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Nah am Endprodukt! - Im Gespräch mit Sebastian Struck [027]

INHALT

Hey Audionerd ;-),

heute hat sich Markus mal einen Kollegen in den Podcast eingeladen. Natürlich ganz "Corona-konform" zugeschaltet via Zoom. Aber auch sonst wäre es schon ein weiter Weg aus dem hohen Norden bis ins rurtonstudio für Sebastian gewesen. Er ist tätig in den Bereichen Composing, Sounddesign, Musikproduktion, FOH Betreuung und betreibt das KlangDialog Tonstudio in Alt Duvenstedt (Schleswig Holstein)!

Die beiden unterhalten sich über die Philosophie von Tonstudios in der heutigen Zeit und geben einen Einblick in die Projekte von Sebastian.

Wie haben die beiden sich mal kennengelernt?

Was hat die Pandemie geändert?

Braucht man noch ein Mischpult im Studio oder worauf kommt es an?

Sebastian ist ein sympathischer Gesprächspartner und findet mit Markus zusammen heraus auf was es wirklich bei der Arbeit im Studio ankommt.

Hör dich rein.

3…2…1… Reingetackert!

Marcel und Markus


SHOWNOTES

  • KangDialog, Tonstudio
  • https://www.klangdialog.de/
  • Fritz Fey, Studioplaner
  • https://studio-magazin.de/
  • Lexicon 224, Effektgerät
  • https://www.vintagedigital.com.au/lexicon-224-digital-reverberator/
  • Midas
  • https://www.midasconsoles.com/
  • UAD, Universal Audio
  • https://www.uaudio.de/
  • Die Heimreise, Tim Boehme
  • http://dieheimreise.de/
  • VW Crafter
  • https://www.volkswagen-nutzfahrzeuge.de/de/modelle/crafter-kastenwagen.html
  • Avid ProTools HDX
  • https://www.avid.com/de/products/pro-tools-hdx
  • Apple Logic
  • hhttps://www.apple.com/de/logic-pro/
  • Waves Plugins
  • https://www.waves.com/plugins
  • Wolfgang Deus, THS Solingen
  • https://www.tas-solingen.de/
  • Uwe Hoffmann, Produzent
  • https://de.wikipedia.org/wiki/Uwe_Hoffmann_(Musiker)
  • SSL Duality, Mischpult
  • https://www.solidstatelogic.com/products/duality-fuse
  • Dolby Atmos
  • https://www.dolby.com/technologies/dolby-atmos/
  • WESOUND, Agentur
  • https://www.wesound.de/de/
  • Spitfire Audio
  • https://www.spitfireaudio.com/


    TRANSKRIPT

    Markus: Hallo und herzlich willkommen zur neuen Folge von „Reingetackert!“. Heute bin ich noch mal ganz alleine. Marcel hat mich wieder alleine gelassen. Ich sitze hier alleine im Rurton-Studio und habe mir, damit ich nicht ganz so alleine bin, wieder einen Gast eingeladen, diesmal per Zoom zugeschaltet, also ganz Corona konform, wie ihr das schon kennt, und zwar meinen lieben Kollegen Sebastian Struck. Guten Morgen, Sebastian!

    Sebastian: Hallo, lieber Markus!

    Markus: Hi! Ja, Sebastian, was machst du? Sebastian macht ganz viel Composing, auch Sound-Design, klassische Musikproduktion, so wie wir es auch machen, und auch FOH-Betreuung, wenn ich das richtig weiß, für Bands. Ja, das werden wir gleich bestimmt noch mal alles im Detail genau besprechen. Sebastian hat ein wunderschönes und, wie ich finde, Hammer ausgestattetes Tonstudio namens KlangDialog. Das ist im hohen Norden, ganz schön viele Kilometer von hier weit weg, in Schleswig-Holstein, noch eine ganze Stunde von Hamburg entfernt. Das betreibt er seit 15 Jahren. Wenn euch das interessiert, werden wir auf jeden Fall hier auch einen Link in die Shownotes packen. Dieses Studio ist mit allem vollgepackt, was man sich erträumt. Ja, es ist ein Traum, finde ich, in der Ausstattung und auch in den Räumlichkeiten. Fritz Fey hat das mitgeplant und Sebastian hat das alles in Eigenregie selber gebaut. Und ihr müsst unbedingt die Fotos schauen. Die werde ich auch hier reinpacken in den Artikel. Es ist einfach Hammer. Und wie es dazu kam und die Entwicklung dahinter werden wir bestimmt auch viel drüber sprechen. Ja, und jetzt werde ich euch erzählen, wie wir uns kennengelernt haben. Vielleicht da kann der Basti sich wahrscheinlich auch mal dran erinnern. Und zwar…

    Sebastian: Da bin ich gespannt.

    Markus: Und zwar habe ich eines Tages die Idee gehabt, du brauchst ein cooles und habe Ausschau gehalten. Eigentlich wollte ich ein 480er haben von Lexicon und irgendwann bin ich auf die Idee gekommen, naja, ein 224er wäre auch ganz cool. Vielleicht kennen das noch manche, die hier den Podcast hören, oder auch nur als, weiß ich nicht. Auf jeden Fall habe ich das Gerät gesucht und ich habe dann bei eBay-Kleinanzeigen jemand gefunden, der das verkaufte. Und dann habe ich mir gedacht, das ist super, und dann haben wir uns kurz unterhalten und dann bin ich mit einem Kollegen schön Richtung Norden. Und da habe ich Basti das erste Mal kennengelernt mit seinem Studio und, ja, durfte dann da das Lexicon in Empfang nehmen. Leider habe ich es mittlerweile gar nicht mehr. Es wird mir dann doch… Es war sehr schön. Es war ein gutes Gerät, aber es wäre dann doch im Alltag sehr unzuverlässig und oft in Reparatur leider. Genau, aber so haben wir uns kennengelernt. Das ist schon ein paar Tage her. Ich weiß gar nicht mal, wie viel Jahre, bestimmt irgendwie sechs-sieben-acht Jahre oder so bestimmt, ja?

    Sebastian: Wahrscheinlich dann sogar noch ein paar mehr.

    Markus: Oder doch länger.

    Sebastian: Ja.

    Markus: Dann vergisst sowas selber, genau. Kannst du dich auch noch daran erinnern?

    Sebastian: Ja, ich hatte eben gerade überlegt, mir ist gar nicht eingefallen, wie wir uns da kennengelernt haben, aber es stimmt, so fing das alles an und dass du dann auch im Norden gekommen bist quasi, weil du es persönlich abholen wolltest…

    Markus: Genau.

    Sebastian: Was ich sehr begrüßt hatte, weil sowas zu verschicken ist ja auch nicht immer so richtig…

    Markus: Total!

    Sebastian: Einfach und lustig. Ja, das war ein sehr netter Start.

    Markus: Ich erinnere mich an diese durchhängenden Platinen, weil die ja so lang sind und dann über Jahre dann irgendwie schon so ein bisschen durchgegangen haben.

    Sebastian: Ja.

    Markus: Ja, das war schon ein verrücktes Gerät, ja. Genau! Ja, du, was machst du gerade so? Was treibt dich gerade so oben im Alltag?

    Sebastian: Ja, ich bin sehr, sehr vielseitig so unterwegs, was den ganzen Tonbereich angeht, also im Studio eigentlich hauptsächlich Composing für Filme, für Dokus, für Werbung, Sound-Design, Audiologos, aber auch teilweise Musikproduktion, Albumproduktion, viel Zulieferung. Heutzutage ist ja viel Netzwerkarbeit, muss man sagen, was ich aber auch total cool und spannend finde. Also, dass man jetzt hier ein komplettes Album macht ist eigentlich selten geworden. Also, ich habe ein paar in den letzten Jahren noch. Es hat auch super viel Spaß gemacht, aber heutzutage ist es eher wir nehmen hier die Drums auf oder wir mischen hier, und Vocals machen wir selber und Gitarren bei den anderen. Und, ja, das ist eigentlich so die hauptsächliche Arbeit. Live findet ja derzeit so gut wie gar nicht statt, bis auf ein paar Streaming-Geschichten so.

    Markus: Ist dünn im Moment, ja? Genau.

    Sebastian: Ja, mal gucken das wieder losgeht.

    Markus: Das heißt, da hast du auch für Bands gearbeitet, oder waren das dann Industrie-Jobs, oder was hast du da gemacht?

    Sebastian: Ja, ich habe witzigerweise über den Live-Bereich damals angefangen so, also wirklich mit ganz frühen Jahren so, dass mein Vater irgendwie Musik gemacht hat und ich angefangen habe, die Band da zu mischen. Also, da war ich vielleicht 12-13 oder so, also wirklich richtig früh, und bin dann immer mehr in den Studiobereich gekommen und fand dann Live irgendwie anstrengend, Schlepperei.

    Markus: Da haben wir irgendwie Parallelen!

    Sebastian: Ja, genau, das weiß ich noch so ein bisschen. Und irgendwie es fing dann an bei einer Albumproduktion so für Zulieferung für Jeden Tag Silvester – das ist eine Band hier aus dem Norden – dass es dann immer mehr so gekommen ist, dass ich dachte, okay, Live ist jetzt irgendwie total spannend mit der neuen Technik irgendwie so. Man hat so sein Digitalpult mit, das ganze Setup ist fertig. Ich habe so ein Midas Pro 1 irgendwie mit so einem UAD drinne für die Plugins. Das ist ja cool. Du schmeißt das dann vor Ort, hast einen super geilen Sound von Anfang an und alles andere steht da. Und seitdem mache ich also aber auch nicht viel, für ein paar Bands FOH-Betreuung. Es macht auch super viel Spaß.

    Markus: Ja, cool! Keine Citrix mehr verkabeln mit Harting-Steckern und so.

    Sebastian: Nee, das passt echt gut in Kombi einfach hinten rein.

    Markus: Ja.

    Sebastian: Und los geht’s mit InEar Rack, also es heißt, wir machen fast alles mit InEar dann.

    Markus: Ja, das macht’s entspannter. Da ist das Setup relativ klein und auch nicht so fehleranfällig wie früher. Wenn ich überlege, alleine schon Inserts Stecker patchen und sowas, alles was man früher halt machen musste, weil du alles extern hattest zu deinem Pult. Das war ganz schon viel anfälliger als heute. Alles schön und gut.

    Sebastian: Ja, das stimmt.

    Markus: Ja, cool! Und hat dich denn deine Arbeit über diese zwei Jahre – ja, es ist fast zwei Jahre Corona-Zeit – so ein bisschen verändert? Also, hast du vorher, weiß ich nicht, mehr Musikproduktion gemacht oder mehr Sounddesign, also hat sich das irgendwie so ein bisschen von irgendwas weg entwickelt, oder würdest du sagen, nee, das ist eigentlich gleich geblieben?

    Sebastian: Nee, die Zeit hat einiges verändert so. Also, es hat irgendwie keiner damit gerechnet, dass überhaupt sowas passiert. Also, ich muss mich immer noch so an eine Situation erinnern. Ich habe irgendwie, wir waren hier und haben Filmgemisch mit Tim Boehme – „Heimreise“ hieß das, glaube ich – so eine Doku, wo es um zwei junge Männer geht, die eine geistige Behinderung haben und in so einem Wohnheim leben. Und wir haben hier die Suround-Mischung gemacht für TV. Und das war, glaube ich, Anfang 2020 muss das gewesen sein, also bevor das überhaupt hier in Deutschland Thema war. Und ich weiß, dass wir dann irgendwie per FaceTime mit einem von den Protagonisten halt telefoniert haben, um ihm das halt zu zeigen, so wir arbeiten hier gerade an einem Film, und der fand das total spannend. Und der hat dann so gesagt, so, ja, mit diesem Virus da und wenn wir alle nicht mehr rausgehen dürfen und so. Und wir waren halt hier so mit dem Team und Regisseur und so, waren alle so, ja, also du brauchst die keine Angst machen, so ein Quatsch und so. Und ich muss irgendwie immer wieder an diese Situation denken, wo hier keiner das irgendwie ernst genommen hat und alle gesagt haben, so, ach, sowas wird doch irgendwie nie passieren, so ein Quatsch. Und, naja, jetzt sind wir hier, wo wir irgendwie es sind, und die Zeit hat schon einiges verändert. Es hat sich aber auch viel so fokussiert auf andere Dinge. Also, zuerst war irgendwie so ein ziemlich ein Loch. Es wurden nämlich alle Touren abgesagt, Albumproduktion, es wurde alles gecancelt von heute auf morgen. Man muss da noch erstmal gucken mit den ganzen Kosten, die man hat, wie man sich so aufstellt. Ich habe irgendwie so‘n Crafter]. Dann melde ich den jetzt ab? Was mache ich jetzt irgendwie so? Und dann habe ich aber versucht, die Zeit irgendwie doch zu nutzen so auch für mich wieder, also mehr wieder für mich Musik zu lernen. Also, ich spiele Schlagzeug und Klavier. Ich habe wieder angefangen, irgendwie Klavier-Chord-Progressions zu machen, Schlagzeug jeden Tag zu üben, mich mehr mit Sound zu beschäftigen, und dann ging eigentlich aber diese ganze Werbung-Sounddesign-Geschichte auch schon wieder ganz gut los, so dass ich damit eigentlich die Zeit jetzt ganz gut irgendwie doch durchgestanden habe so.

    Markus: Ja, sehr cool. Dann hast du auf jeden Fall die Zeit genutzt. Das geht vielen so, dass man erstmal so einen… das war hier ähnlich. Und auch du kennst das ja auch, wenn man Familie hat, dann das kommt ja auch noch dazu, dass man da auf einmal Aufgaben hatte und Situationen, wo man völlig überfordert war. Das irgendwie alles zusammenzubringen finde ich spannend und habe ich jetzt auch schon so oft gehört und das hat mich so beruhigt, dass es bei allen eigentlich ähnlich war. Aber ich zum Beispiel war mit einem Kollegen – das war dann auch so im März – mit einem Freund, er ist Fotograf, waren wir Fahrradfahren auf Mallorca. Und da haben wir auch noch dagesessen, ha ha ha, so ein Quatsch mit Corona, das kommt ja nie hierhin. Und ich glaube es war zwei Wochen später war dann Lockdown. Und dann, als wir da durch die Gegend gefahren sind, konnten wir und das noch so gar nicht vorstellen. Jetzt wiederum könnte ich mir nicht vorstellen, mich in Flieger zu setzen, um irgendwo Fahrrad zu fahren. Es fühlt sich jetzt genauso absurd, ja, er ist schon verrückt, total. Du hast mir in der Vorbereitung für den Podcast aktuelle Fotos geschickt von deinem Studio und da war ich wirklich wieder, pfui, also mache mich ja… mache mir ja nicht immer direkt die Gedanken. Wenn man spricht, schaut man nicht immer so, aber jetzt ist mir wieder so bewusst geworden, du hast ja auch deinen… also, zusätzlich, dass die Regie schon so perfekt war, hast du jetzt auch noch deinen Aufnahmeraum noch mal angepackt. Erzähl mal so ein bisschen vielleicht über den ganzen Werdegang, wo du so herkommst und warum du so ein tolles Studio hast und, ja, wie das überhaupt passiert ist.

    Sebastian: Ja, ich komme ursprünglich aus Hamburg und habe da, also wie ich schon erzählte, super früh angefangen. Es gibt ja ein Bild von mir – in der Küche hängt das bei uns – wo ich irgendwie, ich glaube, da war ich 17 oder 11 im Blaumann, und mein Vater und ich sind gerade dabei in meinem Kinderzimmer eine Wand einzuziehen, damit ich endlich getrennten Aufnahmeraum und Regie habe. Das war schon ein bisschen früher als es, glaube ich, gesund ist. Also, ich habe wirklich schon super früh angefangen mit dem Kram und hatte irgendwie – ich glaube da war ich, weiß ich nicht, 13-14 – meine erste 8-Spur-Tonbandmaschine und bin da wirklich auch so mit der Unterstützung von meinen Eltern konnte ich mich da austoben. Und Schule und so lief alles irgendwie so ein bisschen nebenbei, mit Ach und Krach dann durchgezogen, aber ich habe währenddessen einfach schon super viel wirklich mit Musikern gearbeitet, Alben gemacht, und nämlich ganz viel damit beschäftigt. Habe dann angefangen für Hastings zu arbeiten in Hamburg – die machen ganz viel Werbung – und bin dann mit Milo Heller zusammengekommen. Das war so einer der Chorifeen da, die sich halt spezialisiert haben auf Audio Design und Sound Design. Der hat zum Beispiel das Audi-Logo damals gemacht so.

    Markus: Cool!

    Sebastian: Mit dem habe ich eine Zeit lang zusammengearbeitet und habe super viel gelernt in dem ganzen Musikbereich. Und, ja, da hat sich das immer so weiterentwickelt. Dann habe ich für NDR viel gemacht und habe da jetzt auch eine Anstellung und mache ganz viel Sendeton quasi jetzt in Kiel und wollte schon immer die Räumlichkeiten so haben, dass ich das quasi für mich so bauen kann, dass es eigentlich für mich perfekt ist so. Und ich habe dann schnell gemerkt so, okay, was zu mieten auch gerade in Hamburg, das funktioniert nicht bei den Preisen, und was bauen lassen ging auch nicht, also man musste irgendwie alles selber machen. Das ist ja auch mehr so aus der Not entstanden. Und dann bin ich halt Richtung Norden gezogen und habe irgendwie ein großes Haus gekauft und das für mich komplett umgebaut – und es war jetzt vor zwölf Jahren, glaube ich – und dann hat sich das auch mit dem Umbau immer so ein bisschen entwickelt. Das ging auch nicht von heute auf morgen. Also, ich habe zuerst die Regie gebaut, und der Aufnahmeraum war noch relativ roh, und danach Schritt für Schritt dann halt weiter investiert und ausgebaut so, wie das Geld dann halt so reinkam von der Produktion. Und jetzt ist es auf dem Stand, wo ich total happy bin damit. Also, ich habe in Corona-Zeit nochmal mit Fritz zusammen den Aufnahmeraum überarbeitet und da Diffusoren eingebaut und alles Mögliche. Und für mich funktioniert das Setup so wie es jetzt ist richtig gut und bin da sehr zufrieden.

    Markus: Ja, Wahnsinn! Also, es gibt schon so ein paar Parallelen, glaube ich, zwischen uns, weil uns, glaube ich, beiden sehr… Räume sehr wichtig sind, uns das so bewusst ist, dass das irgendwie viel ausmacht, also sowohl für einen selbst, also dass man eben entspannt darin arbeiten kann, aber auch eben fürs Produkt. Und das sieht man halt sofort auf deinen Fotos und sieht, wie detailverliebt da alles gebaut ist und eingerichtet ist. Das finde ich ganz toll. Freut mich immer wieder, dass es solche Studios noch gibt oder dass Leute das noch machen, Studio so bauen…

    Sebastian: Ich bin sogar der Meinung, dass es heutzutage fast nur noch von den Räumen abhängt. Man muss das ja sagen so, dass sich so durch die ganze Digitalisierung und DAW Systeme, dass sich so verlagert hat, dass eigentlich dieses ganze Output und so immer mehr so eine nebengesetzte Rolle spielt so. Aber so Räume an sich, wo sich Kunden wohlfühlen, wo sich eine Band wohlfühlt, wo man getrennte Bereiche hat zum Arbeiten, auch hier so mit Aufenthaltsbereich, alles was irgendwie dazu gehört, dass sich die Leute wohlfühlen, hat eine unglaubliche Auswirkung darauf, wie man zusammenarbeitet, wie entspannt und wie kreativ man auch sein kann.

    Markus: Total!

    Sebastian: Ich war eigentlich eine lange Zeit lang so total der Audio-Nerd, was so analoge Technik angeht, und habe halt ganz lange immer gedacht, so, ich brauche unbedingt ein großes analoges Pult. Und eine Bandmaschine hatte ich hier, 24-Spur, und alles Mögliche. Und es war aber immer so, dass es mich dann immer mehr gebremst hat bei meiner Produktion so und ich mir, ehrlich gesagt, auch immer mehr so vorgelogen habe, ja, ich brauche das aber unbedingt, weil ich kriege das sonst nicht anders hin. Und dann – ich glaube, das war jetzt so vor fünf-sechs Jahren – gab es für mich so einen großen Sprung. Ich glaube, das war auch der Wandel so von Pro Tools HD auf HDX, dass ich so gemerkt habe, so, okay, komm, also ich brauche eigentlich ja gar nichts anderes so, ich kann damit alles machen, was ich will. Und dann habe ich mich wirklich eine Woche hingesetzt und überlegt, was ist das, was ich zum effektiven Arbeiten wirklich brauche so, und habe dann wirklich analoges Pult rausgeschmissen, Bandmaschine, wirklich auch an Outboard auch. Also, ich habe immer noch viel Kram so, aber ich habe wirklich durchsortiert, so, was möchte ich wie benutzen, und bin dann in dieses Setup rein, das jetzt alles quasi über Pro Tools HDX läuft. So, das heißt, das ganze Outboard ist darüber halt als IO so angebunden. Das heißt, ich kann es benutzen, muss es aber nicht. Und ich bin komplett Total Recall, superschnell. Und insofern würde der Raum auch so funktionieren, wenn man nur noch hier meinen Rechner stehen lässt und zwei Speaker. Alles andere ist dann so „nice to have“ Ding.

    Markus: Ja, spannend! Also, da hätte ich immer noch Angst vor, also ich… tatsächlich habe ich auch schon so oft drüber nachgedacht. Ich scheue aber diesen Umbau tatsächlich, weil der ist ja auch – also, wirst du ja bestätigen können – nicht so… also, im Moment ist bei mir auch so, dass ich quasi noch komplettes analoges Pult habe und habe alles auf Patch Bays und muss natürlich auch Sachen patchen. Das, was du gerade beschreibst, ist natürlich ein total schöner Traumzustand. Du hast alles aufliegen und klickst deine Inserts quasi rein, aber es bedeutet natürlich im Umkehrschluss auch, dass du einen Riesen-Aufwand hattest, das umzubauen, denke ich. Also, es war schon…

    Sebastian: Klar!

    Markus: Nicht zu unterschätzen so. Also, ich finde es auch großartig. Ich würde mich im Moment noch immer nicht trauen, obwohl es das ja schon… also, das… ich hatte das überhaupt nicht infrage, dass das… ich glaube wirklich, dass es auch besser ist und dass man produktiver wird, aber es ist schon so eine komplette Philosophiefrage und Umstellung, glaube ich, sowohl von der Verkabelung und als auch vom Arbeiten her so.

    Sebastian: Ja, man muss sich das genau halt überlegen. Und für mich war halt da, ich habe dir wirklich da wochenlang Gedanken drüber gemacht und Pläne gemacht und hatte hier dann HDX2-System und habe das getestet, wie mache ich das mit meinen ganzen IOs und dann auch mit… Ich habe zum Beispiel auch Mikrofonvorverstärker von Avid, 24 Stück, die komplett remotet werden aus Pro Tools so, weil’s einfach super schnell und praktisch ist so eine Session zu laden mit 20 Drum Mics und du hast alles eingestellt, wie du es haben willst. Es war dann aber auch doch so, als das Pult dann halt rausgeflogen ist, doch auch noch mehr Probleme am Anfang. Da waren so die einfachsten Dinge, die man halt vorher gemacht hat, so, keine Ahnung so, Talk-Back-Funktion…

    Markus: Monitoring.

    Sebastian: Und so.

    Markus: Ja.

    Sebastian: Monitoring für Rückleitung und so… ich dachte, okay, aber es hängt ja noch im Pult. Also, dieses D-Control, der Vorgänger der S6, hängt jetzt hier dran, wo das ganze Monitoring drüber läuft und so. Das funktioniert jetzt eigentlich ganz gut so.

    Markus: Aber würdest du auch sagen, dass du das immer noch brauchst? Also, könntest du dir vorstellen, den Controller ganz rauszuschmeißen und nur, weiß ich nicht, mit 8-Fadern und ein Monitoring-System oder so was? Kannst du dir das auch vorstellen?

    Sebastian: Es würde funktionieren. Also, ich glaube, ich nutze das Pult auch weniger als man es nutzen könnte so dafür. Es hat aber schon so ein paar Sachen. Also, ich merke, wenn ich alleine arbeite – ich habe so zwei Plätze gegenüber so, Edit-Platz und Mix-Platz – dass ich eigentlich ganz viel am Edit-Platz sitze, um mich auf Sound zu konzentrieren. Es ist aber, wenn man mit einer Band zusammenarbeitet, Monitoring und so weiter, es ist schon schön, viele Sachen im Zugriff zu haben, und es fühlt sich dann schon anders an, es zu sehen, was so passiert so, aber es muss nicht sein.

    Markus: Also, ist schon…

    Sebastian: Aber klar.

    Markus: Hast du immer noch so ein bisschen das Pult-Feeling halt, wie du das vorher auch hattest mit der analogen Konsole.

    Sebastian: Ja, und bei so komplexen… also, selbst bei einfachen Mischungen, ja, so 8-Fader braucht man dann schon mindestens, finde ich, um die Stems von irgendeinem Werbefilm zu fahren und das in der Hand zu haben so. Ja, aber das ist dann auch ein bisschen Luxus. Also, ich hatte ja lange überlegt, ob ich jetzt auch irgendwann auf eine S6 gehe oder so, was ja wirklich auch nicht so richtig günstig ist, und ich werde es erstmal nicht machen, weil mir den Nutzen derzeit… das ist einfach zu krass.

    Markus: Kosten-Nutzen…

    Sebastian: Genau, das ist… stimmt einfach gerade nicht.

    Markus: Ja. Naja, das ist… das finde ich eigentlich das Fantastische an dieser Oberfläche, dass sie jetzt einfach eigentlich relativ günstig zu bekommen ist. Und ich… ja, so einen Mehrwert durch eine S6 sehe ich auch nicht, glaube ich. Also, ich bin gar nicht im Thema – das weißt du wahrscheinlich – aber wie ist es mit… gibt’s irgendwo Einschränkungen, also jetzt Pro Tools softwareseitig, dass da irgendwas dann nicht geht oder dass das irgendwas unterbunden wird von Avid mit einem älteren Controller? Oder würdest du sagen…

    Sebastian: Also, diese D-Control, die ist ja sogar dann noch von Avid. Das waren so die letzten als Digidesign gerade dann übernommen wurde so, diese graue Serie. Da läuft bisher alles, aber klar muss man ehrlich sein. Das ist eine Frage der Zeit, wobei ich glaube, dass Pro Tools, oder Avid, relativ vorsichtig ist, dann solche Controller komplett rauszuschmeißen, gerade so große.

    Markus: Ja, ich glaube…

    Sebastian: Es sind ja auch noch so ältere, so D-Command und so…

    Markus: Sie nehmen das…

    Sebastian: Die auch noch laufen.

    Markus: Ja, sie nehmen das immer nicht supportet mehr, aber ich glaube, sie funktionieren halt immer noch.

    Sebastian: Ja. Alle aktuellen Plugins werden drauf unterstützt und laufen genau auf den… also, ich habe jetzt noch nichts festgestellt, wo es wirklich fehlt, aber es gibt natürlich ein paar neue Funktionen in der S6, die ich ganz cool finde so, die halt dann mit dem Pult nicht gehen.

    Markus: Naja, gut, so ist es halt. Das ist ja auch das, warum man es hoch hält wahrscheinlich, damit man neues verkauft.

    Sebastian: Ja.

    Markus: Ja, spannend. Und fehlt dir denn irgendwas? Also, sitzt du da und denkst, naja, das ist aber schade, das war wirklich besser in meinem alten Setup? Oder hast du es, nee, alles ist also nach vorne gewandt, und bist du zufrieden so wie es ist?

    Sebastian: Also, was ein großer Schwenk für mich war, war halt komplett von Logic wegzugehen so. Ich habe halt immer – also damals wirklich von… nach dem Atari direkt auf Logic – mit Logic gearbeitet und war auch super fit da, was Environments angeht. Die ganze Midi Implementation und so, das war schon super für mich. Und ich habe mir dann gesagt, nee, wenn ich jetzt mit Pro Tools alles mache und das Studio rein auf Pro Tools basiert, muss ich auch alles im Pro Tools machen. Also, das nervt mich, wenn ich dann irgendwie noch parallel in Logic mache, Sachen mache. Und da ist es so, dass da noch ein bisschen Luft nach oben ist. Also, ich find's gut. Also, ich mache komplettes Composing in Pro Tools, auch mit Vienna angebunden so, und es funktioniert alles, aber da ist, glaube ich, noch ein bisschen Luft nach oben, was gerade den ganzen MIDI-Bereich angeht. Wobei ich auch immer mehr das Gefühl habe, dass Avid da sehr offen ist. Also, ich habe auch direkten Kontakt zu ein paar Leuten, die da sehr interessiert dran sind, was jetzt gut funktioniert und was nicht. Und auch es kommen immer mehr schnellere Updates mit mehr Features, also Avid gibt ja auch gerade relativ viel Gas, finde ich, irgendwie die Sache voranzubringen und Pro Tools da auch besser zu machen.

    Markus: Ja, spannend. Ich muss ja gestehen, ich bin ja immer noch so zwischen den Welten. Also, ich habe mich immer noch nicht vollends entschieden. Ja, mache immer, wenn es reine Audioproduktion sind, das dann in Pro Tools, also bei zum Beispiel Band-Recordings, oder eine Sprachaufnahme, oder Werbung oder sowas, aber sobald es irgendwie in Musikproduktion geht, also dann starten wir… also arbeiten wir zumindest für die Zeit der Musikproduktion in Logic. Es kann sein, dass ich am Ende dann mal wechsele zum Mischen, aber da sind wir irgendwie immer noch sehr Logic. Und da bin ich eigentlich reingekommen durch… ja, dadurch, dass die Musiker und auch Marcel, mein Kollege, halt aus der Logic-Welt kam. Und da habe ich mich quasi dann wieder mehr von Pro Tools wegorientiert, aber es ist im Moment… bleibt so auf gleicher Ebene bei mir, also ich habe mich noch nicht für eins entschieden. Aber du hast recht. Also, ist natürlich immer auch schon mal lästig, wenn man wechseln muss. Das ist dann… weil dann musst du… dann musst du dich halt entscheiden, was nehme ich jetzt mit, oder will ich jetzt einfach nur noch Stems machen oder… ja. Aber es kann auch ein Vorteil sein.

    Sebastian: Es bleibt meistens aber was auf der Strecke bei diesen Wechseln, so wie ich das immer erlebt habe, und fehlt doch irgendwas. Man muss wieder zurück und so.

    Markus: Ja.

    Sebastian: Und für mich hat jetzt diese Arbeit mit Pro Tools einen richtig großen Vorteil. Ich kann halt immer super nahe so am Endprodukt sein so. Und das ist was, was ich total gerne mag so, dass man super schnell einen fertigen Sound hat, also ich sage mal inklusiv eine Mastering-Kette drauf, dass die Musiker das komplett durch alle Plugins, die man hat, die Sachen hören, dass der Mix immer so fertig ist, wie er irgendwie fertig zu sein hat. Das mag ich total gerne, weil ich immer das Gefühl habe so mit den Kunden zusammen, es ist halt fertig. Wenn’s einem nicht gefällt, dann muss man es halt… dann sagt man es jetzt natürlich, mischt man es dann noch mal und macht vielleicht auch ein paar Sachen noch mal anders. Aber diese Aussagen so, „ja, warte mal ab bis das gemischt wird, dann wird das ganz anders und richtig toll“, nee. Also, wenn das jetzt… wenn wir jetzt Probleme haben so, dann müssen wir irgendwie von vorne anfangen. Dann müssen wir mehr Tracking anfahren, Mikrofone, Instrumente, oder lass es versuchen, jetzt fertig zu machen. Und das hat mich sehr vorangebracht, also sowohl wenn ich alleine an Produktion arbeite, als auch wenn ich mit Bands arbeite, dass man immer sagt so, nee, wir wollen das so fertig wie möglich. Also, ich höre… ich mixe auch immer durch so eine Mastering-Kette. Ich habe immer schon Räume drauf, wenn ich tracke mit den Bands. Ich fahre immer komplette Plugins schon in allen Sachen rein und so. Ich bin da… ja, dass es halt so fertig wie möglich klingt.

    Markus: Aber das heißt, du hast auch, was Outboard angeht, dann so feste Ketten oder feste… also, weil ich stelle mir jetzt das sehr schwierig vor, wenn du jetzt irgendwie, weiß ich nicht, fünf-sechs Kompression extern hast, dann musst du… und wechselst zwischen Projekten oder wechselst zwischen Songs. Hast du die dann… Also, wie handelst du das? Hast du dann ein festes Setup, oder machst du dann trotzdem noch ein Recall von deinem Outboard?

    Sebastian: Nee, ich mache eigentlich alles „in the Box“, und wenn ich aber möchte, dass da jetzt ein LA-2A auf den Vocals ist, dann patche ich den halt rein und tracke das auf eine neue Playlist und habe dann die Playlist, wo der halt drin ist und wo der nicht drin ist so.

    Markus: Verstehe.

    Sebastian: Und wenn ich ganz viel Lust habe, schreibe ich noch in die Notes irgendwie, was da jetzt eingestellt ist oder so, aber ich tracke das alles da. Also, wenn ich Outboard einbinde so, dann nehme ich das sofort auf im Projekt und dann wird er auch wieder ausgeschaltet.

    Markus: Ja, verstehe. Also, du printest die Sachen quasi direkt in deinen…

    Sebastian: Genau, genau.

    Markus: In deinen Sessions rein, ja, ja.

    Sebastian: Damit alles immer fertig ist, weil nur dann kann ich ja auch, keine Ahnung, ich bin irgendwie unterwegs, oft mit dem Macbook irgendwie, und muss schnell irgendeine Sache ändern, dann könnte ich es eigentlich laden und sofort anpassen und wieder schicken.

    Markus: Cool! Ja, coole Herangehensweise! Ich merke schon, das hat auch viel in der Arbeit geändert, wenn man das… wenn man quasi entscheidet, okay, nee, ich möchte quasi immer den direkten Zugriff auf alles haben. Das hat ja wirklich nur Vorteile, weil du… ja, man ein bisschen weggeht von diesem „na ja, ich konnte das noch patchen und das noch und das“ und dann muss ich das aber auch nachher wiederherstellen. Das lässt ja eigentlich nicht so viele Wechsel zu in Projekten. Und vor allem, wie du sagst, du hast nicht immer den aktuellen Stand, sondern du musst den wiederherstellen oder du musst wieder dahin zurück oder so. Ja, es ist cool.

    Sebastian: Und ich muss Entscheidungen treffen.

    Markus: Genau!

    Sebastian: Also, sowohl ich als auch der Kunde, ja, was allen auf jeden Fall hilft.

    Markus: Ja.

    Sebastian: So, zu sagen so, okay, ist es das jetzt wert, dass wir jetzt ein echtes Tool irgendwie dafür benutzen, weil es wirklich diesen Sound hat. Das kann ja sein und das ist auch total gerechtfertigt, aber dann müssen wir uns jetzt die Arbeit machen, tracken das einmal und dann ist es halt auch so.

    Markus: Auch die Zeit nehmen dafür dann, ja.

    Sebastian: Genau. Also, ich habe gemerkt, dass ich halt wenig so an Sound verliere, was ich halt vor hatte durch analog, was auch total toll war und auch ein schönes Gefühl ist auf einer großen Konsole so zu mischen, aber ich habe unglaublich viel Zeit gewonnen, die ich kreativ einsetzen kann für andere Dinge. So, gerade in Zusammenarbeit mit Künstlern, kann mich auf ganz andere Sachen dabei konzentrieren und muss nicht irgendwelche Kompression wild einstellen und Outboard patchen und so. Aber es ist eine andere Herangehensweise. Und vielleicht ist es dann auch manchmal zu effektiv gedacht, und ich merke das, wenn ich auch mit anderen Kollegen arbeite, ein guter Freund von mir, Lars Ullendorf aus Hamburg, der dann total der Kreative ist, und Klinkenkabel fliegen durch den Raum und Bodentreter und so. Es ist natürlich auch cool. Also, ich muss nicht manchmal so ein bisschen dahin zwängen auch zu sagen, nee, ich muss jetzt auch mal wieder mehr andere Sachen ausprobieren und doch was machen so. Das ist halt… dann ist das vielleicht die negative Seite davon so.

    Markus: Ja, negativ, das ist halt so ein Grad auf den man so wandert. Ich finde das… also, ich habe das schon… alles, was du jetzt sagst und erzählt, das finde ich total spannend und oft da richtig. Also, bei mir ist es einzig so die… ich traue mich diesen Schritt nicht zu gehen, weil ich aber weiss was alles dranhängt, also Umbaukosten. Ich finde es sonst total cool. Also, ich bin gar nicht so… ich sehe das gar nicht so romantisch. Ich sehe auch die ganzen Vorteile und auch die Nachteile halt, die man hat in so einem… hier in so einem analogen Setup. Ja, vielleicht kommt bei mir auch noch der Tag, wo ich das angehen werde. Ja, vielleicht muss ich auch einfach mal bei dir vorbeikommen und dann bin ich so beeindruckt, dass ich mit dem Eindruck nach Hause fahre und denke, nee.

    Sebastian: Oder auch nicht und du sagst, Gott sei Dank, ich lasse alles, wie es ist.

    Markus: Ja, genau.

    Sebastian: Ja, voll gerne.

    Markus: Und sag mal, du hast auch… also, du hast natürlich deinen Bau komplett selbst gemacht. Wie bist du denn da so reingeraten? Das heißt, du hast dir das alles selber drauf geschafft, also mit Mitmachen, oder wie ist es dazu gekommen? Also, mal eben ein Studio bauen, ich spreche aus Erfahrung, ist ja auch nicht so…

    Sebastian: Ich weiß, ja. Da sind wir auch ein bisschen ähnlich. Ja, also bei mir war schon immer so, ich hatte relativ neben dieser ganzen Musik von Anfang an immer relativ wenig Hobbys, muss ich sagen. Für mich gab es immer nur Musik, und wenn man vielleicht so ein Hobby noch mal bezeichnen kann, dann ist es irgendwie so Sachen bauen und Sachen machen durch meinen Vater, der auch immer so gedacht, also nee, das bauen wir selber so. Garage? Ja, nee, komm hier, gucken wir, wie das geht, dann bauen wir das so. Und das war schon immer was, was mir sehr gut gefallen hat, so mit Holz arbeiten irgendwie am Frästisch, Multiplexplatten, den ganzen Kram. Also, das war schon immer was, was mir irgendwie… was ich sehr mochte so hobbymäßig. Und also muss mal ganz ehrlich sein, also so ein Studio, wenn das eine Firma baut, also wüsste ich nicht wie lange… wie viel Produktion ich machen müsste, damit ich das irgendwie je bezahlen könnte so, also in dem Level, wie ich es gerne haben wollte, also war klar, das mache ich selber. Und dann gab es viele tolle Ideen, unter anderem von Wolfgang Dorst, den du ja auch kennst, von THS, wie die tolle Studios bauen, habe ich mir… hat mir auch ganz viele Ideen mitgegeben und Tipps gegeben. Und dann tauscht man sich ein bisschen aus und dann macht man das. Das ist vielleicht jetzt nicht ganz so perfekt wie wenn das eine Firma macht, aber ich bin da so super zufrieden, wie es ist. Und es wäre einfach nie so geworden finanziell, wenn das jemand anders für mich gebaut hätte. Insofern ist das alles gut so.

    Markus: Ja, total!

    Sebastian: Gehe in meine Werkstatt und mache da ein paar Sachen.

    Markus: Cool! Ja, ich glaube, dein Anspruch ist einfach so riesig. Ich glaube, niemand würde dir absprechen, dass das perfekt ist, wenn man das sieht. Ich glaube… also, ich meine, der Anspruch wächst wahrscheinlich auch immer. Man fängt halt an und schraubt ihn halt ja auch selber so hoch. Ich kann mich eben auch – das ist mir gerade eben noch eingefallen am Anfang – ich kann mich auch noch daran erinnern, wir haben sogar noch einen früheren Kontakt gehabt, und das ist ganz witzig, und zwar damals war ich auf der Suche nach… oder habe mir, ja, Ideen gesucht, was für ein Pult denn mal in meinem Stuhl stehen könnte. Und naja, wenn man so am Anfang ist und sein Studio plant, kann natürlich so, ja, okay, ein schönes Inline-Pult, analog, dann ist man schnell auch bei SSL Pulten und das war dann irgendwie nicht finanzierbar und dann kam ich auch auf die Tascam M700 und habe danach gesucht, na, wer hat die denn so? Setzt das jemand ein, und ist das ein cooles Teil? Und da habe ich dir auch schon… bin ich auch schon auf dich gestoßen, glaube ich. Da haben wir mal ganz kurzen Mail-Kontakt gehabt, weil mich das interessiert hat, wie du das… also wie du damit klarkommst, weil ich glaube, die hattest du ja nicht vor deinem HDX-System, sondern noch davor, glaube ich…

    Sebastian: Genau.

    Markus: Gar nicht in diesem Studio.

    Sebastian: Genau, in anderem Studio. Es war ein M700. Es war das ehemalige Ärzte-Pult aus Berlin war das.

    Markus: Ach, richtig!

    Sebastian: Von Uwe Hoffmann.

    Markus: Okay.

    Sebastian: Es war auch ganz gut durch dann, nach den Ärzte-Alben so.

    Markus: Schön.

    Sebastian: Aber es war ein lustiges Pult.

    Markus: Ja, da erinnere ich mich auch daran. Das ist mir eben dann noch eingefallen, genau. Dann ist es das ja dann doch nicht geworden bei mir. Genau, aber, ja, spannend. Das heißt, da hast du wieder dann auch schon zwei. Danach war es eine D&R. Habe ich das richtig in Erinnerung?

    Sebastian: Ja, genau, so eine Octagon Konsole.

    Markus: Genau!

    Sebastian: Auch sehr speziell.

    Markus: Ein Schlachtschiff..

    Sebastian: Die war eigentlich ganz cool. Aber ich bin trotzdem, muss ich sagen, jetzt so nie eigentlich ganz happy. Man muss ja auch mal sehen, es sind ja auch viele Kosten drumrum so. Du hast ja auch so eine Total-Recall-Konsole. Das ist ja noch so ein cooler Hybridmodus eigentlich, finde ich, aber wenn man so eine klassische analoge Konsole, wenn es jetzt nicht eine neue Duality oder so, dann ist das einfach unglaublich viel Service, und Stromkosten, und Klima, und was da halt dran hängt so. Ja, da braucht man ein bisschen Energie, um sich das halt schön zu reden…

    Markus: Schön zu reden.

    Sebastian: Dass halt wirklich funktioniert und wichtig ist, was es aber auch in manchen Dingen ist. Also, ich spreche das gar nicht ab so, aber es hat halt für mich, der auch wirklich viel Composing macht, nicht mehr funktioniert dann so.

    Markus: Ja, spannend. Ist auf jeden Fall schön zu hören. Und ich merke, ich muss auf jeden Fall nochmal bei dir vorbeikommen. Hast du denn… hast du denn noch Baustellen, so wenn wir jetzt mal so eh schon so bei baulichen Sachen sind oder bei Technik, hast du denn noch Wünsche? Oder du sagst, das muss ich noch mal tweaken? Na, es hört wahrscheinlich ja nie auf, aber gibt es irgendwas ganz Akutes, wo du sagst, da muss ich nochmal ran, oder das fehlt mir noch, oder das brauche ich?

    Sebastian: Ich bin so ein bisschen am Überlegen, ob man halt auf 3D geht, also in dem Sinne dann Dolby Atmos. Das ist halt noch ein Thema. Arbeite ganz viel für eine Agentur in Hamburg und Berlin, WESOUND, die auch viel für 3D machen, aber da… also da weiß ich schon das Konzept, wie ich das dann umsetze mit Pro Tools so, wenn ich Dolby Atmos mische. Aber ich bin dann doch so ein bisschen zurückhaltend, muss ich ehrlich sagen, weil es muss einfach die Projekte und Produktion geben dafür, dass sich das lohnt. Und da ist dann auch die Frage… also das kann man ja nicht mit ATCs bauen so, also ist die Frage, in welchem Setup baut man das und so. Ich finde das ganz spannend auch in Dolby Atmos zu mischen, aber das ist noch ein längerer Schritt, glaube ich, bis das dann soweit ist. Das muss einfach Sinn machen und es müssen einfach Projekte sein, wo es dann gefordert ist.

    Markus: Na ja, und ist auch ein ganz schöner Invest halt, also auf der Wiedergabeseite, finde ich, das ist ganz schön aufwendig und ich glaube du brauchst ja auch… du brauchst ja dann... Ich meine, das Gute dadurch, dass du schon so Pro Tools basiert bist, bist du da schon gut aufgestellt, weil wenn du da jetzt noch klassisch analog wärst, es ist ja noch viel komplizierter, das so umzusetzen, aber ja, spannend. Ja, man sieht auf jeden Fall, oder ich erlebe gerade, dass es viele machen. Viele bauen Regien dahin um, aber du hast vollkommen recht. Du brauchst natürlich auch einfach die Aufträge dafür, oder die Produktion, damit das Sinn macht. Ja, das kann ich verstehen.

    Sebastian: Ja, für mich wurde es so ein bisschen spannend als Apple diesen Schritt gemacht hat und iTunes und Apple Music komplett auf Dolby Atmos gepackt hat. Da wurde ich so ein bisschen hellhörig und dachte so, okay, vielleicht kriegt man es damit doch aus der Nische raus, also vor einigen so Kopfhörer, Visualisierung und so. Da fing es an, spannend zu werden, aber man muss mal gucken, wo der die Reise hingeht und, ja, es muss im Verhältnis stehen.

    Markus: Ja und man muss ja auch nicht… also, ich glaube da muss man auch… ich meine, ich glaube, die Zeit ist schon vorbei, aber wir haben ja beide auch schon erlebt, wie viele investiert haben in Mehrkanal oder in 5.1 Setups und Regien, zumindest in der Musikwelt, und… tja, also ich glaube, klar, Dolby Atmos hat da noch mal so einen Schub gegeben. Und du hast vollkommen recht. Ich sehe auch, dass die Umsetzung, oder das zu den Kunden bringen jetzt durch das Kopfhörerhören, für mich auch noch mal viel greifbarer geworden ist. Also, ich habe früher immer gesagt… Ich habe ja auch in der Filmwelt gearbeitet und da hat man schon das Gefühl, ja, aber wer guckt jetzt den Tatort in 5.1? Wer hat das Setup zu Hause? Das war schon sehr nischeig, oder es ist immer noch, aber ich glaube, dass dadurch, dass heute das Konsumieren von Medien, egal ob es dann nur Musik ist oder auch Film, viel jetzt einfach mit Earpods, mit On-Ear-Kopfhörer und so passiert, es ist schon viel näher, dass das sich durchsetzt als früher mit Wiedergabe im Raum, weil da war ich immer so dieser Hausfrauenfaktor. Das habe ich nie gesehen, dass jetzt irgendwie jeder in seinem Wohnzimmer dann sechs Lautsprecher, und, natürlich, für Dolby Atmos noch viel mehr, aufstellt. Das habe ich nie gesehen. Klar, da gibt's immer Fans, aber das ist kein Massenmarkt. Und, ja, mit dem Kopfhörer ist das schon momentan… wie du sagst, Apple hat das eben auch umgesetzt. Bei Netflix und Amazon Prime so passiert das auch. Ja, also das ist schon viel wahrscheinlicher als dass viele Produkte dafür gebraucht werden als es je bei 5.1 war, glaube ich.

    Sebastian: Ja, also ich glaube, das wird sich… also, so wie bei 5.1 ja auch, das wird sich nie als Speaker-Lösung durchsetzen beim Consumer. Das wird immer eine Nische bleiben. 5.1 ist da auch im Musikbereich ja komplett gescheitert. Das hat…

    Markus: Ja.

    Sebastian: Recht keinen interessiert. Das ist halt für Kino spannend, für Präsentation spannend, auch Live-Beschallung in Surround oder auch in 3D ist spannend, oder auch so Museumvorstellung. Das kann ich mir alles...

    Markus: Messen.

    Sebastian: Vorstellen, dass man da…. Messen, genau. Dafür ist es spannend, aber für einen Consumer-Bereich ist der ganze Kopfhörerbereich halt…

    Markus: Ja.

    Sebastian: Interessant. Und wenn man jetzt bei Apple sich irgendwelche Airpods für 100 Euro kauft und man kann da beim iPhone einstellen, hier, mach mir das bitte in Atmos, also das finde ich schon spannend.

    Markus: Voll!

    Sebastian: Und jetzt gibt es ein Logo dafür bei iTunes. Das ist dann schon eine Ansage, wenn man sagt so, ich bitte das Album auch in Dolby Atmos an.

    Markus: Hast du denn Erfahrung, hast du schonmal auf Kopfhörer gemischt für ein Dolby-Atmos-Produkt?

    Sebastian: Ja, also ich habe auf jeden Fall viel verglichen zwischen Kopfhörer und echten Speakern so. In Hamburg bei ReSound ist eine große 3D-Anlage, die Dolby Atmos und auch Auro 3D und so weiter kann. Und ich bin ein unglaublicher, ach, Feind will ich jetzt nicht sagen, aber ich habe sehr große Probleme mit Kopfhörern so zu arbeiten, also sowohl wenn's um Stereo geht als auch Dolby Atmos. Das ist mal nett sich ein Produkt drüber anzuhören, aber ich brauche auf jeden Fall Speaker, um zu mischen. Also, deswegen ich würde auch hier im Studio auch nie was mit Kopfhörern in Dolby Atmos abliefern und so. Dann müssen halt Speaker her. Da muss man das damit machen und dann kann man das gegenchecken mit einem Kopfhörer. Aber dazu funktionieren viele Sachen, gerade was so Center-Bildung angeht und sowas, viel zu schlecht und auch viel zu unterschiedlich bei verschiedenen…

    Markus: Ja.

    Sebastian: Kopfhörern. Da würde ich quasi immer die Speaker nehmen.

    Markus: Naja, wahrscheinlich die Angst, dass so alleine Verhältnis und sowas gar nicht stimmen oder über die verschiedene Wiedergabesysteme nicht gut funktionieren, ja. Ja, spannend. Mensch, ja, was wollte ich dich noch fragen? Was sind denn so… hast du Ziele für 2022, wo du sagst, ja, da gehe ich vielleicht rein, das habe ich bis jetzt nicht gemacht, oder, boah, das lasse ich sein, alles so um deine Arbeit herum? Gibt’s da was?

    Sebastian: Also, ich bin jetzt gerade dabei eher zu fokussieren, dass ich auf Instrumenten besser werde, dass ich mich mehr mit Musiktheorie beschäftige, eher diese spielerisch… Also, die ganzen Audio Tools sind eigentlich nicht mehr so richtig spannend. Natürlich kommt da immer mal wieder was Neues, was man irgendwie kurz checkt, aber das sind nicht so die Sachen, die mich beschäftigen. Ich bin halt ein totaler Sound-Nerd, muss man sagen, total abhängig von diesen ganzen Libraries, die ich leider alle irgendwie immer sofort bestelle und kaufe, und habe wirklich Terabyte-weise auf dem Rechner, weil das so… diese kreative Arbeit so mit Sounds umzugehen, das ist was, was mich total begeistert so. Und, was weiß ich, Spitfire Audio oder… also es ist ganz egal. Sofort kommt eine neue Library und ich denke mal so, oh, nein, du hast jetzt wirklich…

    Markus: Landet automatisch in deinen Warenkorb.

    Sebastian: Wirklich es ist so schlimm. Das ist so schlimm. Ja, es ist irgendwie man denkt, ich habe schon 50 Libraries von Spitfire über Streicher und jetzt haben sie doch wieder im Abbey Road Studio was aufgenommen und dann denkst du, nee, das kaufst du auf keinen Fall, ist totaler Quatsch. Nee, okay, ist leider doch richtig geil. So, und in den Warenkorb. Das ist ein großes Problem, aber irgendwie ist es natürlich dann auch cool für mich, so da die verschiedensten Sachen zu haben, auch wenn man am Ende wahrscheinlich nur 5% irgendwie benutzt. Da bin ich total abhängig. Aber das ist halt interessant so. Also, wenn ich irgendwie noch besser wäre so auf dem Klavier mit Chords und so, dann habe ich irgendwie auch einen besseren Output. Also, ich merke, das bringt mich gerade voran, auch Schlagzeug spielen, irgendwie Verständnis für Rhythmik entwickeln. Oder ich fange jetzt irgendwie an ein bisschen mit Gitarre irgendwie, weil ich denke, ach Mensch das kann nicht so wild sein und es wäre doch eigentlich auch total cool. Ich bin da super schlecht so, aber irgendwie so ein paar Chords irgendwie da mal zu greifen ist irgendwie nett so, weil ich einfach ganz viel alles alleine mache. Und das hat mich irgendwie seit langer Zeit immer gewurmt, dass ich denke, so, okay, Gitarre, und das ist auch schwer virtuell, finde ich, cool nachzubauen so.

    Markus: Ja, das stimmt.

    Sebastian: Das wäre nicht spannend. Also, das sind so die Sachen, die mich gerade so interessieren dann, ein bisschen…

    Markus: Cool! Ja, ist super!

    Sebastian: Ein bisschen zu lernen so.

    Markus: Schön! Und ist das vielleicht so ein… Also, mir geht das ähnlich so ein bisschen, dass ich so… ja, dass mich diese Audio-Plugin-Welt nicht mehr so… ja, also ich weiß gar nicht, ob sie mich mal je so richtig begeistert hat, aber ich bin jetzt… freue mich jetzt nicht so über das nächste Plugin. Aber es hat, glaube ich, auch was damit zu tun, wie lange man, glaube ich, damit schon zu tun hat. Also, ich bin immer noch so ein User von… ich nutze auch tatsächlich immer noch Waves Plugins, die, ich glaube, schon vor 15 Jahren benutzt habe, weil ich weiß, wie sie funktionieren, und dann greift man darauf zurück. Also, das hat, glaube ich, auch was damit zu tun, wie lange man das schon nutzt, glaube ich, dass man dann nicht mehr… irgendwann nicht mehr so… Also, klar, wie du gesagt hast, es gibt immer mal ein Plugin, wo man sagt, ja, das ist jetzt mal was Neues. Ansonsten habe ich das Gefühl, dass viel Altes oder was immer schon da war wieder in eine GUI gepresst wird, oder ein neues Bundle oder so. Ja, das ist auf jeden Fall auch nicht so was mich so begeistert, wo ich… ja, was mich dann so abholt.

    Sebastian: Ich finde es halt immer spannend, so aufs Ergebnis halt zu gucken, also was macht das Zeug so. Und ich habe halt, also ehrlich gesagt, total aus dieser Werbewelt auch und Filmwelt gelernt so, es ist einfach total scheißegal, wie man die Sache baut…

    Markus: Ja.

    Sebastian: Und wie man das macht und wie es entsteht. Die Frage ist halt, wie wirkt es, wie fühlt es sich an so. Dann stelle ich mir immer den Kunden vor für den man irgendwie was… eine Musik baut für einen Werbespot. Dem ist das doch total Wurst mit welchen Plugins.

    Markus: Ja!

    Sebastian: Die Frage ist, wie fühlt sich das an. Und endet das wirklich was am Gefühl, wenn man jetzt irgendwie 180 EQs irgendwie durchsteppt so?

    Markus: Nope.

    Sebastian: Für mich nicht halt so. Also, ich habe halt irgendwie ein EQ, den ich fast auf allen Sachen irgendwie benutze, der für mich super funktioniert, HDX, dass keine Latenz hat so. Und sonst probiert man mal ein paar spezielle Sachen aus. Also, mich interessieren dann halt eher so Verzerrung und Sättigungsgeschichten, um Sachen irgendwie möglichst organisch so hinzukriegen. Das ist halt für mich spannend so. Aber die ganzen anderen Geschichten sind halt irgendwie… ändern nichts an dem Gefühl, dass ein Kunde jetzt sagt, so, mich holt das total ab. So, da gibt's so andere Sachen. Also, ich habe zum Beispiel so ein Tasty GR-1. Ich weiß nicht, ob du das kennst. Das ist so ein Granular-System, um so Granular-Sampling zu machen. Sowas finde ich dann schon eher spannend, so Sachen so zu zerhacken und zu analysieren und was kann man daraus machen. Und mich begeistern einfach Sound-Welten, neue Alben, Sachen... Ich habe irgendwie gerade die Serie „Deaths“ gesehen – ich weiß nicht, ob du die kennst – wo auch ein unglaublich tolles Sound Design und auch eine tolle Filmmusik drin ist. Sowas holt mich dann ab und dann denke ich, analysiere ich das und gucke, wie haben sie das gemacht, wie ist das… welchen Chord ist das produziert, wie ist das aufgeteilt, was… wie haben sich diese Sounds erzeugt und diese Sound-Welt, wie haben sie das geschnitten und geblendet. Also, das sind die Sachen, die mich halt begeistern, wo ich dann abends hier sitzte, das anschmeiße und dazu spiele und denke so, okay, krass, wie haben die das erzeugt?

    Markus: Ja, das ist cool. Aber das ist schön, dass… das haut voll in die Kerbe, glaube ich, worüber Marcel und ich mich sehr oft unterhalten. Am Ende interessiert halt nicht, welches Mikrofon oder welcher Preamp, sondern du musst hinbekommen halt die… das Gefühl einzupacken und es irgendwie, ja, festzuhalten so. Ich glaube, das ist so… das beschreibt eigentlich ganz gut, was wir so jeden Tag machen. Es ist am Ende egal, mit was für einem Mikrofon, mit was für einem Rechner. Das ist… klar, kann man… ist das schön für einen und man baut sich vielleicht eine schöne Arbeitsumgebung, aber am Ende zählt nur das Ergebnis und das, was du damit… was du damit für Emotionen oder für Gefühle halt hervorrufst, sei es denn in der Musikproduktion oder halt, wie du sagst, vom Sound Design oder Filmmusik. Das ist das, worum es geht halt am Ende des Tages. Ja, spannend

    Sebastian: Ja, es sind halt Handwerkzeuge, so Tools, die man hat so in seiner Palette. Jeder macht das anders, aber eigentlich ist ja nur interessant, was kommt halt raus so und das betrifft…

    Markus: Genau!

    Sebastian: Sound Design, Composing, Songwriting auch. Also, funktioniert die Nummer mit einer verstimmten Gitarre am Lagerfeuer nach drei Bier, dann würde ich sagen, okay, geil irgendwie. Aber ob da jetzt ein Neumann vor ist, oder was weiß ich, ja…

    Markus: Ist egal.

    Sebastian: Hast emotional nicht so die großen Auswirkungen.

    Markus: Ja, absolut! Spannend! Ja, Mensch, hast du noch irgendwas, was du anbringen möchtest, was wir… Du kannst… könntest natürlich mal mit auf dem Weg geben, wo man was über dich findet, vielleicht deine Homepage. Weiß ich nicht, bist du bei Facebook, Instagram? Wo können die Leute sich über dich erkundigen?

    Sebastian: Ich bin unglaublich schlecht was diese ganzen Social-Media-Internet-Sachen angeht. Ich muss jetzt unbedingt mal die Internetseite ein bisschen überarbeiten, weil ich immer so denke, ja, also die meisten Kontakte jetzt um Produktion zu machen kommen halt selten über Facebook und über meine Internetseite, sondern das sind halt Netzwerkgeschichten. Die haben halt Sachen gehört und rufen dann hier an. Aber ich werde da mal mit ein bisschen Zeit auch rangehen. Aber mir war die Zeit immer zu schade, dass ich denke, okay, jetzt baue ich mal eine richtig geile Internetseite. Du hast das gemacht und ich finde die total cool, Markus.

    Markus: Ja, das war ein Ritt

    Sebastian: Aber, klar, man findet halt den Kontakt, aber man kann halt… also, ich finde, ich kann halt schwer über die Internetseite vermitteln, was ich hier so mache und ob das halt passt. Also, dazu muss man halt sich treffen, oder halt ein Zoom Meeting machen, oder sonst was, und dann merkt man halt, harmoniert das irgendwie, funktioniert… da muss man sich zusammensetzen. Da kann eine Internetseite wenig drüber sagen. Aber ich gelobe da ein bisschen Besserung.

    Markus: Es heißt aber, wir hauen in die Shownotes auf jeden Fall alle deine Kontaktdaten. Das heißt, wenn Leute gerne mit dir…

    Sebastian: Mach das!

    Markus: Quatschen möchten oder auf einen Kaffee vorbeikommen wollen, dann…

    Sebastian: Voll gerne!

    Markus: Können sie dich gerne kontaktieren. Ja, cool! Hör mal, wir haben fast die Stunde voll gemacht. Damit das auch nicht wieder zu lange wird heute die Folge, machen wir mal unser klassisches Runterzählen. Ich weiß nicht, ob du unseren Podcast kennst. Wir müssen also versuchen mit Zoom-Latenz zusammen runter zu zählen. Und wir starten das mal… drei…

    Sebastian und Markus: zwei… eins… Reingetackert!

    [End of Transcript 00:51:03]

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