Folge mir:
Switch to:

Sprechen ist Seele - Henrike Tönnes [023]

Hey Audionerd ;),

vielleicht ist Dir unsere heutige Gästin schonmal in einem Game oder in einem Hörbuch zu Ohren gekommen.

Henrike Tönnes ist neben Sängerin und Theaterpädagogin, professionelle Sprecherin.

Markus und Marcel finden in einem sehr unterhaltsamen Gespräch mit ihr heraus, wie man Sprecherin wird und wie vielfältig dieser Beruf ist.

Henrike plaudert ein bisschen aus dem Nähkästchen und erzählt uns vor welche Herausforderungen sie täglich in ihrem Job gestellt wird.

So zu klingen, als sei sie außer Atem, ohne sich zu bewegen, ist nur eine davon.

Wir dürfen in das Projekt „Blaues Herz“ reinhören, bei dem sie, unter anderem neben dem Sprecher von Steven Seagal, eine Hauptrolle gesprochen hat.

Außerdem hat sie eine wirklich abgedrehte Szene mitgebracht, bei der klar wird, warum man als Sprecherin am besten, entweder keine Nachbarn hat oder eine wirklich gute Schalldämmung braucht.

Welche Parallelen gibt es zwischen Sprechern und Sängern?

Wie wichtig ist es emotional in ein Projekt einzutauchen?

Sei gespannt, hör genau hin, vielleicht erkennst du ihre Stimme ja wieder.

3...2...1… Reingetackert!

Marcel und Markus


SHOWNOTES

  • Henrike Tönnes 
  • https://www.henriketoennes.de
    https://instagram.com/henriketoennes?utm_medium=copy_link
  • Stellaris Nemesis
  • https://www.youtube.com/watch?v=FZ4RHUFUnCs
  • Otto Falckenberg Schauspielschule
  • https://www.otto-falckenberg-schule.de
  • Christian Rode Sprecherschule
  • https://www.international-voice.de
  • Vanida Karun
  • ​​https://www.vanida-karun.com
  • Melanie Wirtz
  • https://instagram.com/melaniewirtz_?utm_medium=copy_link
  • Star Wars
  • https://de.wikipedia.org/wiki/Star_Wars
  • Call of Duty
  • https://www.callofduty.com/de
  • Torus GmbH
  • http://torus-gmbh.de
  • Benjamin Blümchen
  • https://de.wikipedia.org/wiki/Benjamin_Blümchen
  • I will survive
  • https://www.youtube.com/watch?v=ARt9HV9T0w8
  • Summer of 69
  • https://www.youtube.com/watch?v=eFjjO_lhf9c
  • Jan Petzold
  • http://jan-petzold.de
  • Blaues Herz (Wolfy - Office)
  • https://www.wolfy-office.de/programm/hoerspiele/27-blaues-herz
  • Ekkehardt Belle
  • https://de.wikipedia.org/wiki/Ekkehardt_Belle
  • Harry Potter
  • https://de.wikipedia.org/wiki/Harry_Potter
  • Steven Seagal
  • https://de.wikipedia.org/wiki/Steven_Seagal
  • WDR
  • https://www1.wdr.de/index.html
  • Martin Semmelrogge
  • https://instagram.com/martin_semmelrogge_official?utm_medium=copy_link
  • Ralf Richter
  • https://instagram.com/ralfrichter_official?utm_medium=copy_link
  • Sprachlabor Düsseldorf
  • https://sprachlaboraudio.de
  • Dezemberzeilen
  • https://vierdafuer.de
  • Musketier Cyrano de Bergerac
  • https://de.wikipedia.org/wiki/Der_letzte_Musketier
  • Jan Böhmermann “Der Eierwurf von Halle”
  • https://www.zdf.de/comedy/zdf-magazin-royale/zdf-magazin-royale-vom-5-november-2021-100.html
  • Folsom prison Blues
  • https://www.youtube.com/watch?v=AeZRYhLDLeU
  • Johnny Cash
  • https://de.wikipedia.org/wiki/Johnny_Cash
  • Britney Spears - Baby one more time
  • https://www.youtube.com/watch?v=C-u5WLJ9Yk4
  • Der Video Integrator
  • https://www.wolfy-office.de/programm/hoerspiele/18-video-integrator
  • Lovelybooks.de
  • https://www.lovelybooks.de
  • Hape Kerkeling
  • https://instagram.com/hapekerkeling_official?utm_medium=copy_link
  • Barack Obama
  • https://de.wikipedia.org/wiki/Barack_Obama
  • Carolin Kebekus
  • https://instagram.com/carokebelin?utm_medium=copy_link
  • Podcast Schönrock und Tönnes
  • https://www.henriketoennes.de/2021/05/29/neuer-podcast-schönrock-und-tönnes/


    INHALT

    Markus: Hallo und herzlich Willkommen zum Audio Podcast des rurtonproducing-Teams. Einen wunderschönen guten morgen sage ich euch, weil haben gerade morgens und wir haben heute einen wunderbaren Gast zugeschaltet, per Zoom, die liebe Henrike Tönnes.

    Marcel: Hallo Renrike, wollte ich gerade sagen.. Hallo Henrike!

    Henrike: Renn-Rike, weil ich gerade die Treppe rauf gerannt bin oder was.

    Marcel: Wir hätten besser mal einen Schnaps getrunken vorher...

    Markus: Was gibt es denn bei dir? Bei uns gibt es heute Kaffee. Das letzte Mal in den Folgen gab es abends ein Bierchen, weil wir abends unterwegs waren. Was gibt es bei dir heute morgen?

    Henrike: Bei mir gibt es Earl Grey. Ich trinke Earl Grey all day. Also ich bin ja so ein Tee-Mäuschen.

    Marcel: Wie Captain Picard, das wirklich gut.

    Henrike: Ja, aber nicht wegen Captain Picard, sondern weil ich eine, ich habe ja auch so ein England Faible. Außerdem, ich glaube, meine Mutter hat mich da, die bringt immer nur Tee und irgendwann guckt man sich das wahrscheinlich ab. Aber den echten Guten aus England und wir haben langsam wirklich Probleme den zu kriegen, muss ich mal ganz kurz sagen, weil Brexit und so.

    Markus: Der kommt ja nicht mehr aus der EU, der Tee.

    Henrike: Das ist jetzt aus dem Ausland!

    Markus: Der kommt von weit weg.

    Marcel: Also Leidenschaften finde ich super und du hast eine für Earl Grey. Ja, wir haben eine echte Sprecherin heute hier und ich bin total gespannt, denn ich habe herzlich wenig Berührungspunkte mit Sprecherinnen, Markus hingegen schon. Und wie ihr beiden euch da heute so ein bisschen austauscht und mir mal so ein bisschen diese Welt mal vielleicht eröffnen könnt, da bin ich total gespannt drauf. Ich weiß nur, dass ich ein Computerspiel gespielt habe, wo Henrike gesprochen hat und war total baff, als ich das in deiner Story gesehen habe. Ja, es gibt so eine Mini Nerd Seite auch bei mir und dann zock ich mit meinem besten Freund schon mal, weil wir uns so selten sehen, zocken wir schon mal FIFA. Und wir haben mal irgend so ein Strategiespiel gespielt und dann sah ich in deiner Story tatsächlich, bei Instagram, dass du irgend so eine englische Stimme, glaube ich auch, für so einen Weltraum Ballerspiel oder so eingesprochen hast.

    Henrike: Achso, äh ja, da war ich, aber da muss ich jetzt ganz kurz ein bisschen wieder zurückrudern, da durfte ich die Trailerstimme sein, für das Game, wenn das jetzt Stellaris Nemesis ist, von dem du da spricht.

    Marcel: Ja genau, das war das.

    Henrike: Und denn war ich da die Trailerstimme.

    Marcel: Aber trotzdem cool, dann habe ich wegen dir das Spiel gekauft, auf jeden Fall.

    Markus: Das lassen wir mal so stehen, denke ich mal.

    Henrike: Löblich! Ja, cool, aber ich spreche tatsächlich in Spielen mit und das macht wahnsinnig viel Spaß, das macht tatsächlich richtig viel Bock.

    Markus: Also da kann man ja schon mal einsteigen. Was gibt es denn so an Spielen, die in Deutschland produziert werden oder sind das dann eingedeutschte Spiele?

    Henrike: Das sind meistens, man sagt dann Lokalisierte, also die sind meistens dann übersetzt. Da gibt es ganz viele tolle Firmen, die sich darum kümmern und das machen und da darf ich dann mitspielen und das ist sehr schön. Ich bin jetzt gerade in zwei Großen, aber da darf ich noch nicht sagen, was das ist. Da hättet ihr bestimmt Spaß. Also, da müssen wir aber noch ein bisschen warten, bis die rausgekommen sind.

    Marcel: Also ich bin schon ganz heiß, ich werd schon ganz kribbelig.

    Henrike: Also teasern kann ich. Nein, aber das macht wirklich, also das ist eine der coolsten Sachen. Game und Hörspiel, das das macht einfach richtig Bock.

    Marcel: Markus hat mir mal erzählt und ich war auch darüber ganz schön erstaunt, dass da unfassbar viel Geld rein fließt, auch in die Audioproduktion von Computerspielen.

    Henrike: Das habe ich auch gehört, weil bei den Sprechern kommt da nicht so viel an.

    Markus: Ich habe einen guten ehemaligen Kollegen, den Herrn Petzold in Köln und der hat ganz viel so ingame Sounddesign gemacht. Für unter anderem, wie heißt es denn noch? Das habe ich dir schon mal gezeigt, oder? Ein relativ bekanntes Spiel für Playstation...

    Marcel: War das nicht sogar Call of Duty?

    Markus: Aber auf jeden Fall ist es verrückt, weil die wirklich nicht nur, das ist ja so, wo man denkt bei Filmen, ach ja, hier das Orchester und so. Klar, das gibt es auch aber alleine nur das Sounddesign wird so aufwendig gemacht, genau wie für einen großen internationalen Kinofilm. Das ist wirklich verrückt, diese Cut-Szenes werden extra vertont und auch das In-game Sounddesign ist super aufwendig, also mit Foley Artists und allem, also so wie bei Kinofilm.

    Henrike: Ja, es ist tatsächlich so, dass da natürlich, da gibt es ja diese Zwischenszenen und das ist ja mittlerweile auch mit den gleichen Schauspielern besetzt, wenn man jetzt zum Beispiel, was weiß ich, diese Star Wars Spiele anguckt und so. Das ist ja dann ein Wahnsinn aber ich bin da ja mehr so beim Fußvolk unterwegs. Also ich sage mal, bei den mittleren Rollengrößen und da gibt es die ganz normale Standard Sprecher Gage für Games. Also natürlich ist das super aufwendig, was auch ganz spannend ist, je nachdem für für was man spricht. Ich hatte das jetzt in letzter Zeit sehr häufig, dass ich auch nichts von dem Game sehe, ich sehe nichts, ich sehe nicht, wie mein Charakter aussieht, ich sehe keine Szenen, ich bekomme, ich sehe dann die Takes, ich sehe die Take-Längen, damit ich mich da draufsatteln kann und bekomme den Text. Das ist dann wiederum auch so, ich glaube, bei dem einen Spiel habe ich eigentlich eine größere Rolle gespielt aber die ist dann so gestückelt aufgenommen worden und auch so durcheinander gewürfelt, dass ich keinerlei Chance habe, irgendwie zu merken, wie geht denn die Geschichte?

    Markus: Das heißt, das wird garnicht chronologisch aufgenommen sondern, ich vermute mal, dass das, weil ich habe so ein bisschen mal Einblick darein bekommen, das ist ja relativ technisch, so Sounddesign oder Ingame-Design. Es gibt quasi so Listen, die quasi im Spiel hinterlegt sind und dann wird daran ein Audiofile gehangen. Und wahrscheinlich schätze ich mal, dass man das dann abarbeitet. Und das ist natürlich verrückt, weil dann kommst du ja gar nicht ins Spiel.

    Henrike: Doch! Also du hast ja immer, also ich hatte bisher immer das Glück, dass ich wirklich richtig tolle Regisseure dabei hatte, die dann eben auch gesagt haben: "Pass auf! Also folgendes..."

    Markus: Die haben dich dann immer in die Situation gebracht.

    Henrike: Ja so zum Beispiel: "Du, du stehst jetzt ganz oben auf einem Kran und schreist runter!" Da kommst schon hin. Aber das ist halt schon krass, weil du dich dadurch natürlich mit der Figur nur bedingt identifizieren kannst, sag ich mal, aber es ist auch wirklich spannend. Und das liegt einfach daran, dass das ja ein riesen Markt ist. Wenn du Insiderwissen hast über Spiele, die demnächst rauskommen, das ist ja fast bare Münze. Also, wenn du wüsstest, also ich jetzt nicht aber es gibt bestimmt so Leute, die würden bestimmt richtig Kohle bezahlen, wenn sie zu Charakter X schon mal irgendwie was hören könnten.

    Markus: Ja, das ist eine ganz eigene Welt.

    Marcel: Da gibt es auch diese riesige Szene an Leuten, die das da irgendwie schon im Vorfeld anteasert und die da irgendwie Demos anspielt und so einen Kram. Alleine diese Welt ist ja schon verrückt. Die hat ein riesen Benefit von solchen Insider Infos. Das ist ja krass.

    Henrike: Und da müssen sich die Firmen natürlich total beschützen. Und dann finde ich es natürlich schade, weil ich gehöre halt nicht zu den Leuten aber ich kann es halt total verstehen. Ich kann's total verstehen!

    Marcel: Ich versuche auch immer, dass keine Demos von mir hier rauskommen aus dem Studio...

    Markus: Was manche Leute gerne wüssten, wie da die Gitarre gespielt wird.

    Marcel: Das war früher ja bei, erinnert ihr euch noch an diese Napster Zeit? Also da ist das ja wirklich oft gewesen, dass das Vorproduktionen vor Release von Bands irgendwie im Internet kursierten. Das war bei Papa Roach oder so. Da hast du einfach ja wirklich ein Vorproduktion, die war dann nachher bekannter, also MP3-technisch verteilt als das Original. Und dann denkst du dann als Sänger so: "Ja toll, danke Leute, da habe ich einfach mal gerade so drüber gebügelt und..."

    Markus: Die Phasen gab es ja beim Film auch, wo dann aus dem Schnitt irgendwie der Film schon irgendwie runterladbar war, wo nur Layout-Ton drunter war und dann hat der sich verbreitet. Das gab es ja auch eine ganz lange Zeit.

    Marcel: Aber schön. Was mich ja mal interessieren würde ist: Wie kommt man denn jetzt dazu oder wie bist du zur Sprecherin geworden? Ist das einfach, weil man viel redet im Leben und dann denkt, da will ich mein Geld mit verdienen? Du hast mir mal erzählt, dass du auch singst, deswegen, also ich bin gespannt auf deine Geschichte, wie es dazu kam.

    Henrike: Ja, genau, also grundsätzlich, wie wird man Sprecher, ist natürlich schwierig. Also ich kann jetzt nicht das Buch der zehn goldenen Regeln aufschlagen und sagen: Da ist das Rezept, bitte back es nach. Ich hatte schon immer ein Faible für die Bühne und wollte als Kind mal Musical machen, hab also Gesangsunterricht genommen. Dann habe ich an der Musikschule eine vorberufliche Fachausbildung erfolgreich abgebrochen. Als sie dann angefangen haben, aus mir eine Königin der Nacht machen zu wollen, was ich nicht bin, hört man ja schon daran, wie ich spreche und habe immer Theater gespielt, habe während meiner Schulzeit sogar an der renommierten Otto Falckenberg Schauspielschule ein Schülerpraktikum in München machen dürfen, aus dem Ruhrpott raus, weil ich da Familie hatte. Ich glaube, ich war da die erste und einzige Praktikantin ever. Die waren so: "Äh Praktikum? Können sie machen..:" Und da durfte ich dann bei den Vorsprechen dabei sein, was super spannend war. Da habe ich dann aber festgestellt: Okay, also ein Schauspielstudium an der Schauspielschule, das ist echt nicht dein Ding, ist auch super schwierig, weil du hast irgendwie 12 Plätze auf 1200 Bewerber jedes Jahr. Das ist ein absoluter Wahnsinn. Aber ich habe das immer weiter gemacht, weiter gespielt und neben dem Studium dann mich zur Theaterpädagogin diplomieren lassen mit Schwerpunkt Rollenstudium und Rollenarbeit und hab immer mit Bühne gearbeitet, habe immer als Sängerin gearbeitet auf Events wie eine richtige Coverband. So nach dem Motto: Wir sind jung und brauchen das Geld und covern dann eben auch die Dinge, die man da so singen muss.

