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Was du bei Sprachaufnahmen vermeiden solltest – Die 10 größten Fehler

„Sprache aufzunehmen kann ja nicht so schwer sein, oder? Komm lass mal machen.“ So oder so ähnlich gehen viele an das Thema ran und unterschätzen völlig die Komplexität. In einem früheren Artikel bin ich schonmal auf einige Details eingegangen. Hier möchte ich mit 10 Punkten auf die größten Fehler eingehen, die du bei einer Sprachaufnahme machen kannst.

 

FEHLER 1

Biete einem Sprecher niemals das falsche Getränk vor oder während der Aufnahme an! Das wirst du spätestens bei der Nachbearbeitung der Aufnahmen bereuen. Denn manche Getränke rufen ganz schön viele Nebengeräusche hervor, die bei der Kompression noch weiter in den Vordergrund treten und dann aufwändig entfernt werden müssen. Manchmal sind sie so stark dass du sie gar nicht mehr entfernt bekommst.
-> Also bei Sprachaufnahmen dem Sprecher nur stilles Wasser reichen. Lass den Kaffe, oder noch schlimmer, den Orangensaft besser weg!

 

FEHLER 2

„Lass mal eine Gyros Pizza bestellen!“ Diesen Wunsch musst du deinem Sprecher leider auch ablehnen. Denn ein Essen dass so fettig ist, dass es zu schwer auf dem Magen liegt, senkt die Konzentration während der Aufnahmen. Und je nach gegessener Menge wird es auch bestimmt die Aussprache stark beeinflussen.
-> Also, lieber zu einem leichten Mittagessen raten, wie einem Salat oder ähnlichem.

 

FEHLER 3

Nicht immer automatisch einen Poppschutz vor dem Mikrofon positionieren. Ich sehe das öfters auf Fotos: der Sprecher hat einen großen Abstand von vielleicht 50cm zum Mikrofon, aber trotzdem hängt vor dem Mikrofon ein Poppschutz. Das ist dann aber völlig kontraproduktiv. Denn hier spricht man eindeutig nicht mehr von einer Nahbesprechung und somit wird es hier auch gar keine Poppgeräusche geben, die vom Mikrofon ferngehalten werden müssten. Hier „klaut“ man sich aber definitiv durch den feinen Stoff des Poppschutzes Höhenanteile der aufgenommenen Stimme.
-> Immer hinterfragen, ob ein Poppschutz gerade in dieser Mikrofonanordnung Sinn macht.

 

FEHLER 4

Den Sprecher nicht mit dem Monitoring alleine lassen. Lieber alles einpegeln und einstellen und dann mal in den Aufnahmeraum zum Sprecher gehen und sich selbst ein Bild vom Monitoring machen. Denn vielleicht kann der Sprecher gar nicht so gut kommunizieren wie es für ihn auf dem Kopfhörer klingt. Wenn du dir aber mal kurz den Kopfhörer aufsetzt, hörst du sofort ob etwas nicht stimmt.
-> Immer selber im Aufnahmeraum in den Kopfhörer reinhören.

 

FEHLER 5

Die Sprechertexte nicht als eine lose Blättersammlung auf den Tisch oder das Pult ausbreiten. Damit ist das Chaos und vor allen Dingen Störgeräusche in den Aufnahmen vorprogrammiert.
Lieber alles in einen Aktenordner packen und der Sprecher kann sich immer das aktuelle Blatt, das gerade benötigt, wird herausnehmen.
-> Also alle Texte zusammengefasst in einen Aktenordner packen und auf das Sprecherpult legen.

 

FEHLER 6

„Ich pack schonmal bei der Aufnahmen einen Kompressor drauf!“ Bei der Aufnahme die Spitzen mit einem Kompressor einzufangen kann eine gute Idee sein, aber hier gilt, wie bei so vielem, weniger ist mehr. Denn wenn du bei der Aufnahme zu viel komprimierst kannst du in der Nachbearbeitung daran nichts mehr ändern und im schlimmsten Fall ist die Aufnahme nicht zu verwenden.
-> Vorsichtiger Umgang mit Dynamikprozessoren während der Aufnahme!

 

FEHLER 7

Das gleiche gilt auch für das Entzerren während der Aufnahme. Wenn du genau weisst was du von dem EQ Einsatz erwartest ist alles gut, aber sei vorsichtig mit zu starken Eingriffen in den Klang. Und wenn dann eher nur breitbandige Equalizer Einstellungen, denn gerade bei der Stimme sind schmalbandige Eingriffe schnell zu hören.
-> Warte lieber mit der Entzerrung bis zur Nachbearbeitung!

 

FEHLER 8

„Das Mikrofon benutze ich immer für Sprachaufnahmen!“ Es gibt nicht das eine Mikrofon, sondern so wie jede Stimme anders klingt so nimmt auch jedes Mikrofon eine Stimme anders auf.
Du solltest also immer verschiedene Mikrofon testen und abhängig von der Stimmlage und der Frage, ob es eine Frauen- oder Männerstimme ist, dich für ein Mikrofon entscheiden.
-> Es gibt nicht das eine bewährte Mikrofon!

 

FEHLER 9

Nimm Dir genügend Zeit für das einpegeln des Mikrofons. Du solltest zwar immer genügend Headroom lassen, denn du weisst ja nicht was bei der Aufnahme noch so passiert, aber auch nicht zu unterpegelt an die Sache rangehen. Denn dann versinkt vielleicht die Sprache im Rauschen des Mikrofonvorverstärkers. Hier gilt es also einen guten Kompromiss zu finden.
-> Zeit nehmen für das Einpegeln. In der Zeit kann der Sprecher ja auch schonmal ein paar Absätze vom Text lesen.

 

FEHLER 10

„Ich höre immer nur über meine große Abhöre ab!“ Das kann bei einer Sprachaufnahme nicht so hilfreich sein. Verwende einfach mal einen kleinen „Mono Speaker“ wie einen Avantone oder ähnliches, das hilft ungemein die Stimme so zu platzieren dass sie später auf allen Abspielgeräten wie iPhones, Radios etc. gut gehört werden kann.
-> Nicht nur auf den großen Studiomonitoren abhören!

 

ZUSAMMENFASSUNG

Viele der angesprochenen Punkte gelten sicherlich nicht nur für die Aufnahme von Sprache, sondern lassen sich genauso anwenden auf die Aufnahme von Gesang. Hast du auch noch ein paar Tipps mit der wir unsere 10-Punkte-Liste erweitern könnten? Dann schreib uns doch einfach hier in die Kommentare.

 

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