gleichzeitig und überall noch Hall und Delay und haste nicht gesehen. Aber das hat das Ding am Ende auch so unbedienbar und irgendwie unattraktiv gemacht. Das irgendwie keiner Bock mehr drauf hatte. Und jetzt? Viele Hersteller releasen ihre alten Synthesizer neu, legen die wieder neu auf. Teilweise natürlich auch zu sehr hohen Preisen. Aber auch da hab ich das Gefühl, dass die Leute wieder da nach schreien. Weniger ist manchmal mehr, weil die Dinger können gar nicht viel, aber das was sie machen, machen sie richtig gut und sie sind anfassbar und sie sind nachvollziehbar und sie machen eben einfach Spaß beim Musizieren. Dieses Regler drehen und nicht durchs Menü steppen. Ich sage immer, wenn Synthesizer so komplex wird in Hardware Form, ja dann kann ich auch tatsächlich zum PlugIn greifen. Aber wenn ich ein Synthie habe, der übersichtlich ist, der Klangergiebig ist und mich zum Drehen einlädt und da trotzdem sehr viel passiert, obwohl der Parametersatz eigentlich recht klein ist, dann ist das einfach mega!

Markus: Und das andere Projekt von dir, das hast du noch nicht erzählt. Ich hab dich wahrscheinlich wieder unterbrochen oder in die falsche Richtung geleitet.

Josi: Das andere Projekt, das würde ich so einordnen unter „modernen Ambient“. Das ist auch nicht regelkonform musikalisch, sondern sehr frei schwingend. Und ich betrachte das Ganze auch immer mit Mario zusammen. Das ist schon eine Klangreise, was man da so bastelt. Das ist auch musikalisch dudelt man da gar nicht wahnsinnig rum. Aber da ist glaube ich die Qualität auch, dass in den wenigen Noten, die da eigentlich zugange sind, dass man aber doch ständig, ja innerhalb des Sound Designs ständig den Sound trotzdem bewegt. Der ist sehr organisch. Das ist nicht statisch, sondern das ist gar nicht so viel Gespieltes. Aber trotzdem verändern sich die Klänge permanent und das macht es glaube ich fürs Ohr recht interessant, da auch mal hin zu hören.

Markus: Ja, cool! Dann haben wir jetzt viel drüber geredet. Ich würde sagen, der Josi hat uns zwei Sachen zur Verfügung gestellt, aus beiden Projekten jeweils. Und da hören wir jetzt einfach mal rein, damit ihr so einen Einblick bekommt, was der Josi da cooles macht.

Musik (42:38-44:25)

Markus: Ja, sehr cool. Ich denke, da haben ihr einen coolen Einblick bekommen und wir verlinken das auch hier mal in den Shownotes. Wenn ihr euch da weiter informieren wollt, was es da sonst noch gibt an Musik, die ihr von Josi und seinen beiden Partnern da finden könnt, dann könnt ihr euch ja mal durchklicken. Du hast mir auch erzählt, ich weiß jetzt gar nicht für welches deiner beiden Projekte, aber ich glaube, das mit dem Mario, da seid ihr auch dabei - und das finde ich echt interessant, weil das so bei uns in der Popwelt so gar nicht ankommt - das Ganze in „Dolby Atmos“ zu mischen. Ich glaube, es ist nicht nur Mischen es ist dann tatsächlich eher mehr Editing und Neudenken, glaub ich für "Dolby Atmos“. Da musst du uns mal ein bisschen mehr reinholen.

Josi: Ja, das war so gesehen gar nicht so voll auf dem Plan. Aber das rührte daher, dass wir mit der Firma letzten Endes eine zertifizierte „Dolby Home Atmos“ Mischung eingerichtet haben, die wir für „Netflix“ Shows, die wir machen oder „Amazon" benutzen werden. Und daraus hat sich auch dieser Musikaspekt ergeben, weil in der Richtung gibt's einfach grade noch sehr wenig Content. Und wenn man das mal in dem Format gehört hat, dann ist das so irgendwie gefühlt wie von Mono auf Stereo, von Stereo auf 5.1, von 5.1 auf Atmos. Also man muss schon sagen, dass dieses neue Format. was Musik angeht, einfach nochmal etwas mehr für die Sinne ist. Es ist natürlich ein Riesen Hardware Aufwand, den man sich so nicht unbedingt ins Wohnzimmer klemmen kann, weil es sind einfach ne ganze Menge Lautsprecher mehr nötig.

Markus: Also rein technisch ist es ja, so wie ich das Verständnis habe, trotzdem auch coole adaptierbar auf InEar-Lokalisation bei Kopfhörern. Das ist das Spannende eigentlich.

Josi: Absolut. Da ist eben die Technik auch insofern weiter, dass da viel an Virtualisierungslösungen gerade gearbeitet wird. Es gibt diverse Soundbars, die das ganz gut wiedergeben können. Natürlich, ein diskretes System bleibt ein diskretes System, da gibt's nichts. Aber was da gerade so technisch geht bei der Runterskalierung ist einfach enorm. Und auch jedes iPhone und ich glaube auch die Android-Handys, die haben das alles drin und das ist schon wirklich eine Erweiterung für die Sinne und ich würde das immer so beschreiben, dass man einfach dadurch, dass man da so 360 Grad beschallt wird aus mehreren Richtungen und von oben. Ja, man sitzt einfach mehr in der Musik und das kann man sich so kaum vorstellen. Aber wenn man es dann einmal hört und schaltet es dann wieder von diesem Format auf Stereo um, dann sagst du „Mach das weg!“

Markus: Ich durfte ja schon mal einen Abend bei dir hören und fand es auch echt beeindruckend. Zum ersten Mal eigentlich, dass ich so dachte „Boah, das ist echt ein Schritt!“ Weil ich durfte ja oft schon „Dolby Digital“ oder 5.1 früher hören und habe da auch Musiksachen gehört, aber das war jetzt nie so krass, eher „Okay, kann man machen“. Ich fand das aber jetzt - und vielleicht kommen da auch zwei Sachen zusammen - dass dieses andere Format, was nochmal viel aufgeteilter ist, „Dolby Atmos“, aber vielleicht auch deine Musik, die dafür wie gemacht ist, weil es einfach einen so auf eine Reise mitnimmt und man echt die Augen zu machen kann und sich mitnehmen lässt. Und dafür ist es halt perfekt, weil die ganze Zeit Dinge um dich herum passieren, wie du gerade gesagt hast, du bist halt mittendrin und das ist echt spannend. Und wenn du dann auf Stereo zurückschaltest, ist es auf einmal als würdest du vor einer Wand sitzen.

Josi: Ja, das ist es halt genau. Es wird einfach bedeutend kleiner auf einmal, obwohl es vorher schon wirklich in Stereo toll war. Aber wenn du einmal das Erlebnis hattest, sagst du dir „Nee, ich will gar kein Stereo mehr hören, sondern das ist es!“

Markus: Ja, und jetzt kommt ein ganz schlechter Vergleich: Es ist wie Elektro Bike fahren und wenn du dann den Motor wieder ausmacht fährst du auch gegen die Wand. Und du denkst die ganze Zeit, nee, es ist ja gar nicht so viel Motor!? Also ich fand es auch echt beeindruckend, also Wahnsinn!

Josi: Aber das ist jetzt bei unserer Synthesizer Musik, klar, da kannst du auch mal Objekte ebenso fliegen lassen und so. 

Markus: Wir haben doch, glaube ich auch, irgendwie eine Pop Nummer gehört. Und da fand ich es schon wieder schwierig. Da kommen dann ja wieder tausend Fragen, die ich mir dann so stelle, wo zum Beispiel die Bass Drum oder der gesamte Rhythmus passieren muss oder wo sind die Vocals und so. Also da finde ich das immer sehr konstruiert und fand das früher auch schon bei 5.1 Produktionen so. Wobei ich das bei einer Live Session sofort adaptieren konnte. Okay, man schmeißt da den Raum rein und dann bist du auch dabei. Dann ist da die Bühne und so…

Josi: Das wollte ich halt sagen. Also ich versuch auch die ganze Zeit zu definieren und würde auch behaupten weniger ist da mehr. Es darf nicht alles rumfliegen. Das ist jetzt vielleicht bei unserer Musik dadurch dass die elektronisch ist und du vielleicht jetzt nicht so die natürlichen Räume dabei hast, animierst du das dadurch ein wenig. Aber ich finde es auch komisch, wenn jetzt gemischt wird, also ne klassische Pop Nummer und die Vocals irgendwie hinten oder oben links liegen. Nee, das macht natürlich überhaupt keinen Sinn. Deswegen ein paar Pop Nummern, die ich gehört hab, sind manchmal für mich auch schon zu viel des Guten, wo ich einfach sage nee, es bleibt dabei, vorne spielt die Musik. Es darf nicht sein. Was aber natürlich supercool ist, sind halt eben akustische Aufnahmen, nehmen wir an von einer von Jazzband in irgendeinem coolen Raum. Und du nimmst das so auf und hast diese räumliche Aufzeichnungen und gibst das über so ein System wieder, dann hast du wirklich das Gefühl, du bist eigentlich noch in diesem Raum. Das ist einfach mega und da muss nichts rumfliegen. Aber du hast einfach durch diese Lautsprecher um dich herum diese räumliche Abbildung. Du hast du einfach das Gefühl, du wärst da mit in diesem Saal!

Markus: Aber da finde ich ja die spannende Frage, und die hatte ich auch früher schon bei Dolby Digital - dann gab's auch schon mal unter Kollegen im VDT diese Diskussion - ich finde halt so ein Produkt, das ist dann eine Produktion und es muss dafür produziert sein. Weil die Idee mag bei Klassik oder bei der Musik vielleicht anders sein, aber zum Beispiel jetzt eine echte Jazzband oder eine Pop Kapelle, die will ich ja nicht unbedingt so aufnehmen, wie sie da vor Ort war, sondern ich möchte ja sogar eingreifen können wie ein Regisseur und sagen, naja, vielleicht möchte ich das Instrument oder den Backing Gesang jetzt nach vorne nehmen. Also ich muss es ja trotzdem mischen und produzieren für dieses Medium, weil nur Mehrkanalmikrofonie machen und die einfach dann auf die Wege ausspielen ist ja nicht das, was ich eigentlich möchte, denke ich. Also das das fand ich jedenfalls früher immer die Limitierung bei Mehrkanal oder 5.1, das funktioniert für gewisse Genre. Aber ich fand, für Popmusik hat mich das irgendwie nie beeindruckt. Dachte mir immer, na ja, das ist eigentlich zu wenig. Da kann man halt mehr machen. Ich meine nicht, dass die Bass Drum durch die Gegend fliegt, sondern dass ich mir halt Gedanken mache. Was ist jetzt irgendwie wichtig in dem Song und auch nicht das ganze Konzert über gleich. Das finde ich dann eher spannend. Und da ist natürlich auch immer die Frage, ob man jetzt für „Dolby Atmos“ wieder das Geld in die Hand nimmt und das dann wieder neu mischt. Das ist ja eher sehr unwahrscheinlich. Obwohl es ja rein technisch eigentlich so sein muss, weil es ja gar nicht so die Blackbox gibt die es dann zu „Dolby Atmos“ macht, oder?

Josi: Ja, du kannst das theoretisch so künstlich aufblasen, aber das macht natürlich keinen Sinn! Sondern eine angepasste Mischung ist da schon der richtigere Weg, ganz klar. Aber nochmal, ich finde einfach so, wie sich Räumlichkeit jetzt mit dem System nochmal so abbilden lässt, eben wenn eine schöne Jazz Kapelle in irgendeinem coolen Raum spielt und du zeichnest das nur auf, hast du einfach ein unglaublich tolles räumliches Gefühl und du sitzt da so mittendrin und das ist ein absoluter Mehrwert. Wo ich dann immer sage, na bei unseren den Synthesizern oder Pop Produktionen, ja, da kannst du auch mal ein paar Objekte wandern lassen. Aber da ist auch Vorsicht geboten, weil das ist natürlich in den ersten 30 Sekunden vielleicht absolut beeindruckend. Weil du sagst, oh, wo kommt das denn jetzt hier her usw. aber auch dieser Effekt nutzt sich schnell ab. Also das würde ich auch definitiv unterschreiben, weniger ist mehr, das muss man behutsam machen und klug. Jetzt muss ich aber auch sagen, wir sind auch in dem Format da neu unterwegs. Ja, ich glaube, da gibt's auch einfach noch sehr viel zu lernen, wie man es am besten macht.

Markus: Aber das ist auf jeden Fall spannend. Und denkst du das hat seinen Markt irgendwie für die Popwelt. Oder meinst du das kann man noch gar nicht so abschätzen.

Josi: Ich bin da selbst ein bisschen skeptisch, weil ich einfach sage, ja, grundsätzlich ist der Hardware Aufwand ein recht hoher. Werden die Virtualisierungslösungen noch besser ist es schon ziemlich okay.

Markus: Aber hast du Erfahrungen? Also wenn man jetzt sagt, Kopfhörer ist für mich jetzt keine Wahl, weil ich möchte das vielleicht auch mit zwei, drei Leuten im Raum hören und trotzdem keine 16 Lautsprecher aufhängen. Hast du so eine Soundbar mal gehört? Also zum Beispiel so eine Ambeo von Sennheiser oder so. Also die richtig guten?

Josi: Ja, die hab ich schon gehört und die ist auch richtig gut. Das muss ich ganz ehrlich sagen, ich war selbst auch sonst nie ein Fan von 5.1 Anlagen. Vor allen Dingen nicht mit den Subwoofern, weil ich immer dachte der Subwoofer tanzt mir durch die Wohnung. Ja, das war mir irgendwie immer zu viel. Und selbst wenn du den -10 dB runter regelst ist er immer noch zu laut.

Markus: Und auch das Problem, dass das diese Systeme oft als Satellitensysteme verkauft wurden, wo der Subwoofer eigentlich die Limitierung der Lautsprecher mit aufgenommen hat und dann konntest ihn orten und dann funktionierte die komplette Mehrkanal Wiedergabe gar nicht mehr.

Josi: Aber es ist ja auch, wie immer so bei der Akustik, der Sennheiser Ambeo klingt wirklich wunderbar, aber en kannst natürlich auch nicht in einem Wohnzimmer anwenden, was komplett gekachelt ist und irgendwie links ist die Glas Balkontür, weil der lebt natürlich auch davon, dass er über seine Virtualisierunglösung an gewissen Wänden mit Reflexionen arbeitet, damit du quasi diese Boxen, die nicht existieren simulieren kannst. Und wenn deine Grundakustik da nicht stimmt, dann kann das Ding natürlich auch keine Wunder vollbringen.

Markus: Ja, das ist irgendwie wie immer!

Josi: Das ist so gesehen ein zweischneidiges Schwert. Weil ich weiß ja, ein Zuhause ist ein Zuhause und eben kein Studio und da ist es sehr oft schwer.

Markus: Aber ich glaube, dass man hier zumindest, weil ja die InEars, also jetzt auch in Corona Zeiten habe ich das Gefühl, dass ist nochmal mehr verbreitet worden. Also selbst Menschen, die nie drüber nachgedacht hätten, überwiegend Kopfhörer zu Hause zu benutzen, hat das jetzt voll den Push gegeben. Also ganz viele Menschen um mich herum haben jetzt InEar Kopfhörer, die das vielleicht gar nicht wegen Musikhören oder so haben, sondern weil sie halt viel online telefonieren müssen. Vielleicht kann das einfach nochmal so ein Schritt in die richtige Richtung sein, weil wenn dann das da funktioniert und das da gut adaptierbar ist, dann könnte ich mir das schon mehr als einen Markt vorstellen. Also, ich finde, zuhause Lautsprecher aufstellen in der Menge, das hat ja schon mit 5.1 nicht funktioniert oder selbst mit Dolby Surround, wo es nur vier Lautsprecher waren, hat das schon nicht funktioniert. Ja, bin mal gespannt.

Josi: Also, wie gesagt, selbst bei mir zuhause gibt's so ein System auch nicht. In gewisser Weise bin ich dann da auch Ästhet und wenn ich die Kabel nicht unter Putz legen kann, dann kommt mir das auch nicht ins Haus.

Markus: Ja, es ist ja tatsächlich so, es ist einfach ein großes Argument. Na ja, du willst ja nicht in dem Wohnzimmer sitzen, was aussieht wie ein Studio. Das will niemand. Vom Finanziellen ja mal abgesehen, das ist ja keiner bereit zu zahlen für. Es ist ja eher so heute stellen wir noch einen Speaker für 200 Euro auf und das muss dann schon reichen. Na ja, schwierig, aber trotzdem spannend. Und ich freue mich auf jeden Fall, wenn die Platte ganz fertig ist, das mal zu hören bei euch. Ich glaube, mein ehemaliger Kollege Gerald mischt das mit dir, oder? Josi: Genau.

Markus: Viele Grüße gehen an dich, Gerald. Ich freue mich auf jeden Fall auf den fertigen Mix. Das komme ich mir anhören.

Josi: Sehr gerne, Markus!

Markus: Sehr cool. Dann würde ich sagen jetzt wir auch schon lang genug. Ich hab schon wieder genug zu schneiden und sonst wird das hier schon wieder zu lang. Diesmal bin ich ja alleine. Zähl also diesmal alleine runter und muss auch alleine brüllen. Das musst du jetzt einfach ertragen… Also vielen Dank Josi für deine Zeit und ich finde, du hast uns coole Einblicke gegeben.

Josi: Ja, tschüss!

Markus: Tschüss Josi! Unterstützen kannst du uns auf jeden Fall dadurch besser sichtbar zu werden, indem du uns bei iTunes abonnierst oder uns auch eine Bewertung schreibst. Das hilft und freut uns sehr. Außerdem kannst du dir sicher vorstellen, so ein Podcast zu machen kostet Zeit und Geld. Wenn uns dabei unterstützen möchtest, kannst du das wie folgt tun: Paypal mit dem Betreff „Reingetackert!“ an den Account paypal@rurton.de. In den Shownotes findest du auch heute alle wichtigen Infos zur Folge unseren Gästen oder anderen Sachen, die wir in unserem Gespräch erwähnen. Du findest uns unter www.rurtonproducing.de, auf www.reingetackert.de oder auf Insta bzw. Facebook über „rurton.de". Wir sind immer offen für Anmerkungen und Kritik oder auch Ideen für unseren Podcast. Das kannst du uns gerne einfach über reingetackert@rurton.de zukommen lassen. Wir freuen uns über ein Abo oder Kommentare, denn die helfen der Sichtbarkeit unseres Podcasts. Möchtest du uns unterstützen, dann paypal@rurton.de. Auch hier findest du alle Infos in den Shownotes. Vielen Dank fürs Zuhören. Und jetzt heißt es wieder und diesmal muss ich da alleine ran: Drei, zwei, eins… Reingetackert!


Noch keine Kommentare vorhanden.

Was denkst du?


© rurton              

Newsletter? E-Mail eintragen: