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“Karo Fruhner”, Sängerin und Vocal Coach bei Marcel [016]

INHALT

Marcel trifft heute auf einen ganz besonderen Gast, nämlich Karo Fruhner, 34, aus Köln. Sie ist Sängerin, Vocalcoach, vor allem aber auch Musikerin, Songwriterin, und sie spielt auch ein Instrument. Arnheim-Absolventin in Jazz und Popgesang, wohnte in Münster, London, Arnheim und schließlich wohnt sie jetzt in Köln.

Ein Leben zwischen Coaching, Dienstleistung und Kreativität. Hört rein was die Beiden so über “Musiker-Typen”, HochzeitssängerInnen und Selbstreflexion zu erzählen haben.


SHOWNOTES


TRANSKRIPT

Marcel: Hallo und herzlich willkommen zu „Reingetackert!“, der Audio-Podcast aus dem rurtonproducing-Umfeld, aus dem rurtonstudio. Und heute habe ich einen ganz besonderen Gast für euch, nämlich Karo Fruhner, 34, aus Köln. Sie ist Sängerin, Vocalcoach, vor allem aber auch Musikerin, Songwriterin, und sie spielt auch ein Instrument. Arnheim-Absolventin in Jazz und Popgesang, wohnte in Münster, London, Arnheim und schließlich wohnt sie jetzt in Köln. Sie ist wirklich sehr umtriebig, was sie alles an Jobs macht und so. Das werden wir gleich mal ein bisschen auseinanderklamüsern, weil das bei uns Musikern ja auch schon mal etwas komplizierter ist. Ich freue mich auf jeden Fall wahnsinnig. Wir hatten selbst schon ein paar Berührungspunkte. Karo hat mich selbst gecoacht als Vocalcoach, und ich hatte wirklich wahnsinnig viel davon, und ich kenne sie aus der Zusammenarbeit von „Unlimited – Das Zerbrochene Tribunal“. Dazu gab es schon mal eine Folge. Ich weiß nicht, ob ihr euch erinnert. Dort war ich ja als musikalischer Leiter und habe da so ein bisschen Ensemble und Sänger gecoacht, oder ein Stück reingeholt, und hatte da riesige Unterstützung bei einer der Hauptrollen oder eine... auf jeden Fall die spektakulärste Nebenrolle, nämlich die Tequila, und das war unter anderem Karo. Hallo, Karo! Schön, dass du da bist. Meine erste Frage an dich ist, du bist vieles, schlägst du dich dabei auch, wie ich, dein halbes Leben lang schon mit Begrifflichkeiten umher?

Karo: Hallo, Marcel! Schön, dass ich dabei sein darf. Nee, gar nicht, weil mir das einfach völlig lax ist, was die Leute denken, oder ob die mich einordnen können oder nicht.

Marcel: Ich dachte so an den Begriff Pianistin zum Beispiel.

Karo: Ja, okay. Das ist meine kleine Schwachstelle.

Marcel: Weil ich kenne das von mir selber, weil, ja, Begriffe sind nun mal eben Begriffe. Aber ich finde ja, du solltest schon längst dein Buch geschrieben haben, und zwar ich sage ja immer, Karo Fruhner, die Stefanie Stahl unter den Vocal Coaches. Ich möchte mit dir einfach mal über das Thema reden, über das wir zwei uns auch schon privat so oft ausgetauscht haben. Was sind die drei Typen Musiker? Kannst du das vielleicht mal für unsere Hörer kurz erklären, die du da immer so typisiert, und was sind die Eigenschaften von denen?

Karo: Es geht ja hier Schlag auf Schlag heute. Ja, die Stefanie Stahl, das ist eigentlich ein Kompliment, oder? Ist für mich ein bisschen geehrt.

Marcel: Ich denke schon.

Karo: Also, das ist ja total unfund-... also, das sind ganz unfundierte Theorien, die ich da habe in meinem Kopf, die einfach in den letzten, ja, 20 Jahren, seitdem ich Musik mache, oder intensiver Musik mache, so aufgekommen sind für mich und mir selbst geholfen haben zu verstehen, warum meine Kolleginnen und Kollegen reagieren, wie sie reagieren.

Marcel: Und genau das…

Karo: Und…

Marcel: Sorry, dass ich kurz reingrätsche. Genau das ist ja der Stefanie Stahl sozusagen…

Karo: Ja, das stimmt.

Marcel: Aufhänger, weil in diesem Buch.... Ich weiß nicht, ob unsere Hörer das kennen. Ich weiß nicht genau, ob ich jetzt was Falsches erzähle, aber da gibt's ja diese menschlichen Typisierungen – die Minister, und diese... der Ideen-Minister, der Organisation-Minister, und ganz viele unterschiedliche. Und Karo und ich haben uns darüber schon mal unterhalten und für mich hat das tatsächlich auch einiges stark aufgeräumt mit meinen Kollegen und Freunden, weil ich viele doch echt besser verstehen konnte.

Karo: Gut, also ich neige ja vielleicht ein bisschen zu Pauschalisierungen, deswegen sind es bei mir nur 3 und nicht 16 Typen. Aber also, ich meine, beobachtet zu haben, dass es drei verschiedene Herangehensweisen an das Musiker Dasein gibt, und das hängt zum einen mit, ja, Persönlichkeitsstrukturen zusammen und zum anderen auch mit der Perspektive aus der man Musik heraus betrachtet. Und da habe ich die Theorie aufgestellt, dass es den Wissenschaftler, den Entertainer und den “Storyteller” gibt. Und das ist quasi der Wissenschaftler ist die “Jazzpolizei”. Also, das ist der Mensch, der Musik aus einer sehr konkreten musiktheoretischen Perspektive betrachtet und dem eben richtig einer abgeht, wenn er krasse „Upper Structures“ bilden darf, oder wenn ein fünfköpfiges Vocalensemble, das richtig sauber singt und da noch nicht mal eine Sechzehntelnote daneben ist. Und dann gibt es den Entertainer. Der ist so... also, der ist natürlich zum einen Entertainer. Heißt, er steht gerne auf der Bühne. Er mag fettes Licht, er mag Nebelmaschinen, und für den bedeutet es, möglichst gut zu performen und möglichst gut zu musizieren, wenn er das sicherlich auch körperlich fühlt, aber vor allem eben Menschen begeistert. Das kann... also, das ist einer, der super gerne in jedem dritten Song einen sechzehnminütigen Mitklatsch- und Sing-Teil macht und sich danach eben... also völlig mit Seelenfrieden von der Bühne geht und sich denkt, boah, heute habe ich den Sinn des Lebens erfüllt.

Marcel: Ja, und auch sehr viele „Yeah’s“ benutzt in seiner ganzen Bühnensprache.

Karo: Genau, aber… ja, genau, doch. Ja, und dann gibt es den “Storyteller”. Den geht es eben darum, seine Geschichte zu erzählen. Ob das jetzt der eigene Text oder ein Cover-Text, ist ziemlich egal. Das ist jemand, der sich persönlich identifiziert mit Lyrics und dem es möglichst wichtig ist, emotional zu singen und die Menschen auch mitzureißen. Und wenn das Publikum nicht versteht, was er oder sie da singt und oder auch spielt – es kann ja durchaus auch ein Instrumentalist sein – dann ist es eben sehr unbefriedigend und frustrierend. Und natürlich gibt es Mischungen dieser Menschen, klar...

Marcel: Sehr klar, dass sich eine Frage...

Karo: Aber das ist so...

Marcel: Eine Frage zwängt sich natürlich jetzt auf: Welcher Typ bist du?

Karo: Also, ich bin im Herzen ganz klar “Storytellerin”, aber ich meine, ich habe natürlich Musik studiert. Ich habe auch mit Coverbands auf der Bühne gestanden und ich möchte auch in den anderen beiden Punkten nicht schlecht sein. Aber so richtig Musik fühlen und dass ich quasi einen Haken hinter meiner Performance setzen kann und sagen kann, ich bin mit mir selbst zufrieden, kann ich nur dann, wenn ich wirklich authentisch auf der Bühne war und wenn ich Herzen erreicht habe.

Marcel: Also, ist das eigentlich ja… ich verstehe. Es ist eine sehr schöne Theorie und erinnert mich so ein bisschen als FIFA-Spieler an diese Grafik. Wenn man jemand einwechselt, da gibt's so eine ganz schnelle Zusammenfassung von wie die Physis, das Tempo, die Schussstärke und so was ist. Also, eigentlich haben wir alle Anteile von denen. Wir sind nicht reine “Abstraktdenker” und “Konkretdenker”, wie bei Stefanie Stahl, und so wären wir es bei dir wahrscheinlich auch nicht, weil ich glaube, ich habe auch wissenschaftliche Anteile.

Karo: Ja, ich auch. Also, mir ist zum Beispiel Intonation sehr wichtig. Und wenn ein Gitarrist mega gut spielt, aber die Gitarre immer ein bisschen danebengestimmt ist, oder ein Sänger wahnsinnig gut geformt, aber immer flat ist, dann befriedigt mich das auch nicht.

Marcel: Verstehe ich. Das ist ja auch so eine Perspektive aus der man Musik hört. Das finde ich auch immer spannend. Ich wurde zuletzt mal gefragt in einem Interview, wo es eigentlich eher so für Tontechniker – das ist so deren Homebase eher – und da wurde ich gefragt, was ist die beste Produktion, die ich kenne. Und ich konnte diese Frage einfach nicht direkt beantworten, weil ich kann halt „Pur – Abenteuerland“ abfeiern, weil ich den Sound für die Zeit und das Arrangement geil finde. Ich kann die erste „Rage Against the Machine“ Platte abfeiern, weil ich einfach denke, jo, die Freunde waren auf der Couch am Durchdrehen in der Regie während die gezockt haben, die Jungs, und man hört das. Und ich kann halt auch, weiß ich nicht, irgendwie, keine Ahnung, aus technischen Gründen dann irgendeine Monsterproduktion von Trevor Horn, von weiß ich nicht was, von... die letzte Robbie-Williams-Platte oder so abfeiern, weil einfach mega Gospelchor noch aufgenommen wurde und sowas. Und ich finde es schon, und das machst du ja da. Das reißt du ja damit auch an. Es verändert ja auch so ein bisschen die Perspektive, wie wir Musik hören, weil man... es gibt ja auch den Fühler.

Karo: Absolut!

Marcel: Also, beim Musikhören es gibt den, der hört das und sagt, boah, was für ein bomben-fetter Mix ist das, bitte. Und da haben wir ja eigentlich auch dann wieder Anteile.

Karo: Ja, absolut. Also, ich denke, wir alle kennen Künstlerinnen, Künstler, Bands, die uns total umhauen, wo wir aber vielleicht sagen würden, ach ja, der Sänger oder die Sängerin ist eigentlich gar nicht so wirklich gut.

Marcel: Verstehe ich.

Karo: Aber wenn das Storytelling stimmt und das eigene Herz erreicht wird, dann reißt einen das ja trotzdem mit. Und diese Frage, was ist eine gute Produktion, würde ich zum Beispiel genauso beantworten. Die Skills müssen stimmen, das Entertainment muss stimmen, also ich muss mich „entertained“ fühlen, und es muss mein Herz erreichen.

Marcel: Genau.

Karo: Und wenn eins davon fehlt, klappt es halt nicht so richtig. Und bezogen auf meine Kollegen und Kolleginnen ist das eben genauso. Also, diese ganze Theorie fing an als ich meine musikalische Laufbahn begonnen habe. Da war ich tatsächlich in einem Vokalensemble und da gab es einen Menschen, der unfassbare Skills hatte – es war ein Beatboxer – der aber andauernd, sagen wir, mich, die damals noch keine Studentin war – es war noch vor meinem Studium – wahrscheinlich unbewusst, aber kritisiert hat, indem er zum Beispiel, wenn wir einen Song geübt und angestimmt haben, immer zu mir gekommen ist, aber nur zu mir, und mit der Stimmgabel mir meinen Anfangston ins Ohr gesummt hat. Und... genau, und das war so jemand, der so Kommentare droppen konnte wie, ja, du bist ja hier die sängerisch schwächste in der Gruppe.

Marcel: Oh!

Karo: Genau! Und das hatte nichts mit meiner Stimme zu tun, oder mit meiner Persönlichkeit, sondern einzig und allein damit, dass mir, vielleicht im Vergleich zu den anderen damals, mit meinem 16 “Lenzen”, noch die Gesangstechnik fehlte und ich nicht immer absolut also intonations-technisch „on point“ war. Und es hatte rein fachliche Gründe. Und damals bin ich damit überhaupt nicht zurechtgekommen. Ich habe mich extrem persönlich angegriffen gefühlt von diesem Menschen und bin im Endeffekt auch nach ein paar Jahren aus dieser Band gegangen deswegen, weil ich mich da quasi heraus gemobbt gefühlt habe. Und jetzt, irgendwie 15 Jahre später, verstehe ich auf einmal, was der für einen Ansatz hatte, weil der der absolute Wissenschaftler ist in jeglicher Hinsicht und dem geht's halt relativ wenig um Storytelling und dem geht es auch relativ wenig ums Entertainen, sondern sein absolutes Gehör ist einfach auf den Kopf gedreht, wenn da nicht alles zu 100% stimmt.

Marcel: Ja, das ist schon interessant, wobei natürlich der Move mit der Stimmgabel immer zu dir zu kommen, der ist ja so ähnlich wie nach der ersten Halbzeit des Gigs die Sängerin fragen, als Tontechniker, du, sag mal, du hörst dich aber gut, ne?

Karo: Ja, ja. Das ist ähnlich.

Marcel: Ach, wie schön! Ja, da haben wir schon ein Teil von deiner Geschichte und was du so machst mal so drin, weil genau darauf wollte ich jetzt mal eben irgendwie zumindest mal kurz eingehen. Du bist ja wirklich ziemlich umtriebig, was Projekte und Dinge angeht. Wir selber haben auch einige Berührungspunkte gehabt schon mal. Auf jeden Fall sind deine Hauptprojekte, so wie ich das verstehe, Frau Karo, wo du deine eigene Musik halt veröffentlichst. Willst du mal zwei-drei Töne dazu sagen? Wir hören uns nachher übrigens auch noch einen Song davon an.

Karo: Ja, super gerne. Genau, das ist mein Baby. Das ist mein persönliches Projekt seit einigen Jahren jetzt schon. Wir machen englischsprachigen Indie-Pop, Alternative. Da geht's viel um Sphären, ganz viele Syntho-Pads, viele Stimmen, viele Chöre, und es ist genau das. Es ist Storytelling Deluxe, würde ich behaupten. Und das ist mir eben auch das Allerwichtigste an dieser Band, zusammen mit meinen Jungs, mit denen ich mich super verstehe, die mir wahnsinnig wichtig sind, und es ist ein reines Herzensprojekt. Früher hatte ich da noch andere Ambitionen, aber mit englischsprachigen Indie-Pop und Frontfrau ist in Deutschland einfach nicht so viel zu reißen. Daher würde ich mittlerweile sagen, ist es mein absolutes Hobby und der Rahmen, in dem ich mich kreativ ausleben kann.

Marcel: Das finde ich total interessant, dass du das so trennst. Da kommen wir auf jeden Fall nochmal drauf zurück. Und ich finde es auch mega und als auch jemand, der diese Wissenschafts-anteile hat, oder ich möchte auch irgendwie… vielleicht hat es auch was mit Ästhetik zu tun irgendwo, mich hat es voll angesprochen. Und ich erinnere mich – du erinnerst dich sicherlich auch noch dran – ich habe mal diesen Song „Hello Patterns“ von dir gehört und bin dann völlig ausgeflippt und habe dir irgendwie auf meiner Laufstrecke eine Sprachnachricht nach der anderen um die Ohren gehauen, wie geil ich das finde. Und das war einfach auch sau gut produziert. Und da treffen sich halt…

Karo: Danke!

Marcel: Ja, aber das meine ich gerade. Da treffen sich mehrere Ebenen auf einmal – Geschmack, es hat einen hohen künstlerischen individuellen Wert, also aus meiner Perspektive. Ich kenne nicht vieles, was so klingt, wie vor allem dieser Song. Der hat mich wirklich umgehauen. Und dann kommt noch das Produzieren und dazu, dass es noch eine Band dahinter gibt. Also, es ist ja auch eine kommunikative Leistung. Und das vergessen so viele heutzutage, dass Songs nicht einfach vom Himmel fallen so.

Karo: Das stimmt. Auch was das Producing angeht, da hast du recht. Also, unser Producer ist der Julian David aus Köln und der ist quasi unser fünftes Bandmitglied, würde ich sagen. Also, der versteht uns zu 100%. Er hat auch genau die richtigen Anteile zwischen Storyteller und Wissenschaftler, nämlich will ich sagen also wahrscheinlich am meisten von uns wissenschaftlich orientiert, aber er räumt dadurch halt auch eben auf und schafft das auch manchmal, mich da emotional ein bisschen auszuklammern. Und ja, das funktioniert super. Das stimmt.

Marcel: Echt cool! Also, am Ende spielen wir euch noch einen kompletten Track zu diesem Projekt vor, und, ja, freut euch auf jeden Fall drauf. Ich habe hier noch so ein paar kleine Stichpunkte von Sachen, die du gerade machst. Du hast eine ziemlich lustige... Ist es so eine Hairspray-artige Coverband? Also, auf jeden Fall ist euer Arbeitstitel nicht Jochen, sondern „Deep Purples“. Das hat uns der Felix Tersteegen übrigens vor ein paar Folgen auch schon erzählt. Ihr seid zusammen in einer Band und kennt euch schon Ewigkeiten. Das ist eine Coverband, richtig? Das ist eine 80’s Coverband, ja, 70er und 80er. Und ich sage mal so, alles was ich mit dem Tersteegen zusammen mache, kann halt nur Spaß machen.

Marcel: Das glaube ich euch. Und darfst du denn da auch „Blood on the Dancefloor“ singen?

Karo: Absolut! Ich darf da auch mal richtig reinlunzen in das Keyboard. Und ja, auf jeden Fall, also da ist viel Spaß und Schreien und “Cheese” angesagt.

Marcel: Ja, ein bisschen „edgy“ singen. Geil!

Karo: Ja!

Marcel: Dieses Reinlunzen, die aufmerksamen Hörer werden es wieder erkennen. Das scheint irgendwie bei „Deep Purples“ so ein bisschen eine Bandvokabel zu sein. Felix sagte das auch. Er hat irgendwie so schön gesagt und er ist ja auch ein studierter Gitarrist. Das fand ich ja auch einfach geil. Hatte vor ein paar Tagen noch mal mit ihm telefoniert und hatten wir genau das Thema, weil es ging halt so um Rockgitarre spielen. Und er ist halt auch einer der Verfechter, die irgendwie sagen so, ja, aber drei Akkorde muss man auch geil spielen. Und es hat etwas mit Sound und mit Attitude zu tun und mit Timing.

Karo: Absolut!

Marcel: Und er sagte dann nämlich auch damals, glaube ich, in den Podcast, da muss man... ich verstehe gar nicht die Leute, die immer die Gitarre so streicheln, man muss auch mal richtig reinlunzen. Und das finde ich absolut richtig. Ja, ich denke, man sieht dich ab und an auch mal mit einer Bigband. Das macht dir, glaube ich, auch ziemlich Spaß, dann so ein Riesen-Ensemble hinter dir zu haben. Willst du da mal ein paar Takte zu sagen?

Karo: Ja, absolut!

Marcel: Zu sagen. Ich habe das noch nie gemacht tatsächlich, also...

Karo: Na ja, ich singe eigentlich wirklich auch ganz gerne mal Jazz, aber das hat sich ziemlich früh in meinem Studio schon so ergeben, dass meine damals Mitstudenten, jetzt Mitmusiker, mich eben eher nicht so als Jazzsängerin sehen, und die Big-Band ist der Rahmen, der mir diese Option halt bietet. Und ich finde eigentlich nichts cooler als mit alten Herren in einer Abendgarderobe auf so einer Bühne zu stehen und so einen fetten Sound von hinten gegen den Rücken geblasen zu bekommen und dann da drüber mal kurz meine kleinen Diven-Momente ausleben zu können. Also, ich finde das…

Marcel: Ist auch geil, ja?

Karo: Tierisch, ja.

Marcel: Das stimmt. Das glaube ich dir. Und wird sich bestimmt auch gut “umgelötet”, oder?

Karo: Ja. Aber da kann man eben auch unbeschämt mal improvisieren und mal gucken, ob man es noch drauf hat und so. Also, das...

Marcel: Ja, das glaube ich.

Karo: Macht schon Bock.

Marcel: Ja, das ist schon was Schönes. Ich habe selber auch in einer Eifler-Tanzkapelle viele Jahre gespielt. Das ist jetzt nicht vergleichbar mit einer Big-Band, auch nicht vom Niveau, aber was ich an so älteren oder eingespielteren Ensembles so geil finde ist, dass sie eingespielt sind. Also, das waren, weiß Gott, nicht die besten Musiker, mit den ich da gespielt habe, aber das war definitiv die eigezockteste Band, die ich jemals auf einer Bühne erlebt habe. Da lief einfach alles mit... also ohne... mit nonverbaler Kommunikation halt.

Karo: Und vor allem freuen die sich ja wie ein Schnitzel...

Marcel: Ja, genau.

Karo: Wenn da mal so eine Profi-Sängerin daherkommt. Und auch überhaupt performen zu können so... jeder einzelne Gig ist für die ein Fest.

Marcel: Richtig.

Karo: Also, es macht einfach mega Spaß.

Marcel: Das stimmt. Da ist wirklich noch so richtig geil Lebensinhalt. Aber auf diese Trennung, auf diese Diskrepanz, würde ich gleich noch mal eingehen. Bevor, nur um das Bild zu Ende zu zeichnen, Karo ist ein hervorragender Vocalcoach, coacht sowohl in Studios als auch privat, und du bist auch, glaube ich, an der Musikschule in Düren. Korrigiere mich, wenn ich was Falsches sage.

Karo: Das ist richtig, genau.

Marcel: Ich selber hatte Unterricht bei dir. Du hast mir irrsinnig weitergeholfen. An der Stelle wollte ich das einfach noch mal kurz erwähnen. Ich finde es auch richtig…

Karo: Schön.

Marcel: Richtig cool, dass man halt so bei... dass es Kollegen gibt, auch auf einem hohen Niveau, bei denen man immer noch so eine Supervision findet und die gleichzeitig aber auch – und da sind wir nämlich bei dem Kollegen mit der Stimmgabel von ganz am Anfang – die gleichzeitig aber auch das psychologische oder das empathische Feingefühl haben, einen da abzuholen, wo man gerade ist. Wo wir gerade so von, ja, Gesangslehrer zu Gesangslehrer sprechen, ist es deine beste Eigenschaft – Empathie, Psychologie, Verstehen, des Gegenübers?

Karo: Das ist eine gute Frage.

Marcel: Du bist krasser Technik-Coach auf jeden Fall, aber ich glaube, aus meiner Perspektive war das die coolste Eigenschaft.

Karo: Ja, das ist schön, dass du das sagst. Also, ich selber lege da großen Wert drauf und möchte selber auch immer empathisch behandelt werden, und ich interessiere mich eben wirklich auch sehr für Psychologie. Und ja, ich denke, es kommt immer auch ein bisschen auf mein Gegenüber an. Wenn jemand in den Gesangsunterricht kommt und ein gewisses Standing und eine gewisse Lebenserfahrung mit sich bringt, dann ist er sicherlich dankbar über diese Gespräche mit mir und diese analytische, sowohl technisch als auch psychoanalytische, Herangehensweise, weil Singen eben einfach eine total persönliche Angelegenheit ist. Wenn dieser Mensch aber an dem Punkt nicht ist und vielleicht nicht unbedingt so viel Zeit mit Selbstreflektion verbracht hat in seinem Leben und vielleicht auch zum Beispiel eher der Entertainer oder der Wissenschaftler ist und sich für Storytelling jetzt nicht so interessiert, dann kann das durch durchaus auch mal clashen. Ich kann es aber dann auch sein lassen. Es macht mir dann nur nicht so viel Spaß. Das ist dann nicht unbedingt ein Schüler, oder ein Coachee, sagt man, glaube ich, den ich dann für mich persönlich behalten möchte.

Marcel: Ach, krass! Bei mir war immer von zwei Schülern immer der Spitzname für Coach Coachee, aber du nennst die zu trainierenden Coachees, okay.

Karo: Ich weiß es nicht, aber sagt man nicht Trainee zu jemandem, der ausgebildet wird?

Marcel: Ja, da hast du auch recht.

Karo: Dann müsste ja derjenige, der ein Coaching hält, Coachee sein.

Marcel: Also, auf jeden Fall bringst du einige Stefanie-Stahl-Aspekte in dein Vocalcoaching mit rein, wie ich finde, und, wie gesagt, ein hervorragendes technisches Know-how für vor allem Rock und auch Interpretation. Und ja, du sagst ja selber auch immer, du bist ein Timing- und Intonation-Ästhet. Da ist dann auch... da hat man es nicht leicht und das ist auch gut so. Da kann man… da wird man gefordert. Ich möchte dich was fragen, eine einzige Frage zum Vocalcoaching. Du bist meiner Meinung nach jemand... Ich habe viele ausprobiert und jahrelang auch intensiv unterrichtet, habe immer Gesangsunterricht in meinem Leben gehabt. Meiner Meinung nach bist du jemand, der, ja, “knietief rein geht” in die ganze Sache und zwar mit Haut, Haar, Körper, Leidenschaft, mit allem, was man im Vocalcoaching so zu bieten haben kann. Ist das für dich anstrengend?

Karo: Ja. Ja, es ist. Also, ich denke mal, dass ich... Ich habe irgendwann mal gelesen, dass man das “Kinästhetin” nennt.

Marcel: Ach!

Karo: Kinästhetik bedeutet, dass man mitfühlt, was ein anderer Mensch macht, ohne es selbst zu tun. Das ist mir irgendwann mal aufgefallen als ich vor Jahren auf einem Alicia-Keys-Konzert war und nach dem Konzert Halsschmerzen hatte.

Marcel: Okay.

Karo: Obwohl ich überhaupt nicht mitgesungen habe. Also, das war irgendwie ein ganz komisches Erlebnis. Und danach habe ich mich mal ein bisschen drauf fokussiert, wie das mit meinen Schülern ist, und es ist tatsächlich so. Also, wenn ich an Dingen wie Stütze – also da geht es um die Bauchmuskulatur beim Singen – arbeite mit dem Schüler, der Schülerin, und er oder sie macht das nicht gut, oder hat Probleme, oder es ist für ihn oder sie anstrengend, dann erwische ich mich doch manchmal dabei, dass ich das die ganze Zeit mitmache muskulär und nachher dann auch wirklich erschöpft bin auf jeden Fall. Und emotional ist es auch so. Also, wenn ich merke, dass mein Schüler oder meine Schülerin irgendwie still wird, oder unsicher wird, oder vielleicht auch gerade mal meine Ratschläge nicht so annehmen kann oder möchte, dann frustriert mich das auch schnell, oder es... also verunsichern vielleicht nicht mehr so, aber es macht mich dann auch traurig, manchmal auch wütend, weil ich denke, jetzt mach doch, jetzt öffne dich doch mal, aber du kannst ja niemanden dazu zwingen. Also, doch, es strengt mich auf jeden Fall an.

Marcel: Also, ich verstehe den ersten Aspekt total. Vor ein paar Tagen hat mir jemanden ein WDR-Rockpalast-Live-Mitschnitt von einem Gig von einer Band geschickt, die ich sehr mag, und meine erste Reaktion war, oh, Gott, die Arme. Ich schrieb auch zurück so, die hat keinen guten Tag. So, und mir war gar nicht klar, wem ich das geschrieben habe, jemandem, der mit der Info gar nichts anfangen konnte. Und manchmal hat man so... dann sieht man das einfach. Oder man kann das irgendwie... man hört das vielleicht auch und man kann das irgendwie adaptieren. Finde ich auch total krass. Und bei mir kam halt so beim Coachen auch noch so – damit will ich nicht sagen, dass du nicht so bist – aber ich habe so eine idealistische Ader. Ich kann es dann einfach nicht lassen. Und das hat bei mir auch mal dazu geführt, dass wenn ich jetzt über mich selbst als Vocalcoach reflektieren würde in dieser Folge, ich glaube, dann käme ich zu dem kritischen Punkt, dann käme ich zu der Einsicht, dass ich es manchmal sogar zu gut meine. Und du hast vollkommen recht, weil man hat ja unterschiedliche Reflektionsniveaus vor sich und das gilt es auch manchmal dann abzuholen.

Karo: Ja, absolut!

Marcel: Und manchmal geht es halt nicht, weil dann hast du so einen 25-Minuten-Musikschul-Kontext, sage ich mal. So war das bei mir. Das war echt zu wenig einfach. Da hast du immer so das Gefühl, soviel reindrücken zu müssen, und dann hast du mal jemanden und hast Zeit mit ihm privat oder so und dann kommst du natürlich auf eine ganz andere Ebene.

Karo: Ja, das stimmt. Also, da muss ich mich auch wirklich manchmal ausbremsen und mir selber sagen, komm, einer von deinen 23 Besprechungspunkten heute reicht auch, wenn er effektiv gelöst wurde.

Marcel: Total! Ja, schön, aber cool, dass wir daran so Spaß haben und da auch noch auf diesem Niveau halt einen schönen Austausch haben. Das finde ich wirklich toll, weil wenn ihr singt, oder euch für das Thema interessiert, ihr seht in unseren Shownotes auf jeden Fall alle Links zu Karos Musik und zu ihr. Und dann geht da auch mal, nimmt man Kontakt auf, wenn ihr einen super Vocalcoach wollt, weil Supervision auf hohem Niveau ist echt eine coole Sache. Und damit, das nächste Thema will ich anders einleiten. Wir hören nämlich einfach mal rein.

[Musik 00:26:21 - 00:27:12]

Marcel: Wow! Ja, okay, das spricht ein bisschen für sich. Ich habe ja, weißt du – können wir gleich mal kurz drüber reden – mit dem Begriff Hochzeitssängerin ist es nicht getan für mich. Die muss man ganz klar nämlich auch zwischen den iPad-Performern und den musik-fühlenden, storytellenden, sich-selbst-begleitenden PianistInnen, oder wie auch immer du das nennen willst, auf jeden Fall ein bisschen differenzieren. Das spricht für sich, was wir gerade gehört haben, und deswegen, ja, du singst auf Hochzeiten. Ich sage bewusst nicht, du bist Hochzeitssängerin, aber wie würdest du dich selbst beschreiben in diesem Kontext, weil das ist ja schon etwas ein bisschen mehr Extravaganz?

Karo: Kleine Side Info: Marcel hasst Hochzeitssängerinnen.

Marcel: Jetzt hast du mich verraten. Jetzt muss ich es gleich aufklären.

Karo: Ja, ja, klar. Nee, also, genau, ich singe oft auf Hochzeiten, singe und spiele. Ich begleite mich da eigentlich immer am Klavier, außer es gibt mal so Situationen wie Standesamt, wo man gefühlte dreieinhalb Minuten vorher erst in den Raum hinein darf. Aber selbst dann nehme ich meine Klavierspuren immer selbst auf. Und warum mache ich das? Klar, es wäre einfacher zu Playbacks zu singen, aber eben genau deswegen. Die Hochzeitsbranche ist – und das ist ja auch völlig okay so – sehr geprägt von Quereinsteigern und Hobbymusikern und Profimusikern. Und um da eindeutig zu unterscheiden und auch wirklich zu sagen, hier, ich habe eine lang-lang-langjährige fundierte Ausbildung und das hat auch seinen Preis, spiele ich Klavier. Und das ist mir auch total wichtig, zum einen aus dem Grund, den ich gerade genannt habe, aber zum anderen auch, weil ich, wenn ich Cover-Musik mache und vielleicht auch mal den einen oder anderen sehr kitschigen Liebessong singen muss, den ich persönlich jetzt vielleicht nicht so abfeiere, dann fühle ich einfach viel mehr, wenn ich dabei ein Instrument spiele und den Song so arrangieren und performen kann, wie ich das empfinde und möchte. Und da lege ich eben auch großen Wert drauf. Das steht tatsächlich auch in meinem Vertrag, dass mir in meine musikalische Darbietung nicht hinein gequatscht werden darf.

Marcel: Ja, das muss man ja auch leider. Ich habe jetzt nochmal eine gespielt. Da ging es schon los. Da wurde mir übrigens erzählt vom Priester, dass der Wedding-Planner beim Vorgespräch für die Messe dabei war, und da der Priester einfach gesagt, entweder sie gehen oder ich. Man muss ja auch ein bisschen gucken ja diese Branche. Ich will das gleich mal mit dir auseinanderklamüsern. Vor allem möchte ich die Aussage „Ich hasse Hochzeitssängerinnen!“ nicht ganz so stehen lassen.

Karo: Das war mir klar, dass dich das triggert!

Marcel: Kannst du mich wieder triggern. Aber das liegt natürlich auch daran, dass ich selbst viele Hochzeiten gesungen habe und dazu einfach auch so auch eine Bandbreite an Meinungen entwickelt habe. Aber egal, ich wollte dich mal fragen, da gibt's ja dann eben auch so diese Diskrepanz. Wie empfindest du das? Ist das... Ich meine, du machst das gerne. Du machst das von Herzen. Das habe ich, und ich denke, das haben unsere Hörer auch verstanden. Aber du hast eben so schön gesagt, und das finde ich jetzt als Berufsmusiker so interessant, weil ich auch immer so... Ich sage immer – und natürlich will ich nicht das so leben – aber ich sage immer, ich arbeite lieber ein paar Tage an einer Tankstelle und mache dafür meine eigene Musik als irgendwie so einen kompletten Crossover, der mich dann irgendwie zwingt, irgendwelche Werte aufzugeben oder so, womit ich jetzt nicht das Vocalcoachen meine, sondern womit ich für mich persönlich zum Beispiel die Masse, ich meine jetzt wirklich die Masse an Coversongs meine, also an Cover-Gigs, also ich nehm jetzt einfach mal eine Galaband, die irgendwie 150-mal im Jahr spielt. Da bliebe aus meiner Perspektive für mich persönlich nicht so viel Zeit übrig. Erlebst du Hochzeiten und zum Beispiel deine eigene Musik als eine Diskrepanz? Sind das für dich zwei verschiedene Paar Schuhe?

Karo: Das ist eben genau oder das setzt... oder knüpft genau an dem, an was ich gerade gesagt habe, deswegen sehr, sehr gute Frage irgendwie. Nein oder sagen wir “jein”. Klar ist das... Also, Hochzeiten, Privatveranstaltungen, Firmenfeiern... Coverband ist mein Berufsleben und das sind Dienstleistung mit den ich Geld verdiene, auf jeden Fall. Und meine eigene Band, Frau Karo, ist, wie ich gerade schon gesagt habe, also ich sage jetzt mal Hobby. Das Wort „Hobby“ greift natürlich nicht oder reicht nicht aus, weil es ziemlich viel mehr bedeutet als das, aber es ist mein Hobby und meine Leidenschaft, mit der ich eher kein Geld verdiene. Also, irgendwo trenne ich das auf jeden Fall, vor allem, wenn es darum geht, meinen Tag zeitlich zu strukturieren. Aber ich mache eben auch keine Dienstleistungen bei denen ich mich in ein Kostüm gepresst fühle. Und das empfinde ich bei Hochzeiten nicht so, weil ich eben einen großen Wert darauf lege, die Coversongs immer individuell und gefühlvoll zu performen. Und ich habe nicht viele Grenzen, aber ich habe Grenzen. Also, ich singe zum Beispiel grundsätzlich keinen Schlager! Und wenn mich jemand anfragt und sich einen Helene-Fischer-Song wünscht, dann lehne ich den Job auch ab, weil ich einfach das nicht kann, weil ich mich damit nicht verknüpfen kann. Ich kann da kein Storytelling betreiben. Es funktioniert einfach nicht.

Marcel: Du hast aber...

Karo: Und das ist dann auch so…

Marcel: Sorry. Ja, wir sind über Zoom zugeschaltet, deswegen sind wir ganz minimal verzögert. Ich wollte dich nur kurz fragen, du hast aber ja auch als professionelle Sängerin – ich finde das gehört ja auch dazu bei dir – du hast ja auch eine super klare Kommunikation diesbezüglich, also du kriegst das ja auch differenziert und das ist ja, finde ich, auch ein Verstärker dafür.

Karo: Ja schon, auf jeden Fall. Und ich denke, Künstler polarisieren sowieso immer, und auch ich polarisiere. Ich bin auch nicht „everybody’s darling“. Und wenn jetzt eben ein Hochzeitspaar mich anfragt und jetzt eher auf Mark Forster und Sportfreunde Stiller und Helene Fischer steht, dann bin ich einfach ganz klar die falsche Sängerin und dann muss ich diesen Job auch nicht haben. Das ist dann auch okay.

Marcel: Ja, aber…

Karo: Und das ist vielleicht auch ein gewisser Luxus, den ich genieße, weil es sicherlich viele Musiker gibt, die einfach finanziell wirklich alles annehmen müssen, aber den Luxus habe ich mir natürlich auch genau dadurch in den letzten 10-15 Jahren aufgebaut, weil es bringt einfach nichts. Es bringt nichts, wenn man immer wieder Dienstleistungen macht und Jobs macht, die einen von dieser Leidenschaft Musik wegbringen, weil dann greift nämlich dieser Satz „Oh, wie schön, du hast dein Hobby zum Beruf gemacht“ greift nicht mehr, weil dann ist es nicht mehr dein Hobby.

Marcel: Ja.

Karo: Und das ist mir einfach total wichtig darauf zu achten, dass es wirklich immer meine Leidenschaft bleibt.

Marcel: Ja, das finde ich schön. Bevor ich noch mal kurz zu dieser Diskrepanz zwischen Job und Hobby eingehen will, greife ich das mal gerade auf, weil das finde ich super spannend, weil du hast nämlich gerade was gesagt, was mich total triggert, weil ich mich selber damit unglaublich lange beschäftigt habe, nämlich ich nenne das immer „Quick Wins“ versus, sagen wir mal, das große Ziel. Und ich glaube schon, dass du dich ganz schön... ja, diesbezüglich da eine ganz klare Kommunikation hast und dich wahnsinnig im Griff hast was das Sauberhalten von diesem ich nenne das einfach mal Musikerkarma für dich selber angeht, weil, aus meiner Erfahrung, ich musste das – ich habe das erst sehr spät gelernt – ist Neinsagen extrem wichtig. Und das tust du ja.

Karo: Absolut!

Marcel: Das tust du ja auf eine gewisse Art und Weise indem du zum Beispiel sagst... Ich mache das nämlich jetzt mittlerweile auch so. Ich sage dann, hey, pass auf, wenn ihr das und das wollt und dies und das und jenes, das ist voll cool so. Das kann ich nicht. Das können andere besser. Nehmt euch die und gutes, so... oder ihn.

Karo: Das stimmt, ja.

Marcel: Das finde ich schon echt cool, aber ich möchte auch trotzdem die Beruf-Hobby-Sache noch... erlaub mir bitte noch eine Zuspitzung. Wenn ich jetzt ganz provokativ fragen würde, wenn jetzt Frau Karo auf eine krasse Tournee gehen würde und du könntest davon existieren, würdest du dann alles andere stehen und liegen lassen?

Karo: Ja, ich denke schon.

Marcel: Weil das, glaube ich…

Karo: Ich denke schon.

Marcel: Nämlich auch und da sind wir uns sehr ähnlich.

Karo: Aber auch weil ich keine Angst hätte, wenn das mal vorbei wäre, dieser Zeitraum, wieder Fuß zu fassen, weil dadurch, dass ich jetzt lange genug selbständig bin und „gesettled“ bin, habe ich das Vertrauen, dass wenn ich jetzt mal zwei-drei Jahre raus wäre aus dem Dienstleistungs-Business, dass ich auch wieder zurückfinden würde.

Marcel: Cool! Wow, das finde ich echt beeindruckend, auch so aus meiner persönlichen Perspektive, weil ich habe mich mit diesen Themen auch viel rumgeschlagen, auch mit Hochzeiten, auch mit der Wertigkeit und auch mit Abgrenzungen und so. Und ja, mein Respekt, und ich finde auch für die Hörer sicherlich interessant hier mal so aus dem Nähkästchen zu hören, wenn der eine oder andere vielleicht auch so fühlt. Ja, dann habt ihr mal gehört, dass ihr auf jeden Fall nicht allein seid und dass es andere gibt, die sich mit diesem Problem auch schon vor euch rumschlagen haben. Ja, diese Diskrepanz mit den Hochzeiten, Karo, ich möchte die Gelegenheit nutzen, dazu was zu sagen. Du hast eben auch schon gesagt, Quereinsteiger beziehungsweise Hobbysänger, und ich glaube, da liegt auch für mich der Hund begraben. Ich kann so ein plakatives Beispiel nennen, was für mich das zusammenfasst, weshalb ich die immer versuche auch voneinander aufzudröseln, so wie du es mit den Musiker-Typen tust. Und dich packe ich logischerweise gar nicht in den Pool für Hochzeitssängerinnen für mich persönlich rein also, weil ich diese Unterscheidung noch nicht gemacht habe. Also, ich müsste da irgendwie ein System mal entwickeln, aber es ist halt so: Nehmen wir mal ein Beispiel. Es ist Corona-Krise – da wollen wir jetzt gar nicht so schwer drauf eingehen – und irgendein Fotograf macht eine Fotoserie mit „Ohne Kunst Wird’s Still“. Und du siehst jemanden, der hauptberuflich Lehrer ist und an Wochenenden wirklich nur mit iPad auftritt und Hochzeiten singt, und der hat sein Profilbild auf „Ohne Kunst Wird’s Still“ geändert und “Seit 18 Jahren in der Branche”. Das finde ich halt einfach... ist so eine Unterscheidung, deswegen ich muss mich ein kleines bisschen verteidigen wegen dem Satz „ich hasse Hochzeitssängerinnen“. Das stimmt natürlich so nicht pauschal, aber ich denke immer so, ja, es gibt schon einen Unterschied auch für mich zwischen diesen Entertainer-Job-Menschen und denen, die halt wirklich das vom Herzen, oder auch mit einer guten Ausbildung, oder die auch versuchen, Spuren zu hinterlassen, wie jemand wie du. Und nur um das kurz zu Ende zu differenzieren, ich habe diese Woche noch mit einem alten Kommilitonen von der Uni gesprochen. Irrer Songwriter, wie ich finde, und Schlagzeuger – arbeitet jetzt bei der Post. Das macht mich traurig und das sind für mich die Typen, die „Ohne Kunst Wird’s Still“ sind halt die Menschen, die Songs schreiben, in Projekten hängen, die versuchen, Dinge möglich zu machen auch. Ich sage nicht, dass keiner von denen jemals irgendwie einen Job machen sollte und irgendwo Geld verdienen – das müssen wir alle – aber ich finde es halt… da ist es, wo es mich trifft, und da versuche ich, das immer so ein bisschen für mich im Kopf zu differenzieren. Kannst du da anknüpfen an den Gedanken?

Karo: Ja, kann ich schon. Ich kenne natürlich auch einige sehr gute Musiker, die jetzt im Supermarkt arbeiten oder im Callcenter, um ihr Geld zu verdienen. Ich kenne aber auch diese anderen – und ich nenne sie jetzt trotzdem Musiker – die einen anderen Job haben, wo sie eine Festanstellung haben und regelmäßiges Gehalt bekommen und nebenbei Musik machen und die eben auch auf dem einen oder anderen „Ohne Kunst Wird’s Still“ Bild zu sehen waren. Und ich finde, da muss man einfach differenzieren. Also, man kann auch alle Hobbymusiker nicht über einen Kamm scheren. Auch da gibt es solche und solche Leute. Und da es bei den Musikern... bei den Musikern ist die Ausbildung und die Laufbahn und der Werdegang einfach so weit gefächert, man geht ja nicht an die Uni und studiert Medizin und macht dann einen Abschluss, schreibt eine Doktorarbeit und nennt sich, oder darf sich, Doktor nennen. Das ist ja nicht so.

Marcel: Richtig.

Karo: Man kann ja auf so viele Arten und Weisen Musiker werden. Man muss auch nicht unbedingt studiert haben. Heißt, man kann nicht sagen, jemand der sagt, mir ist das zu stressig, mit Musik mein regelmäßiges Geld zu verdienen, den kann man nicht gleichzeitig vorwerfen, dass er nicht genauso gut ist wie ich.

Marcel: Nein, um Gottes Willen. Und ich möchte da auch überhaupt nicht technokratisch sein oder so, weil dann kann man ja Bob Dylan oder andere Phänomene auch nicht mehr erklären. Da müssen wir irgendwie sagen, wieso war er denn nicht auf einer Musikhochschule oder hat Texten gelernt oder keine Ahnung. Nee, da hast du natürlich vollkommen recht. Die Welt ist, wie immer, komplizierter und sie ist auch mega differenziert. Das war natürlich…

Karo: Genau.

Marcel: Ein Beispiel halt.

Karo: Ja, ja, genau. Da wollte ich eben nur sagen, dass ich da auch wieder unterschiede, wie empathisch sich jemand mir oder der Musik gegenüber verhält.

Marcel: Total!

Karo: Genau und es gibt natürlich da Kollegen und Kolleginnen, die, wie du sagst, mit einem iPad auf der Bühne stehen und eine Trauung für 150 Euro spielen. Und das ist der Punkt, der es für mich schwierig macht, weil Hobbymusiker hin oder her, es wird ja einfach ein gewisser Wert dann unter den Tisch gehauen indem man sich für 150 Euro dahinstellt. Weil was sind 150 Euro? Jetzt kann man sagen, na ja, du stehst doch nur 40 Minuten und singst drei Lieder. Klar, aber was ist mit der langjährigen Ausbildung? Ob man Hobbymusiker ist oder nicht, man muss ja irgendwann auch Singen gelernt haben. Was ist mit dem Fahrtweg? Was ist mit den Fahrtkosten? Was ist mit Steuern? Zahlt man die, ja oder nein? Also, da spielen ja so viele Punkte rein.

Marcel: Genau, und ganz...

Karo: Und da werde ich dann sauer.

Marcel: Ja, das kann ich verstehen, und genau das ist mein Argument, weil jemand, der hauptberuflich was anderes ist, der hat andere Mittel. Dem ist es egal, ob er was nimmt.

Karo: Genau, aber diese Person, selbst wenn sie dasteht und musiziert, vertuscht selbst den Wert von Musik indem sie sich zu günstig verkauft. Und da darf man eben nicht nur an sich selbst denken, sondern da muss man wirklich an den Wert von Kunst oder von Musik denken. Da muss man auch an andere denken und da muss man daran denken, dass man in dem Moment die Preise kaputt macht.

Marcel: Ganz genau.

Karo: Und das ist etwas, was mich sauer macht und wo ich dann eben auch da noch meine Preise habe und mich am Klavier präsentiere und mich positioniere und sage, ich singe so und so, ich sehe so und so aus und die und die Sachen mache ich nicht. Wollt ihr mich haben, ja oder nein?

Marcel: Ja, finde ich super. Bin ich 100% d’accord und das ist für mich... gehört auch in diese Summe dessen, was ich eingangs da erklären wollte, auf jeden Fall dazu, deswegen habe ich übrigens irgendwann – aber das liegt auch daran, dass ich in Hochzeitsmessen kein Geschäftsmodell für mich gesehen habe – ich habe es irgendwann umgedreht, übrigens. Ich weiß nicht, ob ich dir das mal erzählt habe. Es war echt ein super Experiment. Ich habe... ich sage den Leuten immer, gib mir gar nichts, und wenn es vorbei ist, dann beschäftigt euch mit dem Wert. Ich muss dann immer ein bisschen ausholen, muss das erklären, aber ich bin wirklich schon sehr, sehr überrascht worden mit ein paar VIP-Tickets für den FC plus ein paar hundert Euro, wo ich echt so dachte, wow, das hätte ich echt vorher wahrscheinlich nicht mal so auf die Rechnung geschrieben. Ich bin auch mal enttäuscht worden. Ich denke, das gehört dann irgendwie auch dazu, aber da mache ich es dann immer so, da bin ich ganz fatalistisch und sage, ja, mal gucken, was passiert. Und das Coole daran ist für mich selber – aber das ist natürlich kein System was für dich praktikabel ist; das ist schon klar – ich sage dann immer, ja, aber ich spiele halt, was ich spielen will, so.

Karo: Ja, das ist auf jeden Fall eine mutige und aber auch total schöne Sache. Also, ich finde das total cool und interessant, dass du das so machst.

Marcel: Das freut mich.

Karo: Ich hätte wahrscheinlich auch Angst vor der Enttäuschung, weil die Enttäuschung, die erlebe ich natürlich manchmal auch und tatsächlich auch oftmals eher so im privaten Bereich. Also, was mir zum Beispiel auch schon passiert ist, ist, dass ich von, ja, Freunde ist vielleicht übertrieben, aber von guten Bekannten völlig selbstverständlich gefragt wurde, ob ich auf der Trauung singe, und ich konnte nicht, weil ich schon gebucht war. Ich hatte schon einen Vertrag unterschrieben und dann habe ich aber eine Kollegin empfohlen. Und im Nachhinein hat sich rausgestellt, dass dem Brautpaar meine Kollegin zu teuer war und dann haben sie sich eben eine Hobbymusikerin dahingestellt, die wirklich – also es ist wirklich jetzt Tatsache – 150 Euro genommen hat, und nachher haben sich die ganzen Gäste bei mir darüber ausgelassen, was die für eine dünne Stimme hat und wie schief sie gesungen hat. Und das hat mir gezeigt, auf der einen Seite Wertschätzung von den Gästen, auf der anderen Seite aber auch, die Menschen, die mich kennen, die wissen, wie mein Leben läuft, und meine Preise kennen und meine finanzielle Situation, im genauesten jetzt vielleicht nicht, aber so grob auf jeden Fall, kennen. Die haben den Wert dessen, was ich mache, überhaupt nicht gesehen und zu schätzen gewusst.

Marcel: Verstehe ich total. Kann ich auch super adaptieren diese ganzen Gedanken. Und das ist auch wirklich ein Problem, weil Werte und Bewertung gehen ja hier einher. Ist ja super interessant. Auf der einen Seite ist halt dieses billige Konzept und auf der anderen Seite ist es halt dann, das auch wiederum zu bewerten, weil dann müsste man ja eigentlich auch hingehen und sagen, ja, gut, sie war halt nicht so gut. Also, da müsste man wenigstens fair bleiben, weißt du?

Karo: Ich kann noch nicht mal sagen, ob die das im Nachhinein denken, aber Fakt ist, dass sie im Vorfeld einfach ganz selbstverständlich davon ausgegangen sind, dass ich das umsonst mache.

Marcel: Ja, es ist schon verrückt.

Karo: Und in dem Moment, wo ich nicht konnte, waren sie nicht bereit, jemanden, der vergleichbar gut ist, zu bezahlen.

Marcel: Lass uns das doch mal drehen. Das sind doch so coole Gedanken. Und wenn ich mich so fünf-sechs-sieben Jahre zurückversetze, dann hätte ich so viel aus diesem Gespräch jetzt schon mitgenommen. Wenn… Aus der Perspektive einer selbstständigen Sängerin, die auf Hochzeiten auftritt, und denk dabei mal nicht nur an Profis, was, glaubst du, können wir den mitgeben, worauf man auf jeden Fall achten sollte? Also, ich denke irgendwie Wertigkeit, und die eigene Wertigkeit nicht zu unterschätzen, und auch mal zu überlegen, dass es andere gibt, die in dieser Branche überleben wollen, ist schon mal ein großer Punkt, damit... Oder sehe ich das falsch? Das ist richtig, ne?

Karo: Ja, absolut! Also, ich wollte gerade intuitiv als erstes Selbstwert sagen. Also, der Selbstwert in dieser ganzen künstlerischen Branche ist einfach überlebenswichtig.

Marcel: Total! Also, packt euch ans Herz, ran an den Selbstwert und reflektiert mal, was ihr da tut, für wie viele Stunden ihr es tut und wie ihr euch den Preis von anderen, die das vielleicht auch professionell machen, vielleicht nähern könnt. Weiß ich nicht, das wäre so ein Gedanke von mir, wenn ich den weitergeben würde an meinen Ich von vor fünf-sechs-sieben Jahren. Was würdest du noch weitergeben?

Karo: Reflektion. Also, man sollte sich nicht zu sehr vergleichen, aber man darf sich auch nicht gar nicht vergleichen. Also, man sollte immer so ein bisschen gucken, okay, wie sieht die Branche aus? Wie sieht mein Kollegium aus? Was kann ich? Was können die anderen? Und dann wieder an den Selbstwert appellieren und versuchen, sich möglichst authentisch einzuordnen. Und wenn man damit Probleme hat, soll man losgehen und sich austauschen und andere Kollegen fragen oder, ja, vielleicht auch mal Gäste tatsächlich oder Kunden fragen.

Marcel: Für mich persönlich auch schon oft im Studio-Kontext und auch in unserem Podcast schon sehr häufig genannt worden ist vielleicht auch das Argument, dass man weiß, was man nicht kann, weil ich finde immer, das ist so, auch gerade im Studio-Kontext, immer so eine Sache... dann wird es professioneller. Wenn ich weiß, was ich nicht kann, dann besinne ich mich auf meine Stärken. Würdest du sagen, das wäre auch was, was man den angehenden Freiberuflern mitgehen kann?

Karo: Ja, auf jeden Fall. Also, auf jeden Fall. Zum einen die persönlichen Stärken und Schwächen reflektieren und zum anderen auch den Gesamtwert von Musik und Kunst reflektieren. Denn auch wenn andere Leute das vielleicht nicht so zu schätzen wissen und vielleicht auch die eigenen Kunden nicht, wenn es für die nur einen Entertainment-Faktor hat, ist es immer noch die Frage von einem selbst, okay, ordne ich mich da unter oder stelle ich mich da drüber?

Marcel: Total! Und da kann man auch sofort noch mal an die letzten zwei Jahre anknüpfen. Die haben uns, denke ich, allen gezeigt, dass, ja, irgendwie ein bisschen mehr Zusammenstehen und auch eine gewisse Wertschätzung da untereinander haben und sich unter die Arme greifen, denke ich, sowieso ein wichtiger Punkt ist, wo dir vielleicht auch was besser sein könnten meiner Meinung nach.

Karo: Ja und nein. Also, ich persönlich glaube nicht, dass die gesamte Gesellschaft aus der Corona-Krise nachhaltig gelernt hat, wie wichtig Kunst ist. Ich glaube, das wird sehr schnell wieder zurückrudern, weil es einfach Musik und Kunst immer freiwillig gibt. Es wird das immer in einer gewissen Maße, leider Gottes, umsonst geben und es gibt... es wird das immer im Überfluss geben.

Marcel: Genau.

Karo: Und deswegen liegt es an einem selbst. Sehe ich mich auch als solches, sehe ich mich als Überflussmittel oder -Produkt. Möchte ich mich gerne weiterhin unter Wert verkaufen oder nicht? Und deswegen da noch mal kurz der Spagat zu den Menschen, die wir vielleicht zum Teil auch als Hobbymusiker bezeichnen, die vielleicht irgendwann gesagt haben, boah, mache ich nicht mehr, ich hole mir jetzt einen richtigen, hole mir jetzt einen vernünftigen Job, ich mache jetzt mal was Vernünftiges und verdiene meinen Lebensunterhalt damit und mache Musik und nur noch dann, wenn ich Spaß daran habe und wenn ich selber das möchte. Das heißt, das muss ja eben nicht direkt heißen, dass sie eine schlechtere Ausbildung haben als wir, sondern vielleicht einfach, dass sie da anders selektieren als wir.

Marcel: Auf gar keinen Fall. Das ist auch ein super schönes Schlusswort zu dieser Thematik. Also, ihr seht, egal, wie man es dreht und wendet, es gibt mehrere Wege. Es ist kompliziert, es ist divers. Und ich denke, das kann man auch so auf unsere ganze Welt und Gesellschaft und alles, was wir so in den letzten Wochen, Monaten, so erleben mussten, doch super anwenden. Karo, es war mir eine Riesenfreude. Hast du noch etwas, was du unseren Hörern, bevor wir in deinen tollen Song gleich reinhören und ihn einfach ganz zu Ende laufen lassen zum Abschied, hast du noch was, was du loswerden willst oder was du gerne noch irgendwie hier anbringen willst?

Karo: Eigentlich nur, hört mal auf dem Text. Hört mal, was ich da sage!

Marcel: Die Idealistin.

Karo: Ja, genau.

Marcel: Warum sieht das nicht jeder so wie ich? Kapiert ihr das denn nicht? Auch das Thema hatten wir schonmal. Oh, Mann! Es war mir eine große, Karo. Ich verabschiede mich auch im ganzen rurtonproducing-Team. Und wenn wir noch mal ein Thema haben, würden wir dich super gerne nochmal einladen.

Karo: Ja, danke an dich und das Rurton-Team, dass ich bei diesem Podcast dabei sein durfte und mal ganz ehrlich und offen darüber quatschen konnte. Das hat mir auch total Spaß gemacht.

Marcel: Cool, das ist super. Karo, bis bald!

Karo: Bis bald!

Marcel: So, ihr Lieben, das war unsere Folge mit Karo Fruhner. Ich hoffe, es hat euch gefallen. In den Shownotes findet ihr alle Informationen und jetzt gleich lassen wir euch noch einen kompletten Song von ihr laufen. Freut euch! Du findest uns, lieber Hörer, auf jeden Fall unter www.rurtonproducing.de und auf www.reingetackert.de, natürlich auch auf Insta und Facebook. Wir sind immer offen für Kritik, Vorschläge für Gäste. Was auch immer ihr irgendwie glaubt, uns mitteilen zu müssen, macht das bitte! Wir sind sehr interessiert an Austausch. Wenn ihr jemanden kennt, den wir mal reden, sprechen sollten, dann schreibt uns einfach an reingetackert@rurton.de. Ich freue mich auf jeden Fall, genauso wie Markus, tierisch auf euer Feedback. Abos und Kommentare helfen uns auch und der Sichtbarkeit unseres Podcasts. Und wenn ihr uns unterstützen wollt, geht das über paypal@rurton.de. Ja, jetzt bin ich alleine. Ich mache es trotzdem und sage vielen Dank fürs Zuhören und zähle mich selbst ein. 3... 2... 1… Reingetackert! Und ich wünsche euch jetzt ganz, ganz, ganz, ganz viel Spaß beim Song von Frau Karo.

[00:53:51 – 00:58:07 Musik – Frau Karo – „Hello Patterns“]

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