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Was macht eine gute Sprachaufnahme aus? – 5 Schritte zur gelungenen Aufnahme von Gesagtem

Du möchtest eine Sprachaufnahme machen in guter Qualität? Für einen Podcast, ein Hörbuch oder einen YouTube Channel? Die eigene Sprache aufzunehmen oder die eines anderen scheint zunächst einmal trivial, aber nach den ersten Gehversuchen merkt man dass die Aufnahme doch nicht so klingt wie man es von professionellen Aufnahmen aus Hörbüchern oder aus Dokumentationen kennt.

Hier möchten wir Dir einen Ratgeber an die Hand geben mit dem du die Grundlagen für eine gute Sprachaufnahme lernen kannst. Welche Vorraussetzungen müssen geschaffen werden und was solltest Du auf jeden Fall vermeiden:


1. RAUMKLANG OPTIMIEREN

Egal für welches Zielmedium man produziert, am flexibelsten bleibt man wenn die Stimme möglichst trocken, das heisst ohne viel Rauminformationen, aufgenommen werden kann. In der Nachbearbeitung ist es bei Bedarf möglich jeden nur erdenklichen Raum wieder hinzuzufügen.

Um eine trockene Aufnahme zu erreichen, muss man in einem Raum aufnehmen, der daraufhin optimiert wurde. Denn ein „normaler“ Raum scheppert und hallt! Das kennt jeder aus einem großen Flur oder einem Badezimmer, aber auch ein Besprechungsraum oder ein Büro ist erstmal kein „trockener“ Raum.

Was kann man tun? In einem professionellen Tonstudio werden die Räume aufwendig akustisch optimiert durch absorbierende und reflektierende Materialien. Aber auch du kannst dir Behelfen mit ein paar einfachen Maßnahmen und damit schon sehr gute Ergebnisse erreichen:

– Nimmt man einem Tisch oder an einem Pult auf, sollte man eine weiche Decke oder ähnliches auflegen, um Reflexionen zu vermeiden.

– Vor das Mikrofon kann man eine Decke anbringen, die auch die Reflexionen zur Wand minimiert. Nehm einfach zwei Stühle oder zwei Mikrofonständer und klebe die Decke mit Klebeband fest.

– Auch hinter dem Sprecher sollte eine Decke angebracht werden.

Solltest du deinen Raum entsprechend optimiert haben, sollte die Aufnahme schon sehr trocken werden.


2. UMGEBUNGSGERÄUSCHE

Es ist nicht zu unterschätzen was man alles mit aufnimmt wenn man einfach mal ein empfindliches Mikrofon in einen Raum stellt. Plötzlich werden vorbeifahrende Autos, streitende Nachbarn oder die Lüfter des Computers sehr deutlich hörbar.

Deswegen spielt der Schallschutz in einem Tonstudio auch so eine große Rolle. Was kannst du tun um Nebengeräusche zu vermeiden?

– Das Laptop oder der Computer mit dem du aufnimmst sollte auf keinen Fall im gleichen Raum stehen.

– Du solltest alle Fenster und Türen schließen, denn auch der kleinste singende Frühlings- Vogel wird deine Aufnahme zerstören.

– Unter deinen Mikrofonständer kannst du, um die Übertragung von Körperschall auf dein Mikrofon zu vermeiden, sogenannte Bautenuschutzmatten legen. Einfach im Baumarkt kaufen und zuschneiden. Auch eine sogenannte „Spinne“, die dein Mikrofon hält, hilft hier. Dazu später mehr.


3. MIKROFON

Auf dem Markt befinden sich die verschiedensten Mikrofone. Als Neueinsteiger da das richtige zu finden kann eine sehr zeitintensive Sache werden.

Es ist vor allen Dingen eine Budgetfrage. In den letzten Jahren sind aber einige sehr ordentliche Mikrofone für den schmalen Geldbeutel erschienen. Mehr als 200€ musst du nicht ausgeben.

Bei der Bauart des Mikrofons rate ich eher zum Kondensatormikrofon als zum dynamischen Mikrofon. Es ist in dieser Preisklasse empfindlicher und es bildet die Höhen sauberer ab.

Außerdem sollte man darauf achten dass eine sogenannte Spinne zum Lieferumfang gehört. Diese hilft zusätzlich den Körperschall vom Mikrofon fernzuhalten.

Ein weiteres wichtiges Detail ist die Richtcharakteristik. Diese beschreibt wie gerichtet ein Mikrofon aufnimmt. Hier solltest du darauf achten, dass dein Mikrofon die Charakteristik „Niere“ hat. Das ist relativ gerichtet. Es gibt zwar noch gerichteter Mikrofone, aber diese haben den Nachteil dass sie wiederum mehr seitlichen Schall als nötig aufnehmen was in einer nicht perfekten Umgebung wieder zu weniger Direktheit bei der Aufnahme führt.


4. POSITION BEI DER AUFNAHME

Das Mikrofon sollte stets in einem gleichen Abstand und durchaus sehr nah besprochen werden. Der sogenannte „Nahbesprechungsfeffekt“ fördert einen schönen warmen und bassigen Klang zu Tage. Die Position sollte über die gesamte Aufnahmezeit möglichst nicht geändert werden. Solltest du mit längeren Pausen aufnehmen, mach einfach ein Foto und versuche die Position zu rekonstruieren. Wichtig bei der Aufnahme ist auch eine gerade Körperhaltung.


5. NACHBEARBEITUNG

Bei der Nachbearbeitung einer Aufnahme ist der Schnitt wohl am allerwichtigsten. Kleine Versprecher, neues Ansetzen oder auch kleine Störgeräusche in Sprechpausen können ganz einfach mit einer entsprechenden Software herausgeschnitten werden.

Wer sich zutraut noch ein wenig mehr zu bearbeiten der kann auch auf einen Kompressor zurückgreifen, der den Dynamikumfang der Aufnahme verringert und die Aufnahme dann durchsetzungsfähiger und lauter wirken lässt.


ZUSAMMENFASSUNG

Die wichtigsten Faktoren für eine gelungene Sprachaufnahmen sind wohl der Raum, das Mikrofon und der richtige Einsatz von Technik bei der Nachbearbeitung.

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