    Marcel: Da mussten wir alle durch.

    Henrike: Mein Rekord war 9 mal "Atemlos" an einem Abend. Das war wirklich hart. Ich bin heute noch sehr traumatisiert, muss ich dir ganz ehrlich sagen.

    Marcel: Markus ist auch traumatisiert, der erzählte vor ein paar Tagen noch von schlechten Bands. Wir hatten immer so schreckliche Coverband-Festivals, das war auch geil..

    Henrike: Coverband-Festivals? Oh Gott!

    Markus: Die haben dann fünf Bands eingeladen und die haben dann fünf Mal "Summer of 69" gespielt. Und du hast dann einfach diese eigentlich coolen Songs einfach nur noch in dieser schlechten Version in Erinnerung.

    Henrike: Es wird einfach dann immer total schlimm.

    Marcel: Naja, egal.

    Henrike: Und dann war ich irgendwann, dann hatten wir von unserer Impro Theatergruppe, die gab es im Rahmen der Kultur, also es gibt hier immer so einen Kulturfestival, "Die lange Nacht der Industriekultur" und da haben wir "Die lange Impro Nacht" gemacht. Ich glaube, von abends um acht bis morgens um sechs oder so haben wir mit mit drei verschiedenen Truppen in der Rotunde in Bochum richtig amtlich Impro-Theater gemacht. Die Leute waren auch da und irgendwann zu so einer späten Stunde ist dann ein Kollege von mir, hat sich an den Bühnenrand gesetzt und hat angefangen wie ein Erzähler quasi so ein Hörspiel einzuleiten. Und wir haben uns alle dazu gesetzt und haben dann akustisch nur ein Hörspiel improvisiert, auf dem Bühnenrand sitzend. Und da habe ich so gedacht: Mann, das ist so geil und ich bin selber auch Kassettenkind, also ich bin halt, was soll ich sagen, ich bin 84 geboren, Benjamin Blümchen und Co., also ich könnte auch, wenn du den richtigen Knopf drückst, jetzt noch Benjamin auf hoher See oder so, kann ich wahrscheinlich noch komplett auswendig. Und dann habe ich gedacht: So, jetzt probieren wir's mal aus. Und bin nach Berlin zur Christian Rode Sprecher Schule. Ich war da auch gerade schwanger, das heißt, ich hatte noch so das Gefühl: Okay, jetzt machst du noch mal kurz was für dich, bevor du dann irgendwie im Sommer ein Baby kriegst und so. Und ich wollte einfach mal an der Strippe ziehen, das war ein sehr tolles Seminar, wo man eben von den großen Kolleginnen und Kollegen aus der Branche alle Genres mal so durch testen konnte. Synchron, Doku, Hörspiel, Werbung, Hörbuch, alles was es gibt, immer mit einem anderen Dozenten. Und da habe ich dann Blut geleckt und vor allen Dingen auch sehr wertschätzende und tolle Kritik bekommen von Christian Rode damals noch. Ich weiß nicht, ob ihr den kennt, das ist so ein bisschen der Große des Hörspiels gewesen, ist ja leider schon gestorben. Und ich bin dann halt so fünf Zentimeter über dem Boden schwebend nach Hause gefahren. Das war 2015. Dann habe ich aber zwischendurch zwei Kinder gekriegt und bin ja auch noch selbstständig unterwegs: Moderation, Gesang, ich arbeite als Dozentin. Und dann hat sich das aber jetzt vor, ich glaube, man kann sagen, vor zweieinhalb Jahren, da hat sich das dann manifestiert, dass ich das jetzt mache und habe dann eben fleißig weiter an mir gearbeitet, habe auch noch mal ein richtig großes Training bei einer ganz großen Hörbuch Kollegin von mir, bei Vanida Karun gemacht, mit Sprechhaltung, wie liest man ein Hörbuch und wie spricht man eigentlich eine Fernsehdoku? Also die hat das alles noch mal aufgefrischt. Das war super toll. Ich hab Demos gemacht und war Klinken putzen, musste aber nicht so lange putzen, Gott sei dank, also da habe ich dann wirklich Glück gehabt, dass ich schnell Menschen gefunden habe, die gesagt haben: "Jo, du bist eine Bank, mit dir kann man das machen, das ist cool." Und ja, fortan bin ich hauptberuflich im Speicherbereich, aber trotzdem weiterhin Hans Dampf in allen Gassen, weil ich die anderen Sachen auch nicht sein lassen kann.

    Marcel: Aber finde ich voll schön und auch total interessant, jetzt gerade das mal so zu hören, dass es da so spezifisch zugeht, dass es Genres gibt und diese ganzen Details darin. Es war mir jetzt nicht klar, ich dachte es ist irgendwie so eine Sprecher Ausbildung und dann bist du Sprecher.

    Henrike: Nee und vor allen Dingen ist das, jetzt habe ich was gemacht, da hätte mich meine Sprech-Erzieherin gehauen, geräuspert... Vor allen Dingen, ist tatsächlich das Wichtige und das sagen immer alle und ich meine, ich bin jetzt keine ausgebildete Schauspielerin, ich bin aber schauspielerisch ausgebildet also über die Arbeit zur Theaterpädagogin hin, du musst die Dinge lernen, die du beibringst. Und ich habe immer mit Schauspieltrainern gearbeitet, das ist total wichtig, weil gerade wenn wir jetzt wieder auf Game zurückkommen, du musst superschnell oder auch immer synchron superschnell in Emotionen, in Situationen reinkommen und dafür brauchst du einfach ein Handwerkszeug-Koffer. Das heißt, eine reine Sprecherausbildung, wie es die jetzt an manchen Instituten auch gibt, wo man angeblich Sprecher-Diplome erwerben kann mit drei Semestern, ich glaube nicht, dass das so richtig gut funktioniert. Ich habe auch selber unheimlich talentierte Kolleginnen und Kollegen, die super sind und die sich das aber dann selber drauf schaffen und die ihre Defizite dann selber erkennen und gezielt Leute sich holen, zum Beispiel für Hörbuch oder so was. Aber wenn es jetzt um die spielerische Sache geht, da kann ich nur empfehlen, wenn man noch nie geschauspielert hat, dann sollte man dazu erst mal ansetzen.

    Marcel: Das kann ich nachvollziehen. Das ist auch, glaube ich, bei Musikern ist es ganz ähnlich oder Songs schreiben, ist ja auch so ein Ding. Du musst halt, wenn du das professionell machst, so viele Klischees abfeuern können und musst wirklich großen Handwerkskoffer einfach dabeihaben. Und sonst bist du erst mal dann auch mitunter echt aufgeschmissen, wenn es mal hart auf hart kommt. Aber echt voll interessant, finde ich super, cool.

    Markus: Finde ich spannend, weil ich habe ja elf oder zwölf Jahre bei der TORUS in Köln gearbeitet. Das ist so ein, die machen halt Vertonungen und auch Synchron und und ADR und so. Und habe da eigentlich auch nur Sprachaufnahmen gemacht. Also erst mal Geräuschemacher, später mal Sprachaufnahmen und meine Erfahrung war auch so, auch bei Kinofilmen, die wir gemacht haben, wo wir dann, wir haben dann z.B. die spanische Originalfassung gemacht und dann die deutsche Synchronfassung, was dann so sehr interessant war. Wir waren kein klassischer Sync-Laden, also wir haben jetzt nicht das ganze Jahr nur Synchronfassung gemacht, sondern haben die dann nur gemacht, wenn wir auch die Originalfassung gemacht haben. Aber da habe ich auch die Erfahrung gehabt, dass halt oft, wenn wir Sprecher gebucht haben, die keine Erfahrung hatten in Synchron und sie hatten aber trotzdem Erfahrung im Schauspiel, dass sie uns besser geholfen haben als jemand, der nur Sprache kann, weil dann hast du oft das Problem, du hast z.B. eine Szene wo improvisiert werden muss, weil du eine Atmo bauen musst oder so, dann ist ein reiner Sprecher schnell aufgeschmissen. Der weiß garnicht genau bei einer Situation jetzt in der Diskothek oder draußen am Strand oder wie verhalte ich mich denn da, wenn ich jetzt mit zwei, drei Leuten so eine Szene zum Beispiel nachbauen muss, nur mit einer Ansage von dem Regisseur, da war das immer sehr hilfreich, wenn du auch junge Schauspieler und Schauspielerinnen hattest, die das schon kannten, so Schauspiel und dann konnten die das für so eine Sprachaufnahme gut benutzen. Das war schon immer sehr hilfreich.

    Henrike: Bei der Aufnahme ist es ja auch noch so, das ist ja dann noch das, was obendrauf kommt, als Schauspieler benutzt du ja eigentlich deinen Körper auch viel. Das darfst natürlich vor dem Mikro nicht, das heißt, du brauchst auch noch die... Also bis zu einem gewissen Grad ja, aber wenn du da den mega Hampelmann machst und dann die falschen Klamotten an hast, dann wird der Tonmeister dich wahrscheinlich an den Ohren aus dem Studio ziehen. Das heißt, du musst es irgendwie an den Körper angebunden kriegen, ohne dass du irgendwas tust, was der Aufnahme schadet.

    Markus: So Klassiker wie außer Atem sein nach einem langen Laufen oder so was halt, diese ganzen Tricks.

    Henrike: Du darfst halt dabei nicht laufen, weil vielleicht der Boden quietscht oder so.

    Marcel: Aber dann hat das doch auch was wie bei Gesangs Aufnahmen eigentlich, dass man eigentlich ein bisschen so vergessen will, dass man gerade in Studio steht oder?

    Marcel: Oh ja, ja, total.

    Henrike: Ja, kann ich nur bestätigen.

    Markus: Weil das Spannende ist eigentlich, auch beim ADR mit dem Schauspieler, der am Set auch das gemacht hat. Der muss sich da wieder rein fühlen und der muss sich eigentlich auch wieder so bewegen können, wie er es am Set auch gemacht hat. Dabei hilft halt irgendwie ein Raum genau der keine Geräusche macht, das ist ganz gut und natürlich auch, bei großen Kinofilmen haben wir natürlich auch geangelt. Dann gab es dann auch einen Ton-Assistent, der halt geangelt hat. Das heißt, der konnte einfach mitführen bei der Aufnahme, wie am Set auch und dann hast du ja auch Anstecker. Du nimmst dann quasi mit einem Fest-Mikrofon, einem Anstecker und mit einer Angel auf und hast erstens die Charakteristiken der Mikrofone wie am Set, dass du das benutzen kannst und kannst auch darauf reagieren, wie wie das Acting auch ist.

    Henrike: Total spannend. Das ist echt sehr vielschichtige Arbeit irgendwie. Man muss immer sich den Herausforderungen stellen. Ich habe letztens für ein Hörspiel aufgenommen, das war eine ganz kleine Butze, in der ich da war und da konnte ich nur sitzen. Ich spielte aber eine Joggerin, die gerade halt joggt und sich dann tierisch darüber aufregt, dass sie über eine Hundeleine stolpert.

    Markus: Also forderst du dann ein, dass das gerne im Stehen machen möchtest oder so was?

    Henrike: Also das wäre nicht gegangen. Also bin ich im Prinzip gejoggt, das geht irgendwie wenn du es auf den Körper legst. Das klingt auch wirklich ganz gut und das kommt ja dann noch mehr dazu und so weiter. Bei einem Hörspiel da kannst du noch relativ viel so tun als ob. Wobei es trotzdem, also wenn ich es, nein, es muss trotzdem echt klingen, sonst kauft dir das ja keiner ab. Aber es sind trotzdem so Herausforderungen, vor denen man dann so steht.

    Marcel: Was mich mal interessieren würde, gerade so einfach weil ich solche Fragen immer stelle: Du singst ja auch viel. Hat es schon mal Momente gegeben, wo das irgendwie konträr zueinander war? Also wo sich Sprechtechniken mit Gesangstechniken nicht treffen oder wo man sagt so: "Ah ja, das muss ich jetzt nicht so genau machen." Gibt es so was?

    Henrike: Das ist eine gute Frage.

    Marcel: Also von der Popmusik ist ja so zum Beispiel, weiß ich nicht, so viel Sprechlaut-Singen, in Mittellage oder so, ist ja oft, das sind ja ganz andere Sounds irgendwie. Und ich könnte mir vorstellen, das so korrekt sprechen eher sich so viel mit Klassik überlappt, kann das sein?

    Henrike: Äh, ja, muss natürlich authentisch bleiben also deswegen ist es schwierig. Was mir jetzt tatsächlich mal in die Quere gekommen ist, ist so ein bisschen so ein Knarzen. Und dann war, ich habe eben einfach einmal in der Woche Sprecherziehung bei der Melanie, die kennt ihr ja auch.

    Markus: Liebe Grüße an die Melanie.

    Henrike: Und die war dann auf einmal so: "Was ist das? Was machst du da?" So direkt einmal auf die Rübe gehauen, weil sich das manchmal dann doch überschneidet. Was ich auch hatte, also ich arbeite ja auch bilingual, also ich spreche auf Native Level britisches Englisch und unterrichte das auch an unterschiedlichen Unis und in der freien Wirtschaft und hatte dann eben auch mal englische Aufnahmen oder so und dann merke ich manchmal, habe ich aber mir ja schon das Handwerkszeug dagegen drauf geschafft, auch wieder Melanie sei Dank, dass dann, wenn ich viel Englisch gesprochen habe, die Sprache auf einmal weiter vorne im Mund sitzt, so "TH" ["TH" wie in "THe dog" z.B.] und dann war das fast, als ob ich lisple. Also nicht so ganz richtig aber die Zunge, die stieß immer so ein bisschen an und da habe ich so gedacht: "Verdammte Axt, das ist doch wirklich blöd. Das ist halt alles Muskel, das ist halt alles ein einziger Muskel und das muss man eben trainieren." Und dann arbeite ich mit verschiedenen Mindsets, wir haben dann so Bilder aufgebaut, wenn ich auch mal am Tag switchen muss, dann versuche ich immer eigentlich erst die deutschen Aufnahmen mir zu legen morgens, wenn ich weiß, was weiß ich, da kommt ein Imagefilm und dann kommt noch ne Werbung und dann kommt noch mal ein englischsprachiger Trailer für irgendwas. Dann versuche ich das so zu disponieren, weil es dann auf gar keinen Fall passiert. Aber wenn es eben mal passiert, dann muss ich da echt einmal noch kurz umbauen wieder. Ja, sitzt einfach woanders Englisch. Englisch sitzt weiter vorne im Mund und Deutsch im Kartoffel.

    Marcel: Das empfinde ich übrigens auch so und ich empfand das auch immer bei beim Rock singen. Also ich persönlich fand das immer sehr anstrengend auf Deutsch Rock zu singen und mir lag das auch irgendwie immer mehr in Englisch. Und was du gerade erzählt hast, kann ich auch total nachvollziehen, weil von Gesangsaufnahmen kenne ich es auch, wenn man so charakteristischere, kaputte Stellen oder sowas haben will. Das macht man halt nicht abends, nachdem man schon drei Songs irgendwie gesungen hat. Du kommst dann nicht mehr so in dieses, wenn die Stimmbänder fast schon so, weiß ich nicht so ganz, fühlt sich so ganz labellig an, ist noch nicht richtig wach so dieser Modus dann irgendwie. Und das ist echt spannend also muss man da auch schon mal umdisponieren.

    Henrike: Ja, das stimmt.

    Markus: Wie sieht es denn bei dir aus in der Verteilung? Bist du viel unterwegs oder nimmst du viel selber auf, bei dir im eigenen Studio?

    Henrike: Das ist jetzt natürlich, also in den letzten anderthalb Jahren war das ganz eindeutig deutlich von zuhause klar. Also da war es sogar so weit, dass wir, also ich habe, glaube ich, alle meine Hörbücher bis auf eins aber sonst alle Hörbücher remote aufgenommen, also über Schalte mit einem Studio in Stuttgart. Das ging auch hervorragend, weil die Gegebenheiten waren einfach nicht da aber für die Game Sachen bin ich dann nach Köln gefahren, weil die haben natürlich so eine ganz spezifische Mikrofonierung und ganz besondere Anforderungen. Das kann ich mir in meiner Bude leisten. Also ich sag mal Rennen, Schreien, Bomben schmeißen geht hier nicht so gut, alles was weniger dynamisch ist, das funktioniert ganz hervorragend und das ist aber auch gleichzeitig super gewesen tatsächlich für mich, weil dadurch hat sich mein Radius, also mit wem ich so arbeite unheimlich erweitert. Dann kommt auf einmal Berlin dazu, dann kommt auf einmal München dazu, Hamburg dazu, hier in Nordrhein-Westfalen, klar, die Game Studios, wie gesagt, die sind ja in Köln. Aber das war für mich schon gut, weil die Studios alle auch offener dann geworden sind vielleicht Leute mal zu buchen, die eben nicht in der Stadt sitzen. Das war für mich dann ein absoluter Vorteil natürlich, das ist schon echt sehr schön. Und natürlich, so kann ich mit Amerika arbeiten oder mit London und so, das ist natürlich ganz wunderbar. Da fährst du ja nicht für einen kleinen internen Imagefilm nach London irgendwo ins Studio, außer die bezahlen das, dann würde ich es natürlich machen.

    Markus: Sag mal Henrike, woran arbeitest du denn gerade oder hast du was, wo wir mal reinhören können? Das würde uns doch mal interessieren und unsere Hörer bestimmt auch.

    Henrike: Äh ja, also woran ich jetzt gerade arbeite, kann ich euch natürlich nicht schicken. Ich habe dir ja so ganz zufällig, also vorher vor dem Gespräch, so ganz zufällig nur, was geschickt von einem Hörspiel was morgen, also heute, während wir aufnehmen, ist ja jetzt der 18. November, also morgen kommt ein Hörspiel raus, das heißt "Blaues Herz". Das ist bei WolfyOffice erschienen, und da durfte ich an der Seite von Ekkehardt Belle, das ist z.B. die Stimme des sprechenden Hutes bei Harry Potter und von Steven Seagal, also eine sehr bekannte Stimme. An seiner Seite durfte ich eine der Hauptrollen übernehmen und das war sehr sehr schön. Vor allen Dingen, weil die Rolle sehr schön war, das ist so eine sehr affektierte, korrekte Internatsleiterin, die Frau von Garmisch, ich glaube davon habe ich dir sicher einen Take geschickt oder zwei.

    Marcel: Cool, dann hören wir da jetzt mal rein.

    HÖRSPIEL-AUSSCHNITT: <>

    Marcel: Seinen Einstieg finde ich gut.

    Markus: Ja, man ist direkt drin, das ist schön.

    Henrike: Ja, das hat wirklich Spaß gemacht. Das Witzige ist, also diese Szene stammt eigentlich aus der Probe, wir hatten das Glück, dass wir da mal Ensemble aufnehmen konnten vor Ort. Wir waren wirklich alle zusammen und haben, also ich stand eigentlich einfach nur in dem Raum, der hatte ein Mikro, sodass Ekkehardt das in der Kabine von mir quasi direkt zurückgespielt bekam und das hat so gut gepasst. Wir haben dann zwar noch ein paar Takes davon gemacht aber im Endeffekt habe ich jetzt die Rückmeldung bekommen, war es halt gleich der erste Take. Das war natürlich dann ganz gut, dass das in diesem Panorama Zimmer stattfand, weil es war eigentlich natürlich wahnsinnig hallig, also meine Aufnahme, ich stand da halt in einem normalen Raum eigentlich und hab nur zugespielt aber es hat gut gepasst, das war ganz witzig.

    Markus: Ja, dann passte das direkt vom Sounddesign, ja cool.

    Marcel: Moment mal aber ihr habt zusammen gesprochen schon live da in dieser Szene, oder?

    Henrike: Er war in der Kabine und ich stand also quasi im Regieraum, weil die Kabine zu klein ist, dort in dem Studio, als dass man da zu zweit stehen kann, ganz besonders unter den Schutzmaßnahmen war das nicht möglich. Aber wir haben da schon uns wirklich bemüht, dass wir möglichst im Ensemble alle Szenen dann direkt miteinander spielen. Das macht einen wahnsinnigen Unterschied. Das war auch, Anfang des Jahres war ich in einem WDR Hörspiel dabei und da haben die ein ganzes Studio gemietet und alle Kolleginnen hatten jeweils einen eigenen Aufnahmeraum und wir waren aber zusammengeschaltet und das ging auch, also Martin Semmelrogge hat auch mitgemacht, der war von Mallorca zugeschaltet und Ralf Richter war irgendwie da hinten in der Ecke und die Kollegin war da und ich war da und so, aber es ist ein direktes Spiel und das macht einen unheimlichen Unterschied. Normalerweise wird ja, so man sagt dazu, ge-X't aufgenommen. Also jeder kriegt nur seine Takes und stellt sich halt vor, wie der Spielpartner das macht, manchmal hat man das Glück, dass man schon ein paar Schnipsel zugespielt bekommt und ansonsten ist man allein auf weiter Flur. Das ist natürlich ein wahnsinniger Unterschied, deswegen hat das unheimlich viel Spaß gemacht.

    Markus: Ward ihr da im Hörspiel Studio vom WDR?

    Henrike: Nein, wir waren dabei im Sprachlabor in Düsseldorf, also wir haben da zugearbeitet.

    Markus: Ja, das ist schön, das ist natürlich auch technisch aufwendig, aber das kann ich total nachvollziehen, dass das viel schöner ist. Und das Ergebnis wird auch bestimmt besser sein, als wenn du alleine da deinen Text abarbeitest, glaube ich. Das ist einfach so und für den Regisseur ist es auch schöner.

    Henrike: ich bin ja nicht alleine in den meisten Fällen, ist eben der Hörspielleiter dabei, aber trotzdem, natürlich, die Chemie ist natürlich, also man ist direkter und man kann noch mal, es ist einfach was anderes. Also ich mache es unheimlich gerne mit den Kollegen zusammen.

    Markus: Das ist sicher ähnlich wie bei Gesangsaufnahmen, wenn man jetzt ein Duett oder so, ist auch schwierig, das nicht zusammen aufzunehmen.

    Marcel: Super schwer! Ja und ein richtiges Duett aufnehmen ist eben auch super viel Arbeit im Vorfeld. Das heißt, da brauchst du halt einfach auch ein guten Duett-Partner.

    Henrike: Das ist hier nicht mit: "Ohne Proben ganz nach oben"...

    Marcel: Nee, überhaupt nicht. Bei einem Duett finde ich, geht das überhaupt gar nicht und deswegen ist es tatsächlich oft konstruiert passiert in der Geschichte meiner Duette. Ja, ich habe gerade gezählt, ich glaube es sind zwei. Nee, aber ich dachte gerade an Dezemberzeilen oder so, wo wir dann ja Gesangsschüler und so haben. Die haben ja nicht so eine Phrasierung wie jetzt eine andere professionelle Sängerin, wo du dann dich anguckst, wo du lib-sync'st und so was irgendwie. Und die Dynamik und diese ganzen Sachen halt mit gehst oder nicht mal die gleichen Vokale, Färbungen und so was hast, das ist schon echt ziemlich aufwendig, deswegen kann ich mir echt gut vorstellen, dass das voll wichtig und cool ist, wenn man da auch von der Energie vom anderen ja so ein bisschen zieht in so einer Szene.

    Henrike: Ja, das kann man total gut vergleichen, das ist wirklich schön. Also, selbst wenn ich mit meinem langjährigen Partner, der mich immer begleitet oder den ich gesanglich begleiten darf, also selbst wenn wir das getrennt machen, wenn wir einfach uns angucken dabei, dann ist das so, dann ist das ein Guss. Wir hatten eine Situation, da hat er eben, und weiß zwar, wie er tickt und ich weiß auch, wie das geht und man kommt da schon recht dicht dran aber es ist nicht dasselbe, es ist einfach nicht dasselbe.

    Marcel: Also ich hatte ich hatte am Konservatorium tatsächlich einen close harmony Ensemble und wir hatten jahrelang unfassbar viele Coachings bei unfassbar vielen Dozenten über Timing und es war ganz oft schon so weit, dass das es schon überhaupt nicht mehr um technische Grundlagen oder sowas ging. Und das war mit Abstand das Abgefahrenste an Gruppendynamik, was ich jemals erlebt habe. Wir saßen wirklich, weil du ja auch in so einem Quartett, du singst ja nicht mehr nur Dreiklänge, du musst ja auch mal eine Kreuz-Elf oder so einen Kram singen und wir haben wirklich unsere Stücke an vier Keyboards eingeübt oder arrangiert, weil du diese ganzen Verschiebungen sonst einfach nicht mehr hinkriegst. Musikalisch war es schon nerdig, aber dann, wenn halt die Vocal Coaches dazu kamen oder dann mal eine Dozentin aus dem Jazz oder so, die dann wieder andere Sachen und Vibratos übereinanderlegen und es war so abgefahren. Weil wir haben dann wirklich auch so Moves gemacht mit der Hand dann immer so die Töne abgesetzt und echt abgefahren! Das war wunderschön detailliert, weil das das war so eine Qualität von Gesang, also einfach eine Qualität im Singen, die ich als total schön empfunden habe und die ich dann auch lange Zeit nicht mehr erlebt habe. Weil gerade auch im Pop, gerade in so einem richtigen Radio-Popsong geht es halt nur noch um special Sounds, Pinks und naja, ich meine, ich will das gar nicht bewerten, aber das war schon was besonderes. Kann ich nachvollziehen!

    Henrike: Es gibt ja immer die Herzblut-Sachen und das Brot-und-Butter-Geschäft sozusagen. Und diese Momente genau, die erlebt man dann, diese, ich sage mal, Chemie Momente, die erlebt man, die hat man aber auch nicht immer. Und das muss ja auch gar nicht sein, sonst werden sie ja gar nicht mehr besonders. Aber es ist sehr schön, ich kann mir das sehr gut vorstellen.

    Marcel: Wie sehr man sich da auch so reinfahren kann, also ist ja eine geile Art von, dass es etwas eskaliert.

    Henrike: Ja, und ich neige tatsächlich auch dazu, also wenn ich Teil eines Ensembles bin und vielleicht kannten wir uns vorher gar nicht, aber die Chemie ist wahnsinnig gut, ich bin dann immer so ein All-In Typ. Manche würden vielleicht sogar sagen, das ist unprofessionell aber ich identifiziere mich dann so sehr mit dieser Produktion, mit diesem Ensemble in dieser Situation, dass ich dann wirklich auch hinten raus arbeiten muss, um mich da wieder von zu lösen, sozusagen. Also verstehst du, was ich meine? Das klingt irgendwie total abgefahren.

    Marcel: Ich kann das zu 1000% nachvollziehen! Ich glaube, da könnten wir uns sehr ähnlich sein. Und ich finde auch nichts anstrengender als das direkte Gegenteil dessen, was du gerade beschreibst. Nämlich so Leute, die in der Gruppe nicht aufmachen oder so, weil so Energies austauschen ist halt mega wichtig in Ensembles. Also kann ich voll was mit anfangen.

    Henrike: Aber es gibt eben auch Kolleginnen und Kollegen, die können das, in der Situation machen die dann auf und bei mir kleckert das dann noch so nach. Ich war zum Beispiel mal in einer Theaterproduktion, das war so eine Musketier-Produktion, also mit einer mit LaienSchauspieltruppe, ich durfte aber dabei sein und ich durfte da singen, ich durfte da fechten, ich war quasi der weibliche Cyrano de Bergerac. Und ich habe einen sehr lieben Spielpartner von mir, dann quasi dichtend mit dem Degen fertig gemacht auf der Bühne über Tische und Bänke, das hat so was von Bock gemacht und das war für mich so geil. Und selbst ein Jahr später war ich da noch so voller Nostalgie irgendwie. Aber ich habe dann gemerkt, bei einigen anderen, die waren dann schon weitergegangen oder das war für die nicht so wichtig oder die haben diese Energie dann wieder weg getan. Ich kann das gar nicht beschreiben. Und für mich war das immer noch so: Ach, weißt du noch? Mensch, das war doch aber auch toll! Und weißt du noch, da und da? Ja, okay, aber ich sehe das als Qualität gleichzeitig auch tatsächlich.

    Marcel: Und ich kann es wirklich nachvollziehen, weil ich finde, in der Musikbranche gibt es ähnliche Phänomene. Du hast so An-Aus-Profis, die sind krass, also auch hier: Keine Bewertung! Ich meine das gar nicht irgendwie böse oder so, das ist eine wahnsinnige Qualität. Das ist eine wahnsinnige Qualität, auch An-Aus sein zu können. Also wenn du dir jetzt als Beispiel einen Profi Schlagzeuger nimmst, der ganz viele Genres abdecken kann und der einfach irgendwie gerade sein Set umbaut und dann nimmt er die Snare und bla bla bla. Also sowas finde ich auch immer sehr beeindruckend und es gibt halt so diese Leute, die sich so ein bisschen mit Herz und Seele in diese Sachen halt reinwerfen. Und ich versuche auch immer und das finde ich, ist auch ein Konflikt in unserem Job, vielleicht kannst du mit der Aussage im Gegenzug auch etwas anfangen, ich versuche da auch immer sehr gut mit zu haushalten. Es gibt immer so die Sachen, wo ich mir buchstäblich die Pulsschlagadern für aufschneide und die fressen mich dann auch auf und die kann ich dann auch in der Zeit, in der die abgeschlossen werden, nicht loslassen. Und es gibt halt Sachen, wo ich versuche, so ein An-Aus Werkzeug zu sein aber das kann ich leider nicht immer. Und da habe ich zum Beispiel selbst einen Konflikt in dieser Welt dann schon mal.

    Henrike: Ja, den habe ich auch bei manchen Dingen geht's leichter als bei anderen aber es stimmt, das war jetzt auch so über die letzten zwei Jahre, habe ich dann so auch gedacht: Ja, krass! Also ich war eben auch in so ein paar Produktionen und ich interessiere mich dann auch immer dafür: Wer ist denn noch dabei? Was sind das denn für Leute? Wer ist das denn? Und gucke dann immer so ein bisschen und versuche mich kollegial anzubinden und habe eben an ein paar Stellen dann gemerkt: Ja gut, das Interesse war so mittel bis eigentlich nicht vorhanden. Das war dann so: Just another irgendwas. Also das war schon jetzt ein Lernprozess. Ich glaube, ich kann das mittlerweile auch ganz gut. Also zumindest kann ich sehr gut reflektieren, was da gerade bei mir los ist, das ist ja immer der erste Schritt zur Besserung .Das klappt jetzt auf jeden Fall immer besser aber du hast absolut recht! Bei manchen Dingen will ich aber auch gar nicht, also da will ich auch nicht An-Aus, da will ich einfach rein, egal was die anderen denken oder so, das ist dann für mich auch in dem Prozess, in dem Künstlerischen, einfach wahnsinnig wichtig, dass ich da komplett aufmache und komplett da bin und sag: "Komm hier, schließen Sie es mir direkt an die Venen an!"

    Marcel: Ja, das finde ich wirklich schön. Das finde ich schön, dass das in anderen Bereichen da auch so ist. Weil wie gesagt, ich habe so ein Sprecherwesen, jetzt bis zu diesem Gespräch, sehr wenig Interna einfach mal gehört und das finde ich total spannend oder ich finde, also es überrascht mich nicht, aber ich finde es einfach schön, dass viel Seele dazugehört und viel Herz.

    Henrike: Ja, also Sprechen ist Seele pur. Also ob du singst oder ob du sprichst, das ist nicht losgelöst von irgendwas, das ist immer an die Seele angebunden und an deinen Körper angebunden und an deine Tagesform und an deinen Zustand. Und ob beim Singen oder beim Sprechen, man merkt immer, ob es authentisch ist oder nicht, ob es aufgesetzt ist oder nicht. Ich meine klar, je besser du schauspielern kannst, desto besser kommst du eben auch da rein in diese Gefühlszustände und kannst, selbst wenn dir die Kinder morgens total auf den Sack gegangen sind und die Milch umgekippt ist und alles total hektisch war, kannst dann auf einmal eine Viertelstunde später eine Meditation einsprechen oder so. Das geht dann, weil du das Handwerkszeug hast, aber du musst ja den Zugang zu dir haben und das ist beim Singen und beim Sprechen ganz gleich. Da sehe ich fast keine Unterschiede tatsächlich.

    Marcel: Schön, dass wir darüber sprechen, denn das interessiert mich wirklich brennend und ich möchte dir da nämlich eine Frage stellen: Was hat die Sängerin von der Sprecherin gelernt oder die Sprecherin von der Sängerin? Kannst dich für eine Richtung auch entscheiden erstmal.

    Henrike: Das ist eine super Frage, finde ich total gut. Also zuerst hat die Sprecherin natürlich von der Sängerin gelernt, weil die Sängerin war zuerst da. Die Sprecherin hat von der Sängerin gelernt: Atmung, Stütze, also alle, die Stimme unterstützenden Dinge, die man braucht, die sind sehr ähnlich. Das ist einfach wahnsinnig gut, wenn mir jemand sagt: "Pass auf, da brauchst du mehr Stütze!" Dann weiß ich sofort, was da gemeint ist. Also das Technische, das hat sie daher gelernt. Manchmal muss jetzt die Sängerin von der Sprecherin lernen, weil eben wenn es um Stimmhygiene geht, zum Beispiel, dass man dann halt guckt: Hör auf da rum zu knarzen oder sei damit vorsichtig. Aber ansonsten ist es tatsächlich so, weil ich wollte ja Musical machen, das heißt, es war ja auch immer schon schauspielerisch begründet. Ich habe auch immer die Songs, ich versuche, selbst beim blödesten Schlager oder beim seichtesten Pop, versuche ich zu singen was da steht, emotional. In jedem Song findest du eine Emotion, findest du eine Geschichte, findest du eine Entwicklung des Charakters der da singt und das habe ich schon immer getan. Und das hat natürlich die Sprecherin und die Sängerin auch sehr gut miteinander verbunden. Aber das war bei mir immer schon da, da musste die Sängerin nicht großartig sagen: Pass auf, wenn du das machst, dass du da auch bitte das sprichst, was da emotional passiert! Weil es eben über, ich sage jetzt mal, das dramatische Singen oder das gespielte Singen kam. Wenn ich da Le Miserables singe, das mache ich nicht, weil ich's schön singen will, sondern weil zum Beispiel Cosette total verzweifelt ist oder so. Also das kommt auch aus einer anderen Motivation. Kannst du damit was anfangen?

    Marcel: Total! Vor allem, weil du da gerade Musical reingeschmissen hast, fiel mir noch mal kurz ein Markus, du wirst dich auch noch dran erinnern, wir waren wirklich platt. Wir hatten bei einer Produktion eine professionelle Musical-Darstellerin hier. Die hat einen Song gesungen, nachdem die den verstanden hatte, was grob los war, nachdem die den Song also musikalisch aufgesaugt hatte, hat es zwei, drei Takes gedauert und dann hat die den von vorne bis hinten durch gesungen einfach. Und da ist mir das erste Mal aufgefallen, wie neidisch ich eigentlich darauf bin, als Pop Singer/Songwriter Typ, ich hat ja die Kompositions-Seite noch, das ist auch ein schöner Vorteil. Da ist mir das erste mal aufgefallen, wie neidisch ich darauf bin, dass aus dieser Schauspiel Welt und da da bedienst du dich ja wirklich auch ganz stark draus. Ich sage immer so, beim Aufnehmen von Gesang im Studio: Der Film muss direkt an sein irgendwie. Das ist mein unbeholfener Satz, um irgendwie versuchen auszudrücken: Wir müssen versuchen jetzt wirklich interpretatorisch da in die Tiefe reinzugehen. Und das finde ich so krass, wenn du natürlich auch aus dieser Theater-schauspielerischen Seite oder Sprecher-Seite, nenn es, wie auch immer du willst, da kommt ja so ein Tiefgang dann in den Gesang mit rein und das finde ich wirklich wirklich cool. Das hat mich zutiefst beeindruckt, diesen Fokus von einem Musicaldarsteller mal so aus nächster Nähe zu beobachten. Und jetzt, vor ein paar Tagen, hatte ich dann, weil ich bin gar nicht so ein riesen Musical Fan, hatte ich dann bei Böhmermann dieses "Der Eierwurf von Halle"-Stück gesehen. Ich fand es wirklich unglaublich gut. Und dann habe ich diese zwei männlichen Hauptdarsteller gesehen und war sofort wieder daran erinnert und dachte: Guck dir diesen unfassbaren Focus an, den die haben. Wahnsinn! Da kann jeder Popsänger einpacken, das ist echt irre. Und so können die Welten halt voneinander profitieren und deswegen finde ich das so spannend und auch so schön, dass du dich da auch so vieler Welten bedienst.

    Henrike: Ja, das ist aber auch, weil das war bei mir schon immer drin, also wenn ich singe, dann singe ich ja auch das, was da ist. Also ich erinnere mich noch an den Folsom Prison Blues, den habe ich irgendwann mal gesungen. Ja aber was steckt denn da drin, das ist nicht nur von Johnny Cash oder so. Also okay, bei "Hit Me Baby, One More Time" wird es jetzt ein bisschen schwierig. Aber selbst da gibt es halt Fragen. Also der Song macht Fragen auf: Was ist da? Was ist da? Was ist da? Und das ist unheimlich wichtig.

    Marcel: Ich finde das krass, weil ich komme so aus so einem Band Kontext und als spielender Songwriter, zumindest liegt da mein Fokus, ich habe ja Gesang studiert, aber deswegen kenne ich natürlich interpretatorische Feinheiten und das ist mir alles nicht ganz fremd, aber dennoch ist mein Schwerpunkt halt spielender Sänger, so würde ich sagen. Da sind dann wieder andere Welten, die ja auch irgendwie eine Rolle spielen, man kommt also aus diesem Band Kontext. Deswegen will ich das immer so total spannend, wenn ich auf einen Spezialisten treffe und finde das auch immer sehr erkenntnisreich. Aber ich finde es schön, dass es da immer in den Fachrichtungen dann so viel auch substanziell gibt, was da wirklich wichtig für ist. Die Komplexität der Sache macht mich an.

    Markus: Ja, ich glaube, das Wichtigste ist, dass man das annimmt und versteht und da reingeht. Das ist am Ende das, was es irgendwie nach vorne bringt. Einfach noch mal dieses i-Tüpfelchen, weil wie du eben beschrieben hast, wenn du einfach nur was singst oder es einfach nur vom Blatt sprichst, ohne quasi das zwischen den Zeilen zu sehen, das hört man auch.

    Marcel: Also jetzt bin ich doch eher mal für eine Tasse Kaffee.

    Henrike: Ich bringe auch Kaffee und Tee mit!

    Marcel: Ja, oder was auch immer du machst, wir können auch ein Duett singen.

    Henrike: Ja, bitte lass uns das machen! Das wäre doch voll gut!

    Markus: Gibt es denn auch von der Henrike Tönnes abgedrehtere Rollen? Oder sind wir immer bei so klassischen Rollen wie, was wir eben gehört haben? Oder hast du uns auch irgendwas Lustiges mitgebracht, wo wir mal reinhören können?

    Henrike: Was meinst du denn mit abgedreht? Also es gibt sehr abgedrehte Rollen, klar! Manche Sachen kannst du dir gar nicht ausdenken, also was du so hast. Ich glaube, in dem Paket, was ich euch ja rein zufällig geschickt habe, ist eine Szene drin, aus einem Hörspiel, das ist so ein Splatter-Szene, da kann man vielleicht mal ganz gut dran zeigen, was...

    HÖRSPIEL-AUSSCHNITT: <>

    Marcel: Henrike, wo wurdest du denn da ausgeweidet? War das Walking Dead oder so was?

    Henrike: Nein, das war eine Produktion, die hieß: Der Videointegrator. Das ist ein sehr abgedrehte Hörspiel aus der Feder von Thomas Plum, sehr, sehr lustig. Da bin ich doch arg gestorben. Allerdings tatsächlich eben in der schönen Umgebung meiner eigenen Sprecherkabine hier zu Hause. Ohne Regie übrigens. Aber das ist halt so eine Metzel-Szene und das ist aber auch etwas, das ist abgedreht.

    Marcel: Sag mal, ruft da keiner die Polizei in deiner Nachbarschaft?

    Markus: Oder bist du so gut abgeschottet in deiner Sprecherkabine?

    Henrike: Das ist unterm Dach und nee, ich glaube, das kriegte keiner mit. Wir haben auch ein freistehendes Haus.

    Marcel: Wir haben ja mit drei Sängern granting geübt, als wir so Technik verstehen wollten, da waren alle so: "A! B! C! D!" Da waren wir irgendwelche Übungen am Machen und haben geübt, wie man grunzt. Das hat einmal so richtig peinlich Ärger gegeben. Man hielt uns echt für wahnsinnig. Deswegen fragte ich grad, ob da schon mal irgendwie so ein Polizist die Tür eingetreten hat und gedacht hat, er muss dich vielleicht retten.

    Henrike: Ich habe bei dem Ding glaube ich einmal meinen Kindern und meinem Mann, die waren unten, hab ich Bescheid gesagt.

    Marcel: Ihr müsst euch keine Sorgen machen!

    Markus: Mama muss kurz Sterben!

    Marcel: Mama muss arbeiten!

    Henrike: Also das war schon ein bisschen witzig, Mama muss arbeiten. Also abgedrehte Sachen, schöne Sachen, ich muss sagen, ich liebe die Bösewichte. Ich liebe es einfach. Es macht am meisten Spaß, die sind irgendwie sehr vielschichtig. Ich habe ja auch den Traum, irgendwann mal so eine richtig coole, es wird ewig wahrscheinlich ein Traum bleiben, aber, so richtig coole DisneyBösewichtin zu sein, so eine Cruella oder so eine Ursula, irgendwas richtig cooles! Ich habe jetzt, das bekommt ihr dann auch mit der Post, ein kleines Weihnachts-Special aufgenommen: Die Weihnachtskonferenz der Super-Bösewichte. Da ich so Comic Bösewichte, alle sieben Rollen spreche ich und ihr müsst euch das anhören, sind nur 6 Minuten, ist nur so ein kleines Stück, so ein Gimmick. Ja das macht Spaß und Hörbücher, also das schwankt ja wirklich, von so was, wie wir jetzt gerade gehört haben, bis zu ganz trockenen, sachbezogenen E-Learnings, zum Beispiel über Imkerei. Also dann lernt man was über die Honig-Produktion, ist auch schön. Aber das geht eben auch über Hörbücher, das ist ja dann richtig so Marathon laufen, also das ist so ein Hörbuch. Das ist dann drei Tage, höchstens sechs Stunden lesen und Charaktere über eine lange Zeit halten.. Klammer auf, kurze Selbst-Werbung, wo ich jetzt hier gerade bin, da ist was ganz schönes passier: Ich bin beim lovelybooks.de-Leserpreis dieses Jahr mit einem Hörbuch in der Shortlist gelandet, neben so Leuten wie Hape Kerkeling, Carolin Kebekus und zwei ObamaBüchern. Also ein total natürlicher Ort für mich, wo ich mich immer befinde, in der Top 35, da habe ich mich wirklich sehr darüber gefreut, das ist dann auch cool, wenn man so für die unterschiedlichen Arbeiten dann auch so schöne Sachen erleben darf. Und jetzt kommt noch eine schöne Hörbuch-Reihe, die dann nächstes Jahr rauskommt, es ist einfach so divers oder auch dann Werbung, Werbung ist wieder was anderes. Und dann in der Werbung gibt es manchmal auch spielerische Elemente oder so, also das ist schon wirklich ein sehr schöner Beruf.

    Marcel: Also ich glaube, du kriegst auch viel zu lachen, oder? Das glaube ich, kann man einfach mit Ja beantworten.

    Henrike: Einfach ja, das liegt aber auch daran, dass ich mir das immer lustig mache.

    Marcel: Okay, das ist auch wichtig. Man muss für sein eigenes Entertainment sorgen.

    Henrike: Nein, das stimmt. Das hat aber auch damit zu tun, dass man sich selber einfach nicht so fürchterlich ernst nehmen darf, weil es passieren einfach auch lustige Sachen. Also beim Hörbuch zum Beispiel, mein Lieblings Versprecher der letzten Monate war, also der Satz wäre eigentlich gewesen: "Er legte ihre Hände auf den warmen Rand." Da geht es dann um eine sehr sinnliche Szene und bei der Tönnes ist es dann rausgekommen: "Er legte ihre Henne auf den Wannenrand." Dann breche ich ab, ich kann dann nicht mehr, wenn aus Händen eine Henne wird und dann mein Kopf dieses Bild aufmacht, von dem Typen, wie er ihr so eine Henne auf den Wannenrand legt, dann ist es einfach vorbei.

    Markus: Du hast wohl eine gute Vorstellungskraft. Henrike, das war mal eine richtig coole Exkursion. Ich fand es auch total spannend.

    Markus: Henrike, du musst uns natürlich und unseren Hörern sagen, wo sie mehr von dir vielleicht finden können. Homepage. Instagram. Das würden wir natürlich auch gerne verlinken aber kannst du vielleicht auch nochmal erzählen.

    Henrike: Ihr könnt mich sehr gut finden bei Instagram. Bei diesem Instagram @henriketönnes und ich habe auch eine Website: "henriketönnes.de". Die Homepage ist allerdings ein klitzekleines bisschen stiefmütterlich immer behandelt, weil ich habe einfach keine Zeit und meine Assistentin, die Henrike, hat auch immer keine Zeit. Instagram, Website, bei Facebook, man findet mich eigentlich überall. Ich bin überall!

    Markus: Henrike, das war richtig spannend. Ich fand es auch als Sänger und auch StimmBenutzer. fand ich es echt mal cool, auch mal so einen Einblick von dir zu bekommen und wow, was es da alles an Parallelen gibt, war eine richtig coole Folge.

    Markus: Und wir hoffen, dass wir dich auch noch mal live erleben dürfen. Bis jetzt kennen wir uns ja nur von Instagram und jetzt per Display - Zoom. Wir kommen uns immer ein Stückchen näher. Das heißt, irgendwie finden wir noch zum gemeinsamen Kaffee/Tee, das wird klappen!

    Henrike: Und hoffentlich ja auch zu einem gemeinsamen irgendwas "die Stimme benutzendes"!

    Markus: Genau, das wäre auch ganz gut.

    Marcel: Da müssen wir gleich sowieso noch drüber reden. Aber bevor wir das tun, jetzt musst du mitmachen. Du bist uns ja über Zoom zugeschaltet, das hat ja heute noch mal ganz gut geklappt. Auf jeden Fall super cool, dass du hier warst Henrike! Alle Infos findet in den Shownotes, wir verlinken euch alles, was wir von Henrike haben, auch da noch mal. Und dann würde ich mal sagen, auch mit zeitversetzt müssen wir es irgendwie schaffen:

    Alle: 3... 2... 1... Reingetackert!

    Marcel: Jetzt mal unter uns, wo die Folge vorbei ist, hast du schon mal so eine erotische Werbung gemacht?

    Henrike: Äh, nein, erotische Werbung noch nicht. Das erotischste, was ich hatte, war mal eine Autowerbung, so ein Demo, was ich gemacht habe. Das war so ein bisschen sinnlich, aber sonst leider nicht.

    Marcel: Markus, das wär was für dich auch, so erotische Sachen sprechen.

    Markus: Ja total, das ist eigentlich mein Faible.

    Marcel: Wenn du vorbeikämest, was würden wir dann trinken? Gin? Bier? Wein?

    Henrike: Dann würden wir einen leckeren Weißwein trinken.

    Markus: Ah ja, das klingt gut.

    Marcel: Ich hätte mich für so ein bisschen grober gehalten. Ich dachte du sagst jetzt: "Ja, ich nehm ein Pils!"

    Henrike: Ich trinke auch sehr gerne Radler. Aber das Ding ist, seit ich die Kinder habe, vertrage ich auch einfach nix mehr.

    Marcel: Tschuldigung, was trinkt man eigentlich denn? Was ist denn dann dein Lieblingsbier von da oben?

    Henrike: Ich mag am liebsten Fiege Pils, aus Bochum.

    Marcel: Kannst du uns irgendwie mal zwei davon schicken zur nächsten Folge?

    Henrike: Ja sicher!

    Marcel: Wir waren ja heute wieder nüchtern. Also das geht so nicht.

    Henrike: Das geht gar nicht! Ihr wisst ja auch, ich habe ja auch einen Podcast. Wir suchen ja immer das Getränk, also die Late-Night-Show am Morgen und wir versuchen ein Getränk zu finden, was die Brücke schlägt zwischen Late Night und Morgen. Wir hatten schon von den Zuhörerinnen sehr, sehr, sehr schlimme Vorschläge. Das Ekeligste war ein Latte Teqchiato. Danach ist man wach und ströte und es ist auch noch eklig. Also man kann viele Dinge auch morgens tun mit Alkohol.


    Noch keine Kommentare vorhanden

    Was denkst du?


    © rurton              

    Newsletter? E-Mail eintragen: